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Ausstellung | Erinnerungen an Blatten: Was von dem verschwundenen Dorf bleibt

02.10.2026 – Susanne Wenger

Am 28. Mai 2025 donnerten zehn Millionen Kubikmeter Fels und Eis ins Walliser Lötschental und begruben das zuvor evakuierte Dorf Blatten unter sich. Die Bilder des Bergsturzes gingen um die Welt. Die Ausstellung «Erinnerungen an Blatten», die im Sommer im Lötschentaler Museum in Kippel weiter vorne im Tal eröffnet wurde, verzichtet bewusst auf diese Bilder. «Wir wollten keine Katastrophenausstellung machen», sagt Co-Leiterin Rita Kalbermatten. Stattdessen geht es um die Erfahrung des Verlustes. 130 Häuser, persönliche Gegenstände, Kulturgüter und die Kirche verschwanden unter dem Schuttkegel oder versanken im See, der sich nach dem Bergsturz bildete. 

Geblieben sind die Erinnerungen. Sie stehen im Zentrum dieser sorgfältigen, leisen Ausstellung. Zu sehen sind Dinge, die aus Schlamm und Schutt gerettet wurden: ein Hochzeitskleid, eine Kuhglocke, die handgewobene Decke der Grossmutter. Menschen aus Blatten brachten sie von sich aus ins Museum und halfen später beim Einrichten der Ausstellung, so Kalbermatten. Einige erzählen in Videos von der biografischen Bedeutung der Gegenstände. Zu hören ist Orgelmusik aus der zerstörten Kirche, zu sehen sind Gemälde und Fotos aus dem Museumsarchiv. All das zeugt von einem verschwundenen Dorf, steht aber auch für eine Zukunft: Blatten wird bis 2030 wieder aufgebaut. Rita Kalbermatten stammt selbst von dort. Sie sagt: «Das Herz bleibt in Blatten, immer und ewig.»


Die Sonderausstellung «Erinnerungen an Blatten» ist bis Ende März 2027 im Lötschentaler Museum in Kippel zu sehen.

Lötschentaler Museum

Und dann war alles still. Hardcover, 132 Seiten, ISBN 978-3-033-12192-8, CHF 50.00

 
 
Bildband über den Bergsturz

Der Walliser Fotograf Alain Amherd, von dem die Fotos auf diesen Seiten stammen, hat kürzlich einen Bildband über den Bergsturz von Blatten veröffentlicht. Er begleitete die Ereignisse eng. In dem Band mit dem Titel «Und dann war alles still» zeigt er in eindrücklichen Bildern, was die Naturkatastrophe angerichtet hat und wie die Menschen damit umgehen.

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