Swissinfo berichtet heute in zehn Sprachen, darunter Spanisch. Ob das so bleibt, hängt stark von politischen Entscheiden ab. Foto Roman Häfliger
Wenn politische Entscheide der SRG Gelder entziehen, trifft das auch ihre internationalen Angebote: Swissinfo, tvsvizzera.it und Partnerschaften mit Sendern wie TV5MONDE für die französischsprachige Welt oder 3sat im deutschsprachigen Raum. Swissinfo berichtet online in zehn Sprachen über die Schweiz und trat 2001 die Nachfolge des legendären Schweizer Radio International an. Die Plattform richtet sich – wie die von der Auslandschweizer-Organisation (ASO) herausgegebene «Schweizer Revue» – an die über 826 000 im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer. Swissinfo versteht sich überdies als «Stimme der Schweiz in der Welt».
Doch die Landesregierung plant, im Rahmen eines Sparpakets den jährlichen Bundesbeitrag von knapp 19 Millionen Franken für das Auslandsmandat zu streichen. Bisher teilen sich SRG und Bund die Kosten, ab 2027 will der Bund aussteigen. Damit wird Swissinfo in der jetzigen Form gefährdet. Verschiedene Organisationen, darunter die ASO, fordern das Parlament in einer Petition auf, die Bundesmittel zu sichern. Swissinfo sei eine ausgewogene, mehrsprachige Informationsquelle für Auslandschweizer und stärke deren politische Rechte.
Der Ständerat, die kleine Parlamentskammer, widersetzte sich in der Wintersession 2025 der Regierung und sprach sich für den Erhalt des Bundesbeitrags aus. Die Schweiz könne es sich nicht leisten, auf dieses «Schaufenster» in der Welt zu verzichten, befand die knappe Mehrheit. Die Befürworter der Streichung argumentierten, Informationen über die Schweiz seien heute auch anderweitig verfügbar. Wolle die SRG das heutige Auslandsangebot erhalten, müsse sie Mittel «umschichten», sagte Finanzministerin Karin Keller-Sutter. Der Nationalrat, die grosse Kammer, entscheidet in der Session vom 2. bis 20. März 2026.
Am 8. März stimmt zudem das Volk über die SRG-Initiative der SVP ab, die die Medienabgabe – die zweite Finanzierungsquelle von Swissinfo – stark kürzen will (siehe Haupttext). Im Initiativkomitee sitzt der Walliser SVP-National Jean-Luc Addor, Mitglied der «Parlamentarischen Gruppe Auslandschweizer:innen». Für ihn gehört das Auslandsmandat zum «Grundauftrag» der SRG. Schon vor einem Jahr sagte er der «Schweizer Revue»: «Hände weg von Swissinfo.» Eine Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass dies die Haltung des Komitees sei: «Das Angebot ist Teil des Service-public-Auftrags der SRG. Das soll so bleiben.» Die Gegner warnen aber, mit der Initiative bliebe nur noch ein «amputierter» Service public übrig. Auch die ASO befürchtet negative Folgen für die Information der Fünften Schweiz.
«Die 830 000 Auslandschweizer bilden den viertgrössten ‹Kanton›. Die Auslandschweiz braucht starke Medien wie Swissinfo und die Schweizer Revue.»Larissa Margot Bieler, die in einem Meinungsbeitrag aus Sicht von Swissinfo zur aktuellen Spar- und Leistungsabbaudebatte Stellung nahm, ist Direktorin von Swissinfo.
Für Swissinfo-Direktorin Larissa Bieler ist das Auslandsmandat «seit 1935 eine unverzichtbare Brücke für Auslandschweizerinnen und -schweizer zur Heimat». Ohne dieses Angebot verliere die Schweiz international an Sichtbarkeit und Verständnis. Aufhorchen liess im November die Meldung, dass Bieler Ende März 2026 aus der SRG-Geschäftsleitung ausscheidet. Die SRG begründete diesen Schritt mit einer im Zuge der Sparmassnahmen verkleinerten Geschäftsleitung.
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