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Tom Tirabosco | Ein Comic über ein Leben im Genfer Exil

05.05.2015 – STÉPHANE HERZOG

Mit seinem im Frühjahr erscheinenden Comic «Wonderland» erzählt der Italo-Schweizer Tom Tirabosco eine Geschichte voller Kraft und Zärtlichkeit. Die autobiografische Erzählung beruht auf dem Leben der Tiraboscos in Rom und in Genf. In der ewigen Stadt lernt die Schweizer Touristin Jacqueline den Hotelangestellten Antonio mit seinem Faible für den Belcanto kennen. 1966 kommt Tom zur Welt, zwei Jahre später sein Bruder Michel. Doch er hat keine Hände und ein verkrüppeltes Bein. Für die Behandlung muss die Familie in die Schweiz ziehen, wo sich erneut Familienzuwachs einstellt.

«Wonderland» – in Schwarz-Weiss gehalten – ist die Geschichte der Zweifel und Hoffnungen von Tom. Der Junge wächst in einem kleinen Wohnkomplex im Genfer Umland auf und ist gefangen zwischen einem jähzornigen und chauvinistischen, aber liebevollen Vater und einem leidenden Bruder, der jedoch vor Lebensgier brennt. Wie soll er in diesem Umfeld, zu dem noch eine Mutter mit ebenfalls rebellischem Charakter gehört, seinen Platz finden?

Beim Zeichnen wird Tom die Lösung finden – angetrieben von der Liebe zu den Tieren und Ozeanen. Bis die Verschmutzung der Welt den Zeichner schliesslich in die Schwermut treibt. Gleichwohl mangelt es dem Comic nicht an Humor. Das Werk von Tirabosco liest sich auch wie eine Chronik der Kinder der Generation X.

Tom Tirabosco "Wonderland"; éditions Atrabile, Genf; 136 Seiten; CHF 25.50. EUR 22
www.atrabile.org
www.avant-verlag.de/artist/tom_tirabosco

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