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Franziska Rogger | Der Weg zu politischer Gleichberechtigung

04.05.2015 – BARBARA ENGEL

Sie versucht es mit einem neuen Blick und einem neuen Zugang – und es gelingt ihr bestens. Die Historikerin Franziska Rogger nimmt sich der Geschichte und dem Einsatz der Schweizer Frauen für politische Gleichberechtigung an. Viel ist lamentiert worden über den langen, steinigen Weg, über die Hindernisse und die Verhinderungstaktiken der Männer auf diesem Gebiet. Das lässt Franziska Rogger sein. Sie erzählt in ihrem Buch «Gebt den Schweizerinnen ihre Geschichte!» den Frauenstimmrechtskampf als einen Weg aus vielen kleinen Erfolgen – wenn auch beschwerlich und manchmal zermürbend. Sie zeigt, wie viel Fantasie, Kampfgeist, Überzeugungsarbeit, Solidarität über alle Herkommens- und Parteigrenzen hinweg in dem langen Kampf stecken.

Im zweiten Teil des Buches widmet sich Rogger eingehend dem Leben von Marthe Gosteli, der heute 98-jährigen Gründerin des Archivs zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung. Aus langen Gesprächen mit der wohl bedeutendsten Frauenrechtlerin der Schweiz entstand eine Art Familiengeschichte der Gostelis, wo der Vater Patriarch und Politiker war, die Frauen aber sehr wohl auch etwas zu sagen hatten. Das Buch liest sich leicht, weil Franziska Rogger eine gute Geschichtenerzählerin ist und weil sie sicher bewusst Jargon und Duktus der Historiker meidet.

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