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«Es ist hart, einem Schweizer beim Klagen zuzuhören»

23.01.2019

Seit acht Jahren lebt Profi-Mountainbikerin Ariane Lüthi in Südafrika. Als Frau musste die 35-Jährige dort mehr kämpfen als in der Schweiz. Sie glaubt, viele Daheimgebliebene würden die gesellschaftlichen Errungenschaften in der Schweiz zu wenig schätzen.

Mein Job: Ich wurde durch meinen südafrikanischen Ex-Mann zum Mountainbike-Profi. In meiner Karriere durfte ich schon einige schöne Erfolge feiern. Reich in monetärer Hinsicht werde ich wohl nie, aber ich liebe meine Arbeit, und mein Leben ist reich an schönen und sehr intensiven Erinnerungen, was mich schliesslich glücklicher macht.

Mein Südafrika: Für mich als Mountainbikerin ist es von grossem Vorteil, in trockenem und warmem Wetter trainieren zu können. Der grösste Unterschied zur Schweiz ist wohl die noch grössere kulturelle Diversität: Südafrika ist nicht umsonst als Regenbogen-Nation bekannt.

Meine Schweiz: Den Schweizern geht es extrem gut. Doch weil es so wenig Arme in der Schweiz gibt, wird das, was man hat, zu wenig geschätzt. Wenn man gesehen hat, mit wie wenig andere Leute noch zufrieden sein können, dann ist es hart, einem Schweizer beim Klagen zuzuhören. In Anbetracht des grossen Wohlstands finde ich, dass die Schweiz mehr tun sollte, um das grosse Leiden in der Welt zu lindern.

Mein Herz: Damals, als ich die Schweiz verliess und bald darauf geheiratet habe, dachte ich, dass ich wohl in Südafrika bleiben würde. Mittlerweile bin ich geschieden und erwäge eher wieder, meine Papiere in die Schweiz zu verlegen. Es sind vor allem meine Schweizer Freunde, die Familie, das Reden in Berndeutsch und auch die schönen Alpen, die ich im Süden vermisse.

Das ausführliche Interview ist auf swissinfo.ch, dem zehnsprachigen Online-Service der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR), erschienen. Leben Sie auch im Ausland? Markieren Sie auf Instagram Ihre Bilder mit #WeAreSwissAbroad.

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