Menu
  • Briefkasten

Leserbriefe

28.01.2016

Ein neues Verhältnis zum Wolf

Es ist wichtig, dem italienischen Beispiel zu folgen und eine neue Beziehung zwischen Mensch und Tier, vor allem dem Wolf, aufzubauen. Damit endlich den archaischen Ängsten und der Ausrottung der Raubtiere ein Ende gesetzt wird, die für das natürliche Gleichgewicht und die Biodiversität wesentlich sind, brauchen wir eine andere Form der Weidewirtschaft mit Schutzmassnahmen, Unterständen und einer neuen Herdenorganisation. Es hat einige Jahre gedauert, bis es so weit war, aber es stand auch sehr viel auf dem Spiel. Die Schweiz ist dazu ebenfalls fähig. Und darf niemals dem Beispiel Frankreichs folgen, wo alles Lebendige zerstört wird.

Elena Lacroix Jaeggy, Frankreich

Keine Einschränkung der Wildtiere!

Die Schweiz gibt den Tieren zurück, was ihnen in den letzten Jahrhunderten genommen wurde. Es ist verständlich, wenn dann Bauern durch Verluste durch die Raubtiere nicht erfreut sind. Es ist dann auch richtig, wenn die Gemeinschaft diesen Verlust ausgleicht. Es ist aber nicht einsichtig, sofort eine Einschränkung der Population der Raubtiere zu fordern, denn allein der Autoverkehr tötet jährlich ein Mehrfaches an Wildtieren, ohne dass ebenso eine Einschränkung der Autoverkehrs gefordert würde. Das Gespräch mit dem Wildtierbiologen Schnidrig hat aber gezeigt, dass mit ihm ein sehr vernünftiger Verantwortlicher im Bundesamt sitzt. Es wäre interessant, von ihm zu erfahren, wie viele Nutztiere von Raubtieren und wie viel Wildtiere vom Verkehr jährlich getötet werden.

Klaus Natterer, Deutschland

Schutz hat oberste Priorität

Ich habe mit grossem Interesse die Kommentare zu den Wildtieren gelesen, denn auch hier bei uns in Australien werden hitzige Debatten über unser Spektrum australischer Raubtiere geführt. Dieses hat sich natürlich infolge der Evolution, durch das Aussterben und durch die Einführung von Arten im Laufe der Zeit verändert. Die Ökosysteme befinden sich nach wie vor im Wandel, da sie sich an die in jüngster Zeit stattgefundene Ansiedlung von Füchsen und Katzen, die Verdrängung der Dingos und viele anthropogene Einflüsse anpassen. Bei vielen der Raubtiere Australiens kam es zu dramatischen Verbreitungsrückgängen und viele sind vom Aussterben bedroht. Allein wegen ihres intrinsischen Wertes hat ihr Schutz oberste Priorität. Allerdings kann auch der Erhalt anderer Arten, und ökologischer Prozesse, vom Raubtierschutz abhängen. Die durch Menschen und eingeführte Arten verursachten Auswirkungen auf die australische Landschaft sind noch immer zu beobachten. Die Gestaltung der Zukunft wird in grossem Masse vom heutigen Wildtiermanagement abhängig sein. Um die funktionierenden Ökosysteme zu erhalten oder wieder herzustellen, müssen Wildtiermanager die ökologische Bedeutung von Raubtieren berücksichtigen.

Jleeb303, Australien

Abschaffung der Doppelbürgerschaft?

Ich lese mit grosser Beklemmung in der letzten Ausgabe der «Schweizer Revue», dass in SVP-Kreisen die Idee der Abschaffung der Doppelbürgerschaft für Schweizer im Ausland weiterverfolgt wird. Ich war während Jahrzehnten in mehreren Gastländern für eine stark export-orientierte Schweizer Grossunternehmung tätig und wurde Bürger eines dieser Gastländer. Durch meine indirekte Interessenvertretung der Schweiz im Ausland hat mein Heimatland echte wirtschaftliche Vorteile erzielt. Zudem bezahle ich wegen meines Zweitwohnsitzes in der Schweiz Steuern inklusive Direkte Bundessteuer. Ich frage mich, was die Herren Reimann, Brunner und Konsorten so abstossend finden, dass die Doppelbürgerschaft für Schweizer im Ausland abgeschafft werden sollte. Was haben diese Herren konkret für die Förderung von Exporten aus der Schweiz ins Ausland getan oder für den Inbound-Tourismus in die Schweiz, was für die Schweiz von zunehmender Bedeutung ist. Und ich frage mich, was ich und meine Auslandschweizerkollegen diesen weltverschlossenen Politikern angetan haben, dass sie uns unsere Doppelbürgerschaft aberkennen wollen? Dies würde meiner Ansicht nach einen ungeschickten und unnötigen Schritt in Richtung weiterer Abschottung der Schweiz vom Rest der Welt bedeuten.

Marcel F. Kohler, USA

Unter Generalverdacht

Voll Verwunderung lese ich in der Novemberausgabe einen Artikel, in dem gewisse Parlamentarier ernsthaft die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft fordern. Gleichzeitig wird dieses Ansinnen mit einem Generalverdacht wegen Loyalitätsproblemen der Doppelbürger gegenüber der Schweiz als Arbeitgeber verknüpft. Ich bin schockiert über diese Gedankengänge und frage mich, wird in diesem Zusammenhang auch die Schweizergarde im Vatikan abgeschafft? Wie verhält es sich mit der Loyalität dieser Schweizer Männer zu einem Argentinier als Arbeitgeber? Ich empfehle allen Parlamentariern, die eine Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft fordern, sich erst einmal in der Welt Weitblick zu verschaffen, bevor sie in der Schweiz Vorstösse dieser Art wagen. Für mich ist dieses Ansinnen beinahe unanständig und zeigt wieder einmal die Doppelmoral mancher Schweizer Führungspersonen.

Thomas Ort, Deutschland

top