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Lilo Pulver

20.11.2019 – Susanne Wenger

Dieses Lachen! Kein Medienbeitrag über Liselotte «Lilo» Pulver kommt je ohne Hinweis auf das Markenzeichen der immer noch populären Schweizer Schauspielerin aus. Das war auch rund um ihren 90. Geburtstag im vergangenen Oktober so. Zwar lebt die Pulver inzwischen zurückgezogen in einer Alterseinrichtung in ihrer Geburtsstadt Bern. Doch aus Anlass des hohen Geburtstages veröffentlichte sie ein Buch mit dem Titel «Was vergeht, ist nicht verloren»: persönliche Erinnerungen, basierend auf alten Fotos, Briefen und Notizen. Pulver hat alles aufbewahrt und kann jetzt aus einem langen Leben erzählen. Es nahm einen Verlauf, der einer 1929 in Bern geborenen Bürgerstochter kaum vorgezeichnet war. So absolvierte sie denn auch brav eine Handelsschule, bevor sie Schauspielunterricht nehmen durfte. Die nachfolgende Karriere war grandios und international. Besonders im Nachkriegsdeutschland wurde die fröhliche Schweizerin zum Kinostar, dank Filmen wie «Ich denke oft an Piroschka». Das Schweizer Publikum schloss sie in den 1950er-Jahren als grundgute Magd Vreneli in den Gotthelf-Verfilmungen «Ueli der Knecht» und «Ueli der Pächter» ins Herz. Welch talentierte, wandelbare Schauspielerin sie war, bewies sie später im Nouvelle-Vague-Film «Die Nonne» genauso wie in der Komödie «Eins, zwei, drei» des US-Regisseurs Billy Wilder. Dort legte sie auf dem Tisch tanzend eine Marilyn-Monroe-Parodie hin. Im Privatleben trafen sie auch Schicksalsschläge: der frühe Tod der Tochter, der Verlust des Ehemannes. Doch Schlagzeilen, sie lebe heute vereinsamt, seien frei erfunden, stellte sie jüngst klar: «Ich bin im Grossen und Ganzen sehr zufrieden mit meinem Leben.» Und auch das legendäre Lachen: Es ist noch da. Jeden Tag finde sie Grund dazu, sagt sie.

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