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Leserbriefe

30.09.2021

Sind junge Schweizerinnen und Schweizermit 16 reif für die Politik?

Ich denke, dass es keine gute Idee ist, denn die Jugendlichen sind leichter beeinflussbar, je jünger sie sind. Leichte Opfer für die extremen politischen Parteien, die auf Stimmenfang aus sind. Das geht eher den Bach hinunter, eine Entwicklung, die das Land in ein endloses politisches Chaos stürzen könnte ...

Renaud Wicky, Bali, Indonesien

Ich kenne viele 16-Jährige, die sehr viel reifer sind als Leute, die doppelt so alt sind wie sie, einige Politiker eingeschlossen. Ich bin 70 Jahre alt und stelle fest, dass Jugendliche viel besser über Weltereignisse Bescheid wissen als ich damals in ihrem Alter. Es sind die Jungen, die den Lead beim Klimawandel übernommen haben, dem wohl wichtigsten Anliegen unserer Zeit. Deshalb bin ich voll und ganz dafür, dass das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre gesenkt wird.

Richard Jakob-Hoff, Neuseeland

Auf jeden Fall sollte es gesenkt werden. Zumindest auf Gemeinde- und Kantonsebene. Es gibt keinen Grund, warum dies nicht umgesetzt werden könnte, während andere Vorlagen den etwas Älteren vorbehalten bleiben. Zum Beispiel wäre die Beteiligung und die Wahlfähigkeit auf Bundesebene möglich, wenn man militär- oder zivildienstpflichtig wird. All dies sollte im Hinblick auf die Zukunft neu überdacht werden.

Marc Spargnapani, USA

Ich finde, mit 16 Jahren sind die wenigsten fähig, in der Politik mitzureden. Täglich sehe ich die Jugendlichen beim Feiern, politisch wenig interessiert, wenn man sie fragt. Meine Meinung: Das Stimmrechtsalter soll bei 18 Jahren bleiben.

Karin Kräuchi, Graz, Österreich

Zunächst einmal: ein sehr gutes Thema! Mit 16 zu wählen ist eine gute Idee. Es wird Vor- und Nachteile geben. Am wichtigsten ist vor allem die Entwicklung eines Gefühls der Verantwortung für das Land: Wir müssen den jungen Leuten zeigen, dass wir ihnen vertrauen.

Önder Erdogan, Türkei

Auf keinen Fall! Ich komme aus Argentinien, wo das Wahlrechtsalter aus einem einfachen Grund gesenkt wurde: Junge Leute denken nicht über ihre Zukunft nach und lassen sich leicht von Ideen beeindrucken, die toll tönen, aber letztlich das Land ins Unglück stürzen. Sie sind nicht reif genug, um zu analysieren und Entscheidungen in wirtschaftlichen und politischen Dingen zu treffen.

Axel Halley, Irland

Stimmrecht mit 16, ja, damit den Bestrebungen und Zielen der Jüngeren Rechnung getragen wird. Man zählt darauf, dass sie unsere Dummheiten korrigieren werden. Die Gegner dieses Vorschlags versuchen, egoistisch ihre Vorteile zu bewahren. Es wäre auch interessant, wenn in den Schulen mehr über Handel, Unternehmen, politische Strukturen, die Führung eines Familienhaushalts usw. gesprochen würde.

Jean-Pierre Maire, Spanien

Stimmrechtsalter 16 ist unverantwortlich. 16-Jährige sind nicht reif genug und absolut beeinflussbar, sodass niemals eine gerechte Entscheidung, Stimmabgabe getroffen werden kann. Es braucht eine gewisse Lebenserfahrung, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Demokratie heisst auch in einer Abstimmung, nicht nur für sich selbst zu schauen, sondern auch für die Allgemeinheit etwas zu bewegen.

Renato Besomi, Javea, Spanien

Sind 16-Jährige wirklich unfähig, in der Politik mitzureden? Die demokratische Politik ist im Grunde genommen doch eine reine Interessenpolitik. Sind die Interessen der 16-Jährigen heute vielleicht weniger relevant als die der Älteren? Nicht genug qualitativ? Ein Blick auf den Globus genügt mir, eher das Gegenteil zu glauben und mir die Frage zu stellen, ob es nicht sinnvoll wäre, das Wahlrecht nach oben hin zu begrenzen.

Arye-Isaac Ophir, Israel

War ich mit 18 bereit, zu wählen und abzustimmen? Ich weiss es nicht. Hätte ich mit 16 abgestimmt, wenn ich es hätte tun können? Ja, sicher. Hätte ich gleich abgestimmt wie jetzt, wo ich viermal so alt bin? Vermutlich nicht. Was also spräche gegen ein Stimmrechtsalter 16? Das grösste Problem, das ich mit 18 Jahren beim Abstimmen hatte, war der Mangel an Informationen. Heute sind Informationen verfügbar und es gibt keinen Grund, warum eine 16-jährige Person nicht eine vernünftige Entscheidung sollte treffen können. Ist es uns vielleicht deshalb nicht wohl bei einer Senkung des Stimmrechtsalters, weil dies für zu viel Unruhe sorgen würde? Ich wäre jederzeit für eine Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre.

Kurt Fehlmann, Australien

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