Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • "Es ist hart, einem Schweizer beim Klagen zuzuhören"

    So, 21 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Seit acht Jahren lebt die Profi-Mountainbikerin Ariane Lüthi in Südafrika. Als Frau musste die 34-Jährige dort mehr kämpfen, als sie es von der Schweiz gewohnt war. Deshalb ist sie auch der Meinung, viele Daheimgebliebene würden die gesellschaftlichen Errungenschaften in der Schweiz zu wenig schätzen. swissinfo.ch: Wann und warum haben Sie die Schweiz verlassen? Ariane Lüthi: Ich bin Ende 2010 nach Südafrika ausgewandert. Zwei Monate davor hatte ich dort an einem Mountainbike-Etappenrennen teilgenommen und meinen Ex-Mann kennengelernt. Er war Profi und Manager eines Mountainbike-Teams und konnte mir einen Profivertrag mit seinem neuen Team aushandeln. Ich bin also der Liebe wegen und der Möglichkeit, meine Passion als Profession auszuüben, nach Südafrika ausgewandert. Die in diesem Artikel geäusserten Ansichten, unter anderem zum Gastland und dessen Politik, sind ausschliesslich jene der porträtierten Person und müssen sich nicht mit der Position von swissinfo.ch decken. ...

  • Messerschmiede mit über 160 Jahren Tradition

    Sa, 20 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Schmieden, schleifen, wetzen: Hinter dem präzisen Schnitt eines Schweizer Messers verbirgt sich eine Arbeit voller Staub und Öl. Ein Besuch in der Werkstatt Klötzli, wo seit über 160 Jahren eine Familie von Messerschmieden das Metall zähmt. Beim Betreten der Werkstatt im Industriequartier von Burgdorf in der Nähe von Bern fällt als Erstes der Geruch auf. Die Nase wähnt sich bei Schlossern und Mechanikern. Es riecht nach Eisen und Stahl, nach Schleifmittel, Öl und Fett. Der Geruch begleitet einen bis zum Ende des Besuches. Die Messerschmiede Klötzli wird heute in sechster Generation von Nina und Samuel Klötzli geführt: Nina kümmert sich um die Administration, die Buchhaltung und manchmal auch um den Verkauf in einem der beiden Geschäfte in Burgdorf und Bern. Zuvor war sie in der Hotellerie tätig, doch im letzten Jahr hat sie mit 34 Jahren noch eine Lehre als Messerschmiedin begonnen. Ihr Bruder Samuel befasst sich vor allem mit dem Marketing.  Rüstzeug wie aus Grossmutters ...

  • Welche Schweizer Traditionen sind Ihnen wichtig?

    Fr, 19 Okt 2018 11:30:00 GMT

    Oktober ist in der Schweiz die Zeit der importierten Traditionen: Oktoberfest und Halloween. Aber was ist mit den Schweizer Traditionen? Vermischen sich heutzutage alle Traditionen? Aus Amerika kommt Halloween und aus Deutschland das Oktoberfest. Hornussen, Alpabzug oder das Käsen, die alten Schweizer Traditionen, geraten derweil ins Hintertreffen. Was sehen eigentlich die Schweizer als eine Tradition ihrer Heimat? swissinfo.ch ist in den Strassen von Olten dieser Frage nachgegangen. ​​​​​​​

  • Demokratie Schweiz ist spitze, trotz Blackbox Parteienfinanzierung

    Fr, 19 Okt 2018 09:30:00 GMT

    Solid, stabil, sensationell, letzteres aber nur fast: So steht die Schweiz in Sachen Demokratie-Qualität da. Im SGI-Ländervergleich 2018 hat die Schweiz ihren fünften Platz unter 41 hochentwickelten Ländern der EU und der OECD verteidigt. Sie hätte sogar locker das Zeug zur absoluten Nummer 1, wäre da nicht die fehlende Transparenz bei der Parteienfinanzierung. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Hier äussern nebst internen auch aussenstehende Autoren ihre Ansichten. Ihre Positionen müssen sich nicht mit jener von swissinfo.ch decken. Viermal die Höchstnote 10, einmal die 1: Dies das Abschneiden der Schweiz im neuen SGI-Demokratievergleich der deutschen Bertelsmann-Stiftung. Darin haben die Autoren die Robustheit demokratischer Institutionen und Verfahren in den 41 Industriestaaten unter die Lupe genommen, die zur EU und zur OECD gehören, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. SGI steht ...

  • Sie wollen einen Job in der Schweiz? Das müssen Sie beachten!

    Fr, 19 Okt 2018 08:03:00 GMT

    Sie suchen einen Job in der Schweiz? Dann nehmen Sie sich diese Tipps zu Herzen. swissinfo.ch ist zehnsprachig, unsere Leserschaft kommt aus aller Welt. Kein Wunder also, dass uns eine Frage von Leserinnen und Lesern immer wieder gestellt wird: Wie ergattere ich einen Job in der Schweiz? Wir haben bei den Top-Konzernen nach Tipps gefragt. Das Alpenland Schweiz beheimatet tausende ausländische und schweizerische Konzerne, die international tätig sind. Viele von ihnen bieten attraktive Stellen an. Doch worauf schauen diese Unternehmen bei Bewerberinnen und Bewerbern? Wir haben nachgefragt und erhielten interessante Antworten mit klaren Trends. Job-Profil erfüllen Wenn Nestlé, Roche, Glencore, ABB oder LafargeHolcim auf Ihrer Visitenkarte steht, klingt das vielleicht grossartig, doch nur wenige ergattern einen Job bei diesen Unternehmen. In erster Linie schaffen es nur jene, welche exakt das Fachwissen und die Fähigkeiten besitzen, die in der Job-Anzeige gefordert werden. Dies ...

  • Selbstbestimmungs-Initiative: Schafft es das Nein ins Ziel?

    Fr, 19 Okt 2018 04:00:00 GMT

    Klares Nein zur Selbstbestimmungs-Initiative, die das Schweizer Recht über das Völkerrecht stellen will, sowie zwei Ja zur Hornkuh-Initiative und zum Gesetz über die Versicherungsdetektive: Dies die Ergebnisse der ersten Trendumfrage der SRG zur Abstimmung vom 25. November. Die Karten könnten aber durchaus noch neu gemischt werden, denn die Befragung, die das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Schweizerischen Gesellschaft für Radio und Fernsehen (SRG) durchführte, ist keine Prognose, sondern eine Momentaufnahme. 39% Ja gegen 55% Nein: So klar sieht die Ablehnung der Initiative "Schweizer Recht statt fremde Richter (Selbstbestimmungs-Initiative)" aus. Das Begehren der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) liegt somit ausserhalb der gewohnten Bahnen: Demnach geniessen Volksinitiativen in der Regel zum Anfang bei den Bürgerinnen und Bürgern viele Sympathien. Doch diese sinken, je näher die Abstimmung rückt. Dies hängt auch mit der Anzahl jener zusammen, ...

  • Der fundamentale Wandel in den Schweizer Schulstuben

    Do, 18 Okt 2018 12:43:00 GMT

    Das Gesicht der schweizerischen Primarschule verändert sich rasant. Neue Unterrichtsformen prägen den Alltag. Das Grundverständnis der Schule wandelt sich, denn statt Wissen werden vermehrt "Kompetenzen" vermittelt. Und immer öfters sind es Frauen, die unterrichten. Die Fenster im Schulzimmer stehen an diesem sonnigen Morgen weit offen. Noch ist die Morgenluft kühl und die Stimmung entspannt. Hier, im Zimmer 204 der Primarschule Spitalacker in Bern, treffen die Lehrerinnen Danielle Baumann und Marie-Theres Moser die letzten Vorbereitungen für den Unterricht, bevor ihre sechs- bis achtjährigen Schülerinnen und Schüler eintreffen. Insgesamt 700 Kinder besuchen die Primarschule Spitalacker. 24 davon – Erst- und Zweitklässler – bilden die Klasse von Danielle Baumann und Marie-Theres Moser. Es ist durchaus heimelig, das kleine, schmucke Schulzimmer. Und doch sind auch hier die ganz grossen Veränderungen im Schweizer Schulwesen ablesbar. Die beiden Lehrerinnen unterrichten diesen ...

  • Tod einer Touristin – Schock und Spiessrutenlauf in der Schweiz

    Do, 18 Okt 2018 08:58:00 GMT

    Ein Sturz beim Wandern in den Bergen, ein Herzinfarkt: Auch Feriengäste sind nicht vor dem Tod gefeit. Davon kann sich auch das beliebte Tourismusland Schweiz nicht ausnehmen. Zum Schock der Angehörigen kommen bürokratischen Hürden für die Rückführung der Verstorbenen in die Heimat. Der indische Rentner Susanta Mukhopadhya hatte keine Ahnung, dass seine Ferien in der Schweiz sein Leben für immer auf den Kopf stellen würden. Mit seiner Frau und Freunden hatte er eine zwölftägige Busreise durch Europa gebucht. Es war Tag Nummer zwei in der Schweiz, als das Schicksal zuschlug: Seine 64-jährige Frau erlitt während eines Spaziergangs in der Nähe von Leysin einen Zusammenbruch. Die indische Reiseleiterin war völlig verloren. "Als meine Frau auf der Strasse lag, versuchte die Reiseleiterin, per Telefon Instruktionen aus Bombay zu erhalten. Sie verfügte über keinerlei lokale Kontakte oder Telefonnummern von Spitälern", sagt Mukhopadhya gegenüber swissinfo.ch. Zum Glück bemerkte ein ...

  • Streik im Land des Arbeitsfriedens

    Mi, 17 Okt 2018 14:39:00 GMT

    Die Schweiz ist nicht gerade bekannt für häufige Streiks oder starke gewerkschaftliche Organisation. Doch manchmal werden auch hier Arbeitskonflikte auf die Strasse getragen. So zum Beispiel beim aktuellen Tauziehen um die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags und die Pensionierung ab 60 Jahren in der Baubranche. In den letzten Tagen haben 3000 Bauarbeiter im Tessin (das entspricht gemäss der Zeitung "20 Minuten" rund 80% aller Bauarbeiter im Kanton) für einen Tag gestreikt, weitere 2500 in Genf. Es sind die ersten Zeichen der Herbstkampagne der Arbeitnehmer für die Erneuerung des "Landesmantelvertrags" (Gesamtarbeitsvertrag zwischen dem Schweizerischen Baumeisterverband und den Gewerkschaften Unia und Syna zur Regelung der Arbeitsbedingungen und des Verhältnisses zwischen den Vertragsparteien) und zur Verteidigung des Rentenalters 60 im Bauhauptgewerbe. Weitere Massnahmen sind in den kommenden Wochen im Rest des Landes geplant. Es wird erwartet, dass die Mobilisierung so gross wie ...

  • Sozialdetektive mit einem Fuss in der Haustür

    Mi, 17 Okt 2018 11:25:00 GMT

    Ein neues Gesetz soll es Sozialversicherungen erlauben, Versicherte mit Hilfe von Sozialdetektiven auszuspionieren. Die Massnahme sei notwendig, um Missbräuche aufzudecken, finden Parlament und Regierung. Die Gegner hingegen sprechen von Verletzung der Rechtsstaatlichkeit und ergriffen das Referendum. Die Abstimmung findet am 25. November statt. A. erlitt einen Arbeitsunfall, klagte in der Folge über starke Rückenschmerzen und erhielt eine Invalidenrente der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva). Die Suva verdächtigte ihn jedoch, schlimmere Schmerzen zu simulieren, als er tatsächlich hatte. Das medizinische Bild war nicht sehr klar, in Gesprächen mit SUVA-Vertretern äusserte sich der Versicherte ausweichend. Aus diesem Grund beauftragte die Versicherung den Privatermittler B., den Versicherten A. zu überwachen, um herauszufinden, ob der tatsächliche Gesundheitszustand wirklich den Behauptungen entsprach.* Wie viel kosten Überwachungen? Von 2009 bis 2016 führte die ...

  • "Es braucht mehr Frauen auf den Führungsetagen"

    Mi, 17 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Hat die #MeToo-Bewegung, die vor rund einem Jahr ins Rollen kam, bei Unternehmen in der Schweiz etwas verändert? Es gibt sie zwar, die positiven Beispiele. Eines davon ist Ikea Schweiz: Dort wird offen und proaktiv mit dem Thema sexuelle Belästigung umgegangen. In den meisten Konzernen wird das Thema aber noch immer hinter verschlossenen Türen diskutiert.  "#MeToo war wie ein Erdbeben, auch in der Schweiz", sagt Rechtsanwältin Judith Wissmann Lukesch. "In vielen Unternehmen wurde die Frage gestellt: Könnte das auch bei uns passieren?".  Lukesch ist Gründerin von arbeitundkonflikt.ch, einer Online-Plattform, die Firmen bei Diskriminierungsfällen und internen Untersuchungen berät. Es seien nicht nur die üblichen Verdächtigen, erklärt sie. "Auch Branchen wie der Tourismus, die sich einst für unantastbar hielten, beschäftigen sich plötzlich mit dem Thema."  Die Bewegung habe vor allem eines deutlich gemacht: Sexuelle Belästigung kann nicht mehr unter den Tisch gewischt werden.

  • Affäre Khashoggi: Medien verwenden Jet-Foto aus Genf

    Di, 16 Okt 2018 14:00:00 GMT

    Türkische Medien haben das Foto eines Jets publiziert, der am Tag des Verschwindens des saudischen Dissidenten Jamal Khashoggi auf dem Istanbuler Flughafen gelandet sein soll. Später stellte sich heraus: Das Bild stammt vom Flughafen Genf. EDA zitiert Saudi-Vertreter Das Schweizer Aussendepartement (EDA) hat den stellvertretenden Botschafter Saudi-Arabiens einbestellt. In einem Gespräch mit dem saudischen Chargé d'affaires ad interim in Bern habe das EDA seine Besorgnis ausgedrückt und Aufklärung über das Schicksal des Journalisten gefordert, heisst es in einer gemeinsamen Stellungnahme des Staatssekretariats für Wirtschaft und des EDA auf Anfrage des Onlineportals von Tages Anzeiger und Der Bund. Die Schweiz sei über die Vorgänge rund um das Verschwinden von Jamal Khashoggi "sehr beunruhigt". Türkische Medien, darunter auch die regierungsnahe Zeitung Sabah, publizierten das Foto eines auf besonntem Asphalt stehenden Jets. Im Hintergrund sind schneebedeckte Berge zu sehen. Es ...

  • Nicht eben vorbildliche Schweizer Politiker

    Di, 16 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Die Schweiz gehört zu den am wenigsten korrupten Ländern der Welt. Dennoch laufen zurzeit strafrechtliche Ermittlungen gegen verschiedene Politiker wegen des Verdachts auf Annahme von Geschenken. Gemäss Transparency International sind diese Fälle bloss die "Spitze des Eisbergs". Die Schweizer Politik ist nicht gegen Korruption gefeit. Gegen Pierre Maudet und Christian Miesch wurden strafrechtliche Untersuchungen, gegen Pascal Broulis juristische Voruntersuchungen eingeleitet.  Die beiden Staatsräte und der ehemalige Bundesparlamentarier stehen unter Verdacht, Geld, Geschenke oder Reisen angenommen zu haben. Es geht um Delikte der "Vorteilsannahme", wie sie in den Bestimmungen des Schweizerischen Strafgesetzbuches gegen Korruption festgelegt sind. Die Annahme eines Gefallens "im Hinblick auf die Amtsführung" kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden. Nicht von diesen Gesetzesbestimmungen betroffen sind Geschenke von geringer Bedeutung oder Geschenke, ...

  • Sind Kühe mit Hörnern glücklicher?

    Di, 16 Okt 2018 09:30:00 GMT

    Das Wohlbefinden des Tiers steht im Mittelpunkt der Hornkuh-Initiative. Die Initianten des Volksbegehrens prangern unnötiges Leiden durch das Enthornen an. Die Gegner argumentieren, dass enthornte Tiere mehr Bewegungsfreiheit hätten. Es ist eine Volksabstimmung über ein Schweizer Symbol: Am 25. November entscheidet das Stimmvolk über das Schicksal der Kühe, genauer gesagt über deren Hörner. Die Initiative verurteilt die fast systematische Enthornung von Rindern und Ziegen: Nach Angaben der Initianten haben nur noch 10% der Schweizer Kühe ihre Hörner, 25% sind es nach Angaben des Bundes. Die Abstimmung stellt die Kluft zwischen dem Image der Schweiz und der Realität in Frage: Werbeposter, Tourismus-Broschüren und Schokoriegel zeigen Kühe mit Hörnern, obwohl sie immer seltener sind. Aber die Debatte konzentriert sich in erster Linie auf das Tierwohl, wobei nicht nur die Enthornung ein Thema ist, sondern beispielsweise auch die Bedingungen, unter denen die Kuhherden gehalten werden.

  • Der Tag, an dem die grösste Schweizer Bank gerettet wurde

    Di, 16 Okt 2018 06:00:00 GMT

    Vor zehn Jahren, als die Finanzkrise ausbrach, wurde die Schweizer Bank UBS Opfer ihrer eigenen risikoreichen Expansionsstrategie auf dem amerikanischen Markt. Der Staat und die Schweizerische Nationalbank mussten dem in Schwierigkeiten geratenen Bankenriesen helfen. Während andere Länder Schulden zur Rettung ihrer Banken gemacht haben, hat der Schweizer Staat sogar profitiert. "Wir sind vom Verlauf der Finanzmärkte in den letzten Wochen nicht überrascht. Wir sind jedoch von der Schnelligkeit, mit der sich die Krise verschlechterte, überrascht worden", sagte am 16. Oktober 2008 der damalige Bundespräsident Pascal Couchepin vor den Medien. Er informierte die Presse über die Massnahmen des Bundes und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Rettung der UBS, der grössten Bank der Schweiz, die in den Turbulenzen der Finanzkrise unterzugehen drohte. Die Spannung im Mediensaal war spürbar. Nach dem "Grounding" der Schweizer Fluggesellschaft Swissair im Jahr 2001, mit der ein ...

  • Paul Scherrer Institut seit 30 Jahren im Dienst der Wissenschaft

    Mo, 15 Okt 2018 15:01:00 GMT

    Seit 30 Jahren reisen Forscher aus aller Welt in eine ländliche Region im Kanton Aargau, um die einzigartigen Möglichkeiten und das Know-how des Paul Scherrer Instituts zu nutzen. Zwischen Villigen und Würenlingen liegt die grösste Schweizer Forschungseinrichtung für Natur- und Ingenieurwissenschaften. Umgeben von Feldern und Wäldern, zu beiden Seiten des Aare-Ufers gelegen, geniesst das Paul Scherrer Institut (PSI) weltweit einen Ruf für wissenschaftliche Spitzenforschung. Das Zentrum entstand am 1. Januar 1988 durch die Fusion der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Reaktorforschung und der Schweizerischen Forschungsanstalt für Kernforschung. Es konzentriert sich auf drei Bereiche: Materie und Material, Mensch und Gesundheit sowie Energie und Umwelt. Durch Grundlagen- und angewandte Forschung wird im Institut an nachhaltigen Lösungen für zentrale Fragen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft geforscht. Paul Scherrer (1890-1969) ist in St. Gallen geboren und aufgewachsen.

  • "Schweizer Recht statt fremde Richter": Worum geht's?

    Mo, 15 Okt 2018 12:00:00 GMT

    Am 25. November stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative "Schweizer Recht statt fremde Richter" ab. Diese will die Schweizer Bundesverfassung über das Völkerrecht stellen. Im Kern geht es darum, dass Volksentscheide nicht an internationalen Verträgen scheitern sollen. Gegner sehen die Menschenrechte in Gefahr. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Die Eidgenössische Volksinitiative "Schweizer Recht statt fremde Richter (Selbstbestimmungsinitiative)" wurde von der Schweizerischen Volkspartei (SVP, rechtskonservativ) lanciert. Sie will in die Verfassung schreiben, dass die Schweizer Verfassung oberste Rechtsquelle der Schweiz ist – und nicht das Völkerrecht. Im Kern geht es darum, dass Schweizer Volksentscheide über dem Völkerrecht stehen sollen, oder anders gesagt: Die Direkte Demokratie soll nicht an internationalen Verträgen scheitern. Die Initiative ist laut Initianten eine Reaktion darauf, ...

  • Schweizer Jagd: Belohnung für ein Jahr Arbeit

    Mo, 15 Okt 2018 09:00:00 GMT

    In der Schweiz hat die streng kontrollierte Jagdzeit begonnen. swissinfo.ch hat sich in ein Ritual einweihen lassen, das jeden Herbst Zehntausende Schweizer und Schweizerinnen mit ihren Gewehren in die Berge zieht.   Wir klettern über lose Felsen am steilen Hang, als ein Schuss fällt. Es ist Viertel vor acht an einem wolkenlosen Morgen auf dem Euschelspass im westlichen Teil der Voralpen. Um uns herum bilden die Gipfel ein natürliches Amphitheater für dieses älteste aller menschlichen Dramen – die Jagd. Es bleibt keine Zeit innezuhalten. Wir müssen das Versteck erreichen, bevor die Gämsen in dem Gebiet ankommen. In Erinnerung an die Geschichte, die ich am Abend zuvor über einen Jäger gehört habe, der sich das Bein brach, weil er zwischen zwei Felsen gerutscht war, achte ich bei jedem Schritt darauf, wohin ich trete. Jagdkunde ist voll von warnenden Geschichten. Etwas später erreichen wir einen Felsbrocken von der Grösse eines Minivans, der unsere Basis und unser Aussichtspunkt ...

  • Direkte Demokratie: selbstverständlich und zugleich unverstanden

    So, 14 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Der Historiker Olivier Meuwly hat ein Buch zur politischen Geschichte der direkten Demokratie der Schweiz publiziert. Dieses zeichnet den langwierigen Prozess nach, der zum System der direkten Demokratie führte, wie wir es heute kennen. Der Zeitpunkt der Publikation hätte günstiger nicht sein können, denn das Thema Volksbeteiligung sorgt gegenwärtig im In- und Ausland für heftige Diskussionen. Der Waadtländer Historiker im Gespräch mit swissinfo.ch. swissinfo.ch: Die direkte Demokratie wird in der Schweiz seit langem praktiziert und man hat eigentlich den Eindruck, sie bestens zu kennen. Weshalb also ein Buch über ihre Entstehungsgeschichte? Olivier Meuwly: Es trifft zu, dass die direkte Demokratie in schon fast ritueller Weise praktiziert wird, und doch fehlt es häufig an einem tieferen Verständnis. Die direkte Demokratie ist nicht einfach eines schönen Tages auf das Schweizervolk herniedergegangen. Sie ist vielmehr das Ergebnis einer vielschichtigen und komplexen ...

  • Loprenos neuer Fotoband "hat etwas Heroisches"

    Sa, 13 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Nach "Voyage en Suisse" (Reise in die Schweiz) setzt der Genfer Fotograf Patrick Gilliéron Lopreno mit seiner "Eloge de l'invisible" (Lobrede des Unsichtbaren) seine Reisen am Rande einer anschaulichen Schweiz fort. Der Pressefotograf hat in den letzten zehn Jahren einen immer sensibleren persönlichen Ansatz entwickelt, den er in seinen Fotobüchern darstellt. Das renommierte Berner Unternehmen Till Schaap Edition ist Herausgeber von Loprenos drittem Buch in einer zweisprachigen (französisch/deutsch) Ausgabe. Im Vorwort dieses Buchs schreibt der Walliser Schriftsteller Slobodan Despot: "Es hat etwas Aberwitziges an sich, heutzutage einen Fotoband zu veröffentlichen. Oder besser: etwas Heroisches. Denn ein Fotoband ist an und für sich eine Geste des Widerstands. Keine Kunst ist in den letzten Jahrzehnten so sehr in der Masse versunken wie die Fotografie. In jeder Minute werden weltweit Millionen von Fotos geschossen." Laut Despot ist "der Blick von Patrick Gilliéron Lopreno eine ...

  • In den USA winkt eine Chance

    Fr, 12 Okt 2018 14:00:00 GMT

    Donald Trump setzt auf bilaterale statt multilaterale Abkommen. Für die Schweiz bedeutet das eine Chance, aber auch Unsicherheit, schreibt Chefökonom der Handelszeitung, Ralph Pöhner. Nächste Woche reist die oberste Schweizer Handelsdiplomatin nach Washington, um Gespräche für ein allfälliges Freihandelsabkommen zu führen. Donald Trump ist nicht an allem schuld. Der amerikanische Präsident wird von EU-Politikern, US-Journalisten und KP-Funktionären gern als Totengräber des Freihandels präsentiert. Und seine wild verteilten Strafzölle erschweren den Austausch zwischen den Nationen ja in der Tat. Jetzt aber kam die Kehrseite seines Import-Export-Handelns ans Licht: Trump vereinbarte mit Mexikos Präsident Nieto, in nur neunzig Tagen einen Freihandelspakt zu unterzeichnen – und zugleich das Nafta-Abkommen zu kippen. Der Businessman, so zeigt sich, will kein Protektionist sein. Aber er hat etwas gegen überregionale Pakete. Kürzel wie Nafta, WTO oder TPP sind ihm ein Graus. Und so ...

  • Die vier Zutaten für eine erfolgreiche Volksinitiative

    Fr, 12 Okt 2018 12:00:00 GMT

    Die Volksinitiative ist das populärste Instrument der schweizerischen Direktdemokratie. Doch es gibt zahlreiche unsichtbare Hürden, die den Zugang erschweren. Was braucht es alles, damit eine Initiative erfolgreich sein kann? Über diese Frage brüteten Initianten, Verfassungsrechtler und Kampagnenprofis zusammen mit dem Publikum in Zürich. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Hier äussern nebst internen auch aussenstehende Autoren ihre Ansichten. Ihre Positionen müssen sich nicht mit jener von swissinfo.ch decken. Von der anfänglichen Idee bis zur finalen Abstimmung ist es ein weiter und hürdenreicher Weg. Was braucht es für eine erfolgreiche Initiative? 1. Alles beginnt mit einer Idee Die wichtigste Voraussetzung steht ganz am Anfang des Prozesses: Eine zündende Idee, die in tiefster Überzeugung wurzelt und die Leute anspricht. Es erfordert aber auch Chuzpe, Kreativität, Idealismus, Opferbereitschaft und viel Schnauf.

  • Machen Frauen anders Politik?

    Fr, 12 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Am 5. Dezember wählt die Bundesversammlung zwei neue Bundesräte. Und vielleicht werden es zwei Frauen sein. Wird das die Schweizer Politik prägen? Für die FDP steigt Karin Keller-Sutter als grosse Favoritin ins Rennen ein, für die CVP hat sich noch keine mögliche Kandidatin klar geäussert. Und doch besteht die Möglichkeit, dass in der kommenden Wintersession zwei Frauen in den Bundesrat gewählt werden. Dann wären es neben SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga drei Bundesrätinnen, die über dieses Land entscheiden. Was können Frauen besser in der Politik? Oder was können Männer besser? swissinfo.ch ist in der Bundeshauptstadt Bern auf die Strasse gegangen und hat bei den Schweizern nachgefragt. ​​​​​​​

  • Was würde ein harter Brexit für die Briten in der Schweiz bedeuten?

    Do, 11 Okt 2018 15:00:00 GMT

    Was passiert mit britischen Bürgern in der Schweiz, wenn das Vereinigte Königreich in sechs Monaten ohne Abkommen aus der EU ausscheidet? Dann werden die bilateralen Abkommen der Schweiz mit der EU nicht mehr auf britische Bürger anwendbar sein. Die Verunsicherung unter Auslandbriten ist gross. Bis im Herbst hätten die Verhandlungen über ein Austrittsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich abgeschlossen sein sollen. Doch noch ist alles offen. Der viel diskutierte "Chequers-Plan" der britischen Premierministerin Theresa May, wurde von den EU-Staatschefs Ende September in Salzburg für unausführbar erklärt. Selbst britische Politiker sind sich bei weitem nicht einig, ob sie den Vorschlag unterstützen. Und während das EU-Abkommen also noch aussteht, müssen natürlich auch bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien geschlossen werden. Im August veröffentlichte die britische Regierung einen Leitfaden darüber, was im Falle eines harten Brexits passieren ...

  • Wieviel verdient ein Lehrer in der Schweiz?

    Do, 11 Okt 2018 11:00:00 GMT

    Wie viel verdienen Lehrkräfte an den obligatorischen Schulen in der Schweiz? Der Föderalismus führt zu grossen kantonalen Unterschieden. Solche gibt es auch zwischen den offiziellen Zahlen und der Realität in den Schulhäusern. Am besten wählen Kindergärtnerinnen und Kindergärtner Genf als Arbeitsort. Denn dort verdienen sie 97'000 Franken, verglichen mit dem Kanton Graubünden, der sie mit 60'000 Franken am schlechtesten entlöhnt. Der Unterschied des Basislohns in den beiden Kantonen ist beträchtlich. Auch die Primarschullehrkräfte verdienen in Genf mit 97'000 Franken am besten. Im Tessin sind sie mit 66'000 Franken am schlechtesten bezahlt. Auf der Sekundarstufe ist die Kluft etwas geringer, zwischen 105'000 Franken in Genf und 85'000 Franken im Kanton Nidwalden. Eine Lehrkraft absolviert in der Schweiz nach Abschluss des Gymnasiums eine Ausbildung von drei oder fünf Jahren. Im Durchschnitt verdient sie zu Beginn ihrer Karriere 82'500 Franken pro Jahr, also 6875 Franken pro ...

  • Der grösste Umsturz in der Geschichte der Schweizer Politik

    Do, 11 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Für die einen ist es Langeweile pur, für die anderen ein Baustein ihres Erfolgs: Die Schweiz ist ein Hort der politischen Stabilität. Exakt vor 100 Jahren aber hat ein Erdbeben die Schweizer Politlandschaft erschüttert und für immer verändert: Bei den Parlamentswahlen 1919 beendeten die Stimmbürger die Vorherrschaft der radikalen Staatsgründer. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Hier äussern nebst internen auch aussenstehende Autoren ihre Ansichten. Ihre Positionen müssen sich nicht mit jener von swissinfo.ch decken. Es floss kein Blut. Vielmehr wurde der Freisinn, der den Schweizer Bundesstaat seit dessen Gründung 1848 gewissermassen in Alleinherrschaft regierte, in die Schranken gewiesen: Per Wahlzettel. 1919, bei den Wahlen in den damals 189-köpfigen Nationalrat, die grosse Kammer des Schweizer Parlaments. Statt Pistolen und Gewehre ebnete ein zutiefst demokratischer Akt den Weg in die Konsensdemokratie: 1918 ...

  • Schweiz hält an Engagement gegen Todesstrafe fest

    Mi, 10 Okt 2018 14:00:00 GMT

    Anlässlich des Welttages gegen die Todesstrafe kritisiert Amnesty International die unmenschlichen Haftbedingungen in den Todeszellen vieler Länder. Die offizielle Schweiz erinnert daran, dass sie "die Todesstrafe unter allen Umständen entschieden ablehnt und sich für eine Welt ohne Todesstrafe einsetzt". Amnesty International zählte im letzten Jahr 993 Hinrichtungen in 23 Ländern. Das ist ein Rückgang von 4% gegenüber 2016 und von 39% gegenüber 2015. Die meisten Hinrichtungen fanden im Iran, in Saudi-Arabien, im Irak und in Pakistan statt. "China haben wir aus Mangel an zuverlässigen Informationen nicht berücksichtigt. Aber wir gehen davon aus, dass dort jedes Jahr mehrere tausend Menschen hingerichtet werden", sagt Alain Bovard, Jurist bei der Schweizer Abteilung von Amnesty International, einer 1961 in London gegründeten Nichtregierungsorganisation. "Es gilt nicht nur die Ergebnisse von einem Jahr zum anderen, sondern auch langfristig zu vergleichen", sagt Bovard. "Vor ...

  • "Helvetia ruft!" Aber wird sie auch gehört?

    Mi, 10 Okt 2018 11:00:00 GMT

    Am 5. Dezember 2018 wählt das Schweizerische Parlament zwei Nachfolgerinnen oder Nachfolger von Johann Schneider-Ammann (FDP) resp. Doris Leuthard (CVP) in die Landesregierung. Beide hatten ihren Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt. Die Hauptfrage diesmal: Wie viele Frauen zählt der neue Bundesrat. Eine, zwei oder drei? Heute lebt jede Bundesratswahl in der Schweiz von ihrem eigenen, besonderen Story Telling. 2015 war es die Rückkehr der SVP zur Doppelvertretung im obersten Führungsgremium (Zu den Parteien siehe Box am Schluss). Guy Parmelin wurde gewählt.  2017 ging es um den Wiedereinzug der italienischen Sprachminderheit in die Landesregierung. Ignazio Cassis wurde gewählt. 2018 nun ist es die Frauenfrage, die am meisten bewegt.  Was für ein Ausgang ist zu erwarten? Aktuell sitzen zwei Frauen in der Schweizer Regierung. Damit belegt sie in der UNO-Rangliste der Frauenvertretung in Regierungen Platz 33 von total 185 Ländern.  Mit nur einer Bundesrätin läge die Schweiz ...

  • Wie die Schweiz ein gerechteres Wahlsystem schuf

    Mi, 10 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Im Jahr 1918 beschliesst das Schweizer Volk Historisches: Die Einführung des Verhältniswahlrechts. Wie kam es dazu und welche Auswirkungen hatte das neue System auf das Wahlverhalten der Bürger? Im Jahr 1847 tobte in der Schweiz der Sonderbundskrieg. Er endete am 29. November mit dem Sieg der protestantischen Kantone und mit der politischen Hegemonie des Freisinns. Bereits im folgenden Jahr stand die Verfassung, die erste der neuen Eidgenossenschaft, und sie war stark vom liberalen Geist geprägt. Die Liberalen betrieben fortan eine Politik der schnellen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Sie verwandelte die Schweiz innert wenigen Jahren zu einem der fortschrittlichsten Staaten in ganz Europa. Doch der Wandel hatte seinen Preis. Politik und Wirtschaft verschmolzen zum so genannten System Escher, bei dem die politische und die industrielle Elite das Sagen hatte. Viele Bürger wehrten sich, weil sie das System als sehr unfair betrachteten. Die liberale Volksbewegung, die in ...

  • Warum Auslandschweizer anders wählen

    Di, 9 Okt 2018 13:45:00 GMT

    Fast der Hälfte der Auslandschweizer liegen die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU am meisten am Herzen. In der Schweiz haben die Beziehungen mit Brüssel nur für jeden vierten Wähler Priorität. Die Ergebnisse des Forschungsinstituts Sotomo zeigen grosse Unterschiede in den politischen Präferenzen zwischen den befragten Auslandschweizern und Inländern. Sie bestätigen aber frühere Untersuchungen zu diesem Thema. Personenfreizügigkeit Die Auslandschweizerorganisation (ASO) bestätigt, dass die jüngsten Ergebnisse des Wahlbarometers mit früheren Studien übereinstimmen. Laut Sarah Mastantuoni, CO-Direktorin der ASO, leben sechs von zehn Auslandschweizern in den EU-Mitgliedstaaten und die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU sind für sie ein wichtiges Thema. "Vielleicht ist das nicht so offensichtlich, aber die Grundsätze der Freizügigkeit gelten nicht nur für EU-Bürger, die zur Arbeit in die Schweiz kommen, sondern auch für Schweizer, die in einem ...

  • Ausstellung belebt Stimmung von 1968

    Di, 9 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Vor 50 Jahren erschütterten Studenten- und Arbeiterunruhen weltweit die Gesellschaft. Das Landesmuseum Zürich widmet dieser bewegten Zeit eine Ausstellung und gibt wichtige Einblicke in die visuelle Kultur der 68er-Bewegung. Unser Rundgang beleuchtet einige Bilder und Objekte, die uns die wichtigen Themen jener Zeit im In- und Ausland näherbringen. Fernseher, Skulpturen, Installationen, Manifeste, Andenken, bewegte Bilder: Das Landesmuseum Zürich (Schweizerisches Nationalmuseum) bekräftigt mit der Ausstellung Imagine 68 seinen multimedialen Anspruch. "Das Spektakel der Revolution", kuratiert von Stefan Zweifel und Juri Steiner, widmet sich einer der kontroversesten Zeitspannen des 20. Jahrhunderts. + 1968 in der Schweiz 1968: Dieses Jahr prägte nicht nur jene Zeit, sondern wirkte in manchen Aspekten bis weit in die 1970-er Jahre. Die zwei Kuratoren wollten nicht bloss eine Chronik der Ereignisse vermitteln, sondern versuchten mit ausgewählten Objekten und einer freien Umsetzung ...

  • Kampf gegen Klimaerwärmung: "Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend"

    Mo, 8 Okt 2018 14:00:00 GMT

    Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C ist weiterhin möglich, aber die Netto-CO2-Emissionen sollten bis 2050 auf null reduziert werden. Das sagen die UNO-Klimaexperten in ihrem am Montag veröffentlichten Bericht. Überlegungen der beiden Schweizer Autoren des Dokuments. Viel Zeit bleibt nicht. Dieser Satz wurde in den letzten Jahren oft wiederholt, aber im Lichte des jüngsten Sonderberichts des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen der UNO (IPCC) – der von den Staaten im Jahr 2015 angefordert wurde – wird diese Anweisung noch dringender. Um die globale Erwärmung auf 1,5°C (im Vergleich zur vorindustriellen Ära) zu begrenzen, muss das Nettogleichgewicht zwischen vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen und den von Ökosystemen absorbierten Emissionen bis 2050 Null betragen, sagt der IPCC. Laut dem 2015 unterzeichneten Pariser Klimaabkommen soll "der Temperaturanstieg auf deutlich unter 2°C begrenzt werden, mit dem Ziel einer maximalen Erhöhung von 1,5°C".

  • Als die Spanische Grippe die Schweiz heimsuchte

    Mo, 8 Okt 2018 11:00:00 GMT

    Die Pandemie der Spanischen Grippe 1918-1919 war eine der schlimmsten Katastrophen in der Schweizer Geschichte. Rund 25'000 Menschen starben, die Hälfte der Bevölkerung hatte sich infiziert. Die tödlichste Welle wurde im Oktober 1918 verzeichnet. Es war Anfang Juli 1918, als Schweizer Frontsoldaten in der Nähe des jurassischen Dorfes Bonfol erstmals mit der Spanischen Grippe infiziert wurden. Die Schweizer Grenze traf dort auf die deutsch-französische Frontlinie. Zwischen 40 und 80 Prozent der dort stationierten Soldaten wurden krank. Die Kommandanten strichen die meisten Ausbildungskurse und schickten die Soldaten nach Hause. Die Krankheit breitete sich damit rasch in der Westschweiz aus. Doch im September schien sie ihren Zenit bereits überschritten zu haben. Niemand glaubte daran, dass eine zweite, tödlichere Welle kurz darauf durch das ganze Land rollen sollte. Sie dauerte von Ende September bis Ende November 1918. Eine dritte, viel mildere Welle wurde noch im Januar 1919 ...

  • Prozess einer vergangenen Epoche?

    Mo, 8 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Die UBS und ihre französische Niederlassung stehen ab Montag vor dem Pariser Strafgericht. Der Bank droht eine horrende Busse von fünf Milliarden Euro. Es sei denn, sie wird mangels Beweisen freigesprochen. Es ist der erste grosse Prozess im neuen Gerichtsgebäude, das im April im 17. Arrondissement in der Nähe der Ringautobahn eingeweiht wurde und das zu einem "Schaufenster" für die Justiz des 21. Jahrhundert werden soll. Die UBS hätte wohl gerne auf diese Ehre verzichtet. Auf der Anklagebank sitzen die Grossbank, ihre Filiale UBS France sowie sieben ihrer ehemaligen verantwortlichen Mitarbeiter. Der Vorwurf: Geldwäscherei in Verbindung mit Steuerbetrug und illegaler Kundenanwerbung. Der Prozess dauert rund fünf Wochen. Bei dem Prozess in Paris gehe es um eine Welt von gestern, die Zeit des Bankgeheimnisses, sagt Philippe Kenel, Waadtländer Anwalt für Steuerrecht. Eine Ära, die noch nicht allzu lange zurückliegt. Zwischen 2004 und 2011 sollen die grösste Schweizer Bank und ihre ...

  • "Wenn man bereit für Veränderungen ist, fällt alles leichter"

    So, 7 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Die Auslandschweizerin Sabrina Maniscalco hat bereits in mehreren Ländern gelebt. Sie ist 31 Jahre alt, "und wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, fühlt sich das viel besser an als 21". Die Fotografin lebt gegenwärtig in Portugal von verschiedenen Jobs und hat in ihrem Alltag im Ausland erkannt, dass sich die Menschen überall ähnlich sind. swissinfo.ch: Wann und warum haben Sie die Schweiz verlassen? Sabrina Maniscalco: Nach meinem Universitätsstudium in Lausanne erhielt ich 2014 ein Angebot, als Kamera-Assistentin in Brasilien zu arbeiten, für einen Dokumentarfilm über eine Fussballmannschaft (Atletico Mineiro) in Belo Horizonte. Ich war zuvor noch nie in Südamerika gewesen und packte die Gelegenheit beim Schopf! Die in diesem Artikel geäusserten Ansichten, unter anderem zum Gastland, sind ausschliesslich jene der porträtierten Person und müssen sich nicht mit der Position von swissinfo.ch decken. Daraufhin arbeitete ich als Standfotografin an Filmsets und war für ein ...

  • Der moderne Schweizer Bio-Wein aus der alten Presse

    Sa, 6 Okt 2018 09:00:00 GMT

    Bio-Wein wird in der Schweiz immer beliebter. Winzer wie Jean-Denis Perrochet nutzen dabei traditionelle Prozesse, die während Jahrhunderten in der Familie gepflegt wurden. Jean-Denis Perrochet hat sich mit seinem biodynamischen Schweizer Wein und seinem leidenschaftlichen Einsatz für Bio-Weinbau einen Namen gemacht. Weil er von dessen gesundheitlichen und ökologischen Vorteile überzeugt war, begann Perrochet 2012 mit seiner Frau und seinem Sohn, biodynamischen Wein zu produzieren. Sein Weingut, die Domaine de La Maison Carrée, liegt in der Nähe der Nordwestschweizer Stadt Neuenburg. Dort ernten sie im Herbst Original Schweizer Chasselas-Trauben, bevor die kalten Temperaturen die Weinberge um das Dorf Auvernier erreichen. Perrochets verwenden dieselben Geräte und folgen denselben Prozessen, wie dies seine Familie schon seit sieben Generationen gemacht hat. Er glaubt, sein Geschäft habe vom Wissen seiner Vorfahren profitiert, die 1827 mit dem Weinbau begonnen haben. Zu den ...

  • "Der Staat kann niemanden zwingen, gegen seinen Willen zu leben"

    Fr, 5 Okt 2018 14:00:00 GMT

    Jacqueline Jencquel will im Januar 2020 sterben: Im Alter von rund 75 Jahren, bei guter Gesundheit – und mit Unterstützung der Schweizer Organisation Lifecircle. Die Französin hat mit ihrem öffentlich geäusserten Wunsch die Debatte um Sterbehilfe erneut angefacht. Ethiker Alberto Bondolfi befürwortet eine stärkere Kontrolle der Finanzierung von Sterbehilfeorganisationen. "Alter ist eine unheilbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich ist." So betrachtet Jacqueline Jencquel das Altern und weigert sich, allfällige damit verbundene Qualen zu aktzeptieren. Mit 74 Jahren fliegt die Französin noch immer Gleitschirm, hat einen 30 Jahre jüngeren Partner und führt ein reges Leben in Paris. Und sie leidet weder an einer unheilbaren, noch an einer degenerativen Krankheit. Doch auch für sie wird alles einmal ein Ende haben. Statt zu erleben, wie ihr Stern langsam erlöscht, hat sie einen exakt programmierten Abgang von der Lebensbühne entworfen: Sie will im Januar 2020 in der Nähe von ...

  • Die Schweiz – zuverlässige Stütze bei der Katastrophenhilfe

    Fr, 5 Okt 2018 12:19:00 GMT

    Es ist die jüngste Katastrophe: Nach einem Erdbeben in Indonesien vom 28. September hat ein Tsunami auf der Insel Sulawesi über 1000 Menschen getötet, mehrere Hundert verletzt und riesige Schäden verursacht. Die indonesische Regierung hat um internationale Soforthilfe gebeten, die Schweiz ist mit humanitären Helfern vor Ort. Am 1. Oktober sagte die Schweizer Regierung die Entsendung von sieben Nothilfeexperten ins Katastrophengebiet zu. Das Team besteht aus Ärzten sowie Spezialisten für Wasserversorgung, Bau und Logistik. Sie gehören zum Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe. Das SKH kann im Katastrophenfall sofort hochqualifizierte Fachkräfte in ein Krisengebiet schicken. Die Suche und Bergung von Opfern zählt beim aktuellen Einsatz nicht zu den Aufgaben der Katastrophenhelfer, ist doch seit der Flutwelle schon zu viel Zeit vergangen. Das schweizerische Aussenministerium (EDA) sieht die Hauptziele des SKH darin, "Menschenleben dort zu retten, wo sie gefährdet sind, ...

  • Fotografie als Klassenkampf

    Fr, 5 Okt 2018 09:50:00 GMT

    Emil Acklin war ein Schweizer Fotograf, der die soziale und politische Geschichte Zürichs zwischen 1930 und 1950 dokumentierte. Dabei standen die Menschen als Arbeiter im Fokus seiner fotografischen Tätigkeit. Das Stadtarchiv Zürich macht Acklins Nachlass nun mit einer Ausstellung öffentlich. Auf Zürichs Strassen war der Lehrer, Kommunist und Fotograf Emil Acklin (1889-1976) unterwegs. Mittels seiner Leica Kamera hielt er das alltägliche Leben der Menschen im Arbeiterquartier Aussersihl in Bildern fest. Nicht nur werktags bei der Arbeit lichtete er Zürcherinnen und Zürcher ab, sondern auch während derer Freizeit oder bei politischen Veranstaltungen, wie etwa beim 1.Mai-Umzug. Acklin verstand seine Fotografie als Bestandteil des damals herrschenden Klassenkampfs. Stürmische Zeiten Industrialisierung, Bildung der Arbeiterschicht und Wirtschaftsnot während der Kriegsjahre prägten Acklin sehr stark. Folglich wandte er sich in seinen jungen Jahren immer mehr sozialistischen Inhalten zu.

Entdecken Sie die Schweiz

Tessin

 

Strategische Partner


Exklusiv-Partner


Promotionspartner

 

Werbung

Schweizer Revue: zur Online-Ausgabe wechseln