Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Corona-Virus: die Situation in der Schweiz

    Sa, 28 Mär 2020 17:36:00 GMT

    Seit zwölf Tagen gilt in der Schweiz die ausserordentliche Lage. Gesundheitsminister Alain Berset erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz nicht vor Mitte Mai zu Ende sein wird, wie er in Interviews sagte. "Bleiben Sie weiterhin zuhause!", bittet Berset die Bevölkerung. Hier die aktuellen Corona-Informationen:Fallzahlen: 13'862 Infizierte, 258 Verstorbene (Stand Samstagabend). Dies nach offiziellen Angaben aller Kantone und des Fürstentums Liechtenstein. Aufgrund von Verspätungen bei der Verarbeitung der Fallzahlen einiger Kantone veröffentlicht SWI swissinfo.ch aktuell Zahlen, die direkt von den Kantonen stammen.Noch sei es zu früh, eine Schlussfolgerung aus den Massnahmen des Bundes zur Einschränkung von Kontakten zu ziehen, sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstagnachmittag. "Man hat noch zu wenig Zahlen dafür. Das einzige, was wir sagen können, ist, dass die schlimmsten Prognosen nicht eingetreten sind."280 Menschen brauchen in der Schweiz ...

  • Coronavirus schwächt Schweizer Medien trotz Rekordnutzungszahlen

    Sa, 28 Mär 2020 14:00:00 GMT

    Der Bedarf an qualitativ hochwertigen Informationen war noch nie so gross wie in dieser Zeit der Pandemie. Doch die Werbeeinnahmen brechen weiter ein, die Schweizer Medien sind in grossen Schwierigkeiten. Die meisten greifen bereits auf Kurzarbeit zurück. Der öffentlich-rechtliche Auftrag der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), zu der auch swissinfo.ch gehört, ist in diesen schwierigen Zeiten besonders wichtig. "Mehr denn je müssen wir unser Publikum begleiten und ihm durch diese beispiellose Krise helfen, indem wir unsere dreifache Aufgabe erfüllen: informieren, beraten und begleiten", sagt Pascal Crittin, Direktor von Radio Télévision Suisse (RTS). Die Programmpläne wurden geändert, um die Berichterstattung über das aktuelle Geschehen und die Serviceangebote zu stärken sowie Unterhaltungs- und Bildungsangebote für die zu Hause lernenden Schüler und Schülerinnen zu bieten. Auch die Schweizer Medien leiden unter der Coronavirus-Krise. Die Werbeeinnahmen gehen ...

  • Das Coronavirus in der Schweiz in Zahlen

    Fr, 27 Mär 2020 14:37:00 GMT

    Die Schweiz gehört zu den von der Covid-19-Pandemie am stärksten betroffenen Ländern, gemessen an der Zahl der Infektionen pro Kopf. Die vielen unterschiedlichen Zahlen um die Verbreitung des Virus sorgen allerdings für Verwirrung. Die verschiedenen Methoden, die weltweit zum Testen und Melden von Coronavirus-Fällen verwendet werden, können das Verständnis der aktuellen Pandemie-Situation erschweren. Eine völlig korrekte Abbildung der Krise ist kaum möglich – selbst wenn es um die Zahl der Todesfälle geht. Hier ein Überblick über die Situation, mit Daten aus verschiedenen vertrauenswürdigen regionalen, nationalen und internationalen Quellen, mit Stand vom 26. März 2020. Welche Kantone der Schweiz sind am stärksten betroffen? Gemäss kantonalen Zahlen, die der Berner Forscher Daniel Probst aggregiert hat, lag die Gesamtzahl der positiv getesteten Fälle in der Schweiz am 26. März bei über 11'000. Mit über 2000 Infizierten zählt der Kanton Waadt die meisten Fälle, der Kanton ...

  • Wenn Versicherungen nicht für die Stornierung von Reisen haften

    Fr, 27 Mär 2020 12:30:00 GMT

    Was passiert, wenn man schon lange eine Reise ins Ausland geplant hat und nun wegen der Pandemie gezwungen ist, diese abzusagen? Werden die bereits entstandenen Kosten erstattet? Was ist aus versicherungstechnischer Sicht der Unterschied zwischen "Epidemie" und "Pandemie"? Fragen, auf die viele Menschen heute gerne Antworten hätten. Der Frühling kündigt sich an, die Ostersaison steht vor der Tür. Viele Menschen nutzen diese Gelegenheit normalerweise, um eine Auslandreise zu unternehmen. Einige fliegen an exotische Orte, andere entdecken eine europäische Hauptstadt. Ein Sprichwort besagt: "Weihnachten mit der Familie, Ostern mit wem Du willst". Und auch in diesem Jahr, kurz nach Weihnachten, haben viele Menschen Reisen und Aufenthalte im In- und Ausland gebucht. Höchstwahrscheinlich werden wir jedoch zu Ostern alle gezwungen sein, zu Hause zu bleiben. Jene, die schon vor längerer Zeit Flugtickets gekauft und eine Unterkunft gebucht haben, werden jetzt sicherlich von Zweifeln ...

  • Der Alptraum oder wenn Frauen mit ihrem Peiniger isoliert sind

    Fr, 27 Mär 2020 09:46:00 GMT

    Was passiert hinter doppelt verriegelten Türen? Die Hoffnung, die Covid-19-Pandemie zu stoppen, besteht darin, dass die Menschen in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Doch gibt diese Isolation gewalttätigen (Ehe)Partnern mehr Spielraum, so die Befürchtung. Organisationen zur Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt machen sich Sorgen. Bleiben Sie zu Hause! Diese wichtigste Massnahme zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie wird überall verfügt, in der Schweiz wie in vielen anderen Ländern auch. Fast drei Milliarden Menschen weltweit sind angewiesen, zu Hause zu bleiben, um sich und andere zu schützen. Eine Verfügung, die davon ausgeht, dass das Zuhause grundsätzlich ein sicherer und gemütlicher Ort ist. Dabei geht vergessen, dass Gewalt oft in die Privatsphäre vieler Menschen eindringt. Insbesondere in jene von Frauen. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit kann gerade für sie zum Alptraum werden. "Wir befinden uns in einer widersprüchlichen Situation: Den Menschen wird gesagt, ...

  • Schweizer Pflegefachkräfte waren schon vor der Krise am Limit

    Fr, 27 Mär 2020 07:43:00 GMT

    Während die Bevölkerung sich mit Applaus auf Balkonen beim Pflegepersonal bedankt, hat die Schweizer Landesregierung Ruhezeiten und Höchstarbeitszeit für das Pflegepersonal während der Corona-Krise kurzerhand ausgesetzt. Personalmangel ist allerdings nicht erst seit der Krise ein Problem. Schon lange macht das Pflegepersonal in der Schweiz darauf aufmerksam, dass es an der Grenze der Belastbarkeit arbeitet. Mit einer Volksinitiative fordert es, dass mehr Personal ausgebildet wird, dass die Maximalzahl Patienten pro Pflegefachperson begrenzt wird und dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden.  Wenn in Normalzeiten bis an die Belastungsgrenzen gegangen wird, wie ist es dann jetzt? Ausserordentlich hart: Für das Spitalpersonal sind alle Regelungen zu Ruhezeiten oder Arbeitszeitbeschränkungen (bisher 60 Stunden) ausser Kraft gesetzt. Der Bundesrat hat in einer Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus das Arbeitsgesetz für Spitalabteilungen sistiert, die infolge ...

  • Das Virus, die Schweiz und der Stillstand

    Do, 26 Mär 2020 15:59:00 GMT

    Die Menschen in der Schweiz wollten den Frühling feiern. Aber Zürich, Basel, Bern, Genf & Co. sind nun Geisterstädte. Banker, Nationalrätinnen, Ständeräte, Fussballer und Skiasse sind von der Bildfläche verschwunden. Es dominieren Bilder von Daniel Koch, oberster Kämpfer gegen das Coronavirus.  Die Ausgeh-Agenda ist einer Krisen-Agenda gewichen. Deren Fixpunkte sind die Medienkonferenzen der Regierung mit der Verkündung der neuen, schärferen Massnahmen. Willkommen in der Schweiz im Bann der Coronakrise. Hier eine persönliche Einordnung der Geschehnisse. Vor dem Virus sind alle gleich. Gleich machtlos. Auf einmal haben selbst der Bundesrat, das Parlament und die allgewaltigen Wirtschaftsbosse, also jene, deren Entscheide sonst das Leben von 8,5 Millionen Menschen in der Schweiz betreffen, keine Antworten mehr. Die sieben Politikerinnen und Politiker des Bundesrats regieren das Land im Krisenmodus. Mit Massnahmen, die es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Aber ...

  • "Die Grenzschliessungen sollten nicht zu weniger Solidarität führen"

    Do, 26 Mär 2020 14:00:00 GMT

    Die Coronavirus-Pandemie hat die europäischen Staaten dazu gezwungen, ihre Grenzen zu schliessen. Es gilt: Jeder schaut zuerst einmal für sich. Dieser Mangel an Solidarität könnte seine Spuren hinterlassen, sagt Gilles Grin, Direktor der Jean-Monnet-Stiftung für Europa. Auf das sich ausbreitende Coronavirus reagieren alle Staaten gleich: Mit Grenzschliessungen, Bewegungskontrollen und dem Einfrieren der internationalen Zusammenarbeit. Diese Abschottung ist auch in der Europäischen Union (EU) und im Schengen-Raum, dem die Schweiz angehört, sichtbar. Dieser Mangel an Kooperation und Solidarität zwischen den Staaten führt zu ganz konkreten Problemen: Überfüllte Spitäler sind nicht in der Lage, Patienten in verfügbare Betten auf der anderen Seite der Grenze zu verlegen, und die Versorgung mit medizinischer Ausrüstung, die zur Bekämpfung der Pandemie benötigt wird, wird verlangsamt oder sogar unterbrochen. Eine Krise dieses Ausmasses erschüttert die Institutionen zwangsweise. Aber es ...

  • Ungewisse Zukunft für den Schweizer Immobilienmarkt

    Do, 26 Mär 2020 11:00:00 GMT

    Das Jahr 2019 war ein sehr gutes Jahr für Immobilieninvestoren und für 2020 haben sie mit einer rosigen Zukunft gerechnet. Nun könnte sich aber wegen der Corona-Krise und einer möglichen weltweiten Wirtschaftskrise alles ändern. Die Immobilieninvestoren in der Schweiz blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Zwar sind die Mieten etwas gesunken, dadurch haben aber auch die Leerstände abgenommen. Per Ende 2019 zeigen Liegenschaften etwa eine Werteentwicklung von 3.0% gegenüber 2.0% im Vorjahr, wie das Immobilienberatungsunternehmen IAZI im IAZI Swiss Property Benchmark festhält. Besonders Wohnliegenschaften haben an Wert gewonnen. Alles in allem waren die Erträge aus Investorensicht äusserst zufriedenstellend. Bis vor kurzem waren die Prognosen der Immobilieninvestoren für das Jahr 2020 optimistisch. Nicht nur für sich selbst: "2020 wird ein Jahr für die Mieter werden", ist Prof. Dr. Donato Scognamiglio, CEO der IAZI AG, überzeugt. Durch die Negativzinspolitik der ...

  • Coronavirus: Was gilt in der Schweiz als "essenziell"?

    Do, 26 Mär 2020 10:00:00 GMT

    Die Schweiz geht bei der Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus zwar nicht so weit wie Italien, hat aber alle Tätigkeiten und Aktivitäten verboten, die als nicht "zwingend erforderlich" gelten. Eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, was für die Gesellschaft wirklich wichtig ist, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Sergio Rossi. Geschäfte, Märkte, Restaurants, Bars, Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzertsäle, Theater, Sportzentren, Schwimmbäder, Coiffeursalons, Schönheitssalons und Skigebiete: Vom 17. März bis 19. April sind alle diese Einrichtungen in der Schweiz geschlossen. Nach Ansicht der Behörden handelt es sich dabei um "nicht zwingend erforderliche" Aktivitäten, auf die zum Schutz der öffentlichen Gesundheit verzichtet werden kann. Auf die Folgen dieser Entscheidung für Angestellte und Selbständigerwerbende nimmt diese Liste keine Rücksicht. Wie könnte ein Sportzentrum oder Theater angesichts der hohen Ansteckungsgefahr des Coronavirus die Gesundheit der Besucher ...

  • Coronavirus: "So erlebe ich mein Bern in dieser Zeit" - Teil 4

    Do, 26 Mär 2020 10:30:00 GMT

    "Die Bedrohung ist real, und das macht Angst. Was jetzt zählt, sind Rücksicht, Vorsicht und gesunder Menschenverstand", sagt Gaby Ochsenbein. Die frühpensionierte ehemalige Redaktorin von swissinfo.ch schreibt in dieser beispiellosen Zeit über ihre Beobachtungen und Fragen – aus persönlicher Sicht. Bevölkerung und politische Parteien, ob links oder rechts, haben den vom Bundesrat verordneten  Lockdown grosso modo akzeptiert. Aufgemuckt wird kaum, und das ist erstaunlich. Sukzessive wurde in den letzten zwei Wochen die ganze Nation auf die Corona-Krise und die Einschränkungen im öffentlichen Leben eingeschworen. Der Appell, Abstand zu halten und wenn immer möglich zu Hause zu bleiben, wurde Tag für Tag dringlicher, die Behörden-Stimmen ernster, bis auch der Hinterletzte begriff: Die Lage ist ernst. Die Schweiz kann übrigens froh sein um ihren nationalen Corona-Experten Daniel Koch. Mit seiner unaufgeregten Redensart ist er der perfekte Botschafter und dürfte im Beliebtheitsgrad ...

  • Er ist die Ruhe im Corona-Sturm - aber nicht nur beliebt

    Mi, 25 Mär 2020 16:00:00 GMT

    Von den Deutschschweizern gelobt, im Tessin und der Westschweiz kritisiert. Daniel Koch ist das Gesicht der Schweiz im Kampf gegen das Coronavirus. Unermüdlich gestaltet und erklärt er die Strategie der Regierung. Ein Portrait. Eine Krise kann eine der Öffentlichkeit bisher unbekannte Figur ins Rampenlicht rücken. In der Schweiz ist dies der Fall von Daniel Koch, unserem "Herrn Coronavirus", Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Sein Gesicht ist nun in den Stuben aller Schweizer Bürger und Bürgerinnen, die ihre Augen auf den Fernseher richten, um die Entwicklung der Pandemie zu verfolgen. Koch ist die Brücke zwischen den eigenen vier Wänden und der Aussenwelt, er ist Gesprächspartner der Journalisten und die Stimme mit der schweren Aufgabe, den rasanten Anstieg der Zahl der Covid-19-Infektionen täglich zu verkünden. Er ist es, der an der Front steht, um die Linie der Regierung zu verteidigen: keine totale Ausgangssperre, sondern ...

  • Schutzmasken ja oder nein?

    Mi, 25 Mär 2020 14:30:00 GMT

    "Muss die Bevölkerung in Ihrer Wahlheimat Schutzmasken tragen? Und hält sie sich daran?" SWI swissinfo.ch hat bei den Schweizerinnnen und Schweizern im Ausland nachgefragt. In der Schweiz ist das Tragen von Hygienemasken in der aktuellen Corona-Krise ein umstrittenes Thema. In der Öffentlichkeit sieht man kaum Menschen, die eine Maske tragen. Das Bundesamt für Gesundheit rät gesunden Menschen vom Tragen der Masken sogar ab. Man wähne sich so in falscher Sicherheit, der Sicherheitsabstand von zwei Metern könnte dadurch eher missachtet werden. Andere Länder, andere Sitten. Wie weltweit mit der Ausbreitung des Virus umgegangen wird, unterscheidet sich von Land zu Land stark. Wir wollten von unserer Auslandschweizer-Community wissen, ob sie von den Behörden in ihrer Wahlheimat dazu aufgefordert würden, Hygienemasken zu tragen. Und ob sich die Bevölkerung daranhalte.  Zahlreiche Meldungen aus aller Welt haben SWI swissinfo.ch erreicht. Wolfgang Ruetz aus Venezuela etwa beantwortete ...

  • Kulturszene ist geschwächt, aber noch immer guter Dinge

    Mi, 25 Mär 2020 13:30:00 GMT

    Absagen von Festivals, Schliessungen von Museen, Theatern und Kino. Die Kunstwelt ist stark von der Corona-Krise betroffen. Vier Kulturschaffende berichten. Ein Konzertsaal ist keine Bank. Und ein Festival ist nicht gleich wie ein internationales Unternehmen aufgebaut, denn freiwillige Mitarbeiten gehören bei ersterem zur Logistik. Es kommt auch vor, dass kulturelle Institutionen nur von ihrem Einkommen leben, ohne von der finanziellen Unterstützung ihrer Stadt oder Gemeinde profitieren zu können. Der Öffentlichkeit gegenüber wortbrüchig zu werden, ist für diese Branche deshalb tödlich. Das zeigt die Zerbrechlichkeit dieses Sektors, der seit Anfang März und vor allem nach der Verkündung des Ausnahmezustands durch den Bundesrat, in seinen Grundfesten ins Wanken geraten ist. Die Absagen von Festivals, Schliessung von Museen und der abrupte Abbruch der Theater- und Opernsaison werden von der Künstlergemeinschaft als Schockstarre erlebt. Die Enttäuschung heute ist zwar gross, doch ...

  • Wie die Schweiz von Entwicklungshilfe profitiert

    Mi, 25 Mär 2020 11:00:00 GMT

    Entwicklungsbanken sind umstritten. Die Schweiz hat grossen Einfluss in diesen supranationalen Organisationen, welche die wirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern fördern sollen. Und die Schweiz profitiert: Laut einer neuen Studie fliessen Gelder der Weltbank via Korruption auf Schweizer Konten. Weltbank schnürt Corona-Hilfspaket Die Weltbank hat 14 Milliarden Dollar Hilfskredite für Entwicklungsländer zugesagt, um das Coronavirus zu bekämpfen. Arme Länder könnte das Virus besonders empfindlich treffen. Ein Teil des Geldes der Weltbank soll die Gesundheitssysteme stärken, ein anderer Teil geht an Unternehmen und deren Angestellte, die durch die Pandemie getroffen sind. Wenn die Weltbank Gelder zur Verfügung stellt, um die Wirtschaft in einem bestimmten Entwicklungs- oder Schwellenland anzukurbeln, steigen plötzlich die Bankkonten-Guthaben von reichen Bürgern dieses Landes in Offshore-Zentren. Eine Studie der Weltbank kommt zum Ergebnis, dass 7,5% der von ihr ausgezahlten ...

  • Kinderpsychologin: "Unsere Isolation ist eine Luxus-Isolation"

    Mi, 25 Mär 2020 07:52:00 GMT

    Die Covid-19-Pandemie hat das Alltagsleben von Millionen Menschen durcheinandergebracht. Das verursacht nicht nur praktische Probleme, sondern kann auch Ängste und Sorgen auslösen. Besonders betroffen sind die Kinder. Die Einschätzung einer Kinderpsychologin. Es ist ein schöner Frühlingstag, draussen ist es sonnig, im Garten umschwirren die Bienen gierig die frisch aufgesprungenen Blüten des wilden Pflaumenbaums. Meine siebenjährige Tochter möchte unbedingt mit ihren Freunden draussen spielen gehen. Ich frage sie, mit wem sie sich treffen möchte, und erinnere sie daran, dass es besser wäre, den Kontakt zu vermeiden. Das kommt nicht gut an: Sie schliesst sich in ihrem Zimmer ein, nicht ohne vorher die Tür zuzuknallen. Szenen wie diese spielen sich vermutlich heutzutage in vielen Schweizer Familien ab. Die Eltern wissen oft weder ein noch aus. In der Whatsapp-Gruppe im Berner Stadtteil, in dem ich wohne, sind die Meinungen geteilt: Manche finden, man könne den Kindern nicht ...

  • "Bleiben Sie zu Hause." Und wer kein Zuhause hat?

    Di, 24 Mär 2020 14:42:00 GMT

    Zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie wird empfohlen, zu Hause zu bleiben. Was passiert mit jenen, die keines mehr haben? Im Kanton Tessin, der am stärksten von der Krise betroffen ist, gibt es ein Aufnahmezentrum mit Betten. In den grossen Städten ist die Situation anders: Genf nimmt Obdachlose in einer ehemaligen Kaserne auf. Dass es auch in einem reichen Land mit funktionierenden Sozialdiensten Menschen gibt, die ohne Schlafplatz bleiben, ist inzwischen bekannt. Im Kanton Tessin nimmt die "Casa Astra" vorübergehend alleinstehende Frauen mit Kindern, ausgerissene Jugendliche, Rückkehrer aus dem Ausland und andere Menschen in Schwierigkeiten auf. Seit der Corona-Krise gab es keinen Anstieg von Anfragen. Am Montagmorgen seien bloss zwei Personen eingetroffen, sagt Leiter Donator Di Blasi gegenüber TVSvizzera/swissinfo.ch. Andere hätten die Institution kürzlich sogar verlassen. "Ich habe mehr Anfragen erwartet", sagt er. "Viele haben bei Freunden oder Verwandten unterkommen können.

  • Coronavirus: "So erlebe ich mein Bern in dieser Zeit" - Teil 3

    Di, 24 Mär 2020 12:32:00 GMT

    "Jetzt gilt Kopf hoch und kreativ sein. Jammern über derzeit Unmögliches bringt nichts", sagt Gaby Ochsenbein. Die frühpensionierte ehemalige Redaktorin von swissinfo.ch schreibt in dieser beispiellosen Zeit über ihre Beobachtungen und Fragen – aus persönlicher Sicht. Die Bäume stehen noch, die Sonne scheint, die Kirchenglocken läuten, die Aare fliesst wie immer. Und trotzdem ist alles anders, ich fühle mich im falschen Film. Wie kann ein ultrawinziges, hirnloses Wesen unsere Welt quasi über Nacht aus den Fugen heben und Wirtschaft, Tourismus, öffentliches Leben, Bildung, Sport und Kultur dermassen in die Knie zwingen? Dieser gefährliche, unsichtbare Gegner hat unseren Alltag in kurzer Zeit drastisch verändert.  Dichtgemacht sind Tierpark, Botanischer Garten, Rosengarten sowie die Plattform hinter dem Berner Münster, wo sonst Kinder im Sandkasten Burgen bauen und Boules gespielt wird. Auch Hochzeiten werden verschoben. Beerdigungen finden, wenn überhaupt, in kleinstem Kreis statt.

  • Zivilgesellschaft wendet sich gegen Autokraten

    Di, 24 Mär 2020 12:00:00 GMT

    2019 haben erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder mehr Menschen unter einem autokratischen Regime gelebt als in einer Demokratie. 2019 ist aber auch das "Jahr des globalen Protests für Demokratie". Dies zeigt der neue V-Dem-Jahresbericht, der umfassendste internationale Demokratievergleich. Das macht Mut: Der Index für pro-demokratische Proteste befindet sich auf einem Allzeithoch. 2019 demonstrierten in Hong Kong grosse Massen an Menschen für mehr Demokratie. In Teheran auch. Ebenso in Warschau. Oder in Santiago de Chile. Überall wandte sich die Zivilgesellschaft gegen das autokratische Regime vor Ort. Sie forderte Pressefreiheit, verlangte mehr Möglichkeiten der politischen Partizipation und trat für die strikte Einhaltung von Menschenrechten ein. Der Aufstand von unten verstärkte sich wieder. 2019 sogar häufiger und intensiver als beim Fall der Sowjetunion oder während des Arabischen Frühlings, wie das V-Dem Institut der Universität Göteborg in seinem Bericht festhält.

  • Generelle Aufhebung des Asylverfahrens steht derzeit nicht zur Debatte

    Di, 24 Mär 2020 09:56:00 GMT

    Die Covid-19-Pandemie hat bisher wenig Auswirkungen auf die Asylverfahren in der Schweiz gehabt. Die Prüfung der Anträge wird fortgesetzt und auch Abschiebungen werden angeordnet. Organisationen, die sich für den Schutz von Migranten einsetzen, fordern eine Suspension des gesamten Prozesses während der Coronavirus-Krise Eingeschränkte Bewegungsfreiheit, geschlossene öffentliche Institutionen, Versammlungsverbot... Die ganze Schweiz versucht, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch diese Einschränkungen haben den Asylbereich noch nicht erreicht. Dort laufen Verfahren trotz der Pandemie weiter. Antragsteller müssen weiterhin bei Anhörungen anwesend sein. Sie können dabei noch immer negative Bescheide erhalten und abgeschoben werden. Mehrere Länder, darunter Italien, weigern sich nun, Asylsuchende, die bei ihnen registriert sind, wiederaufzunehmen. Die Schweiz habe den Transfer noch nicht eingestellt, sondern prüfe von Fall zu Fall, ob eine Rückführung je nach ...

  • Glückskette hilft Menschen, die durch Coronakrise in Not geraten

    Mo, 23 Mär 2020 06:00:00 GMT

    Um die harten Auswirkungen der Schutzmassahmen von Bund und Kantonen im Kampf gegen die Ausbreitung des gefährlichen Virus zu mildern, hat die Glückskette eine Spendenaktion lanciert. Damit sollen Menschen unterstützt werden, die durch die Beschränkungen in eine Notlage geraten sind. Das hat die Schweiz seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erlebt: Im Land steht das öffentliche Leben weitgehend still.  Aufgrund der strikten Massnahmen der Behörden im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus ist die Bewegungsfreiheit der Menschen weitgehend eingeschränkt. Kleine Betriebe wie auch Grossunternehmen erleiden riesige Einbussen. Diese werden bisher auf rund 30 Milliarden Franken geschätzt. So können Sie spenden Spenden mit dem Vermerk "Coronavirus" können online auf www.glueckskette.ch oder per E-Banking auf Postkonto 10-15000-6 getätigt werden. Die Stiftung Glückskette ist die humanitäre Solidaritäts- und Sammelplattform der Schweiz und wird von Radio und ...

  • Ein kommunaler Hilfsdienst für ältere Menschen wegen Covid-19

    Mo, 23 Mär 2020 10:42:00 GMT

    Für ältere und andere gefährdete Menschen einkaufen, damit sie zu Hause bleiben und sich vor dem Coronavirus schützen, ohne in Einsamkeit zu versinken: Die Stadt Bellinzona bietet diesen Service an. Es mag banal erscheinen, aber in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist das keineswegs: Wer Einkäufe zum Haus einer Risikoperson bringt, muss die Hygienevorkehrungen strikte einhalten, um eine Ansteckung zu verhindern. Und nicht jeder Mensch in einer prekären Situation hat jemanden, der für diese Aufgabe zur Verfügung steht. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Bellinzona können diese Dienstleistung nun auf einfache Weise kostenlos in Anspruch nehmen: Sie können sich über eine spezielle Telefon-Hotline an die Gemeinde wenden. Gezielte Unterstützung "Der ganze Stadtrat von Bellinzona steht hinter der Initiative, mit der Idee, den älteren Menschen und Menschen in Schwierigkeiten nahe zu sein. Es erschien uns wichtig, dass die Gemeinde diese Unterstützung anbietet", erklärt der Leiter ...

  • Geschlossene Skigebiete, lebendige Ski-Nostalgie

    Sa, 21 Mär 2020 10:00:00 GMT

    Als die Schweizer Regierung Mitte März beschloss, das öffentliche Leben herunterzufahren, wollten einige Skigebiete zunächst nichts davon wissen. Der Skisport ist in vielen Teilen der Alpen nicht nur wirtschaftlich lebenswichtig, sondern auch Teil der Schweizer DNA, vor allem für die älteren Generationen. Bevor das Coronavirus Europa traf, wurde im Alpinen Museum der Schweiz die Ausstellung "Die verlorenen und gefundenen Erinnerungen" eröffnet, in der alte Skiausrüstungen, Trophäen und sogar Röntgenaufnahmen von Knochenbrüchen bei Skiunfällen gezeigt werden. Viele der Objekte wurden von der Öffentlichkeit gespendet. Wie alle kulturellen Einrichtungen des Landes und Europas musste auch das Alpine Museum nun seine Türen vorübergehend schliessen. Auf der Internetseite des Museums können ein paar ausgewählte Stücke dennoch angeschaut werden. Das ist auch möglich in einem speziell für die Ausstellung erstellten Buch. Es handelt sich um eine Sammlung von Postkarten aus den ...

  • Zwangspause für das turbulente Genfer Quartier Pâquis

    Fr, 20 Mär 2020 15:30:00 GMT

    Kosmopolitisch, populär, pulsierend: Pâquis, in der Nähe des Genfer Bahnhofs, erlebt in der Regel ein zweites Erwachen, wenn die Sonne untergeht. Zwei "Pâquisards" – der Fotograf Patrick Gilliéron Lopreno und swissinfo-Journalist Frédéric Burnand – über das fast unvorstellbare Ausgangsverbot in ihrem Quartier. Dieser frühlingshafte Montagabend war das Ende. Das Ende der Aperitifs auf der Terrasse, der Besuche im Rotlichtviertel, der Gespräche auf den Trottoirs bis zur Morgenstunde, der frühmorgendlichen Treffen der Rentner in ihren Cafés. Die am Nachmittag des 16. März auf nationaler Ebene angekündigten sowie die von den lokalen Behörden ergriffenen Massnahmen zwingen uns, uns auf das Wesentliche zu beschränken. Das Überflüssige – die Seele des Bezirks – wurde auf bessere Zeiten verschoben! Überraschenderweise hält sich das Quartier in dieser ersten Woche des partiellen Ausgangsverbots an die Vorschriften der Behörden. Selbst die Randständigen, die den Tag auf dem Place de la ...

  • Antoine Chollet: "Im Ausnahmezustand ist die Gefahr einer übermässigen Machtballung sehr real"

    Fr, 20 Mär 2020 14:00:00 GMT

    Die Schweizer Regierung hat eine "ausserordentliche Lage" im Sinne des Epidemiengesetzes erklärt. Damit hat sie sich selbst volle Befugnisse bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie eingeräumt. Antoine Chollet, Politikwissenschaftler an der Universität Lausanne, ist besorgt über die fehlende Validierung und Kontrolle durch das Parlament. Die Schweiz erlebt mit der raschen Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 eine grössere Gesundheitskrise. Die Regierung (Bundesrat) hat beispiellose Massnahmen ergriffen, welche die Grundfreiheiten des Einzelnen beeinträchtigen: Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und ein Versammlungsverbot. Um schneller auf die Entwicklung der Pandemie reagieren und zusätzliche Massnahmen ergreifen zu können, hat der Bundesrat die im Epidemiengesetz vorgesehene "ausserordentliche Lage" erklärt und sich damit selbst volle Kompetenzen eingeräumt. Die Landesregierung muss die Kantone nicht mehr konsultieren, bevor sie neue Massnahmen einführt. Das Parlament ...

  • Schutzmasken: wo, welche, für wen?

    Fr, 20 Mär 2020 12:30:00 GMT

    Warum sollen gesunde Personen in der Schweiz keine Schutzmasken tragen, während diese in Heimen und Spitälern Pflicht sind? Geht es darum, die Mangelware fürs Pflegepersonal zu sichern? Die Erklärungen der Schweizer Gesundheitsbehörde sind nicht einfach zu verstehen. Hat es noch Schutzmasken für Private? Nur noch zwei 10er-Packungen Schutzmasken zum Preis von 29 Franken hatte Marlen Aeschlimann, Teilinhaberin der Naturdrogerie in einem Berner Stadtquartier, Mitte der Woche zu verkaufen. Aber eine Lieferung von 1000 weiteren Packungen sei unterwegs, sagte die junge Frau, die selbst keine Schutzmaske trägt. Allein in den letzten zwei Tagen gingen in ihrer Drogerie 200 Packungen über den Ladentisch. Auf dem Etikette verspricht der Hersteller "Schutzmaske, 3-lagig, Anti-Virus, TUV geprüft, ISO-zertifiziert". Geliefert wurden die Masken von Victory Switzerland Gmbh in Kirchberg (Kanton Bern). Die Firma habe in den letzten 48 Stunden 350'000 Stück dieses Typs in Heime, Apotheken ...

  • Auslandschweizer, blockiert in der Schweiz

    Fr, 20 Mär 2020 11:00:00 GMT

    Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die in der Schweiz Ferien machen, schaffen es angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr zurück in ihre Wahlheimat. Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden?  Mit der 📱-App "SWI plus" erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der Schweiz: 👉 Android oder 👉 iPhone "Mit Müh und Not habe ich es noch zurückgeschafft", erzählt Anita Stoppini aus Ägypten. Die 35-jährige Tauchlehrerin ist am Dienstag nach mehreren gescheiterten Flugbuchungen via Paris zurück nach Kairo geflogen. "Der Flug war völlig überteuert, aber Hauptsache ich hatte noch Platz und konnte zurück nach Sharm-el-Sheikh", erzählt die gebürtige Zürcherin. Stoppinis Zukunftspläne wurden abrupt über den Haufen geworfen. Nach drei Jahren in Ägypten ist sie am 21. Februar in die Schweiz gereist, um wieder einmal Familie und Freunde zu sehen und ihren 35. Geburtstag zu Hause zu ...

  • Covid-19: "Wir werden das gemeinsam durchstehen"

    Fr, 20 Mär 2020 08:53:00 GMT

    ​​​​​​​ Die durch das Coronavirus – Covid-19 – verursachte Unruhe umgibt uns alle. Und ich weiss, dass viele ängstlich, besorgt und verwirrt sind. Das ist völlig normal. Wir sind mit einer Gesundheitsbedrohung konfrontiert, wie wir sie noch nie in unserem Leben erfahren haben. Inzwischen breitet sich das Virus aus, die Gefahr wächst und unsere Gesundheitssysteme, unsere Wirtschaft und unser tägliches Leben werden auf eine harte Probe gestellt. Die verletzlichsten Menschen sind die am stärksten Betroffenen – vor allem unsere älteren Menschen und diejenigen mit bereits bestehenden Krankheiten; diejenigen, die keinen Zugang zu einer zuverlässigen Gesundheitsversorgung haben und diejenigen, die in Armut oder am Rand der Gesellschaft leben. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Kombination aus Pandemie und sich abschwächender Wirtschaft werden die meisten von uns einige Monate lang betreffen. Aber die Ausbreitung des Virus wird ihren Höhepunkt erreichen. Unsere ...

  • Als Zermatt von einer tödlichen Typhus-Epidemie heimgesucht wurde

    Do, 19 Mär 2020 12:00:00 GMT

    Lange vor Covid-19, im Jahr 1963, wurde der Walliser Ferienort Zermatt von einer Typhus-Epidemie heimgesucht. 437 Menschen erkrankten, drei von ihnen starben. Daraufhin schlossen Hotels, Bars, Restaurants und Skipisten.  Es war zwar nicht das Coronavirus, doch auch diese Krankheit ist heimtückisch. Typhus ist eine bakterielle Erkrankung, die sich durch hohes Fieber äussert und die Organe befällt. Krankheitserreger finden sich im Stuhl oder im Urin. Die einst sehr hohe Sterblichkeitsrate (10 bis 30%) konnte dank Antibiotika glücklicherweise auf nur 1% gesenkt werden. Die Inkubationszeit dauert mehrere Wochen und die Symptome sind denen einer saisonalen Grippe ziemlich ähnlich. In Zermatt belegten am Freitag, 15. März 1963, 7000 Urlauber Hotels und Unterkünfte, als die Behörden in ihrer Pressemitteilung Folgendes kommunizierten: Zwei Fälle von Typhus wurden entdeckt. Die britischen Sonntagszeitungen berichteten von einem Dutzend repatriierter Patienten. 40 Verdachtsfälle wurden vor ...

  • Coronavirus: "So erlebe ich mein Bern in dieser Zeit" - Teil 2

    Do, 19 Mär 2020 14:00:00 GMT

    "Obwohl kein Engpass herrscht, wird gehortet", sagt Gaby Ochsenbein. Die frühpensionierte ehemalige Redaktorin von swissinfo.ch schreibt in dieser beispiellosen Zeit über ihre Beobachtungen und Fragen – aus persönlicher Sicht. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus wächst die Verunsicherung. Trotz Zusicherung der Detailhändler, die tägliche Versorgung sei garantiert, kommt es offenbar immer wieder zu panischen Hamsterkäufen. Eben erzählte mir eine Nachbarin, sie habe beim Grossverteiler gerade noch das letzte Paket Hörnli-Teigwaren ergattert. Und gestern schrieb mir eine Freundin, von Beruf Lehrerin, sie habe nach einem anstrengenden Tag zur Organisation des Homeschoolings noch etwas einkaufen wollen: "Alle Gemüseregale im Coop waren leer... zwei müde Peperoni und ein Säckli Kalettes (etwas zwischen Rosen- und Federkohl) habe ich mir noch geangelt. War deprimierend - und ich deprimiert. Habe mir deshalb noch eine Flasche Appenzeller Gin gekauft - Kräuter halt flüssig." Begehrte ...

  • Kühlschrank mit gratis Lebensmittel für die Bedürftigsten

    Mo, 23 Mär 2020 17:02:00 GMT

    Fast eine Person von zehn leidet in der Schweiz unter Armut oder ist davon bedroht. Das staatliche soziale Sicherheitsnetz und verschiedene Stiftungen helfen. Es gibt aber auch immer mehr Bürgerinitiativen, um die Betroffenen zu unterstützen. Ein Beispiel ist die vor einem Jahr gegründete Neuenburger Verein Free Go. Hinter einem schwarzen Paravent, im hinteren Teil der Werkstatt des Vereins Sym'Bôle, geht Lilian durch die Regale eines Kühlschranks. Sie wählt ein paar Zwiebeln, einen Salat und eine Portion Linsen mit Poulet aus und packt alles in ihre Tasche, in die sie bereits etwas Brot gelegt hat. Die Rentnerin kommt regelmässig zum Free Go, um gratis unverkaufte Lebensmittel zu holen. Wenn sie kann, legt sie ein Geldstück in das Sparschwein neben dem Kühlschrank. "Ich finde hier Gemüse, um gute Suppen zu machen", sagt sie. "Manchmal gibt es sogar Kuchen!" Das Angebot variiert in normalen Zeiten von Tag zu Tag. Jetzt musste auch Free Go den Betrieb aussetzen, wegen der Covid-19 ...

  • Ein Teil der Wirtschaft "steckt den Kopf in den Sand"

    Do, 19 Mär 2020 10:00:00 GMT

    Zu viele Arbeitgeber halten sich nicht an die Richtlinien der Schweizer Landesregierung zum Schutz von Arbeitnehmenden und Bevölkerung vor der Verbreitung des Coronavirus. Die Gewerkschaften schlugen deshalb am Mittwoch Alarm. Abstand halten, Hände waschen, Versammlungen vermeiden: Diese Vorschriften gelten auch am Arbeitsplatz. "In der Realität drücken sich unzählige Arbeitgeber um diese Vorschriften: Im Verkauf, auf Baustellen, in der Produktion, in Firmenbussen. Jetzt sind die Behörden gefordert", schreibt die Gewerkschaft Unia am Mittwoch, nach unzähligen Berichten von Arbeitnehmenden. "Das Credo: kein Umsatzrückgang" Vania Alleva, Präsidentin der Unia, unterstrich in einer Mitteilung: Wenn Unternehmen die behördlichen Direktiven nicht umsetzen könnten, "muss die Arbeit eingestellt werden". Viele Unternehmen schienen stattdessen eine Vogel-Strauss-Politik zu übernehmen: "Nur ja keine Umsatzeinbussen riskieren, scheint ihr Credo zu sein." "Was bringt es, den Zugang zu ...

  • Ein globales Virus erfordert eine globale Antwort

    Do, 19 Mär 2020 07:25:00 GMT

    Im 75. Jahr nach der Gründung der Vereinten Nationen stellt die Covid-19-Pandemie die internationale Gemeinschaft vor eine grosse Herausforderung. Globale Zusammenarbeit sei nun gefragt, sagt Politikwissenschaftler Daniel Warner. Das dritte Newtonsche Gesetz besagt, dass auf jede Aktion eine Reaktion folgt. Während viele Gesetze des grossen englischen Physikers des 17. Jahrhundert durch die Wissenschaft revidiert worden sind, hat sein Wechselwirkungsgesetz auch heute noch viel Aussagekraft. Es gilt auch in Bezug auf das Coronavirus. Wir wissen, dass das Virus existiert, die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ansteckungswelle inzwischen zur Pandemie erklärt. Wir wissen aber bislang nicht, wie wir auf das Virus reagieren sollen. Es existieren verschiedene Reaktionsebenen. Auf persönlicher Ebene haben Hygienemassnahmen oberste Priorität: Häufiges Händewaschen ist gefragt. Und wir sollten grosse Menschenmengen, Händeschütteln und Küsschen bei der Begrüssung meiden. Und für ...

  • Warum Hausaufgaben auch nach Covid-19 nicht verschwinden werden

    Mo, 23 Mär 2020 10:00:00 GMT

    Hausaufgaben haben mit den Schulschliessungen im Zuge der Covid-19-Pandemie eine ganz neue Bedeutung erhalten. Immer wieder experimentieren Schweizer Schulen mit Modellen ohne Hausaufgaben. Sind sie die Zukunft? Bevor das Coronavirus für Chaos sorgte, stellte eine St. Galler Schule die Schweizer Unterrichtspolitik auf den Kopf. Die Primarschule Feldli-Schoren beschloss vor einigen Monaten, die Hausaugaben für ihre 8- bis 12-jährigen Schülerinnen und Schüler zu streichen. Das Pilotprojekt wurde im Februar auf unbestimmte Zeit verlängert. "Unser Hauptziel ist die Chancengleichheit", sagte Schulleiter Ralf Schäpper damals gegenüber dem St. Galler Tagblatt. "Es existieren grosse Lücken zwischen Familien mit und ohne Bildungsbezug. Hausaufgaben sind ein Stress für all jene Schüler, welche ihre Eltern nicht um Rat oder Hilfe bitten können." Die Vorteile seien vielfältig, so Schäpper. "Wenn Kinder nach sieben Stunden Schule nach Hause kommen, sollten sie nicht wieder am Schreibtisch ...

  • "Mindestens zwei Jahre, um Coronavirus-Medikament zu haben"

    Mi, 18 Mär 2020 14:00:00 GMT

    Das Tessiner Forschungsinstitut für Biomedizin beteiligt sich an den internationalen Bemühungen bei der Entwicklung von Therapien und Impfstoffen gegen das Coronavirus. Interview mit Laborleiter Luca Varani. Das Institut für biomedizinische Forschung (IRB) ist ein internationales Referenzzentrum auf dem Gebiet der Immunabwehr-Mechanismen. Es ist seit dem Jahr 2000 in Betrieb. Am Institut in der Tessiner Kantonshauptstadt Bellinzona wurden unter anderem Antikörper und Moleküle identifiziert, die in der Lage sind, die für Sars und Mers verantwortlichen Viren zu bekämpfen. Nun ist die Kompetenz des Instituts gefragt, um der aktuellen Covid-19-Pandemie zu begegnen. Ein Konsortium unter der Leitung des IRB gehört zu den Gewinnern einer Ausschreibung der Europäischen Kommission zur Einreichung von Vorschlägen. Die Kommission hat fast 50 Millionen Euro für die dringliche Forschung an neuen Impfstoffen, Therapien und diagnostischen Tests bereitgestellt. Dem Konsortium gehören auch das ...

  • Schaffen es Schweizer Reisende noch nach Hause?

    Mi, 18 Mär 2020 13:00:00 GMT

    Der Bundesrat hat Schweizer Reisende im Ausland aufgefordert, zurück in die Schweiz zu kommen. Doch für einige Touristen ist dies gar nicht so einfach. Sie stecken fest, haben keine Informationen – oder wollen gar nicht zurück. "Irgendwo im Nirgendwo" befanden sich Josefine Vifian und Anna Lüthi in den letzten Tagen ihrer Fahrradtour, nichts ahnend radelten sie durch die bosnische Natur. Zurück in der Zivilisation, in einem Café mit Wifi, konnten sie endlich die Nachrichten anschauen. "Es war völlig absurd!" Durch die Medien sowie zahlreichen Nachrichten von der Familie und dem Freundeskreis hatten sie von der Aufforderung des Bundesrats erfahren: Schweizer Reisende sollen zurückkehren. Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden?  Mit der 📱-App "SWI plus" erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der Schweiz: 👉 Android oder 👉 iPhone Gestartet waren die Bernerinnen am 8. März in Zagreb, drei Monate ...

  • Krisenmanager der Nation stärkt Bundesrat den Rücken

    Mi, 18 Mär 2020 11:30:00 GMT

    "Der Bundesrat hat rasch und zweckmässig, also mit den richtigen Massnahmen reagiert." Das sagt einer, der sich mit Katastrophenlagen und -szenarien aller Art bestens auskennt: Franz Steinegger, ehemaliger Schweizer Spitzenpolitiker und als "Katastrophen-Franz" so etwas wie der Mr. Krisenmanager der Schweiz. "Der Peak der Infektionen wird in der Schweiz in zehn Tagen erreicht sein." Die Prognose Franz Steineggers ist eine Rückendeckung für die Schweizer Regierung. Diese hatte in den letzten Tagen teils harsche Kritik einstecken müssen. Zu spät, zu zögerlich, zu wenig konsequent, den voranschreitenden Kantonen stets hinterherhinkend, führungsschwach, lauteten Vorwürfe von Politikern, medizinischen Fachleuten und Medien und an die Adresse der Landesregierung. Ein Umstand wurde dabei besonders hervorgehoben: dass der Bundesrat den 26 Kantonen zu lange das Szepter der Krisenbewältigung überlassen habe. Genau bis am Montag, als der Bundesrat den nationalen Lockdown verkündete und ...

  • Schweiz denkt nicht an Exportbeschränkung

    Mi, 18 Mär 2020 10:00:00 GMT

    Im Verteilkampf um Beatmungsgeräte und Schutzmaterial schauen die meisten Länder zuerst für sich. In Deutschland ist eine Bewilligung für Exporte solcher Produkte erforderlich. Die Schweiz sieht aber von solchen Massnahmen ab. Sie engagiert sich dafür, die Grenzen für kritische Güter offen zu halten. "Bei uns gibt es keine solchen Überlegungen", sagte Marie-Gabrielle Ineichen Fleisch, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), am Dienstagnachmittag an einer Medienkonferenz auf die Frage von swissinfo.ch, ob die Schweiz vorsieht, Exporte solcher Produkte zu stoppen oder zu beschränken, um die Versorgung im Inland sicherzustellen. Den Handel sichern anstatt stoppen Die Schweiz sei sehr abhängig davon, exportieren und importieren zu können. Ziel der Bemühungen des SECO sei es, dafür zu sorgen, dass der Handel funktioniere und nicht, den Handel zu stoppen, sagte die Staatssekretärin. Der Bundesrat habe die Problematik auf dem Radar und einen Stab eingesetzt, der die ...

  • Macrons Appell beruhigt Schweizer in Frankreich halbwegs

    Di, 17 Mär 2020 15:50:00 GMT

    Präsident Macron hat eine "allgemeine Mobilisierung" gegen das Coronavirus angeordnet. "Konsequent, aber verspätet", findet man in der Schweizer Community.. "Wir sind im Krieg" gegen einen "unsichtbaren, schwer fassbaren" Feind, sagte Emmanuel Macron am Montagabend. Der französische Präsident kündigte ausserordentliche Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus an. Während mindestens zwei Wochen darf das Haus nur noch verlassen, wer Einkaufen, zur Arbeit oder in ärztliche Behandlung gehen muss. Also eine fast vollständige Abschottung, wie in Italien und Spanien. "Diese Massnahmen sind konsequent, auch wenn sie etwas spät kommen", sagt Jean-Paul Aeschlimann, Präsident der Société Helvétique de Montpellier-Languedoc-Roussillon. "Herr Macron stimmt einen kriegerischen Ton an, um die Menschen auf die Situation aufmerksam zu machen."  "Wenn die Italiener und Spanier es tun, warum sollten wir es nicht auch tun?" fügt der Pflanzenschutz-Forscher hinzu. Die Klischees, ...

  • Coronavirus: "So erlebe ich mein Bern in dieser Zeit"

    Di, 17 Mär 2020 13:19:00 GMT

    "Dieses Virus lässt niemanden kalt", sagt Gaby Ochsenbein. Die frühpensionierte ehemalige Redaktorin von swissinfo.ch schreibt in dieser beispiellosen Zeit über ihre Beobachtungen und Fragen – aus persönlicher Sicht. Was für ein prächtiger Frühlingstag, allerdings in einer bleiernen Zeit: Das Corona-Virus ist omnipräsent, nicht sichtbar zwar, aber spürbar. Der Alltag verändert sich, verlangsamt sich, wird ausgedünnt. Und auch in den Köpfen der Menschen tut sich einiges. Geweckt werde ich von fröhlichem Vogelgezwitscher. Aber etwas fehlt am ersten Tag des nationalen Lockdown: das quirlige Lachen und Plappern der Kinder, die jeweils um acht Uhr in der Früh am Haus vorbeirennen, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Jetzt müssen sie zu Hause bleiben und mithelfen, die Ausbreitung der Pandemie zu bremsen. Auch in der Kinderkrippe unten an der Strasse ist es ruhiger als üblich. Viele Eltern behalten ihre Kinder wohl zu Hause, aus Solidarität und Verantwortungsbewusstseins. Auf dem ...

  • Coronavirus: Schweizer Börse im Sturzflug, Geldpolitik auf Steroiden

    Di, 17 Mär 2020 10:08:00 GMT

    Die Börsenkurse implodieren weltweit. Zur Rettung haben die Notenbanken ihre Geldschleusen geöffnet wie nie zuvor. Was ist geschehen? Und was macht jetzt die Schweizerische Nationalbank? Ein erklärender Blick auf turbulente Tage am Finanzmarkt.  Der schweizerische Aktienmarkt stürzt ab. In vier Wochen verlor der Swiss Market Index SMI atemberaubende 27% an Wert. Die Finanzbranche traf es am härtesten: Die Credit Suisse wird noch zur Hälfte ihres Wertes von Mitte Februar gehandelt. Die Zürich Versicherungen und die UBS stehen ähnlich gebeutelt da. Das betrifft auch die Schweizer Bevölkerung, weil ihre Pensionskassen- und Sparguthaben zu grossen Teilen in diesen Titeln investiert sind. Zur Rettung gesprungen sind bisher fast nur die Notenbanken. Es ist, als ob man nicht zwei Stunden auf den Balkon sitzen könnte, ohne eine neue Ankündigung einer Zentralbank zu verpassen. Aber puh! – jetzt erst einmal tief durchatmen. Wir bieten einen Überblick über die wichtigsten Massnahmen der ...

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