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Leserbriefe

29.07.2016

Der IS rekrutiert auch in der Schweiz. Gespräch mit der Expertin Eser Davolio

Vielen Dank für dieses äusserst interessante Interview. Die Expertin erläutert, dass die Beweggründe der Schweizer Dschihadisten «unterschiedlich sind, doch ihre Motive sind häufig eher ideologischer oder politischer denn religiöser Art. Die religiösen Beweggründe werden überbewertet. Die Kandidaten beschreiben eine zweigeteilte Welt: Auf der einen Seite ist der Islam und auf der anderen der Westen, dessen als dekadent geltende Werte bekämpft werden müssen…». Meine Frage lautet nun: Stellt ihre Ideologie nicht ein System aus Überzeugungen und Theorien dar, die in diesem Falle auf dem Islam beruhen? Der Prophet des Islam war, historisch betrachtet, ein religiöses Oberhaupt, gleichzeitig aber auch ein politischer Machthaber und militärischer Führer. Der Koran wiederholt mehrfach seine Stellung als Vorbild, dem jeder gute Muslim zu folgen hat. Trennen Sie hier nicht Aspekte, die angesichts dieser Tatsachen in Zusammenhang stehen müssten und einander ergänzen?

Oskar, England

Der neue Walliser an der Spitze. Fifa-Präsident Infantino unter Beschuss

Nach den Informationen aus der Presse scheint der neue Fifa-Präsident Gianni Infantino keinen Deut besser zu sein als sein Vorgänger. Also wird es hoffentlich ein kurzes Gastspiel sein…

Karl Wicki, Thailand

Die Schweizer Enwicklungshilfe unter Druck. Der Bund will sparen

Ich weiss nicht, wie weit die Leute in der Ersten Welt sich bewusst sind, dass die Weltbevölkerung bald acht Milliarden erreichen wird. Wie viele davon benötigen dringende Hilfe? Zehn oder gar zwanzig Prozent – man rechne. Was da geholfen wird, ist ein Tropfen auf dem heissen Stein. Den grössten Teil meines Erwachsenenlebens habe ich im Ausland verbracht, und ich habe Etliches an Elend gesehen. Hilfe durch Selbsthilfe? Sehr gut, aber die ganze Infrastruktur kostet eben auch, und nicht zu wenig. Ich bin für Hilfe im Ausland, wenn dadurch Flüchlingsströme zurückgehalten werden. Allerdings: Diese Menschen kommen trotzdem, so oder so.

Ernst Rütimann, Thailand

Ich Lebe seit elf Jahren in Zentralafrika am Strom Kongo. Nach persönlicher Erfahrung und Einschätzung ist die humanitäre Entwicklungshilfe in Katastrofen- oder Krisengebieten tatsächlich die nützlichste und sinnvolste Art, unere Solidarität mit den Völkern zu bekunden. Daher meine ich, dass es unserer Würde abträglich wäre, diese zu kürzen. Die direkte Finanzhilfe hingegen wage ich im Bezug auf unser eigenes Land und International in Frage zu stellen. Finanzhilfe verschwindet in den Taschen von Funktionären und hohen Magistraten. Sie bereichern sich und verhindern und sabotieren jegliche wirtschaftliche Entwicklung! Weniger kann mehr sein, wenn die zur Verfügung stehenden Mittel richtig eingesetzt werden. Aber dazu sind Kenntnisse vor Ort und tiefergründende Analysen der gegebenen Verhältnisse von entscheindender Bedeutung. Die Mitarbeiter der ausführenden Institutionen, die in ihrem geschützten Mikrokosmos von Büro und Wohnung verharren und die Ursachen von dort aus nicht erkennen, sind jedoch nicht in der Lage, effizient zu entscheiden und zu handeln. Solche «Investitionen» sind nach meiner Meinung kontraproduktiv, ja schädigend und daher nicht nur zu kürzen, sondern gänzlich zu überdenken und zu prüfen.

Thomas Erwin von Arx, Zentralafrika

Ich wohne schon seit 1964 im Ausland und habe seit 23 Jahren ein privates und sehr erfolgsreiches Hilfswerk. Wenn ich mich schäme für meine Heimat, dann ist es, weil die offizielle Schweiz geizig ist und die xenophoben Bürger sich danach ärgern, wenn Millionen von Wirtschaftsflüchtlingen in die Schweiz wollen. Übrigens: Wir brauchen kein Geld aus der Schweiz, denn wir sind heute selbsttragend und nachhaltig.

René Schärer, Brasilien

100 Jahre ASO: Lieber mobil als ausgewandert. Porträt von Annemarie Tromp

Die Inlandschweizer sind nicht die einzigen, die den Auslandschweizerrat ignorieren. 99 Prozent der Auslandschweizer tun es auch.

Michèle Ettlin Mollatte, Frankreich

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