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Ebenso wie ihr Genfer Mitbürger Nicolas Bouvier zählte Ella Maillart zu den bekanntesten Schweizer Reisenden des 20. Jahrhunderts. Von 1932 bis 1939, bevor die Welt im Zweiten Weltkrieg versank, bereiste die aus gutem Hause stammende Abenteurerin die UdSSR, den Iran, Afghanistan, China und den Rest Asiens, insbesondere Zentralasien. Ihre Bilder zeichnen das Porträt einer mutigen und unerschrockenen Frau. Auf einem sehen wir Strassenszenen aus Moskau, während Stalin sein Terrorregime im Land errichtete. Auf einem anderen überquert Ella Maillart einen Pass in über 4800 Metern Höhe. Dann wiederum sehen wir sie in den Wüsten Chinesisch-Turkestans. Damals konnte man Reisende aus dem Westen, die diese Regionen durchquerten, an einer Hand abzählen.
Die Ausstellung in Lausanne zeigt eine Auswahl von Abzügen, die eigens für diesen Anlass erstellt wurden. Sie stammen aus Archiven, die Ella Maillart 1988 dem Museum Foto Elysée und der Universität Genf vermachte. Notizen der Abenteurerin am Rand der Fotografien begleiten den Besuch der Ausstellung. Diese wirft ein Licht auf die zahlreichen historischen Ereignisse, deren Zeugin Ella Maillart wurde: die Sowjetisierung Zentralasiens, den Wandel Chinas nach dem Ende des Kaiserreichs und die Gründung von Mandschukuo – einem von Japan kontrollierten Staat in der Mandschurei. Das Zusammenspiel der Fotografien und Notizen offenbart einen von tiefer Menschlichkeit geprägten Blick auf die Welt. Die Fotografien wurden ins UNESCO-Register «Memory of the World» aufgenommen.
Ausstellung: Ella Maillart Fotografische Erzählungen
Zu sehen bis 1. November 2026 im
Foto Elysée, Place de la Gare 17, 1003 Lausanne
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