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Yves: «Im Fussball gebe ich alles.»

05.08.2021

Meine grosse Leidenschaft ist der Fussball. Ich kicke seit sieben Jahren; seit drei Jahren spiele ich bei den FCZ Frauen. Von der U17 wechsle ich gerade zur U19. Wir trainieren vier Mal pro Woche, am Wochenende bestreiten wir Matches. Wir reisen dafür häufig in andere Städte, manchmal in die Romandie oder ins Tessin. Das Niveau ist hoch: Es wird viel verlangt und ich muss wirklich alles geben. Das sagt mir zu, denn so entwickle ich mich weiter. Aktuell spiele ich in der Verteidigung, wo ich mich sehr wohl fühle. Wir haben einen guten Teamgeist. Mit einzelnen Kolleginnen mache ich auch in der Freizeit ab. Natürlich besteht ein Konkurrenzkampf. Um gut zu spielen, muss ich manchmal egoistisch denken. Andererseits kann ich nur mit dem Team wachsen. Wir können nur gemeinsam gewinnen. Läuft es einmal nicht so rund, ärgere ich mich. Nach einer Niederlage gehe ich am liebsten nach Hause und lege mich hin.

Zu den Junioren des FCZ haben wir kaum Kontakt. Ihre U17 besteht aus drei Gruppen. Sie stehen unter einem grösseren Leistungsdruck und werden stärker selektioniert als wir. Sie haben mehr Möglichkeiten, da sie ein höheres Budget zur Verfügung haben. Sie führen beispielsweise häufiger Trainingslager durch. Ich fände es schön, wenn Mädchen und Buben gleich intensiv gefördert würden.

Fussball ist für mich mehr als ein Hobby. Ich denke daran, später einmal ins Ausland gehen – vielleicht in die USA, wo Fussballerinnen besser ausgebildet und bezahlt werden. Ich möchte beruflich auf jeden Fall etwas mit Sport machen. Ich bewege mich gerne. Im Winter auch auf den Skipisten, im Sommer in der Badi. Als Pfadi-Leiterin bin ich zudem regelmässig mit Kindern unterwegs. Das macht mir Freude.

Ich engagiere mich dafür, dass die Politik den Klimaschutz ernster nimmt. Ich bin bereits an einigen Velodemonstrationen mitgefahren und nehme an den Strikes for Future teil. 16-Jährige sind in der Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden. Das ist ein gutes Alter, um mitzubestimmen. Ich halte es für eine gute Idee, das Stimmrechtsalter auf 16 zu senken. In der Corona-Pandemie habe ich verstärkt Medien konsumiert, um mich zu informieren. In der Schule werden politische Fragen ebenfalls thematisiert. Das kritische Denken könnte aber noch stärker gefördert werden. Es ist wichtig, Medienberichte zu hinterfragen.

AUFGEZEICHNET VON EVELINE RUTZ

Yves Heim

*2004, lebt in Zürich und besucht dort das Liceo Artistico, ein schweizerisch-italienisches Kunstgymnasium. Sie kickt bei den FCZ Frauen und geht in die Pfadi.

16 Portraits zum Stimmrechtsalter 16

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