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Georg Stucky zum Gedenken

25.11.2020 – Remo Gysin

Von 1998 bis 2007 präsidierte er die Auslandschweizer-Organisation (ASO). Im August ist Georg Stucky nun im Alter von 89 Jahren verstorben. Er war unter anderem der Wegbereiter des Stimmrechts für Auslandschweizerinnen und -schweizer. Die ASO hält ihn dankbar in guter Erinnerung.

Welch reich erfülltes Leben! Georg Stucky arbeitete und lebte über Jahre in Hamburg, im Nahen Osten und in Nordafrika. In Libyen war er Schweizer Honorarkonsul. Er kannte die Anliegen und Sorgen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer aus eigener Erfahrung. Georg Stucky war Kirchenrat, Regierungsrat, Nationalrat und vielfacher Verwaltungsrat. Während 15 Jahren war er Mitglied des ASO-Vorstands, von 1992 bis 1998 Vizepräsident und danach bis 2007 Präsident. All dies belegt, welch hohe Anerkennung und Akzeptanz er erleben durfte und wie gross und nachhaltig sein Wirken war.

Ich lernte Georg Stucky bei einer Zusammenkunft der Regierungsräte von Zug und Basel-Stadt kennen. Später trafen wir uns wieder im Nationalrat. Die gemeinsamen Jahre in der nationalrätlichen Wirtschaftskommission und danach im Vorstand der ASO haben uns freundschaftlich verbunden.

Georg Stucky hat sich für die Auslandschweizerinnen und -schweizer schon vor seiner Zeit in der ASO eingesetzt. 1986 reichte er eine Motion ein. Seine Forderung: Das Bundesgesetz über die politischen Rechte der Auslandschweizer ist zu revidieren, damit den Auslandschweizern das Stimm- und Wahlrecht in eidgenössischen Angelegenheiten verliehen werden kann. Hiermit gab er den erfolgreichen Anstoss zur Einführung des brieflichen Stimmrechts für Auslandschweizer auf Bundesebene. 1995 konnten die Auslandschweizerinnen und -schweizer erstmals brieflich an eidgenössischen Wahlen teilnehmen.

Auch in seiner ASO-Präsidialzeit setzte er sich für demokratische Grundanliegen ein, wie die Einführung des E-Votings, die Erhöhung der Zahl der stimmberechtigten Auslandschweizerinnen und -schweizer und den Versicherungsschutz der freiwilligen AHV/IV.

«Die ASO war für Georg sein Herzblut», hat mir seine Gattin geschrieben. Das war spürbar. Die ASO und wir alle werden Georg Stucky denn auch dankbar in guter Erinnerung behalten. Seiner Frau Elisabeth Stucky und seinen Angehörigen wünschen wir Kraft und Trost.

In herzlicher Anteilnahme
Remo Gysin, Präsident der Auslandschweizer-Organisation

Bild: Georg Stucky, aufgenommen im Jahr 1989, also zu Beginn seiner Zeit als Nationalrat. Foto: Walter Rutishauser, Sammlung Bibliothek am Guisanplatz

 

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