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Elena: «Ich versuche, mir stets eine eigene Meinung zu bilden.»

05.08.2021

Wenn ich nicht gerade in der Schule bin oder für die Schule lerne, bin ich meistens mit meinen Kollegen unterwegs, lese oder koche. Die Schule ist mir sehr wichtig und ich versuche, so gute Noten wie möglich zu erreichen. Im Frühsommer schliesse ich die Sekundarschule ab, danach beginne ich eine Lehre als Drogistin. Ich möchte eine gute Ausbildung haben, am liebsten mit anschliessendem Studium. Dafür werde ich das Tal verlassen müssen. Wahrscheinlich werde ich später in einer Stadt leben, vielleicht sogar im Ausland. Aber irgendwann möchte ich zurückkehren und wieder hier im Unterengadin leben.

Meine Mutter ist in der Lokalpolitik tätig. Als ich und mein Bruder noch jünger waren, war das noch kein Thema für uns. Jetzt merken wir, dass bei uns Zuhause viel über Politik diskutiert wird, gerade auch wenn Abstimmungen sind. Das finde ich inzwischen spannend. Die jüngsten Vorlagen mit Pestizidinitiative oder Trinkwasserinitiative betreffen unsere Familie direkt, weil meine Eltern einen Bergbauernhof führen. In der Schule mussten wir über diese Abstimmungsvorlagen einen Podcast machen und dadurch haben wir uns intensiv mit Politik befasst. Ich versuche, mir stets eine eigene Meinung zu bilden. Ich fände es zwar schön, wenn man mit 16 Jahren bereits abstimmen dürfte, andererseits wäre ich auch überfordert. Von vielen Sachen habe ich doch keine Ahnung! Mit 16 haben wir ganz andere Sorgen, als bereits eine wichtige Rolle in der Demokratie spielen zu müssen. Die Klimapolitik würde ich aber gerne verändern. Man könnte so vieles besser machen. Ich kann mir gut vorstellen, später einen politischen Weg einzuschlagen. Es muss ja nicht gleich Bundesrätin sein.

Aufgezeichnet von Fadrina Hofmann

Elena Niederhauser

*2004, wohnt in Tarasp im Unterengadin (GR) und fängt demnächst eine Lehre als Drogistin an. Sie kann sich durchaus vorstellen, mal in die Politik zu gehen.

16 Portraits zum Stimmrechtsalter 16

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