Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Ein Dorf geht – und niemand regt sich auf

    Mo, 20 Jan 2020 15:00:00 GMT

    Seit über 200 Jahren ist das Dörfchen Clavaleyres eine kleine Berner Insel umgeben von den Kantonen Freiburg und Waadt. Nun will es sich dem Kanton Freiburg anschliessen. Es wird eine Abspaltung in Eintracht. "Gemeindehaus Clavaleyres" steht gross an der Fassade. Darüber prangen das Orts- und das Berner Wappen. Besonders viel Platz braucht diese Gemeinde aber nicht mehr: Sie hat noch einen Raum unterm Dach bezogen. Wenn alles klappt, wird sie wohl auch diesen bald räumen. Aber noch empfängt hier Jürg Truog, der voraussichtlich letzte Gemeindepräsident von Clavaleyres. "Ich hab mich im Raum umgeguckt und gefragt, ob ich die Fusion in die Finger nehmen darf", erinnert er sich an den Anfang seines grössten politischen Projekts vor acht Jahren. Keinen, Laden, keine Schule, keine Post Voraussichtlich ab Anfang 2022 wird Clavaleyres keine eigenständige Gemeinde und kein Stück Bern mehr sein, sondern Teil von Murten und des Kantons Freiburg. Dass ein Dorf und fünf Kilometer kurvige ...

  • Mit 50 will das WEF beweisen, dass es einen besseren Kapitalismus gibt

    Mo, 20 Jan 2020 09:20:00 GMT

    Auch ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Treffen der Eliten aus Wirtschaft und Politik in Davos ermutigt das Weltwirtschafts-Forum diese noch immer, zusammenzukommen und zu reden. Da immer mehr Menschen protestieren und Taten fordern, versuchen die WEF-Organisatoren zu zeigen, dass der Anlass, für den es eine Einladung braucht, über schöne Slogans hinausgehen kann. Die Welt war entlang den ideologischen Linien des Kalten Kriegs geteilt, als der WEF-Gründer Klaus Schwab 1973 ein Manifest veröffentlichte, in dem er argumentierte, dass Unternehmen sich um mehr als nur um Gewinn- und Verlustrechnungen kümmern sollten. Dies war – in einer Zeit, in der viele junge Menschen gegen Krieg protestierten und nicht für das Klima marschierten – eine bahnbrechende Idee. Nur drei Jahre zuvor, etwa zur Zeit des ersten Weltkriegs, hatte der Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman seine seither oft zitierte Theorie aufgestellt, dass die einzige soziale Verantwortung der Unternehmen darin ...

  • Schweizerschulen im Ausland im harten Wind der Konkurrenz

    So, 19 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Schulbildung ist ein international hartumkämpfter Markt. Hat die Schweiz eine Chance, mit ihren Auslandschulen hier vorn mitzumischen? Ja, ist Barbara Sulzer Smith, Direktorin von educationsuisse, den Schweizerschulen im Ausland, überzeugt. Ein Problem sei aber die Suche nach guten Lehrkräften. Offiziell gibt es 18 Schweizerschulen im Ausland mit insgesamt rund 7500 Schülerinnen und Schülern. Das Zielpublikum sind Kinder der einheimischen Bewohner und sowie von Expats. Dabei machen Kinder mit Schweizer Pass nur rund 20% aus. Damit ist das schulische Auslandnetz der Schweiz überschaubar: Das benachbarte Deutschland betreibt 140 Schulen im Ausland, Frankreich gar deren 522. Zudem gibt es an den Standorten harte Konkurrenz: In Peking, dem Standort der jüngsten Schweizer Schule, können Eltern aus einem Angebot von rund 50 internationalen Schulen wählen. + Schweizerschulen im Ausland gehen in die Offensive Schweizerschulen im Ausland hätten heute vor allem Botschafter-Funktion, ...

  • Wie funktionieren "Babyklappen" in der Schweiz?

    Sa, 18 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Die Aussetzung eines Neugeborenen bei einem Werkhof Anfang Januar hat die Bevölkerung tief bewegt. Das Mädchen wurde in einem unterkühlten Zustand von einem Passanten entdeckt. Dabei gibt es in der Schweiz mehrere "Babyklappen", in denen verzweifelte Mütter ihr Kind aussetzen können, ohne es zu gefährden. Anfang Jahr erschütterte ein Drama die Schweiz: Ein Passant entdeckte auf einer Abfallsammelstelle im Kanton Bern ein neugeborenes Baby. Das Mädchen war unterkühlt und in einem kritischen Zustand. Die Mutter wurde durch die Polizei rasch gefunden. Sie erklärte, bewusst einen gut frequentierten Ort für die Aussetzung ihres Kindes gewählt zu haben, damit es schnell gefunden würde. Dabei gibt es in der Schweiz eine Notfalllösung für verzweifelte Mütter: Mehrere Spitäler des Landes haben eine so genannte "Babyklappe" installiert. Was ist eine Babyklappe? Es handelt sich um eine Einrichtung, die es einer Mutter erlaubt, ihr Neugeborenes anonym auszusetzen, ohne es zu gefährden. Die ...

  • "Wie konnte es in Australien soweit kommen?"

    Fr, 17 Jan 2020 13:30:00 GMT

    Die Lage in Australien habe sich momentan ein wenig stabilisiert, berichtet Auslandschweizerrat Roland Isler aus Melbourne. Der Wetterumschwung der vergangenen Woche trägt sicherlich dazu bei.  Trotzdem: 38 Brände seien nach wie vor ausser Kontrolle. SWI swissinfo.ch hat Roland Isler zur momentanen Situation befragt.  Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden? Mit der 📱-App 'SWI plus' erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der Schweiz: 👉 Android 👉 iPhone Wie sieht die Wetterlage derzeit aus? Roland Isler: Diese Woche hat sich die Wetterlage in meinem Gliedstaat Victoria spektakulär geändert. Der Mittwoch begann hier in der Nähe von Melbourne mit heissen Temperaturen und dann, innerhalb von zwei Stunden, rollte eine riesige Gewitterlage über uns hinweg. Sie brachte starke Abkühlung und heftigen Regen – genau das was wir so sehnlichst brauchen! Sie haben in den Sozialen Medien dazu aufgerufen, für ...

  • Neuer Startup-Rekord in der Schweiz

    Fr, 17 Jan 2020 10:30:00 GMT

    Im letzten Jahr wurden in der Schweiz 44'482 neue Unternehmen gegründet –​​​​​​​ neuer Rekord. Auch die Investitionen in Startups wuchsen stark und überstiegen erstmals zwei Milliarden Franken. Die Verlangsamung der Konjunktur im Eurogebiet, die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China belasteten 2019 auch die Wirtschaftsleistung der Schweiz: Laut den neusten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) betrug das Wachstum des Bruttoinlandprodukts nicht mehr als 0,9 %. Diese moderate Konjunkturentwicklung entmutigte die Unternehmer aber nicht: Die Zahl der Neugründungen von Unternehmen nahm gegenüber dem Vorjahr um 3% zu. Sie erreichte damit den höchsten Stand seit der erstmaligen Veröffentlichung des Schweizerischen Handelsamtsblatts (SHAB) im Jahr 1883. Die Zahl der Neugründungen ging in den letzten zehn Jahren stetig nach oben. Begünstigt wurde dies durch die Stabilität der Schweizer Wirtschaft in dieser Zeit und ...

  • "Wir sind fast Albaner"

    Fr, 17 Jan 2020 09:00:00 GMT

    Vor 70 Jahren war die Schweiz eines der ersten Länder, welche die neue Volksrepublik China anerkannten. Dank dieser diplomatischen Geste konnte die Eidgenossenschaft in den folgenden Jahrzehnten auf gute Beziehungen zur kommunistischen Regierung in Peking zählen. Und in den 1970er-Jahren profitierte die Schweiz von der wirtschaftlichen Öffnung des Reichs der Mitte. "Der Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft beehrt sich, Seiner Exzellenz Präsident Mao Tse-Tung mitzuteilen, dass der Bundesrat beschlossen hat, dem Schreiben vom 4. Oktober Folge zu leisten, mit dem die Zentralregierung der Volksrepublik China auf das Interesse aufmerksam gemacht hat, das die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern mit sich bringen würde. Der Bundesrat hat heute die Zentralregierung der Volksrepublik China, mit der sie bereit ist, diplomatische Beziehungen aufzunehmen, de jure anerkannt stop [...]" Telegramm des Präsidenten der Schweizerischen ...

  • In der Schweiz ist qualitativ alles besser – oder nicht?

    Do, 16 Jan 2020 14:00:00 GMT

    Eine Leserin fragt uns, ob in der Schweiz verkaufte Produkte strengeren Qualitätsanforderungen unterstehen als jene in der Europäischen Union. Schweizer und Schweizerinnen gelten als qualitätsbewusst. So lautet denn auch ein weit verbreitetes Klischee, dass in der Schweiz alles ein bisschen besser ist als anderswo. Eine Leserin fragt uns: Unterliegen in der Schweiz verkaufte Produkte höheren Qualitätsstandards als jene in der Europäischen Union? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Zunächst einmal ist nicht ganz klar, was unter "Qualitätsstandards" zu verstehen ist. Das kann Produktesicherheit, Transparenz, Zutatenvorgaben, Tierschutz und vieles mehr sein. Laut dem Eidgenössischen Büro für Konsumentenfragen lässt sich die Frage nicht im Allgemeinen beantworten. Je nach Produkt und Aspekt würden wahrscheinlich strengere oder weniger strenge Regelungen gelten. Wir werden im Folgenden einige Aspekte anschauen. EU-Produkte dürfen auch in der Schweiz verkauft werden Beim ...

  • "Ohne die Schweiz könnte sich die Situation verschlechtern"

    Do, 16 Jan 2020 11:30:00 GMT

    Ohne die guten Dienste der Schweiz wäre die Lage am Persischen Golf schlechter. Dies erklärt der iranische Botschafter in Bern, Mohammad Reza Haji Karim Jabbari im Interview mit SRF. SRF: Die Schweiz ist im Konflikt zwischen dem Iran und den USA eine Art Briefträgerin, sie überbringt Nachrichten an die jeweils andere Regierung. Ist die Schweiz wirklich nur Postbote oder macht sie mehr? Mohammad Reza Haji Karim Jabbari: Ich bin bisweilen ziemlich erstaunt, dass die Schweizer Medien die Rolle der Schweiz auf eine Briefträgerfunktion reduzieren. Tatsächlich spielt die Schweiz aus unserer Sicht eine wichtige und einflussreiche Rolle. Ohne sie könnte sich die Situation verschlechtern. Schweizer Diplomaten helfen, Spannungen in der Region abzubauen. Manchmal schlägt die Schweiz auch Pläne und Initiativen vor, die sehr hilfreich sein können. "Ich bin bisweilen ziemlich erstaunt, dass die Schweizer Medien die Rolle der Schweiz auf eine Briefträgerfunktion reduzieren." SRF: Eine ...

  • CO2-Emmissionen: Die Schweiz tritt der EU bei

    Do, 16 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Seit dem 1. Januar dieses Jahres nehmen Schweizer Unternehmen am EU-Emissionshandels-System teil. Der Mechanismus beruht auf dem Verursacherprinzip: Wer CO2-Ausstoss verursacht, der bezahlt. Worum geht es? Das Emissionshandelssystem (EHS) ist ein Instrument der Klimapolitik, das die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen gemäss Grundsätzen der Marktwirtschaft zum Ziel hat. Sie dient der Reduzierung der Emissionen von Unternehmen, welche die Umwelt am stärksten belasten. Wie funktioniert das? Die Unternehmen erhalten jedes Jahr kostenlos eine bestimmte Menge von Emissionsrechten. Wenn ein Unternehmen mehr Emissionen ausstösst, als ihm gemäss Kontingent zusteht, muss es zusätzliche Gutschriften dazukaufen. Andernfalls wird es bestraft. Diejenigen Unternehmen, die unter den erlaubten Werten bleiben, können stattdessen ihre nicht genutzten Zertifikate verkaufen. Damit entsteht ein echter CO2-Markt, auf dem Unternehmen mit Emissionsrechten handeln können. Die Gesamtzahl der ...

  • Ms. Cybersicherheit

    Do, 16 Jan 2020 07:00:00 GMT

    ​​​​ Die Wissenschaftlerin Myriam Dunn Cavelty ist global führend im Bereich Cybersecurity Politics. In Zürich, genauer: an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH, hat sie das weltweit grösste Forschungsteam in ihrem Fachgebiet aufgebaut. Dunn Cavelty ist die neunte Schweizer Digitalpionierin, die wir in unserer Serie Swiss Digital Pioneers porträtieren. Auf einmal sind grosse Teile der Schweiz ohne Strom, die Züge der SBB fahren nicht mehr, am Flughafen Zürich steht alles still und gerüchteweise sind Cyberkriminelle in die Netzwerke unsere Atomkraftwerke und Staudämme eingedrungen. Die Schweiz und halb Europa versinken im Chaos. Mit solchen Schreckensszenarien befasst sich die renommierte Cybersecurity-Expertin Myriam Dunn Cavelty. Die Gänge im ETH-Gebäude am Haldeneggsteig sind lang und verwinkelt. Sie wirken wenig altehrwürdig und trotz hellgrünem Anstrich fast farblos. Ganz hinten im Corner Office finde ich die bekannte Wissenschaftlerin. In der Serie SWISS ...

  • Kein Erdöl mehr für die Schweizer Nationalbank

    Mi, 15 Jan 2020 15:15:00 GMT

    Klimaaktivisten haben einen ersten Sieg gegen Finanzinstitute errungen, die in fossile Energien investieren. Zu den Gegnern der Umweltschützer gehören nicht nur private Banken wie die Credit Suisse, sondern auch die Schweizer Nationalbank. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat Devisenreserven in der Höhe von über 800 Milliarden Franken angehäuft und gehört heute zu den wichtigsten institutionellen Anlegern weltweit. Die Nationalbank trägt nicht nur durch ihre Geldpolitik zum Wohlstand des Alpenlandes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner bei, sondern auch durch ihre Milliardengewinne, von denen jährlich ein Teil an Bund und Kantone geht. Allerdings finden nicht alle gut, wie die Nationalbank Gewinne macht. So haben beispielsweise in der Schweiz über 100'000 Personen eine Volksinitiative unterzeichnet, die der SNB und den Pensionskassen verbieten will, in Unternehmen zu investieren, die Kriegsmaterial produzieren. Aus Sicht von Klimaaktivisten ist hingegen die Beteiligung am ...

  • Unsere Debatte: Was halten Sie vom Freispruch der Klimaaktivisten in Lausanne?

    Mi, 15 Jan 2020 14:17:00 GMT

    Der Freispruch der Klimaaktivisten, die in einer Filiale der Schweizer Grossbank Credit Suisse Tennis gespielt haben, bewegt die Schweiz. In den Medien wird derzeit eine angeregte Debatte geführt. Auch die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer diskutieren mit. Wir haben Sie gefragt, ob die Klimakatastrophe einen Hausfriedensbruch rechtfertigt. "Keine Ideologie rechtfertigt einen Gesetzesbruch", antwortet Jürgen Brunner aus Deutschland auf unsere Frage. Das Urteil des Bezirksgerichts in Renens (VD) wirft nicht nur in der Schweiz, sondern auch international hohe Wellen. Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden? Mit der 📱-App 'SWI plus' erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der Schweiz: 👉 Android 👉 iPhone Das Gericht hat zwölf Klimaaktivisten und -aktivistinnen, die im November 2018 in einer Filiale der Grossbank Credit Suisse in Lausanne Tennis gespielt haben, vom Vorwurf des ...

  • Der Léman Express ist nicht genug für den Grossraum Genf

    Mi, 15 Jan 2020 11:00:00 GMT

    Er galt als ein historischer Schritt nach vorn für den öffentlichen Verkehr im Ballungsraum Frankreich-Waadt-Genf: der Léman Express, der vor einem Monat eingeweiht wurde. Doch wenn sich die französisch-schweizerische Zusammenarbeit nicht weiterentwickle, bestehe die Gefahr, dass das grösste grenzüberschreitende S-Bahn-System Europas die Ungleichheiten zwischen Genf und der französischen Peripherie weiter vergrössere. Dieser Meinung ist der Forscher Sébastien Lambelet. Arbeiten in Genf, Wohnen in den französischen Nachbardepartementen Ain und Hochsavoyen: Das ist kurz zusammengefasst die Entwicklungspolitik, die in den letzten Jahrzehnten im französisch-waadtländisch-genferischen Ballungsraum vorherrschte. Die Region ist eine der dynamischsten in Europa. Die Folge daraus: Die französischen Grenzgemeinden werden mit zunehmenden Belastungen konfrontiert. Sie müssen massiv in ihre öffentliche Infrastruktur investieren, um die Tausenden von neuen Einwohnerinnen und Einwohnern jedes ...

  • Ein Jahrhundert, um alle Gebäude der Schweiz zu sanieren

    Mi, 15 Jan 2020 07:00:00 GMT

    Gebäude sind für mehr als ein Viertel aller Emissionen in der Schweiz verantwortlich. Trotz staatlicher Anreize und der Notwendigkeit, die Auswirkungen auf das Klima zu reduzieren, schreitet die energieeffiziente Renovierung von Häusern und Gebäuden nur langsam voran. Warum? "Zuerst hatte ich nur vor, die Türen und Fenster zu ersetzen. Als ich jedoch von der Möglichkeit finanzieller Unterstützung hörte, entschied ich mich für eine komplette Renovierung", sagt Luca Berini. Er besitzt ein Haus in Insone ob Lugano im Südschweizer Kanton Tessin, Baujahr 1964. "Ich denke, es ist wichtig, der Umwelt besonders Sorge zu tragen", sagt er. Eine 24 Zentimeter dicke Steinwolle-Beschichtung, Dreifachverglasung, eine automatische Lüftungsanlage und der Austausch des Ölkessels durch eine Wärmepumpe haben das alte Einfamilienhaus in ein modernes Gebäude verwandelt. Es brauche weniger Energie, und man lebe wesentlich besser darin, hält seine 80-jährige Mutter fest: "In jedem Raum herrscht die ...

  • Ja zur Initiative für günstigen Wohnraum

    Di, 14 Jan 2020 13:00:00 GMT

    Der freie Markt in der Schweiz hat viel leerstehenden Wohnraum geschaffen. Doch ein Grossteil davon ist zu teuer oder befindet sich in abgelegenen Gegenden: Diese Meinung vertritt Ständerätin Marina Carobbio Guscetti. Die sozialdemokratische Parlamentarierin ist überzeugt, dass die Volksinitiative "Mehr bezahlbare Wohnungen", über die am 9.Februar abgestimmt wird, die Marktverzerrungen teilweise beheben kann. Die Initiative komme den mittleren und unteren Einkommensschichten zu Gute. Die Mieten stellen neben den Krankenkassenprämien die höchsten Ausgabenposten im Budget einer Schweizer Familie dar. Trotz eines Rückgangs der Zinsen und einer Zunahme an leerstehendem Wohnraum sind die Mieten in der Schweiz seit dem Jahr 2005 um 18,8 Prozent gestiegen. Das zeigen die Statistiken auf. Am kommenden 9. Februar hat das Schweizer Volk die Gelegenheit, die Dinge zu ändern. Nachdem das Parlament die Initiative "Für bezahlbare Wohnungen" des Mieterinnen- und Mieterverbands ohne ...

  • Nein zu einer zentralistischen, teuren und wenig zielführenden Initiative

    Di, 14 Jan 2020 13:00:00 GMT

    Die Volksinitiative "Mehr bezahlbare Wohnungen", über die am 9.Februar abgestimmt wird, ist gemäss Nationalrat Fabio Regazzi weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Der CVP-Politiker ist überzeugt, dass eine Annahme dieser Initiative hohe Kosten für den Mittelstand zur Folge hätte. Er wirbt daher für ein Nein. Am 9. Februar 2020 wird das Schweizer Volk über die Initiative "Mehr bezahlbare Wohnungen" abstimmen. Die Vorlage verfolgt zwar lobenswerte Absichten, ist aber ein echter Bumerang für Immobilienbesitz. Die erste Frage, die wir uns stellen müssen: Ist es wirklich notwendig, in der Schweiz eine Quote einzuführen, welche den Anteil für den gemeinnützigen Wohnungsbau auf 10 Prozent festlegt und damit gegenüber heute verdreifacht? Unser föderalistisches und vielfältiges Land, das je nach Region unterschiedliche Realitäten und Gebräuche kennt, hatte immer Mühe mit Verordnungen und Vorschriften, die Prozentanteile, Minimal- oder auch Maximalansätze "von oben" aufzwingen wollen.

  • Tamara Funiciello, Provokation im Dienst der Gleichstellung

    Di, 14 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Gewerkschafterin, Feministin, Provokateurin: Tamara Funiciello, die Ex-Präsidentin der "Jungsozialist*innen" (Juso), schaffte einen fulminanten Einzug ins Parlament. Das Gesicht des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019 wurde gewählt, während zwei der bisherigen SP-Nationalräte auf der Strecke blieben. Die Berner Studentin will sich weiterhin energisch für Frauen und Arbeiter einsetzen. Ein Porträt. Im Oktober letzten Jahres haben die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das bisher weiblichste Parlament der Geschichte gewählt. Obwohl die Parität noch nicht erreicht ist, haben Politikerinnen nun 42% der Sitze im Nationalrat. Aus diesem Anlass porträtiert SWI swissinfo.ch acht neu gewählte Frauen aus verschiedenen Parteien. Tamara Funiciellos violetter Schal, ein Symbol des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019, kontrastiert mit dem Industriedekor der ehemaligen Druckmaschinen-Fabrik Wifag in der Stadt Bern. Die 29 Jahre alte neugewählte Nationalrätin der Sozialdemokratischen Partei (SP) ...

  • "Doppelter Sieg" für Klimaaktivisten

    Di, 14 Jan 2020 09:24:00 GMT

    Klimaaktivisten, die in einer Filiale der Schweizer Grossbank Credit Suisse Tennis gespielt haben, sind vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen worden. Begründung: Sie hätten aus rechtfertigendem Notstand gehandelt. So reagieren Schweizer Medien auf das überraschende Urteil. Nach Ansicht des Einzelrichters war das Vorgehen der zwölf Klimaaktivisten angesichts der Klimakatastrophe "notwendig und angemessen". Die Aktion in den Räumlichkeiten der CS sei der einzige wirksame Weg gewesen, um die Bank zu einer Reaktion zu bewegen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erhalten. Die Klimaaktivisten kritisierten mit ihrer Aktion die CS, die mit dem positiven Image des Schweizer Tennisstars Roger Federer werbe und gleichzeitig Geld in klimaschädliche Projekte und Unternehmen investiere. Federer liess verlautbaren, dass er den Klimaaktivisten dankbar sei. Er sei sich seiner Verantwortung bewusst und wolle seine privilegierte Position für einen Dialog über diese wichtigen ...

  • 25 Jahre WTO: Grosse Erfolge, grosse Herausforderungen

    Mo, 13 Jan 2020 13:30:00 GMT

    Die Welthandelsorganisation (WTO) feiert ihren 25. Geburtstag. Im Gastbeitrag zum Jubiläums schaut Generaldirektor Roberto Azevêdo auf die Erfolge und Misserfolge der Organisation ab und erklärt, welche grossen Herausforderungen bevorstehen. In den vergangenen 25 Jahren hat die WTO dazu beigetragen, die internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu verändern. Verbindliche Regeln für den globalen Handel mit Waren und Dienstleistungen haben zu einem grossen Wachstum der grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeit geführt. Seit 1995 hat sich der Dollarwert des Welthandels nahezu vervierfacht, während sich das reale Welthandelsvolumen um das 2,7-fache vergrössert hat. Dies übertrifft bei weitem den zweifachen Anstieg des Weltbruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Zeitraum. Die durchschnittlichen Tarife haben sich fast halbiert: Sie sind von 10,5% auf 6,4% gesunken. 164 Staaten sind nun Teil der WTO, die ihren Sitz in Genf hat. Mit dem Beitritt waren weitreichende Reformen und ...

  • Das Skilager, eine Schulinstitution trotzt dem Zeitgeist

    Do, 28 Nov 2019 10:00:00 GMT

    In der Schweiz sollte jedes Kind zumindest einmal während seiner obligatorischen Schulzeit eine Woche in einem Skilager verbracht haben. So will es nicht das Gesetz, sondern eine Tradition, die sehr lebendig bleiben wird, solange es Schnee gibt und das Land seinen Nationalsport liebt.​​​​​​​ "Heute spricht man nicht mehr von Skilagern, sondern von Wintersport-Lagern", sagt Tobias Fankhauser. Er muss es wissen, arbeitet er doch beim Bundesamt für Sport (Baspo). Bei den meisten dieser Schulausflüge in die Berge können die Kinder auch Snowboarden, Langlaufen und sogar Skispringen. Das Prinzip bleibt aber das gleiche: Fünf Tage lang haben Lehrer- und Schülerschaft die Möglichkeit, sich in einem anderen Rahmen zu begegnen, fernab vom formellen Unterricht. Für das Baspo ermöglichen die Lager "jungen Menschen, eine positive Erfahrung für ihre Sozialisation und Entwicklung zu machen". Die Kinder kehren meist mit guten Erinnerungen zurück: gestärkte Freundschaften, Kissenschlachten und ...

  • Fichenskandal: Mit Eifer nahm der Staat die Ausländer ins Visier

    So, 12 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Zwischen den 1950er- und späten 1980er-Jahren bespitzelte der Schweizer Staat zahlreiche linke Aktivisten, Politiker und Organisationen. Viele der Aktivistinnen und Aktivisten hatten keinen Schweizer Pass. Die Aufdeckung des Fichenskandals Ende 1989 stürzte die Schweizer Institutionen in eine tiefe Krise. Der Bundesrat (Landesregierung) entschloss sich, auf die harschen Kritiken mit einer Untersuchung zu antworten und zu versuchen, Klarheit über das bis zu jenem Zeitpunkt aktive Überwachungssystem zu verschaffen. Am 1. Mai 1990 beauftragte die Regierung den Historiker Georg Kreis und zwei weitere Rechtsexperten, einen Berichts über die angelegten Fichen zu erstellen und somit auch über das System des Staatsschutzes. Dieser Bericht (Staatsschutz in der Schweiz: die Entwicklung von 1935-1990) bestätigte schliesslich, was viele bereits wussten: Ab dem Zweiten Weltkrieg und besonders ab den 1960er-Jahren diente das Überwachungssystem als Instrument, um primär linksgerichtete ...

  • "Schon als Kind hielt ich Messen im Schlaf"

    Sa, 11 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Er wurde im Alter von fünf Jahren zum Mann. Gérald Chukwudi Ani musste dafür kämpfen, seine Träume zu verwirklichen und seiner Berufung zu folgen. Seine Geistesstärke vermittelt er heute in seiner Pfarrei und in den Schulen des Kantons Tessin. Sein Teamkollege hatte einen präzisen Pass in den Strafraum geschlagen. Gérald Chukwudi Ani hätte den Ball kontrolliert auf der Brust annehmen und ins Netz kicken können. Er hätte sicherlich weitere Tore geschossen und seine vielversprechende Karriere im Fussball fortgesetzt. Doch er wollte aus der Drehung heraus schiessen. Der 15-Jährige fiel unglücklich zu Boden und verletzte sich am Rücken. Eine Verletzung, die einen möglichen Fussballgott… in einen Diener Gottes verwandelte. So könnte die Geschichte von Pater Gérald anfangen, den wir im Haus der Kirche San Cristoforo in Grancia treffen, einem kleinen Ort im Kanton Tessin wenige Kilometer südlich von Lugano. Er begrüsst uns mit einem Lächeln, das seine ganze Erzählung begleiten wird.

  • Nestlé hat Mühe, Kritiker von Baby-Milchpulver zu überzeugen

    Fr, 10 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Für den Schweizer Nahrungsmittel- und Getränkekonzern Nestlé ist die Diversifizierung seines Säuglingsnahrungsangebots vielversprechend. Kritiker der Branche sind jedoch skeptisch. Der Sohn von Lindsay Beeson bekam einige Wochen nach seiner Geburt einen Ausschlag, hatte Blut in den Windeln und litt an Durchfall und Erbrechen. Die Ärzte stellten eine Kuhmilchallergie fest. Wie unzählige andere Mütter in ihrer Situation, verzichtete Beeson deshalb bei ihrer eigenen Ernährung auf Milch und ergänzte die Muttermilch mit hypoallergener Säuglingsanfangsnahrung. Als ihr Sohn ein Jahr alt wurde, ging sie zu einer speziell für Kleinkinder mit Allergien entwickelten Ersatzmilchnahrung über. "Ich wusste, dass er damit die richtige Balance von Eiweiss, Fett und Vitaminen erhielt, so wie mit Kuhmilch", erklärte Beeson gegenüber swissinfo.ch. "Und es schmeckte meinem Sohn." Für grosse Konzerne wie Nestlé sind Produkte wie diese, die sich an ältere Kleinkinder mit Allergien, besonderen ...

  • Das ist Markus Leitner, Trumps Schweizer Briefträger in Teheran

    Fr, 10 Jan 2020 06:15:00 GMT

    Als diese Woche alle Zeichen auf Krieg standen, tauschten die USA und der Iran über die Schweizer Botschaft in Teheran Nachrichten aus. Verantwortlich dafür: Botschafter Markus Leitner. Wer ist der Mann? Über die Arbeit der Schweiz als Briefträgerin zwischen Washington und Teheran dringt nie was nach aussen. Das ist so, weil das Land sein Mandat als Schutzmacht nur wahrnehmen kann, wenn Vertrauen herrscht und Stille. Auch diese Woche teilte das Aussenministerium (EDA) in Bern lediglich mit, dass es zu einem Austausch von Nachrichten zwischen den beiden verfeindeten Ländern gekommen sei. Schutzmacht-Mandat bringt Arbeit Dass in der aufgeheizten Stimmung die diplomatische Besonnenheit gewahrt wird, dafür sorgt der aktuelle Schweizer Botschafter im Iran, Markus Leitner. Er ist seit gut zwei Jahren dort, und es ist nicht die erste Eskalation zwischen den USA und Iran, die Leitner erlebt. Im September sagte Leitner der Neuen Zürcher Zeitung, dass der Aufwand für das ...

  • Wohin gehen all die von der Nationalbank angehäuften Milliarden?

    Do, 9 Jan 2020 16:04:00 GMT

    Im Jahr 2019 erzielte die Schweizerische Nationalbank einen Gewinn von 49 Milliarden Franken, den zweithöchsten ihrer Geschichte. Angesichts dieses Geldberges hat die Nationalbank beschlossen, einen "grosszügigeren" Beitrag an Bund und Kantone zu leisten. Woher kommt der Milliardengewinn? Das Ergebnis der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist vor allem auf die gute Entwicklung der Kapital-, Devisen- und Goldmärkte im Jahr 2019 zurückzuführen. Die SNB profitierte unter anderem vom starken Wachstum der globalen Aktienmärkte und erzielte einen Gewinn von 40 Milliarden Franken auf den Devisenwerten, während der Kursanstieg von Gold einen Kapitalgewinn von fast sieben Milliarden Franken bewirkte. Am Donnerstag gab die SNB bekannt, dass sie für das vergangene Jahr einen Gesamtgewinn von 49 Milliarden Franken erwartet. Die endgültigen Zahlen werden im März bekannt gegeben. Warum hat die SNB seit einigen Jahren so hohe Überschüsse? Im Jahr 2008 waren viele Regierungen unvorbereitet, ...

  • Lilian Studer will in Bern christliche Schweizer Werte verteidigen

    Do, 9 Jan 2020 13:00:00 GMT

    Sie ist die neue Abgeordnete der Evangelischen Volkspartei unter der Bundeshauskuppel. Die Aargauerin Lilian Studer. Die 42-jährige Schweiz-Norwegerin will sich für die am stärksten Benachteiligten und die Umwelt engagieren und gleichzeitig eine konservative Vision der Gesellschaft verteidigen. Ein Porträt. Im vergangenen Oktober haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Schweiz das bisher weiblichste Parlament der Geschichte gewählt. Obwohl die Parität noch nicht erreicht ist, stellen Politikerinnen nun 42% im Nationalrat. Aus diesem Anlass porträtiert swissinfo.ch acht neu gewählte Frauen aus verschiedenen Parteien. Wir treffen uns Anfang Dezember in einer kleinen italienischen Bar nur einen Steinwurf vom Bundeshaus entfernt. Lilian Studer hat eben erst ihren vierten Tag als neue Nationalrätin hinter sich. Ihre heisere Stimme lässt bereits auf eine gewisse Müdigkeit schliessen. "Es gibt viel, an das man sich gewöhnen muss. Die parlamentarischen Prozeduren sind manchmal ...

  • Irans Paradox: Starke Regionalmacht, aber im Inneren geschwächt

    Do, 9 Jan 2020 08:46:00 GMT

    Irans Regime ist auch nach der Tötung seines Top-Generals Ghassem Soleimani weiter in der Lage, seine Politik der Einflussnahme in der Region fortzusetzen. Innenpolitisch steckt das Land jedoch in der Sackgasse. Eine Analyse von Mohammad-Reza Djalili, emeritierter Professor am Graduate Institute in Genf. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, den iranischen General Ghassem Soleimani zu eliminieren, hat die regionale Macht des Gottesstaates nicht geschmälert. Soleimanis Nachfolger Esmail Ghaani scheint in der Lage zu sein, die Einflusspolitik des Mullah-Regimes in der Region fortzusetzen, wie Mohammad-Reza Djalili, emeritierter Professor am Genfer Hochschulinstitut für Internationale Studien und Entwicklung, erklärt. Dennoch befinde sich das Regime mehr denn je in einer innenpolitischen Sackgasse, betont der ausgewiesene Kenner des Iran. Ajatollah Ali Chamenei, der oberste Führer der Islamischen Republik, erklärte am Mittwoch, die iranischen Raketenangriffe auf ...

  • Homophobie-Verbot "füllt eine Gesetzeslücke"

    Mi, 8 Jan 2020 14:00:00 GMT

    Das Schweizer Stimmvolk entscheidet am 9. Februar über eine Ausweitung der Antirassismus-Strafnorm. Neu sollen auch homophobe Äusserungen und Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung verboten sein. Laut Muriel Waeger, Westschweizer Direktorin des Dachverbands der Schwulen- und Lesbenorganisationen, ist die Gesetzesanpassung essentiell, denn das aktuelle Gesetz schütze nicht vor Aufruf zu Hass gegen Homosexuelle. Das Schweizer Recht weist eine Lücke auf. Ich kann mich verteidigen, wenn eine Person öffentlich und in allgemeingültigen Worten Hass gegen meine Ethnie, Rasse oder Religion propagiert. Aufgrund eines Rechtsvakuums kann ich mich aber nicht wehren, wenn der Aufruf zu Hass meine sexuelle Orientierung betrifft. Eine Flut von Hasskommentaren gegenüber Lesben auf dem Internet, beleidigende Kommentare, die zu Hass gegenüber Homosexuellen im Fernsehen aufrufen, ein Hotel, das ein Frauenpaar abweist oder eine Krippe, welche die Kinder eines Schwulenpaars nicht ...

  • "Wir Homosexuellen brauchen keine Sonderrechte"

    Mi, 8 Jan 2020 13:30:00 GMT

    Die Bundesversammlung will die Antirassismus-Strafnorm erweitern. Neu sollen auch homophobe Äusserungen verboten werden. Dagegegen wurde das Referendum ergriffen. "Das Strafrecht ist kein gesellschaftspolitisches Lenkungsinstrument", schreibt Michael Frauchiger. Er ist schwul und gegen das neue Gesetz. Als Homosexueller engagiere ich mich mit Überzeugung gegen die vorliegende Erweiterung der Antirassismus-Strafnorm. Es ist mir wichtig, in aller Deutlichkeit zu unterstreichen, dass ein gesetzlicher Sonderschutz der Gleichberechtigung von Homo- und Bisexuellen diametral zuwiderläuft. Das sehen auch andere so, die mit mir zusammen das Komitee "Sonderrecht Nein!" gegründet haben. Mittlerweile zählt unser Komitee Mitglieder und Unterstützer aus der FDP, CVP, liberalen Kreisen und der SVP. Diese Unterstützung beweist, dass in der "Community" längst nicht alle der irreführenden Behauptung folgen, Hass und Hetze liessen sich per Gesetz aus der Welt schaffen. Ebenfalls zeigt es auf, ...

  • Können Sie Fragen über die Schweiz richtig beantworten?

    Mi, 8 Jan 2020 10:49:00 GMT

    Richtig oder falsch? SWI swissinfo.ch hat im Laufe des Jahres 2019 eine Reihe von Faktenchecks veröffentlicht, die auf Fragen unserer Leserinnen und Leser zurückgingen. Haben Sie aufgepasst? In den letzten Tagen haben wir auf Social Media ein Quiz durchgeführt. Hier sind die Ergebnisse – und die richtigen Antworten, mit Links zu den Original-Artikeln. Zahlen Ausländer in der Schweiz höhere Autoversicherungs-Prämien als Schweizer Bürger? Ja, das stimmt. Die Autoversicherer verlangen in der Schweiz von bestimmten Nationalitäten höhere Prämien (in der EU nicht erlaubt). Laut einer Analyse von 2018 zahlen Albaner bis zu 95% mehr als Schweizer, Italiener je nach Versicherung bis zu 22%. Ob manche Nationalitäten weniger zahlen als Schweizer und Schweizerinnen, kann der Versicherungsverband nicht beantworten. Darf man nach 22 Uhr abends in Schweizer Wohnungen die Toilettenspülung betätigen? Ja, darf man. Toilettenspülungen gelten nicht als Störung der Nachtruhe. ...

  • Zufluchtsstädte – eine US-Bewegung erreicht die Schweiz

    Mi, 8 Jan 2020 09:30:00 GMT

    In den USA legen sich mehr und mehr Städte mit den Bundesbehörden an. Als "Sanctuary Cities" schützen sie Migrantinnen und Migranten ohne Papiere gegen die harte Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump. In der Schweiz sind Genf und Basel Pioniere, die Sans-Papiers einen Zufluchtsort bieten wollen, wo diese nicht um Verhaftung und Abschiebung fürchten müssen. Zuflucht: Diese wurde früher meist Menschen gewährt, die aus religiösen oder anderen Gründen verfolgt worden waren und in Kirchen Unterschlupf und Schutz fanden. Heute ist Zuflucht zu etwas Weltlicherem geworden: Eine "Zufluchtsstadt" ist eine Stadt, die sich über nationale Gesetze hinwegsetzt, indem sie Einwohnerinnen und Einwohner, die über keine persönlichen Dokumente verfügen, so genannten Sans-Papiers, Dienstleistungen und Schutz anbietet. Aktuell ist das Thema in den USA. Dort verweigern Städte wie Chicago oder New York sowie der "Zufluchtsstaat" Kalifornien die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden, weil sie ...

  • "Der Geist von Charlie Hebdo ist völlig verschwunden"

    Di, 7 Jan 2020 15:45:00 GMT

    Die französische Satirezeitung Charlie Hebdo hat den Anschlag überlebt, bei dem am 7. Januar 2015 zwölf Menschen auf der Redaktion ermordet wurden. Der Schweizer Karikaturist Thierry Barrigue glaubt, dass der "Geist von Charlie" nicht überlebt habe. "Die Angst hat gesiegt", sagt er. "Ich bin Charlie." Mit diesen drei Worten stand die Welt nach dem Massaker in der Redaktion von Charlie Hebdo für einen kurzen Moment zusammen, um die Meinungsfreiheit zu verteidigen. Der Geist dieses Zusammenhalts kam aber schnell zum Erliegen, erstickt durch die Diktatur des Internets und die Gesetzmässigkeiten der Medien. Thierry Barrigue, der Gründer der satirischen Wochenzeitung Vigousse in der Westschweiz, macht sich Sorgen um die Zukunft der Pressekarikatur. swissinfo.ch: Hat sich der Beruf des Pressekarikaturisten fünf Jahre nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo verändert? Thierry Barrigue: Ja, der Beruf hat sich enorm verändert. Abgesehen vom Verlust dieser Freunde und ihres unersetzlichen ...

  • Was die "Botin" Schweiz mit den USA und Iran zu tun hat

    Di, 7 Jan 2020 13:00:00 GMT

    Die Lage zwischen den USA und Iran spitzt sich zusehends zu. Die Schweiz vertritt die Interessen der USA im Iran und gerät damit ins Scheinwerferlicht. Warum aber hat die neutrale Schweiz überhaupt etwas mit dem Konflikt zu tun? Am Sonntag wurde der Schweizer Gesandte, der in Teheran die Interessen der USA vertritt, von den iranischen Behörden einbestellt. Es ging um die Drohungen, die US-Präsident Donald Trump über Twitter verbreitet hatte. Trump drohte im Fall von Angriffen auf Amerikaner ausdrücklich mit der Zerstörung von Kulturstätten im Iran. Am 3. Januar hatten die USA den iranischen Generalmajor Qasem Soleimani mit einem gezielten Raketenangriff getötet. Der Iran drohte mit Vergeltung, nachdem die USA am Freitag bestätigt hatten, dass Trump den Schlag gegen den Chef der iranischen Quds-Elitetruppe befohlen hatte. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte, dass es "unter dem Schutzmacht-Mandat" zu einem Treffen gekommen sei. Der Inhalt ...

  • Stéfanie Prezioso will im Bundeshaus eine "Vertreterin der Basis" bleiben

    Di, 7 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Stéfanie Prezioso, Historikerin und Tochter von italienischen Einwanderern, wurde in Genf als Vertreterin einer Koalition der radikalen Linken in den Nationalrat gewählt. In Bern will sie sich für die Forderungen der sozialen Bewegungen einsetzen. Ein Porträt. Seit den nationalen Wahlen im Oktober ist das Schweizer Parlament weiblicher als je zuvor. Auch wenn noch keine Parität erreicht wurde, besetzen Frauen immerhin 42% der Sitze im Nationalrat, der grossen Parlamentskammer. swissinfo.ch publiziert Porträts von acht neu gewählten Parlamentarierinnen verschiedener Parteien. Das Treffen findet am Bahnhof Bern statt. Stéfanie Prezioso hat soeben am Einführungstag für neu gewählte Parlamentarierinnen und Parlamentarier teilgenommen. Sie ist Vertreterin der Bewegung "SolidaritéS" und Gewählte auf der Liste Ensemble à Gauche (gemeinsam nach links), einer Koalition der radikalen Linken. Im Nationalrat wird Prezioso zur Fraktion der Grünen gehören. "Aber ich werde die volle Stimm- ...

  • Das duale Bildungssystem der Schweiz, einmalig in der Welt

    Mo, 6 Jan 2020 16:00:00 GMT

    Früher mussten Jugendliche nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit definitiv über ihre berufliche Zukunft entscheiden. Heute ist das anders. Egal, welche Wahl sie mit 15 Jahren treffen, sie können später während der Schul- oder Berufskarriere immer noch die Richtung ändern. Vergessen Sie die Dichotomie "entweder studieren oder arbeiten" am Ende der Mittelstufe: Was auch immer die Jugendlichen im Alter von 15 Jahren entscheiden, schliesst nicht aus, in der Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen. Dies dank dem dualen Bildungssystem der Schweiz, das weltweit einzigartig ist. Gymnasium oder Lehre? Immer mehr junge Menschen wählen den klassischen Weg "gymnasiale Maturität, dann Studium und schliesslich ein Beruf". Aus Bequemlichkeit oder Prestigegründen. Die anderen wählen den Weg der Berufsbildung: Lehre und anschliessend Arbeit. Bis vor einigen Jahrzehnten waren dies zwei getrennte Wege, die nicht miteinander korrelierten. Wollte man Beruf oder Studium wechseln, musste man ...

  • Warten auf die Apokalypse

    Mo, 6 Jan 2020 14:00:00 GMT

    "Wir sitzen auf gepackten Koffern": Wie SRF-Korrespondent Urs Wälterlin und seine Familie die verheerenden Feuer in Australien erleben. Das Schlimmste ist der Rauch. Selbst hier im Büro, hinter Rollläden, Fenstern und Klimaanlage. Unsere Kleider stinken wie die eines Pfadfinders nach dem Sommerlager. Der Hals kratzt. Die Augen tränen. Seit 15 Jahren wohnen wir auf unserer kleinen Farm "Wombat Creek" nördlich der Hauptstadt Canberra. Meine Frau Christine, unsere beiden Söhne und ich. Es ist unser Paradies. Ein Ort, wo vor dem Küchenfenster Kängurus grasen, während wir die Eier unserer Hühner zum Frühstück braten. Unter der Veranda wohnt unser Wombat Ellie. Ich hatte sie einst ihrer überfahrenen Mutter aus dem Beutel geschnitten. Meine Frau hatte Ellie als Baby ein Jahr lang mit der Flasche gefüttert. Das Waisenkind ist wieder frei, hat uns aber als seine Familie adoptiert. Wir sind umgeben von Wald. Typisch australischer Busch. Eukalyptus, Akazien. Wunderschön und potenziell ...

  • 15 Vorlagen in einem Jahr: Das Schweizer Volk ist gefordert

    Mo, 6 Jan 2020 13:41:00 GMT

    Nach den Festtagen heisst es gleich wieder: Viva la Fiesta! Das gilt für die Demokratie und die Volksrechte in der Schweiz. Denn das neue Jahr fordert die Stimmbürgerinnen und -bürger mit bis zu 15 Volksentscheiden. Ein Überblick. Manchen dürften noch die Festtage in den Knochen stecken. Oder gar im Kopf brummen. Dabei gilt es, den Schwung der Feierlichkeiten mitzunehmen. Und zwar möglichst so, dass er für das ganze Jahr reicht.  Denn das Schweizer Demokratie-Jahr 2020 verspricht Hochspannung, und das über alle vier Abstimmungssonntage hinaus. Diese finden traditionell im Februar, Mai, September und November statt. + Ausblick auf das internationale Demokratiejahr 2020 (in Englisch, von Bruno Kaufmann, swissinfo.ch-Korrespondent für globale Demokratie) 2020 erleben wir also eine direkte Demokratie der Schweiz in Hochform. Das ist zugleich auch eine Ansage ans Ausland. Dort bringen Wahlen vermehrt Parteien und Männer an die Macht, die lieber ohne das Volk regieren. Schafft es ...

  • Schuluniformen in der Schweiz? Es gäbe gute Gründe

    Mo, 6 Jan 2020 12:00:00 GMT

    In der Schweiz haben Schuluniformen einen schweren Stand. Das ist vor allem historisch bedingt. Doch das Thema kommt immer mal wieder aufs Tapet, und sowohl Schüler als auch Experten sehen durchaus Vorteile. Ein Blick auf einen beliebigen Schweizer Pausenplatz genügt, um festzustellen: Schweizer Schülerinnen und Schüler tragen keine Uniformen. Stattdessen sind Jeans, Kapuzenpullover und Sneakers die bevorzugte Kleiderwahl.  Die Ausnahme bilden einige private Eliteschulen, zum Beispiel die Lemania-Verbier International School in Verbier, wo jüngst die dänischen Royals Frederick und Mary ihre Kinder eingeschrieben haben. Dort lautet der Dresscode: graue Hose und weisses Poloshirt. In den öffentlichen Schulen sind Unformen nicht vorhanden. Das Thema taucht dennoch regelmässig auf der politischen Agenda auf. Im Frühjahr 2019 etwa wies das Walliser Kantonsparlament eine Motion ab, welche das Tragen von Schuluniformen an öffentlichen Walliser Schulen forderte. Die Begründung lautete:

  • Zehn Jahre nach Erdbeben in Haiti: Spendengelder zeigen Wirkung

    Mo, 6 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Am 12. Januar 2010 bebte in Haiti die Erde. Noch immer ist die tatsächliche Zahl der Todesopfer unbekannt. Schweizer Hilfswerke setzten sich unter anderem für die Wasserversorgung und den Wiederaufbau von Häusern ein. Gemäss einer Evaluation der Glückskette zeigt diese Arbeit in den meisten Fällen bis heute positive Wirkung. UNO stellt Friedensmission ein Mitte Oktober des vergangenen Jahres hat der UNO-Sicherheitsrat nach 15 Jahren die UNO-Friedensmission in Haiti eingestellt. Die UNO hatte 2004 nach dem Sturz des damaligen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide Friedenstruppen in das Land entsandt. 2017 wurden die Blauhelmsoldaten durch eine UNO-Polizeimission ersetzt. Diese soll nun durch eine noch kleinere politische Mission ersetzt werden. In den vergangenen Monaten kam es in Haiti immer wieder zu Protesten, die sich vor allem gegen den seit Februar 2017 amtierenden Staatschef Jovenel Moïse richten. Die Opposition zweifelt seinen Wahlsieg an und fordert seinen Rücktritt.

  • Pioniere der Digitalkunst

    So, 5 Jan 2020 10:00:00 GMT

    Sie hackten die Zürcher Oper und liessen einen Bot im Darknet wahllos einkaufen. Carmen Weisskopf and Domagoj Smoljo sind die ausgezeichnete "!Mediengruppe Bitnik" und die achten Schweizer Digitalpioniere, die wir in unserer Serie Swiss Digital Pioneers porträtieren. Das Telefon klingelt. "Grüezi. Hier ist das autonome Operntelefon der Stadt Zürich. Zu Ihrer Freude und Unterhaltung haben wir in der Zürcher Oper eine Wanze platziert. In wenigen Sekunden werden Sie live ins Opernhaus verbunden." Im Frühjahr 2007 konnte man in Zürich vom Sofa aus den "Rosenkavalier" live mithören. Die !Mediengruppe Bitnik hatte die Oper so "gehackt". Mit Hilfe eines Telefoncomputers und per Zufallsgenerator wurde in Zürcher Privathaushalte angerufen. Wer den Hörer abnahm, hörte die Oper, die von illegal deponierten Abhörgeräten übertragen wurde. Das Schweizer Fernsehen berichtete über den "Kulturanschlag auf die Oper". Bis heute kann man die Anleitung, um "die Oper in zehn einfachen Schritten zu ...

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