Menu
stage img
  • SwissCommunity

Belinda Schulz | «Einen Blick über meinen Tellerrand werfen»

06.02.2026 – Interview: Ruth von Gunten, educationsuisse

Die 18-jährige Auslandschweizerin Belinda Schulz ist in Süddeutschland aufgewachsen und bereitet sich zurzeit auf die Aufnahmeprüfung für ein Klavierstudium vor. Im letzten Sommer war sie einige Wochen in der Schweiz, um auf einem Bauernhof mitzuhelfen. Welches waren dabei ihre Erfahrungen?

Belinda Schulz. Foto ZVG

AgriViva vermittelt Jugendlichen Einsätze auf Bauernhöfen in allen Sprachregionen der Schweiz. Wie haben Sie von AgriViva erfahren?

Ich las in der «Schweizer Revue» über eine Jugendliche, die über ihren Einsatz auf einem Bauernhof berichtete. Ich fand ihre Erfahrung interessant und wollte es auch ausprobieren. Etwa zweieinhalb Monate vor meinem Einsatz habe ich über die AgriViva-Webseite einen Bauernhof gesucht und mich angemeldet. Schliesslich war ich dann Ende August/Anfang September für zwei Wochen auf einem Bauernhof auf der Rotschalp bei Brienz im Berner Oberland. 

Wie begann für Sie ein typischer Tag auf dem Bauernhof?

Meistens weckte mich der Hahn und dann bin ich ungefähr um halb sieben aufgestanden. Zuerst habe ich die Hühner rausgelassen und ihnen zu trinken gegeben. Danach habe ich meist das Frühstück vorbereitet und den Käse vom Vortag aus dem Salzbad genommen. Nach dem gemeinsamen Frühstück habe ich die Milch, respektive den werdenden Käse im grossen Kessel, gerührt. Danach ging es in den Käsekeller zum Käseputzen. Später galt es, die Schweine zu füttern.

Und was bot beispielsweise der Nachmittag?

Bauer Hänsel und die schon erwachsene Tochter Martina waren meistens auf dem Talbetrieb tätig, etwa zum Heuen. Am Nachmittag fuhr Bäuerin Monica zur nahen Haltestelle Planalp der Brienzer Rothornbahn, um dort den reifen Käse zu verkaufen. Ich war also öfters am Nachmittag allein und habe zum Beispiel bei den Hühnern die frisch gelegten Eier eingesammelt, den Abwasch erledigt oder den frischen Käse gewendet. Auch hatte ich immer etwas Freizeit. Auf der Alp wurde alles mit Holz geheizt, also habe ich manchmal Brennholz gestapelt.

Und wie sah der Abend aus?

Kurz nach siebzehn Uhr trafen Monica, Martina und Hänsel wieder auf der Alp ein. Ich half dann meistens entweder beim Melken oder im Käsekeller und anschliessend beim Abendessen vorbereiten. Auch legte ich den frisch gemachten Käse ins nächtliche Salzbad. Nach dem gemeinsamen Abendessen gab es fast immer noch etwas zu tun oder wir lösten Kreuzworträtsel und spielten sonst etwas. Nach dem Hühnerfüttern und im sicheren Stall einschliessen gingen alle früh zu Bett.

AgriViva möchte eine Brücke zwischen Stadt und Land und verschiedenen Kulturen bilden. Wie hat es Ihnen in der Schweiz auf dem Bauernhof gefallen?

Auch wenn einiges für mich sehr ungewohnt war und nicht immer alles beim ersten Mal klappte, hat es mir sehr gut gefallen. Ich fand es sehr interessant, einen Blick über meinen Tellerrand hinaus zu werfen und Neues lernen zu dürfen. Es ist interessant zu erleben, wie auf der Alp jeden Tag frischer Käse in viel Handarbeit hergestellt wird.

Was hat Ihnen am meisten gefallen?

Dass es immer etwas zu tun gab, hat mir sehr gut gefallen. Zweimal waren wir auch in den Bergen unterwegs, einmal, um die Kälber auf eine andere Weide zu treiben und einmal einfach, um die Aussicht zu geniessen. Das fand ich sehr schön. Ausserdem habe ich dem Alpabtrieb beigewohnt. Und ich habe noch eine zweite Belinda getroffen: Eine Kuh hiess gleich wie ich. Zum Thema Namen gibt es auch Adelheid zu erwähnen: Nicht alle Hühner hatten Namen, aber wenn sie sterben, was während meiner Zeit – für mich recht unerwartet – auch geschah, heissen sie alle Adelheid.

Würden Sie Ihren Freunden einen Aufenthalt bei einer Bauernfamilie empfehlen?

Ja, selbstverständlich! Auch ich selber möchte gerne wieder in die Schweiz kommen, um auf einem Bauernhof mitzuhelfen.

Siehe auch: In der Schweiz erste Arbeitserfahrungen sammeln

AgriViva – Einsatz auf dem Bauernhof

AgriViva vermittelt Jugendlichen Einsatz-plätze (Kurzpraktika) auf Bauernhöfen in allen Sprachregionen der Schweiz.

  • du bist zwischen 14 und 24 Jahre alt
  • du magst Natur, Tiere und andere Menschen
  • körperliche Arbeit macht dir Spass
  • du suchst neue Erfahrungen und Abwechslung

AgriViva garantiert dir einmalige, hautnahe Erlebnisse. Jetzt entdecken und gleich einen Einsatzplatz reservieren. Wir freuen uns auf dich. www.agriviva.ch

AgriViva ist eine Partnerorganisation von educationsuisse.

Educationsuisse
Ausbildung in der Schweiz
Alpenstrasse 26
3006 Bern, Schweiz
+41 31 356 61 04
info@educationsuisse.ch
www.educationsuisse.ch 

Kommentare

×

Name, Ort und Land sind erforderlich

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Geben Sie eine gültige E-Mail an

Kommentar ist erforderlich!

Sie müssen die Kommentarregeln akzeptieren.

Bitte akzeptieren

* Diese Felder sind erforderlich.

top