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Beat Richner

19.05.2017

Wer heute um die fünfzig ist, dürfte sich noch lebhaft an Beatocello erinnern, den traurigen Clown mit dem grossen, dem kleinen und dem ganz kleinen Cello. Beat Richner hat eine ganze Generation von Schweizer Kindern in den 70er-Jahren mit seinen Auftritten begleitet. Anderen ist er später vor allem als wohltätiger Kinderarzt zum Begriff geworden.

Als solcher hat Richner Anfang der 90er-Jahre in Phnom Penh ein zerstörtes Kinderspital wiederaufgebaut. Er leitete es seither selbst und baute es stetig aus. Im Lauf der Jahre eröffnete der Zürcher ausserdem drei weitere Kinderspitäler in Kambodscha. Rund zwölf Millionen Kinder, so heisst es, hätten Richner und seine Teams allein in den ersten zehn Jahren ihres Wirkens in Asien behandelt. Fast 90 Prozent aller kranken Kinder des Landes sollen irgendwann beim Schweizer in Behandlung gewesen sein. Das brachte dem unermüdlichen Macher den Übernamen «Doctor God» ein.

Beat Richner erhielt für sein Lebenswerk zwei Ehrendoktortitel, 2002 wurde er zum «Schweizer des Jahres» gewählt. Doch er blieb bescheiden. Der Arzt kehrte immer wieder in die Schweiz zurück, um mit seinem Cello Geld für die Spitäler einzuspielen. Und er arbeitete unermüdlich für die Kinder Kambodschas.

Nun muss Beat Richner jedoch kürzertreten. Der 70-Jährige ist schwer erkrankt und hat die Leitung seiner Spitäler abgegeben. Auch seine geplanten Auftritte hat er absagen müssen.

Es bleibt zu hoffen, dass Richner den Kindern dieser Welt noch lange erhalten bleibt. Mit seinen Spitälern und der Figur des Beatocello hat er sich bereits jetzt unvergesslich gemacht.

Marko Lehtinen

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