Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Ungerecht? Erbschaften in der Schweiz auf Jahrhunderthoch

    So, 15 Dez 2019 10:00:00 GMT

    In der Schweiz wird immer mehr Geld vererbt. Erbschaften setzen soziale Ungleichheit in der nächsten Generation fort. Ist Erben also ungerecht? Serie: Soziale Ungleichheit in der Schweiz Jeder zweite Vermögensfranken in der Schweiz ist geerbt. 63 Milliarden Franken waren es im Jahr 2015; laut einer neusten Schätzung werden es 2020 rund 95 Milliarden sein. Die Erbschaften haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt – sie befinden sich auf einem  Jahrhunderthoch. Gründe für diese Zunahme sind laut einer Studie ein "wirtschaftshistorischer Effekt" sowie ein "demografischer Effekt": In der Nachkriegszeit wuchs die Schweizer Volkswirtschaft, was zu einem Vermögenszuwachs der zu dieser Zeit aufgewachsenen Bevölkerung führte, die folglich zunehmend wohlhabend stirbt. Personen über 85 Jahren sind die wohlhabendste Altersgruppe in der Schweiz. Auch eine Rolle spielen dürften die Wertzunahmen bei Immobilien und Wertschriften. Ungleiche Verteilung Erbschaften sind in der ...

  • Alle bauen in der Agglo, nur niemand zieht hin

    Sa, 14 Dez 2019 10:00:00 GMT

    Es hat genug, aber am falschen Ort. So lässt sich die Wohnungs-Situation in der Schweiz zusammenfassen. Die Fotografin Sophie Stieger hat das Paradox dokumentiert. In den städtischen Zentren – beispielsweise in Zürich, Genf oder Basel – stehen hunderte Menschen Schlange, um eine leere Wohnung zu besichtigen. Auf dem Land hingegen stehen ganze Neubau-Siedlungen leer. Und in peripheren Gegenden wie beispielsweise im Jura oder Tessin verfallen teilweise ganze Dörfer.   Es sind zwei Phänomene, die in der Schweiz zu leerstehenden Wohnungen führen: In wirtschaftlich schwachen, peripheren Regionen wandern die Menschen ab, weil sie keine Arbeit finden. Im Extremfall stehen Häuser so lange leer, dass sie verfallen. Aber auch im wirtschaftlich prosperierenden Mittelland gibt es ländliche Regionen, in denen neu gebaute Siedlungen halb leer bleiben. Die Wohnungen gehen nur harzig weg, so dass Vermieter Interessenten mit kostenlosen Anfangsmonaten, Einkaufsgutscheinen oder Beiträgen ...

  • Die ungewisse Zukunft einer entwaffneten WTO

    Fr, 13 Dez 2019 15:34:00 GMT

    Die Berufungsinstanz der Welthandelsorganisation ist nicht mehr funktionsfähig. Auf Druck der USA wurden ihr die Richter entzogen. Dies ist die schwerste Krise der mächtigsten internationalen Organisation mit Sitz in Genf, die seit ihrer Gründung regelmässig kritisiert wird. Diese Woche wurde das wichtigste Instrument der 1995 gegründeten Welthandelsorganisation (WTO) ausser Kraft gesetzt. Das Gericht zur Beilegung von Handelsstreitigkeiten zwischen Volkswirtschaften kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Berufungsinstanz einen Handelsstreit mit einer rechtsverbindlichen Entscheidung löst. Laut dem ehemaligen Generaldirektor der Organisation, Pascal Lamy aus Frankreich, hat dieses Streitbeilegungsorgan eine "aussergewöhnliche Eigenschaft": "Dies war das erste Mal, dass sich die Staaten darauf geeinigt haben, den Rubikon der Supranationalität zu überschreiten", indem sie akzeptierten, dass sich die Beilegung von Streitigkeiten ihrer Kontrolle entziehen würde, sagte er ...

  • Bis zuletzt Streit um Berlins neues Mega-Museum

    Fr, 13 Dez 2019 13:00:00 GMT

    Der symbolische erste Spatenstich ist getan. Doch die Debatte um das vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene Berliner "Museum des 20. Jahrhunderts" scheint damit nicht beendet. In den vergangenen Wochen schien die Kritik an dem Mega-Projekt noch einmal kräftig anzuschwellen. Ganz so als würden dessen Gegner alles in die Waagschale werfen, um den Bau quasi in letzter Minute doch noch zu stoppen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters wiederum verteidigte den Entwurf aus der Schweiz mit viel Verve. Ihr Ruf und Erbe hängt an der erfolgreichen Realisierung des weltweit beachteten "Museum der Moderne", wie das Projekt auch genannt wird. In einer Reihe mit dem New Yorker MoMa soll das Haus einst stehen und auf 9200 Quadratmetern Ausstellungsfläche endlich Raum für die vielen Werke des 20. Jahrhunderts im Bestand der Nationalgalerie bieten. Dass auch einige namhafte private Stifter ihre Sammlungen hier dauerhaft zeigen wollen, war von Beginn an ein schlagkräftiges ...

  • Ist die Schweiz das Utopia des gerecht verteilten Reichtums?

    Fr, 13 Dez 2019 10:00:00 GMT

    Während in vielen Ländern über die zunehmende Kluft zwischen Reich und Arm debattiert wird, lobt ein Kommentar in den New York Times die Schweiz unter anderem für die gleichmässige Verteilung der Vermögen. Die Schweiz sei ein weniger sozialistisches aber erfolgreicheres Utopia als Skandinavien. Was ist an dieser These dran? Serie: Soziale Ungleichheit in der Schweiz Seit einigen Jahren ist soziale Ungleichheit ein beliebtes Thema von Forschung, Medien, Politik und Stammtisch. Auch in der Schweiz. Jüngstes Beispiel: Mit der "99%-Initiative" fordern die Jungsozialisten, dass Kapitaleinkommen wie Zinsen oder Dividenden höher besteuert werden als Arbeitseinkommen. Damit wollen sie nach eigenen Angaben "endlich Gerechtigkeit schaffen und die Privilegien der Superreichen zurückbinden". Die Schweiz – das Paradies der Gleichheit? In der New York Times preist derweil Ruchir Sharma, ein Autor und Investor, die Schweiz in einem Meinungsartikel mit dem Titel "The Happy, Healthy Capitalists ...

  • Aus dem Alltag eines Schweizer Heroinabhängigen

    Fr, 13 Dez 2019 09:00:00 GMT

    Die progressive Schweizer Drogenpolitik brachte nicht nur die offene Drogenszene zum Verschwinden, sondern rettete zahlreichen Süchtigen das Leben. Inzwischen sind Heroinabhängige aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Wie leben sie heute? Ein Buch gibt Einblick in den Alltag eines Drogensüchtigen. In den 1990er-Jahren geriet die Schweiz wegen schockierenden Bildern von der offenen Drogenszene in die internationalen Schlagzeilen. Das Elend war so gross, dass die Schweiz einen Tabubruch wagte und ab 1993 unter staatlichen Kontrolle Heroin an Süchtige abgab. Ziel war es, den Süchtigen ein stabiles Leben zu ermöglichen und damit Beschaffungskriminalität, Prostitution und Krankheitsübertragungen zu vermeiden.  Das Experiment gelang: Dank der progressiven Drogenpolitik der Schweiz verschwand die offene Drogenszene. Die staatlich kontrollierte Heroinabgabe rettete vielen Drogenabhängigen das Leben. Die Kehrseite der Medaille: Schwerstabhängige sind heute weitgehend aus der ...

  • Wird die Burka in der Schweiz verboten?

    Do, 12 Dez 2019 14:15:00 GMT

    Das Schweizer Parlament beschäftigt sich mit der Frage der Verhüllung des Gesichts im öffentlichen Raum. Zwar empfiehlt es den Stimmberechtigten, eine Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot abzulehnen, aber es will eine neue Rechtsgrundlage schaffen, um Identitätskontrollen besser zu regeln. Das Schweizer Stimmvolk wird über ein Verbot von Burkas und Niqabs im öffentlichen Raum abstimmen. 2017 wurden die nötigen 100'000 Unterschriften gesammelt, um die Volksinitiative "Ja zum Verhüllungsverbot" an die Urne zu bringen. Nun ist das Parlament daran, den Initiativtext zu prüfen, wie auch einen von der Landesregierung (Bundesrat) ausgearbeiteten indirekten Gegenvorschlag. Was ist neu?12. Dezember 2019: Der Nationalrat (grosse Parlamentskammer) äussert sich noch nicht zur Initiative, unterstützt aber den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats, der vorsieht, dass Einzelpersonen gezwungen werden können, bei Identitätsprüfungen ihr Gesicht zu zeigen.26. September 2019: Der ...

  • Spannungen mit Sri Lanka erreichen Höhepunkt

    Do, 12 Dez 2019 12:13:00 GMT

    Zwischen Sri Lanka und der Schweiz herrscht Streit. Im Zentrum steht eine traumatisierte lokale Angestellte der Schweizer Botschaft in Colombo. Die dortige Justiz hat diese in den letzten Tagen über 20 Stunden lang verhört – und hält sie weiter fest. Am Anfang steht ein Ereignis vom 25. November, über dessen Wahrheitsgehalt die beiden Länder nun streiten. Nach Angaben des Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wurde eine Botschaftsmitarbeiterin in Sri Lanka von Unbekannten über längere Zeit festgehalten, um sie zu zwingen, "botschaftsbezogene Informationen" offen zu legen. Das EDA spricht in der Folge von einem "sehr gravierenden und nicht akzeptablen Angriff auf eine diplomatische Vertretung". Bern bestellt den Botschafter Sri Lankas ein. Was ist der Zusammenhang? Schweizer und Sri lankische Medien stellten das Ereignis von Ende November in den Zusammenhang mit einer prominenten Flucht aus Sri Lanka: Abgesetzt hatte sich - samt Familie - am Tag vor der ...

  • Die Schweiz auf TikTok in 19 kurzen Video-Clips

    Do, 12 Dez 2019 12:15:00 GMT

    Die chinesische App TikTok erfreut sich auch in der Schweiz grosser Beliebtheit. In den Kurz-Clips werden Schweizer Klischees bedient und auf die Schippe genommen – und sie bieten die Möglichkeit, der hiesigen Jugend über die Schultern zu schauen. Sie kennen TikTok nicht? Zwei Hauptfaktoren machen den Erfolg dieser Social Media App aus:Mit etwas Übung lassen sich innerhalb der App ganz einfach effektvolle, verspielte und witzige Kurz-Video-Clips produzieren.Im Gegensatz zu allen anderen Social Media Plattformen gibt es einen Feed, in dem Inhalte zu sehen sind, ohne dass jemandem gefolgt werden muss. Insbesondere in Zweiterem steckt grosses Suchtpotenzial. Gezeigt wird, was gefällt. Sprich: Diejenigen Clips, die von der Nutzerin oder vom Nutzer geliked, diskutiert und lange angeschaut werden, tauchen auch in deren oder dessen Stream wieder auf. Diesem Sog bin auch ich erlegen, weshalb ich in meiner Freizeit im Moment viel Zeit auf TikTok verbringe. Welche Erfahrungen habe ich ...

  • Marianne Maret, eine "echte Mitte-Politikerin", ehrlich und fleissig

    Do, 12 Dez 2019 11:00:00 GMT

    Sie ist die erste Frau aus dem Wallis, die im Ständerat sitzt. Während eines Spaziergangs auf den naturbelassenen Wanderwegen des Chablais erzählt die Christdemokratin Marianne Maret, wer sie ist. Im vergangenen Oktober haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Schweiz das bisher weiblichste Parlament der Geschichte gewählt. Obwohl die Parität noch nicht erreicht ist, stellen Politikerinnen nun 42% im Nationalrat. Aus diesem Anlass porträtiert swissinfo.ch acht neu gewählte Frauen aus verschiedenen Parteien. "Meine Füsse stehen wirklich auf dem Boden, aber mein Kopf ist dennoch in den Sternen", sagt Marianne Maret bei einer Wanderung in Troistorrents im Wallis, wo sie auch wohnt. Man glaubt ihr das sofort: Das neu gewählte Mitglied der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) im Ständerat (kleine Parlamentskammer) bewegt sich stetig und zielgerichtet vorwärts, sowohl in den Bergen als auch während der Wahlkampagne. Aber sie kann auch einen Halt einlegen, um die Schönheit ...

  • Negativzinsen: Im Teufelskreis nach unten

    Do, 12 Dez 2019 07:00:00 GMT

    Fünf Jahre nach der Einführung der Negativzinsen in der Schweiz ist noch immer kein Ende in Sicht ist. Mitschuld daran trägt eine Fehleinschätzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor 20 Jahren. Dann sagt ihr: "Schau, the end is near, now bitte face your final curtain." Ah, wir sind schlau, wir bleiben hier, für die Gesichter, die empörten Diese Geister singen schief und sind nicht einfach auszutreiben Entschuldigung, ich sagte: "Wir sind gekommen, um zu bleiben!" - Judith Holofernes ("Wir sind Helden") Wären die Schweizer Negativzinsen die deutsche Musikgruppe "Wir sind Helden", dann hätten sie bereits zwei Studioalben veröffentlicht. Fünf Jahre nach der Bandgründung war es Judith Holofernes, die Frontfrau der Band, die gesungen hat: "Wir sind gekommen, um zu bleiben". Fünf Jahre nach der Einführung der Negativzinsen in der Schweiz scheint wahrscheinlich, dass auch die Negativzinsen gekommen sind, um zu bleiben. Ein folgenschwerer Entscheid Eine der Ursachen für die ...

  • "Die Art und Weise der Bundesratswahl sollte überdacht werden"

    Mi, 11 Dez 2019 15:50:00 GMT

    Die Nichtwahl der Grünen Kandidatin für den Bundesrat könnte als Missachtung des Wählerwillens verstanden werden. Doch laut dem Politikwissenschaftler Nenad Stojanović steht die heutige Bundesratswahl im Einklang mit der Geschichte der Schweizer Regierung. Seiner Meinung nach braucht es einen Systemwechsel. Keine Überraschung im Bundeshaus: Die sieben Mitglieder der Schweizer Regierung sind am Mittwoch von der Bundesversammlung bestätigt worden.  Trotz der Resultate der Nationalen Wahlen im Oktober, bei denen die ökologischen Parteien auf Kosten der traditionellen Parteien deutlich dazugewonnen haben, setzt die Schweizer Exekutive den Weg der Kontinuität fort, kommentiert Nenad Stojanović, Professor am Institut für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen der Universität Genf. swissinfo.ch: Die Schweizer Regierung wurde, wie vorhergesagt, in ihrer Gesamtheit bestätigt. Hat die Wahl dennoch für Überraschungen gesorgt? Nenad Stojanović: Alles geschah so, wie im ...

  • "Wir müssten sofort für das Klima handeln, aber wir nehmen uns Zeit nachzudenken"

    Mi, 11 Dez 2019 15:12:00 GMT

    Die Grünen sind enttäuscht über das Ergebnis ihrer Kandidatin bei der Wahl in die Schweizer Regierung, insbesondere über die mangelnde Unterstützung der Grünliberalen. Die Umweltpartei verpasste den Einzug in die Exekutive. Nun will sie sich umso mehr Gehör im Parlament verschaffen. Die friedliche Stimmung im Bundeshaus vor der Wahl hatte es angedeutet: Die sieben Mitglieder der Schweizer Regierung wurden alle im ersten Wahlgang in ihren Ämtern bestätigt. Alles schien schon vorbereitet zu sein: keine Ränkespiele, Last-Minute-Sitzungen oder aufgeregte Einzelgespräche. Die traditionelle "Nacht der langen Messer", in der am Vorabend der Wahl manchmal Strategien entwickelt wurden, sah diesmal einem Stelldichein unter Kollegen ähnlich. Dabei hätte einiges auf dem Spiel gestanden: Die bisherige Zusammensetzung der Regierung hätte durch den erstmaligen Einzug eines Mitglieds der Grünen aufgebrochen werden können, um dem Willen der viel zahlreicher gewordenen Wählerinnen und Wähler zu ...

  • Trotz Klimawahl: Die Alten sind auch die Neuen

    Mi, 11 Dez 2019 10:54:00 GMT

    Der Angriff der Grünen Partei auf einen Bundesratssitz lief ins Leere: Alle amtierenden Mitglieder der Regierung wurden mit sehr guten Resultaten wiedergewählt. Spannend waren die Gesamterrneuerungs-Wahlen trotzdem. Analyse. Die Grünen, die bei den Parlamentswahlen weitaus am meisten zusätzliche Stimmen hollten, haben weiterhin keinen Sitz in der Schweizer Regierung. Ihre Sprengkandidatin Regula Rytz, die einen der beiden Sitze der Freisinnigen Partei anzugreifen versuchte, machte lediglich 82 Stimmen. Ignazio Casis wurde mit 145 Stimmen wiedergewählt. Tessin weiterhin vertreten Dass der Aussenminister das mit Abstand schlechteste Resultat erzielte, liegt nicht daran, dass er zu den unpopulärsten Landesvertretern gehört, auch nicht daran, dass er mit seiner Politik derzeit nicht auf einer Erfolgswelle reitet. Der Grund für sein schlechtes Abschneiden war, dass die Grünen und die Sozialdemokraten nach den Klima-Parlamentswahlen vom Oktober ihre Stimme der Sprengkandidatin ...

  • Die Bundesratswahlen - so war der Morgen in Bern

    Mi, 11 Dez 2019 11:00:00 GMT

    Nach ihren grossen Sitzgewinnen im Parlament hatte die Grüne Partei vor, mit Regula Rytz eine eigene Vertreterin ihrer Partei in das siebenköpfige Gremium der Landesregierung zu bringen. Sie schaffte es nicht. Im Bundesrat blieb alles beim Alten. Hier der Live-Blog über die Gesamterneuerungswahl. Möchten Sie die Bundesratswahl live sehen? Unter diesem Link kommen Sie zum Live-Stream von Fernsehen SRF.

  • "Wer Angst vor Abwahl hat, sollte nicht Politik machen"

    Di, 10 Dez 2019 10:00:00 GMT

    Regula Rytz will bei den Gesamterneuerungs-Wahlen des Bundesrates vom 11. Dezember für die Grünen den ersten Sitz überhaupt holen. Zulasten von wem? Am stärksten wackelt der Stuhl des Aussenministers. Eine Abwahl ist aber nicht wahrscheinlich, sagt ein Politologe voraus. Ist Zauberformel noch passend? Über die Bedeutung der sogenannten Zauberformel für die parteipolitische Zusammensetzung der Regierung sind sich weder Politiker noch Medien einig. 1959 wurden die sieben Mitglieder der Landesregierung erstmals nach dem Verteilschlüssel 2 FDP, 2 CVP, 2 SP und 1 SVP vereidigt. Der Erfinder der Formel, der ehemalige CVP-Generalsekretär Martin Rosenberg, legitimierte das Instrument damit, dass durch diese "stärkegerechte Zusammenarbeit der grossen Parteien alle politischen Kräfte zum Wohle von Land und Volk mobilisiert" würden. Rund 40 Jahre hielt die Formel stand. Aber die Veränderung der Parteienstärke führte 2003 dazu, die Vertretung der Parteien anzupassen. Die Formel 2,2,2,1 ...

  • Eine bunte Truppe, die den Kompromiss garantiert

    Di, 10 Dez 2019 12:00:00 GMT

    Am Mittwoch ist Bundesratswahl. Seit die Grünen im Oktober einen Erdrutschsieg einfuhren, diskutiert die Schweiz, ob es Zeit für eine grüne Vertretung in der Regierung ist. Ein Blick auf die Geschichte der Zauberformel gibt Antwort. Sie lautet: Ja, irgendwann. Weder Mehrheits- noch Koalitionsregierung: Der Schweizer Bundesrat ist ein bunter Verein. Das spiegelt die Fähigkeit der Schweiz zum Kompromiss. Und es wahrt die Stabilität im politischen System der direkten Demokratie. Es war ein langer Prozess, der zur heutigen Parteizusammensetzung der Schweizer Regierung geführt hat. Entscheidend für die Verteilung der sieben Regierungssitze ist die politische Kraft der Parteien. Diese wird jedoch nicht nur an der Vertretung im Parlament gemessen, sondern auch an der Fähigkeit, mit der direkten Demokratie zu jonglieren. Konkret: Mit der Fähigkeit, bei Volksabstimmungen Mehrheiten zu erzielen. Das folgende Video erklärt die Mechanismen der parteipolitischen Sitzverteilung im Bundesrat, ...

  • Erster Schritt für Pilotversuche mit Cannabis

    Di, 10 Dez 2019 15:49:00 GMT

    Das Verbot wissenschaftlicher Forschung über den Freizeitkonsum von Cannabis könnte bald aufgehoben werden. Eine Mehrheit des Nationalrats will über eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes diskutieren. Die Forschung zur Regulierung des Cannabismarkts in der Schweiz soll unter strengen Auflagen erlaubt werden. Der Nationalrat hat heute mit 100 zu 85 bei zwei Enthaltungen entschieden, auf eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes einzutreten. Die Gesetzesänderung soll die Durchführung von Pilotversuchen für den Freizeitkonsum von Cannabis ermöglichen. Mit dem Ziel, zu erfahren, wie sich das Suchtverhalten und der Konsum verändern, wenn Cannabis kontrolliert abgegeben wird. Damit soll der Schwarzmarkt reduziert, der Strassenhandel eingedämmt, die Prävention gestärkt und die Betreuung von abhängigen Menschen verbessert werden. Es geht dabei um maximal auf fünf Jahre befristete und streng reglementierte Studien. Teilnehmende müssen über 18 Jahre alt sein und beweisen können, ...

  • Neuer Schlag für das E-Voting in der Schweiz

    Di, 10 Dez 2019 06:58:00 GMT

    E-Voting muss gestoppt werden, sagt der Nationalrat. Das neue Parlament hat kein Vertrauen in dieses Instrument, nachdem Anfang Jahr Sicherheitslücken bekannt wurden. Die Entwicklung der elektronischen Stimmabgabe könnte auf unbestimmte Zeit eingefroren werden. Der Nationalrat hat am Montag mit 100 zu 75 Stimmen bei 7 Enthaltungen eine parlamentarische Initiative des ehemaligen SVP-Nationalrats Claudio Zanetti angenommen. Der Text fordert einen "Marschhalt", konkret: die Aussetzung aller Arbeiten an der elektronischen Stimmabgabe, bis die Regierung einen Bericht vorlegt, aus dem hervorgeht, dass Sicherheitsprobleme gelöst wurden und dass dieses Instrument wirklich einem Bedarf entspricht. DIe Initiative wurde von von der SVP-Fraktion, den Grünen, einer Mehrheit der Grünliberalen und einigen Sozialdemokraten unterstützt. Die Parlamentarier und Parlamentarierinnen stellten fest, dass das Vertrauen ins E-Voting nach der Entdeckung schwerer Sicherheitslücken in dem von der Post ...

  • Massiver Support des Schweizer Parlaments für die Personenfreizügigkeit

    Mo, 9 Dez 2019 18:49:00 GMT

    Der freie Personenverkehr und die bilateralen Abkommen mit der EU haben die Schweizer Wirtschaft beflügelt, auch wenn noch einige Mängel da sind. Das ist die Meinung des Parlaments. Mit überwältigender Mehrheit fordert es das Volk auf, die SVP-Initiative "für eine massvolle Zuwanderung" abzulehnen. "Die Europäische Union ist ein wichtiger Wirtschaftspartner. Und die Schweiz profitiert von ihren guten Beziehungen zu den Mitgliedstaaten, sei es im Rahmen der direkten Handelsbeziehungen oder als Lieferantin für grosse internationale Unternehmen", sagt Damian Müller, Ständerat der wirtschaftsliberalen FDP. Alle im Ständerat vertretenen Parteien mit Ausnahme der rechtskonservativen SVP lobten in der Debatte die bilateralen Abkommen mit der EU und die Personenfreizügigkeit.  Abstimmungen des Parlaments über die Initiative "für eine massvolle Zuwanderung": Nationalrat: Mit 123 zu 63 Stimmen (SVP) bei 3 Stimmenthaltungen fordert er Volk und Kantone auf, die Initiative abzulehnen. Ständerat:

  • Die rasante Karriere der Deleila Piasko

    Mo, 9 Dez 2019 16:45:00 GMT

    "Ich fühle mich wie Alice im Wunderland", sagt Deleila Piasko (28). Sie gehört seit Herbst zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Das ist für Theaterschauspieler der Ritterschlag. Begegnung mit der Schweizerin, die oben angekommen ist. Berufung: Schauspielerin. Selbsteinschätzung: "extrem neugierig". Status: Aufstrebend. Das Theater Bern hat sie 2017 verlassen, weil Dresden mit einem Vertrag für zwei Spielsaisons lockte – und mit einer Titelrolle der Ophelia in Hamlet. Natürlich, sagt Deleila Piasko, habe damals auch der Status des Theaters eine Rolle gespielt. Aber es ging ihr weniger um strategische Karriereplanung, mehr um die Freude am Spielen selbst. Dann, 2019, lud sie der Direktor des Burgtheaters zum Vorsprechen nach Wien ein. Sie wählte ein Stück der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. "Ich finde die Art und Weise, wie Jelinek schreibt, wahnsinnig clever. Ihre Wortgewandtheit ist raffiniert, sie lässt in mir Phantasien entstehen." Als ihr das ...

  • Terror-Prävention auf Kosten der Grundrechte?

    Mo, 9 Dez 2019 15:16:00 GMT

    Der Bundesrat will neue Instrumente zur Terrorismusprävention. Ein neues Gesetz soll helfen, Verdächtige zu überwachen und ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken. Massnahmen, die zu einer ganzen Reihe von Missbräuchen führen könnten, kritisieren Menschenrechts-Organisationen. Die Schweizer Regierung will die Prävention von Terroranschlägen verbessern. Sie will der Polizei neue Instrumente in die Hand geben, damit diese "das Phänomen der Radikalisierung in all seiner Komplexität bewältigen" und die Bevölkerung besser schützen kann. Ziel ist, bereits auf erste Anzeichen einer Radikalisierung zu reagieren. Dazu hat der Bundesrat ein Gesetz erarbeitet, das eine ganze Reihe von polizeilichen Massnahmen vorsieht, die ausserhalb von Strafverfahren anwendbar sind. So könnte etwa die Bundespolizei (Fedpol)verlangen, dass sich eine Person regelmässig bei einem Büro meldet,jemandem den Kontakt zu bestimmten Personen verbieten,jemanden verpflichten, sich innerhalb eines definierten Bereichs ...

  • Beznau – vom Symbol für Fortschritt zum Zankapfel

    Mo, 9 Dez 2019 12:54:00 GMT

    Mit seiner Inbetriebnahme vor fünfzig Jahren begann die kommerzielle Nutzung der Atomenergie in der Schweiz. Heute ist das Kraftwerk Beznau I eines der ältesten thermonuklearen Kraftwerke der Welt, die noch in Betrieb sind. Nur wenige Kraftwerke in Indien und den USA sind etwas älter als der Schweizer Reaktor Beznau I. Dieser befindet sich auf einer kleinen Insel in der Aare, zusammen mit seinem Schwesterwerk Beznau II. Die offizielle Inbetriebnahme von Beznau I war am 9. Dezember 1969. Die Schweiz hatte damals ihre Versuche aufgegeben, einen eigenen Reaktor zu bauen. Der schwere Vorfall im Versuchsreaktor Lucens im Januar desselben Jahres hatte die Träume einer Autarkie der Schweiz im Nuklearbereich definitiv zerschmettert. Die Inbetriebnahme des Reaktors aus US-Produktion schlug eine neue Seite in der Geschichte der Schweizer Energiepolitik auf. In den nächsten 15 Jahren wurden die Kernkraftwerke Beznau II (1972), Mühleberg (1972), Gösgen (1979) und Leibstadt (1984) in ...

  • "Das Zauberwort für eine starke aussenpolitische Zukunft heisst Kohärenz"

    Mo, 9 Dez 2019 09:27:00 GMT

    Aussenminister Ignazio Cassis werde die Schweizer Aussenpolitik neu ausrichten, lautet der Tenor in den Medien. Ob dem so ist, weiss Chefdiplomatin Pascale Baeriswyl. Sie hat den Auftrag, die aussenpolitische Strategie 2020-2023 zu erarbeiten. SWI swissinfo.ch hat sie in ihrem Büro in Bern getroffen. Bereits seit anfangs Jahr steht Staatssekretärin Pascale Baeriswyl in engem Kontakt mit den anderen Departementen, um über die nächste aussenpolitische Strategie zu diskutieren. Erstmals nämlich definiert das Aussendepartement (EDA) die aussenpolitischen Schwerpunkte der Schweiz für die kommende Legislatur nicht im Alleingang. Dass Aussenminister Cassis aussenpolitisch neue Akzente setzen möchte, hat er seit seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren immer wieder betont und sich damit heftiger Kritik ausgesetzt. Im Gespräch mit swissinfo.ch erläutert Baeriswyl, was das für die aussenpolitische Strategie bedeutet. swissinfo.ch: Können Sie die aussenpolitische Strategie für die ...

  • Terror-Prävention auf Kosten der Grundrechte?

    Mo, 9 Dez 2019 15:16:00 GMT

    Der Bundesrat will neue Instrumente zur Terrorismusprävention. Ein neues Gesetz soll helfen, Verdächtige zu überwachen und ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken. Massnahmen, die zu einer ganzen Reihe von Missbräuchen führen könnten, kritisieren Menschenrechts-Organisationen. Die Schweizer Regierung will die Prävention von Terroranschlägen verbessern. Sie will der Polizei neue Instrumente in die Hand geben, damit diese "das Phänomen der Radikalisierung in all seiner Komplexität bewältigen" und die Bevölkerung besser schützen kann. Ziel ist, bereits auf erste Anzeichen einer Radikalisierung zu reagieren. Dazu hat der Bundesrat ein Gesetz erarbeitet, das eine ganze Reihe von polizeilichen Massnahmen vorsieht, die ausserhalb von Strafverfahren anwendbar sind. So könnte etwa die Bundespolizei (Fedpol)verlangen, dass sich eine Person regelmässig bei einem Büro meldet,jemandem den Kontakt zu bestimmten Personen verbieten,jemanden verpflichten, sich innerhalb eines definierten Bereichs ...

  • Homophobie, ein Verbrechen oder eine Meinung?

    So, 8 Dez 2019 10:00:00 GMT

    Ist es noch akzeptabel, homosexuelle Personen zu diskriminieren? Diese Frage muss das Schweizer Stimmvolk am 9. Februar 2020 beantworten. Da sie die Meinungsfreiheit bedroht sehen, haben ultrakonservative Kreise ein Referendum eingereicht gegen eine neue Gesetzesnorm, die Homophobie unter Strafe stellt. LGBTIQ-Aktivisten gehen auf die Barrikaden. In der Schweiz ist das Risiko, dass junge Lesben, Schwule oder Bisexuelle einen Selbstmordversuch begehen, zwei bis fünf Mal so hoch wie bei Heterosexuellen. Diese vom Projekt "Schwule Gesundheit" zusammengestellten Zahlen zeigen das Ausmass des Problems. Zudem sind sexuelle Minderheiten nach wie vor Ziel von zahlreichen Angriffen oder homophoben Äusserungen, über die in den Medien regelmässig berichtet wird. Die meisten europäischen Länder erliessen in diesem Bereich Gesetze. So haben zum Beispiel Frankreich, Österreich, Dänemark und die Niederlande Gesetze zur strafrechtlichen Verfolgung der Homophobie. In der Schweiz gibt es ...

  • Wie sich Schweizer Künstler in die Klimadebatte eimischen

    Sa, 7 Dez 2019 08:00:00 GMT

    Die Schweizer Gletscher ziehen sich langsam zurück, die Temperatur im Alpenland steigt schneller als im Rest der Welt. Einige Schweizer Künstlerinnen und Künstler versuchen, die globale Klimakrise auf ihre Art zu bewältigen. Die Identität der Schweiz, die viel mit dem örtlichen Klima zu tun hat, verändert sich angesichts der globalen Erwärmung. Während sich früher mehrheitlich Wissenschaftler und Journalisten damit beschäftigten, beteiligen sich nun auch Künstlerinnen und Künstler an der grossen Debatte. Die Schweizer Kunstszene trat nicht zu spät in die Klimadiskussion ein. So war der Schweizer Modefotograf Michel Comte in den 1980er-Jahren eine Schlüsselfigur in der "Klimawandel-Kunst" Bewegung. 2019 tat sich die Schweizer Kulturförderung Pro Helvetia zusammen mit dem Swiss Polar Institute, um das Pilotprojekt "PolARTS" zu lancieren, bei dem Kunst und Wissenschaft Hand in Hand arbeiten. Sind also politische Institutionen eher bereit, Stipendien für Kunstprojekte zu vergeben, ...

  • Pilze, eine grenzenlose Leidenschaft

    Fr, 6 Dez 2019 15:00:00 GMT

    Vor 21 Jahren haben Theres und Hannes Krummenacher die Schweiz verlassen und sind nach Neuseeland ausgewandert. Das Paar hatte kein konkretes Projekt im Kopf, aber etwas gemeinsam: die Leidenschaft für Pilze. Heute führen die Krummenachers ein renommiertes Familienunternehmen, das sich auf die Zucht und Vermarktung von Pilzen spezialisiert hat. "Pilze sind unsere grosse Leidenschaft", sagen Theres und Hannes Krummenacher. Und warum sollte man ihnen das nicht glauben? Seit etwa 15 Jahren investieren sie Zeit und Geld, um auf ihrem Anwesen in Upper Moutere in der Region Nelson im Norden der Südinsel von Neuseeland solche anzubauen. Die Leidenschaft für Pilze haben die beiden aus der Schweiz mitgebracht. "Im Herbst gab es bei uns zu Hause immer Pilze", erinnert sich Hannes mit einem Lächeln. "In der Freizeit gingen wir immer mit dem Korb unter dem Arm auf Pilzsuche. Mein Vater war ein Pilzexperte und Mitglied einer lokalen mykologischen Vereinigung." Gegangen, um zu bleiben Die ...

  • Wie sich der Schweizer "Samichlaus" vorbereitet

    Fr, 6 Dez 2019 10:00:00 GMT

    Schweizer St. Nikolause, bekannt als "Samichläuse" besuchen jedes Jahr einen Auffrischungskurs, um auf dem Laufenden zu bleiben. swissinfo.ch besuchte einen Kurs in Zürich, um zu erfahren, welchen Herausforderungen sich die "Chläuse" stellen müssen. Aus der ganzen Schweiz sind Teilnehmende zum Kurs angereist. Organisatorin ist die St. Nikolausgesellschaft der Stadt Zürich, eine nichtreligiöse Gruppe mit 220 Mitgliedern. Vierzig Teams – bestehend aus "Samichlaus", "Schmutzli" und "Eseli" – aus der Gesellschaft besuchen in der Adventszeit über einen Zeitraum von zwölf Tagen rund 1000 Familien, Kinder- und Altersheime, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser. Sie lesen Geschichten vor und singen Weihnachtslieder. Schmutzli ist das gruslig aussehende, braun gekleidete Alter Ego des Samichlauses, und Eseli ist der Fahrer. An einigen Orten bewegt sich der Samichlaus noch mit dem Esel fort, aber für diese Organisation ist das Auto das bevorzugte Transportmittel. Sogar Banker sind ...

  • "Die ganze Arbeit an der Spitze einer Rakete"

    Fr, 6 Dez 2019 06:00:00 GMT

    Am 17. Dezember startet das Weltraumteleskop Cheops ins All. Die Leitung des Projektes hat der der Astronom Willy Benz von der Universität Bern. "Man ist immer ein wenig nervös, wenn man sieben Jahre Arbeit, ausgeführt von 150 Leuten, an die Spitze einer Rakete platziert", sagt Willy Benz. Cheops ist ein Satellit, in dem ein Teleskop steckt, etwa 1,50 Meter auf 1,50 Meter gross. Er wird um die Erde kreisen und Planeten unter die Lupe nehmen, die ausserhalb unseres Sonnensystems liegen – sogenannte Exoplaneten. "Und danach, dann folgt das Warten, bis im Frühling, wenn die ersten Daten eintreffen", sagt Willy Benz. Benz ist Astrophysiker an der Universität Bern und oberster Leiter der Cheops-Mission. Die Daten, von denen Benz spricht, werden zweimal täglich über eine Antenne in Spanien direkt an das Observatorium der Universität Genf zur Analyse übertragen. Was die europäische Integration anbelangt, ist die Schweiz in Weltraumforschung viel weiter als in der Politik. Cheops, ...

  • In Bundesratswahlen steckt ein Hauch Oligarchie

    Do, 5 Dez 2019 12:00:00 GMT

    Bundesratswahlen enthalten ein Element, das wir von Rotary Clubs her kennen: Ein innerer Zirkel ergänzt sich selbst, nach eigenen, festgeschriebenen Regeln. Man nennt das Kooptation. Noch funktioniert dieses Prinzip. Historisch ist es aber überholt. Wählen bedeutet zuallererst auswählen. Das setzt im Minimum zwei Vorschläge voraus. Denn nur dies erlaubt es, sich für und gegen etwas zu entscheiden. In Demokratien setzt man Wählen häufig mit Volkswahlen gleich. Daneben gibt es Wahlen durch Gremien, die ihrerseits vom Volk gewählt wurden. In der Schweiz ist das seit 1848 so. Der Nationalrat ging seither immer aus einer Volkswahl hervor. Beim Ständerat war es lange üblich, dass er von den Kantonsparlamenten bestimmt wurde. Heute ist das nicht mehr der Fall, auch hier wählt das Volk. Der Autor Claude Longchamp zählt zu den erfahrensten und angesehensten Politanalysten der Schweiz. Er war Gründer des Forschungsinstitutes gfs.bern, dessen Direktor er bis zu seiner Pensionierung war.

  • Der Schweiz gehen die Freiwilligen aus. Was ist zu tun?

    Do, 5 Dez 2019 09:00:00 GMT

    Unser Land ist darauf angewiesen, dass seine Bewohner einander unterstützen. Und dass die brillantesten von ihnen den Staat lenken. Doch solches liegt nicht mehr im Zeitgeist. Lösungsansätze.  Wer die Bedeutung des Milizsystems für die Schweiz ermessen will, muss die politische Kultur des Landes verstehen. Um das 12. Jahrhundert lernten die Menschen in den Talschaften, dass Arbeitsteilung Wohlstand schafft. Es entstanden Talgenossenschaften, innerhalb derer die Gemeinschaftsaufgaben unter den Bürgern verteilt wurden und deren oberste Instanz die Versammlung dieser Bürger war.  Man war solidarisch, wo Not herrschte, erwartete aber, dass niemand ohne Not der Gemeinschaft zur Last fiel.Weil alle mitreden konnten, brauchte es Kompromisse, und weil innere Konflikte das äussere Überleben gefährdet hätten, entwickelte sich eine wegweisende Konfliktbereinigungskultur. Dieses genossenschaftliche Element prägt unsere Fähigkeit zu Kompromissen und unsere Konkordanzkultur bis heute. Weil ...

  • "Ohne staatliche Unterstützung gerät ein armes Kind in Not"

    Mi, 4 Dez 2019 14:00:00 GMT

    Durchschnittlich mindestens ein Kind in jeder Schweizer Schulklasse ist arm. Das schätzt die Caritas. Eine Zahl, die tendenziell zunimmt, obwohl es dem Bund finanziell gut geht. "Unerträglich", empört sich das Hilfswerk und fordert Massnahmen auf nationaler Ebene. Hinter dem Bild der reichen und wohlhabenden Schweiz steckt eine viel weniger glitzernde Realität: Von den 1,7 Millionen Kindern im Land sind 103'000 von Armut betroffen. Das sind rund 6%. Die Caritas verurteilt die Haltung der Regierung, die "den Kampf gegen die Armut den Kantonen überlässt und ungleiche Chancen schafft". Das Hilfswerk erinnert daran, dass die Schweiz 2015 die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung unterzeichnet und sich verpflichtet hat, die Armut um die Hälfte zu reduzieren. Es fordert das neue Parlament auf, zu handeln. Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, betont die Notwendigkeit, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, der von Generation zu Generation weitergegeben werde. ...

  • Der Wächter im Orbit

    Mi, 4 Dez 2019 12:00:00 GMT

    Während wir dank neuer Teleskope immer tiefer ins Weltall blicken können, bauen Forschende der Uni Zürich gemeinsam mit der Nasa Spektroskopie-Systeme, um die Erde vom Weltraum aus zu inspizieren. Perrine Huber von Swissnex San Francisco bekam Einblick in das Projekt.  Michael Schaepman will verstehen, wie sich unser Planet im Zeitalter der globalen Klimakrise verändert und welche Folgen das haben wird. Der Professor für Fernerkundung am Geographischen Institut der Universität Zürich arbeitet zusammen mit anderen Schweizer und US-Forschern an einem neuen Spektrometer, das vom Weltraum aus die Erde überwachen soll. Zwei Tage lang begleitete ich Schaepman und eine Gruppe aus der Schweiz bei einem Besuch im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im kalifornischen Pasadena. Mit dem Treffen wurde ein Gemeinschaftsprojekt eingeleitet, das zum Ziel hat, die Biodiversität auf der Erde abzubilden. Swissnex San Francisco, das Schweizerische Innovations- und Kooperationszentrum im ...

  • Wie lässt sich eine jahrhundertealte Uhrenmarke wiederbeleben?

    mer, 4 dic 2019 10:00:00 GMT

    Uhrenmarken haben nicht immer eine langwierige, ruhige Geschichte. Die 1919 gegründete Milus zum Beispiel wurde 2003 von chinesischen Investoren gekauft und dann klinisch unbrauchbar gemacht. Inzwischen ist die Traditionsmarke wieder lanciert worden, auf neuer Grundlage, die sich von der eigenen Vergangenheit inspirieren lässt. Ein Treffen mit dem neuen Chef, Luc Tissot. "Ich bin sicherlich der erste Schweizer, der eine Uhrenmarke von chinesischen Uhrenindustriellen kauft", sagt Luc Tissot mit einer Brise Humor. Der 82-Jährige, der letzte Nachfolger der Tissot-Dynastie, welche die berühmte Neuenburger Uhrenmarke gleichen Namens gegründet hatte, hat fast nichts von seiner Begeisterung verloren. Seit 2016 ist Luc Tissot der neue Chef des Bieler Uhrenherstellers Milus, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. "Ehemalige Führungskräfte haben einen grossen strategischen Fehler gemacht, als sie sich im prestigeträchtigen Luxussegment positionieren wollten." Luc Tissot, ...

  • Bern – Brüssel: Es riecht nach Zwischenlösung

    Di, 3 Dez 2019 14:57:00 GMT

    Der neue Schweizer Nationalrat will gute Beziehungen mit der EU, aber einen besseren Rahmenvertrag. Auch die neue Regierung in Brüssel will gute Beziehungen mit der Schweiz, aber erstmal abwarten, was die Eidgenossen im Mai zur Personenfreizügigkeit sagen. Deblockiert ist vorerst nichts, aber auch noch nichts verloren. Eine Analyse.   Nach der kleinen Parlamentskammer sagte am Dienstag auch die neue grosse Kammer (Nationalrat) Ja zu einem zweiten Schweizer Beitrag von 1,3 Milliarden Franken an EU-Staaten in Süd- und Osteuropa. Die Auszahlung wird an die Bedingung geknüpft, dass die EU keine diskriminierenden Massnahmen gegenüber der Schweiz ergreift. Gemeint ist damit, dass die EU der Schweizer Börse den Zugang zu den europäischen Finanzmärkten verweigert.  Mit dem sogenannten Kohäsionsbeitrag sollen in diesen Ländern wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten ausgeglichen werden und Massnahmen im Bereich Migration mitfinanziert werden. Das ist nicht nur ein Akt der ...

  • Wie die Schweiz ihr Geld ausgibt – und wo es herkommt

    Di, 3 Dez 2019 13:00:00 GMT

    Die Schweiz plant auch im nächsten Jahr wieder mit mehr Einnahmen als Ausgaben. Wo viel Geld ist, bleibt wenig zu streiten. Aber immer noch genug. Das Parlament berät in der ersten Woche der laufenden Wintersession dieses Budget fürs nächste Jahr. Es sieht bei Ausgaben von gut 75,2 Milliarden Franken einen Überschuss von 435 Millionen Franken vor. Wo kommt das Geld her? Zwei Drittel des Schweizer Haushalts werden nächstes Jahr durch Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und der direkten Bundessteuer abgedeckt. Bei der direkten Bundessteuer kommt mehr als die Hälfte der 24 Milliarden von Unternehmen und nur 45 Prozent von natürlichen Personen, vor allem von Gutverdienenden.   Weitere Einnahmen kommen durch Steuern auf Treibstoffe (4,5 Mia. Franken), Tabak (2 Mia. Fr.) und Finanztransaktionen, den sogenannten Stempelabgaben (2,2 Mia. Franken) zustande. Die übrigen Fiskaleinnahmen (7 Milliarden) setzen sich aus Verkehrsabgaben und Lenkungsabgaben wie der CO2-Abgabe zusammen. Unter ...

  • Schweizer Ex-Minister und ihre umstrittenen Jobs

    Di, 3 Dez 2019 10:00:00 GMT

    Was machen die Bundesrätinnen und -räte nach ihrem Ausscheiden aus der Schweizer Regierung? Müssen sie besser auf den Schritt zurück in ein "normales" Leben vorbereitet werden? Die Nominierung von Doris Leuthard, der ehemaligen Verkehrs- und Infrastrukturministerin, zur Verwaltungsrätin des Schweizer Bahnherstellers Stadler Rail wurde stark kritisiert und hat eine alte Debatte wieder aufflammen lassen. Die Schweiz müsse gesetzgeberisch tätig werden, fordert die NGO Transparency International.  Ehemalige Schweizer Ministerinnen und Minister, die in Pantoffeln daheim vor dem Kaminfeuer sitzen: Dies ist eine komplett falsche Vorstellung davon, wie das Leben von Ex-Bundesräten aussieht. Das Gegenteil ist der Fall: Sie wechseln meist unmittelbar in die Privatwirtschaft, wo sie einen mehr oder minder hohen Posten bekleiden. Genau dies wird aber kritisiert, weil daraus mögliche Interessenkonflikte resultieren können.  Für die jüngste Kontroverse sorgt Doris Leuthard: Die ehemalige ...

  • Weshalb ist das internationale Genf so wichtig für die Schweiz?

    Mo, 2 Dez 2019 15:00:00 GMT

    "Grösstes multilaterales Zentrum der Welt", "Hauptstadt des Friedens", "Hauptzentrale der Globalen Gouvernanz": Wenn es darum geht, die Dichte an internationalen Organisationen und Akteuren auf zwei Quadratkilometern in der Stadt Genf zu beschreiben, bedienen sich Schweizer Beamte gerne der Superlative. Aber was genau ist das internationale Genf und warum ist es für die Schweiz so wichtig? Was ist das internationale Genf? Die Rolle Genfs als Gastgeberin für die Länder und Institutionen dieser Welt geht auf die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Jahr 1863 zurück. Die humanitäre Tradition und die Neutralität der Schweiz machten das Land später zu einer naheliegenden Wahl für den Sitz den Vorläufer der Vereinten Nationen (UNO), den Völkerbund und für die internationale Arbeitsorganisation (ILO), deren Niederlassung 1919 die Geburt des internationalen Genfs bedeutete. Heute beherbergt die Stadt den europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen (UNOG), ...

  • Europas erstes Zentrum für Business und Menschenrechte in Genf

    Mo, 2 Dez 2019 13:00:00 GMT

    ​​​ Die Universität Genf hat sich zum Ziel gesetzt, die "Hauptstadt des Friedens" zu einer Drehscheibe für verantwortungsbewusste Geschäftspraktiken zu machen und finanziert das erste Zentrum für Menschenrechte an einer Business School in Europa. Die Direktorin des Zentrums spricht mit swissinfo.ch darüber, wieso sie glaubt, dass Profite und Prinzipien nebeneinander existieren können, und was es braucht, um Unternehmen im Zaum zu halten. Auch wenn Genf besser bekannt ist für Friedensgespräche und diplomatische Verhandlungen als für grosse Geschäftsabschlüsse ist die Stadt kein Leichtgewicht in Sachen Industrie. Der Kanton Genf ist nicht nur der Geburtsort der Schweizer Uhrmacherei, sondern beherbergt auch Hunderte von multinationalen Konzernen, darunter Rohstoffhändler wie Trafigura und Vitol sowie Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble. Diese Mischung macht Genf zum "naheliegenden Ort für ein Zentrum für Wirtschaft und Menschenrechte", erklärte Mike Posner von der New York ...

  • Eine entscheidende Konferenz für die Zukunft unseres Planeten

    Mo, 2 Dez 2019 07:00:00 GMT

    Die 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 25) muss laut der Schweizer Regierung griffige Massnahmen für eine wirksame Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beschliessen. Die Schweiz will ihre CO2-Nettoemissionen bis zum Jahr 2050 auf Null reduzieren. Die Forderungen von NGOs gehen noch weiter. swissinfo.ch mit den wichtigsten Fragen zum Klimagipfel. Die Erwartungen sind hoch, aber wenn man die Vorgeschichte der Konferenz anschaut, ist es schwierig, konkrete Resultate vorherzusehen. Die internationale Konferenz findet vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt Madrid statt. Zuerst war eine Durchführung der Veranstaltung in Brasilien vorgesehen, dann einigte man sich auf Chile. Doch angesichts der Proteste im Andenstaat wurde der Veranstaltungsort nochmals geändert. Zur Auswahl standen Costa Rica, Deutschland (Bonn), die USA (New York) und auch die Schweiz (Genf). Doch am Ende, nur einen Monat vor Beginn der Konferenz, einigte man sich auf Madrid. Warum ist ...

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