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Leserbriefe

14.07.2017

Arbeit für Sans-Papiers. Genfer Modell macht Schule

Das ist eine mutige und willkommene Initiative in einer Welt, in der sich Grenzen zunehmend schliessen. Ein regularisierter Status ist wichtiger als Steuern zu bezahlen. Die missbräuchlichen Praktiken gewisser Arbeitgeber zu erkennen und zu verurteilen, ist ein logisches Vorgehen. Und was das Argument «Arbeit für Genfer» angeht, kann ich mir kaum vorstellen, dass Genfer Arbeiten annehmen würden, bei denen sie weniger als ihr Arbeitslosengeld bekämen. Die Bedingungen für den Erhalt des B-Ausweises sind bestens bekannt, und die einjährige Dauer erlaubt es, jeden Fall zu prüfen und erneut zu beurteilen. Öffnen Sie Ihren Geist und Ihr Herz – Ihr Leben wird dadurch nur besser. Bravo: Sklaverei hat in einer modernen Gesellschaft keinen Platz!

Laure Mabillard, Schweiz

Die grossen Rundbilder. Wiedergeburt eines Faszinosums

Es wird wohl an die 60 Jahre her sein, als ich staunend das Bourbaki-Panorama betrachtete. Schade, dass diesen Riesenbildern wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Ernst Ruetimann, Thailand

Die Panoramen wie in diesem Artikel als erstes Massenmedium der Geschichte zu bezeichnen, ist etwas kurz gegriffen. Was ist mit den Sacri Monti in Norditalien, wie zum Beispiel demjenigen von Varallo im Valsesia? Zwischen Renaissance und Barock entwickelten Künstler wie Gaudenzio Ferrari einen Erlebnisparcours, der Topografie, Architektur, Skulptur und Malerei zu einem massenwirksamen multimedialen Propaganda-Instrument der Gegenreformation verband.

Reinhard Manz, Deutschland

Reform der Altersvorsorge. Vor der Abstimmung

Seit meinem fünften Lebensjahr lebe ich im Ausland. Im Alter von 21 Jahren kehrte ich in die Schweiz zurück, arbeitete dort sechs Monate lang und ging dann in die USA. Was geschieht mit mir, wenn ich im Alter von 65 Jahren zurück in die Schweiz möchte und meine Pension aus den USA zum Überleben in der Schweiz nicht ausreicht? Haben die Behörden hierfür eine Lösung? Falls nicht, würde dies bedeuten, dass Menschen wie ich nie zurückkehren könnten, weil der Aufenthalt in der Schweiz zu teuer wäre. Seit Langem will ich AHV-Beiträge im Ausland leisten, erhielt jedoch nie eine Antwort von der AHV.

Heinz Kuhne, USA

Editorial. Eine doppelte Identität

Ich bin Europäerin! Meine Mutter war Schweizerin, mein Vater Italiener, mein Ehemann ist Deutscher, unsere Kinder sind Doppelbürger. Ich spreche sechs europäische Sprachen – fünf davon fliessend – und habe Verwandte in England, Freunde in Frankreich, Bekannte in Lettland. Ich glaube fest daran, dass wir lernen müssen, als Europäer zu denken, zu leben und zu handeln, ohne die Werte und Grundsätze unseres jeweiligen Ursprungslandes zu übergehen oder zu vergessen. Wir können einander so viel geben und so viel voneinander profitieren, wenn wir – zwar auch! – aber nicht nur immer auf unser eigenes Gärtchen schauen! Zugegeben: Vielfalt ist meist mühsam, braucht Einfühlungsvermögen und Geduld, braucht überzeugende Argumente, langen Atem und Kompromissbereitschaft. Nichts kann einfach durchgepaukt oder ein für alle Mal erledigt werden. Aber Vielfalt ist Reichtum und Potenzial und damit Voraussetzung für gesunde Entwicklung.

Claudia Stockburger-Maridati, Deutschland

Ich lebe seit über neun Jahren in Kolumbien. Ich spreche inzwischen perfekt Spanisch und kann sogar die verschiedenen lokalen Dialekte unterscheiden. Ich werde oft gefragt, ob ich nicht Kolumbianer werden möchte, sehe darin aber ehrlich gesagt kaum einen Vorteil, abgesehen vom Erhalt des Wahlrechts – in einem Land, in dem die Politik von einer endemischen Korruption durchdrungen ist. Nein danke! Zudem bietet mir mein Schweizer Pass zahlreiche Vorteile, insbesondere bei Reisen ins Ausland. Ich habe bemerkt, dass Schweizer Bürger eigentlich überall ein hohes Ansehen geniessen; daher sehe ich keine Notwendigkeit, eine andere Nationalität anzunehmen, obwohl ich mein Gastland sehr schätze.

Ralph Udo Krebs, Kolumbien

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