Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • "Beendet die Schweiz den freien Personenverkehr, wird das Leben nicht mehr sein wie bisher"

    Fri, 10 Jul 2020 08:06:00 GMT

    In der Coronakrise waren Frankreich und die Schweiz "mehr als Nachbarn", sagt Frédéric Journès, Botschafter Frankreichs in der Schweiz. Aber werden die guten Beziehungen die Abstimmung vom 27. September über die Zukunft des freien Personenverkehrs mit der EU überleben? Im Gespräch mit swissinfo.ch analysiert der Diplomat die heiklen Punkte im bilateralen Verhältnis. Es ist eine Premiere in der Geschichte der französisch-schweizerischen Beziehungen: Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset wird an der Feier des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli in Paris teilnehmen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will der Schweiz so danken, dass sie 52 französische Covid-19-Patienten in ihren Spitälern aufgenommen hatte. Frédéric Journès 51, wurde per Dekret vom 30. August 2019 zum Ausserordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Französischen Republik bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft ernannt. Zuvor war er Direktor für internationale, strategische und...

  • Coronavirus: die Situation in der Schweiz

    Thu, 9 Jul 2020 16:18:00 GMT

    Die Reproduktionsrate liegt in der Schweiz bei 1,38 (Stichtag 27. Juni). Eine mit dem Coronavirus infizierte Person steckt im Schnitt 1,38 Gesunde an. Das ist im internationalen Vergleich ein hoher Wert. Die News des Tages Das Ziel sei die Reduktion des so genannten R-Wertes auf unter 1, damit die Epidemie abflache, sagte Stefan Kuster, Delegierter des Bundes im Kampf gegen die Covid-19-Verbreitung, vor den Medien. Als Ansteckungsgebiete nannte er grosse Kantone wie Zürich, Aargau und Waadt. Übertragungen fänden in Klubs und am Arbeitsplatz, aber auch an Beerdigungen statt. Ein Viertel der Fälle ist laut dem neuen "Mr. Corona" aus dem Ausland importiert, unter anderem aus Serbien und Kosovo. Gemäss Rückmeldungen der Transportunternehmen missachten im öffentlichen Verkehr nur wenige Prozent der Passagiere die Maskenpflicht. Positives gibt es auf der Wirtschaft zu melden: Von den 1,6 Millionen angemeldeten Arbeitnehmenden haben im März nur rund 880'000 tatsächlich...

  • Dank Schweizer Wurzeln ein Job in Zürich

    Thu, 9 Jul 2020 12:00:00 GMT

    Für Auslandschweizer der zweiten Generation ist die Schweiz oft weit entfernt. Einmal da zu leben, zu studieren oder zu arbeiten: Für viele junge Schweizerinnen und Schweizer im Ausland kaum denkbar. "Unmöglich ist es nicht", sagt Ben Tite aus England. Er ist als Sprachlehrer in die Schweiz gekommen. "Ich hätte es als Kind nie für möglich gehalten", sagt der junge Auslandschweizer Ben Tite. Ohne Deutsch und ohne Schweizer Ausbildung rechnete sich der Sohn einer Schweizerin und eines Engländers keine Chancen aus, je von Chichester, im Süden Englands, in die Schweiz überzusiedeln. App für Auslandschweizer Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden? Mit der 📱-App 'SWI plus' erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der 🇨🇭 und zu allen Fragen der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland: 👉 Android oder 👉 iPhone Doch heute lebt der 30-Jährige in Zürich, wo er seit 2018 an der KV Zürich Business School...

  • Schweiz überweist 40 Millionen Kindergeld an Rentner ins Ausland

    Thu, 9 Jul 2020 09:00:00 GMT

    Fast ein Drittel aller Kinderrenten, die durch eine Schweizer Altersrente ausgelöst werden, fliesst ins Ausland: Der grösste Teil nach Frankreich, Deutschland und Italien. Doch gemessen am reinen Geldfluss ergibt sich eine andere Reihenfolge: Frankreich, Italien, Thailand. Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden? Mit der 📱-App 'SWI plus' erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der 🇨🇭 und zu allen Fragen der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland: 👉 Android oder 👉 iPhone Thailand ist ein Rentnerparadies. Das spiegelt sich auch in der Statistik der Schweizer Kinderrenten, die durch eine Altersrente ausgelöst werden. 2019 haben die Ausgleichskassen 3,9 Millionen Franken für Kinderrenten nach Thailand überwiesen. Gegenüber 2010 entspricht dies einer Steigerung um 160 Prozent. Damit liegt Thailand nach Frankreich und Italien bereits an dritter Stelle und hat Deutschland und Spanien mit der Summe...

  • Die Schweizerin, die Deutschland das 120-Mio.-Hafenmuseum liefert

    Wed, 8 Jul 2020 12:00:00 GMT

    Die gebürtige Zürcherin Ursula Richenberger leitet die Planung für Hamburgs neues Prestigeprojekt: das Deutsche Hafenmuseum. Dabei war sie anfangs in Norddeutschland todunglücklich. Es ist eine Mammutaufgabe, die ihr anvertraut wurde: Nach der Elbphilharmonie soll das Deutsche Hafenmuseum der nächste architektonische Leuchtturm für Hamburg werden. Bund und Hansestadt lassen sich das Vorhaben insgesamt 120 Millionen Euro kosten, 2027 sollen die Türen öffnen. Das Deutsche Hafenmuseum Der Standort steht fest: Der zentrale neue Museumsbau wird Teil des neuen Stadtteils Grasbrook sein. Dessen Gestaltung wurde in einem kürzlich abgeschlossenen städtebaulichen Wettbewerb entschieden, den die Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron gewannen. In der nächsten Phase folgt im Sommer 2021 der Architekturwettbewerb für das Museum. 185 Millionen Euro stehen für das gesamte Projekt und alle Planungsphasen zur Verfügung, davon 65 Millionen allein für das Gebäude. Ein durchaus mögliches...

  • Arno Camenisch: "Kunst entsteht aus Konsequenz"

    Wed, 8 Jul 2020 09:00:00 GMT

    In seinen Geschichten lässt er eine schwindende Welt aufs Schönste aufleben und schreibt mit immer neuen Figuren seine Bündner Comédie humaine fort. Aber wie seine Bücher entstehen, darüber will Arno Camenisch nicht reden. "Morgens Tennis, am Abend die Bühne, so sieht ein perfekter Tag aus." Wir sitzen in einem Café hinter dem Tennisplatz am Bielersee, gerade hat er eine Stunde gespielt. An diesem Morgen ist es gut gelaufen. Beim Tennis könne man gut punkten, sagt er, der Wettkampf, das liege ihm. Und wenn er einen Ball verhaue, dann bringt er den nächsten sicher ans Ziel. Schweizer Schreibwelten Die Schweizer Literaturkritikerin Anne-Sophie Scholl begegnet in der Serie Schweizer Schreibwelten von swissinfo.ch den wichtigen Schweizer Autorinnen und Autoren der Gegenwart. Teil 1: Arno Camenisch, Jahrgang 1978. Arno Camenisch ist in seinem Element. Er lässt den verschmitzten Jungencharme spielen, erzählt, in melodischem Bündner Singsang, die Stimme sonor, rauh, dazwischen immer...

  • Schweizer Städte schlagen wegen Coronakrise Alarm

    Tue, 7 Jul 2020 14:03:00 GMT

    Die Coronakrise zieht auch die Schweizer Städte in den Strudel. Sie fürchten, auf ihren Einnahmeausfällen und Mehrkosten, die sie im Kampf gegen die Covid-Pandemie erlitten, sitzen zu bleiben. Jetzt wollen sie Erklärungen vom Bundesrat. Die Schweizer Städte und Gemeinden fühlen sich als grosse Verlierer der Coronakrise. 28. Mai: Das Land schickt sich an, nach dem Lockdown wieder ein Stück Normalität zurückzuerobern. Da beschliesst der Schweizerische Städteverband (SSV), dem über 130 Gemeinden angehören, darunter die wichtigsten städtischen Zentren, den Bund zur Rede zu stellen. Der Grund: Die Gemeinden seien während der Covid-19-Krise nicht konsultiert, also übergangen worden. Der Verbund warnte in ungewohnt scharfen Worten vor den katastrophalen finanziellen Folgen der Pandemie für die städtischen Gemeinden. Konkret rechnen sie mit einem starken Rückgang der Einnahmen aus Steuern und Mieten und einem Einbruch der Einnahmen beim Gewerbe. Die Städte wurden während der...

  • Gestresste Schweiz trotz Corona-Lockerungen

    Tue, 7 Jul 2020 11:00:00 GMT

    Auch nach dem schrittweisen Ende des Lockdowns fühlen sich noch viele Schweizerinnen und Schweizer gestresster als vor dem Beginn der Pandemie. Das zeigt eine Umfrage der Universität Basel. Auch Depressionen scheinen demnach zugenommen zu haben. Ist mein Husten ein Symptom? Überlebe ich eine Infektion? Wie verhindere ich eine Ansteckung? Es ist wenig erstaunlich, dass viele Menschen in der Schweiz während des Corona-Lockdowns gestresst waren. Doch auch in der Phase der schrittweisen Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie waren noch viele gestresster als vor Auftreten von Covid-19 auf der Weltbühne. Das zeigt der Vergleich zweier Umfragen der Universität Basel. Eine erste Erhebung fand während des Lockdowns Anfang April statt. Die zweite Umfrage zwischen dem 11. Mai (als unter anderem die Restaurants wieder öffnen durften) und 1. Juni. Demnach sind immer noch 40 Prozent der Befragten gestresster als vor der Coronakrise. Während des Lockdowns waren es genau 50 Prozent...

  • Frauenrekord im Parlament – trotz weniger Frauen an der Urne

    Tue, 7 Jul 2020 08:51:00 GMT

    Trotz Frauenstreik als Grosserfolg und der Debatte um Gleichberechtigung als Motoren des Wahlkampfes: Bei den letztjährigen Wahlen ins Schweizer Parlament lag der Anteil der Wählerinnen tiefer als 2015. Das überrascht angesichts der Rekordmarken betreffend der Frauen-Repräsentation in National- und Ständerat. Die eidgenössischen Wahlen 2019 waren für die Vertretung der Frauen ein historischer Moment. Die Zahl der gewählten Kandidatinnen brach Rekorde: Sie stieg im Nationalrat (grosse Kammer) von 32% im Jahr 2015 auf 42% und im Ständerat (kleine Kammer) von 15% auf 26%. Das Thema Gleichstellung stand während der Kampagne im Mittelpunkt, insbesondere mit der Frauenstreikbewegung, die am 14. Juni 2019 rund 500'000 Frauen im Land auf die Strassen gebracht hatte. Die Wahlstudie Selects Seit 1995 analysiert Selects die Wahlbeteiligung und das Wahlverhalten bei eidgenössischen Wahlen. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert und vom FORS durchgeführt. Es ist...

  • Covid-19 pusht die digitale Demokratie vorwärts

    Tue, 7 Jul 2020 07:30:00 GMT

    Wenn Staatspräsidenten und Bundeskanzlerinnen per Video konferieren und Manager ihre Weltkonzerne aus dem Homeoffice führen, müssen auch die Mitglieder eines Parlaments nicht mehr physisch in einem Saal tagen. Die Coronakrise bringt viel Dynamik in die vorwiegend analoge Demokratie Schweiz. Eine um vier Monate verschobene Volksabstimmung, ausgesetzte Unterschriftensammlungen und abgesagte Parlamentssitzungen: Die Corona-Pandemie ist auch ein absoluter Stresstest für die Demokratie. Das eidgenössische Parlament wurde nicht verschont: Im März musste die Frühlingssession abgebrochen werden. Um einen solchen Lockdown der Gewaltenteilung künftig zu verhindern, will die Staatspolitische Kommission des Nationalrats (grosse Parlamentskammer) unter anderem die Möglichkeit der Einführung eines Abstimmungssystems via Internet für die Parlamentsmitglieder prüfen. Auch die Kommission des Ständerats (kleine Parlamentskammer) sieht Handlungsbedarf, um die Handlungsfähigkeit des Parlaments in...

  • Wie fleissig ist die Schweiz wirklich?

    Mon, 6 Jul 2020 07:12:00 GMT

    Schweizerinnen und Schweizer gelten als fleissiges Volk. Trifft das tatsächlich zu? Vier Grafiken geben Aufschluss darüber, wie viel in der Schweiz im internationalen Vergleich gearbeitet wird. Die Schweiz sieht sich selbst gerne als ein Volk von arbeitsamen Bürgerinnen und Bürger. Auch im Ausland scheint das Bild des pünktlichen, exakten und fleissigen Schweizers weit verbreitet zu sein. Kann die Realität diesem Klischee standhalten? Verschiedene Statistiken erfassen, wie viel in verschiedenen Ländern durchschnittlich gearbeitet wird. Je nachdem, wie gemessen wird, kann man ganz unterschiedliche Schlüsse ziehen. Wir zeigen die wichtigsten vier Kennzahlen und ordnen sie ein, um zu sagen, wie fleissig die Schweizer Bevölkerung wirklich ist. Im globalen Vergleich wird in der Schweiz wenig gearbeitet Forscher der Universität Groningen haben zusammengetragen, wie viel jährlich pro angestellte Person in verschiedenen Ländern und Kontinenten gearbeitet wird. Mit diesem Vergleich...

  • Eine neue Idee zur Pandemiebekämpfung

    Mon, 6 Jul 2020 12:00:00 GMT

    Die Schweiz sollte eine neue Art der wissenschaftlich-militärischen Zusammenarbeit schaffen, um Herausforderungen wie die aktuelle im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu bewältigen. Der in der Schweiz lebende Risikomanager Rudolph Thomson schlägt dazu ein Schweizerisches Korps für Wissenschaft und Medizin vor. Die Reaktion vieler Länder auf die Covid-19-Pandemie war durch den Ruf nach einem "Kriegsmodus" gekennzeichnet – und das zu Recht, denn dies ist Krieg, auch wenn der Feind unbewaffnet und unsichtbar ist. Es liegt daher an uns, unsere Herangehensweise an bewaffnete Konflikte zu erweitern und mit wissenschaftlichen und medizinischen Fähigkeiten sowie Ressourcen zu ergänzen, um unbewaffnete Konflikte auszutragen. In einer ausserordentlichen Aktion hat die Schweizer Regierung am 16. März bis zu 8000 Soldaten aufgeboten, um im Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. Es war der erste Einsatz der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg. In den Berichten über den Einsatz ging...

  • Die Schweiz verfehlt ihr Klimaziel

    Sun, 5 Jul 2020 09:00:00 GMT

    Die Emissionen der Schweiz sind in den letzten 30 Jahren zurückgegangen, aber nicht genug, um das für 2020 gesetzte nationale Ziel zu erreichen. Wir veranschaulichen den Misserfolg durch eine Reihe von Zahlen und Grafiken. Bis 2020 müssen die Treibhausgasemissionen der Schweiz gegenüber 1990 um 20% reduziert werden. Dazu hat sich der Bund im Rahmen des CO2-Gesetzes verpflichtet. Obwohl noch zwei Jahre bis zur Deadline fehlen – die jüngsten Daten stammen aus dem Jahr 2018 –, prognostiziert das Bundesamt für Umwelt (Bafu) gestützt auf aktuelle Schätzungen, dass die Schweiz ihr nationales Ziel nicht erreichen werde. Auch die durch die Coronakrise verursachte vorübergehende Verlangsamung der Aktivitäten wird daran nichts ändern. Seit 1990 sind die Emissionen der Schweiz um 14% zurückgegangen, verglichen mit einem Bevölkerungswachstum von 27%. Die Entwicklung der Emissionen variiert je nach betroffenem Sektor, wie die nachstehende Grafik zeigt. Aus dem Vergleich geht hervor, dass...

  • Wie Schweizer trotz Corona in Kontakt blieben

    Sat, 4 Jul 2020 09:00:00 GMT

    Wissenschaftlerinnen der Uni Zürich untersuchten, wie die Covid-19-Pandemie die Kommunikationsgewohnheiten der Schweizerinnen und Schweizer beeinflusst hat. Sie fanden einige markante Unterschiede zwischen den Sprachregionen. Als die Schweiz Mitte März in den Lockdown startete, kam das Leben vieler in Unordnung. Wie die meisten Schweizerinnen und Schweizer mussten auch wir plötzlich mit Home-Office klarkommen und uns aus der Ferne um Familie und Freunde kümmern. Ob nun Arbeitsbesprechungen, Geburtstagsfeiern, Unterricht, Konferenzen oder Feierabendbier – alles verlagerte sich plötzlich ins Internet. Als Wissenschaftlerinnen, die sich am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich mit der Nutzung digitaler Medien beschäftigen, eröffnete sich ein interessantes Forschungsthema. Plötzlich interessierte sich jeder dafür, wie Menschen die digitalen Medien nutzen, um mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen in Kontakt zu bleiben. Wir fragten uns...

  • "Die Länder sind zur Kooperation verdammt"

    Fri, 3 Jul 2020 14:18:00 GMT

    Valentin Zellweger, Leiter der Schweizer Mission bei der UNO in Genf, verlässt Ende Juli seinen Posten. Neu wird er Schweizer Botschafter in Kenia. Im Gespräch analysiert er den Multilateralismus, der von allen Seiten unter Beschuss gerät, sowie das internationale Genf. Die Medientermine, die der Botschafter in den letzten vier Jahren jeweils vor den Sitzungen des UNO-Menschenrechtsrats im Genfer Palais des Nations organisierte, zogen eine wachsende Zahl von Korrespondenten an. Darunter auch mehr und mehr von internationalen Medien. Valentin Zellweger 1993, im Alter von 35 Jahren, trat der studierte Völkerrechtler in den diplomatischen Dienst ein – mit einem Praktikum der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza) auf der Schweizer Vertretung – in Nairobi. Also dort, wohin er nun als Botschafter zurückkehrt. Danach hatte Valentin Zellweger verschiedene Funktionen in Bern und New York inne. Zwischen 2003 und 2007 war er Stabschef des ersten Präsidenten des Internationalen...

  • Der Tourismus zieht Lehren aus dem Lockdown – die richtigen?

    Fri, 3 Jul 2020 08:00:00 GMT

    Die Pioniere ziehen wieder los, die Schwärme folgen. Während einige Reisedestinationen froh sind, wenigstens zeitweilig den "Overtourism" losgeworden zu sein, betteln viele wieder um Touristinnen und Touristen. Noch hatte die Schweiz die Grenzen zu Italien nicht geöffnet. Italien hingegen verkündete unerwartet die freie Einreise für Personen aus der Schweiz ab dem 3. Juni. Einen Tag später standen Sylvain und Anastasia Nicolier aus Lausanne auch schon am Grenzübergang Grosser Sankt Bernhard. "Am Vorabend hatte ich die Nachricht der Grenzöffnung gesehen und meine Frau gefragt, ob wir nach Venedig wollen. Am nächsten Tag fuhren wir mit unserer zweimonatigen Tochter los", sagt Sylvain Nicolier. Die Einreise verlief problemlos, keine Kontrolle. "Zuerst hatte ich ein mulmiges Gefühl", sagt Anastasia. "Es war unsere erste Reise ins Ausland mit einem Baby." Das Reisen sind sich die frischen Eltern aber gewohnt: Sylvain Nicolier ist Reiseblogger und veröffentlicht auf seiner Website...

  • Unsere Fokusthemen ins Bild gesetzt

    Fri, 3 Jul 2020 09:35:00 GMT

    Mit dem neuen Auftritt von SWI swissinfo.ch haben wir unseren Kernthemen ein grösseres Gewicht gegeben. Optisch werden diese Themenfokusse mit Werken von Schweizer Illustratorinnen und Illustratoren aufgewertet. Warum betrifft die Gletscherschmelze uns alle? Und warum ist Suizidbeihilfe in der Schweiz normal? – Zu diesen und über 40 anderen Kernfragen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft haben unsere Journalistinnen und Journalisten Themenfokusse zusammengestellt. Sie vereinen die besten Inhalte von SWI swissinfo.ch zum jeweiligen Thema in kompakter Form. Jeder Fokus zeichnet sich durch eine markante Illustration einer Schweizer Künstlerin oder eines Künstlers aus, was die Wiedererkennbarkeit unserer Themenfokusse unterstützt. Die Illustratorinnen und Illustratoren wandten verschiedene Techniken an, wobei sie freie Hand in der Umsetzung des Themas hatten. Hier finden Sie die Übersicht über unsere Themenfokusse. Die Illustratorinnen und Illustratoren, die dazu...

  • Pandemie offenbart Chiles reale Situation

    Thu, 2 Jul 2020 13:30:00 GMT

    Covid-19 schlägt in Südamerika mit voller Härte zu. Chile hat mit fast 300'000 Fällen unterdessen Italien und Spanien bei der Zahl der Infektionen übertroffen. Das Gesundheitssystem kommt an seine Grenzen. Zwei Auslandschweizerinnen erzählen, wie sie mit der Krise umgehen und sprechen über ihre Ängste, ihre Familien und ihre Hoffnungen in dieser Zeit des Coronavirus. Laut den neusten Daten der Weltgesundheits-Organisation (WHO) sind Brasilien, Peru, Chile und Mexiko – in dieser Reihenfolge – die Länder mit der höchsten Anzahl bestätigter Infektionen in Südamerika. Gleichzeitig platziert das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins Universität Chile vor Spanien und Italien. Diese Gesundheitskrise verschärft die soziale Krise, die im Oktober 2019 aufgrund der im Land herrschenden Ungleichheiten explodierte, noch weiter. Schweizerinnen und Schweizer in Südamerika Gemäss offizieller Schweizer Statistik (2019) sind 46'418 Schweizer Bürgerinnen und Bürger in...

  • Darum haben Ausländer mehr Vertrauen in die Behörden als Schweizer

    Thu, 2 Jul 2020 08:27:00 GMT

    Das ist überraschend: Die in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer übertreffen die Schweizerinnen und Schweizer noch, was das Vertrauen in die politischen Behörden und Institutionen betrifft. Das zeigt der neue Monitor 2020 über die Freiwilligenarbeit. "Wenn man ehrenamtlich arbeitet, ist man stolz darauf, Teil einer Gesellschaft zu sein", sagt Sandro Cattacin, der Direktor des Instituts für soziologische Forschung an der Universität Genf. "Und die Existenz eines starken freiwilligen Gefüges stärkt das Vertrauen der gesamten Bevölkerung in die Institutionen." Cattacins Aussagen werden durch den neuen Freiwilligen-Monitor 2020 gestützt, den die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft soeben vorgelegt hat. Von den befragten Personen haben jene, die ehrenamtlich tätig sind, deutlich mehr Vertrauen in ihre Mitmenschen und auch in die Behörden und Institutionen. Kurz zum SGG-Monitor: Er ist die Referenz in Sachen Freiwilligenarbeit, und diese wiederum ist ein zentraler...

  • Mehr Gleichstellung im Gesetz: "Kleiner Schritt, der nicht ausreicht"

    Wed, 1 Jul 2020 12:45:00 GMT

    Wird das am Mittwoch in Kraft getretene, revidierte Gleichstellungsgesetz die Lohndiskriminierung von Frauen beseitigen? Die grossen Unternehmen im Land haben nun ein Jahr Zeit, um zu überprüfen, ob sie ihre Mitarbeitenden unterschiedlich nach Geschlecht entlöhnen. Das reicht nicht, sagt eine Expertin für Arbeitsrecht. 39 Jahre nach der Verankerung des Prinzips der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Verfassung und 24 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zu dessen Umsetzung bestehen die Ungleichheiten weiter. Laut dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann verdient eine Frau in der Schweiz im Schnitt 1455 Franken weniger als ein Mann. Rund 56% dieses Unterschieds lassen sich mit objektiven Faktoren erklären wie berufliche Position, Dienstalter oder Bildungsniveau. Doch 44% lassen sich nicht erklären und sind eine potenzielle Lohndiskriminierung. Seit dem 1. Juli ermöglicht ein neues rechtliches Instrument, Diskriminierungen zu verfolgen.

  • Nicole Anliker: "Korrespondentin sein heisst eine Leidenschaft zu teilen"

    Wed, 1 Jul 2020 09:00:00 GMT

    In der Schweiz verfügen nur noch wenige Medien über ein eigenes Korrespondentennetz im Ausland. Wer sind diese Menschen, die sich entscheiden, im Ausland zu leben, um ihren Landsleuten über die Welt zu berichten? Und wie ist ihr Verhältnis zur Schweiz als Medienschaffende? SWI swissinfo.ch porträtiert fünf von ihnen. Zweite Station: Brasilien. Bern, 21 Uhr. Rio de Janeiro, 16 Uhr. Das Telefon klingelt, weit weg. Plötzlich ertönt eine fröhliche Stimme: "Nicole Anliker!". Das gutturale "K" verrät die schweizerdeutsche Herkunft der Gesprächspartnerin. Sie ist Korrespondentin der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) in Südamerika, und dies ist das zweite Porträt in unserer Serie. Ein Traum wird wahr Anliker kommt aus Murten im Kanton Freiburg und hat schon seit ihrer Gymnasialzeit eine grosse Schwäche für Südamerika. So war es nur logisch, dass sie nach ihrer Matura beschloss, nach Mexiko aufzubrechen, um Spanisch zu lernen und um zu reisen. Nach 18 Monaten kehrte sie zurück und nahm ihr...

  • Schweizer Söldner verhalfen dem Kolonialismus zum Erfolg

    Mon, 29 Jun 2020 08:49:00 GMT

    Im 19. Jahrhundert kämpften junge Schweizer Männer aus armen Verhältnissen für ausländische Kolonialkräfte in Asien und Afrika. Während die Rolle der Schweizer Söldner in Europa bekannt ist, haben Forscher jetzt Dokumente entdeckt, wie sich Schweizer Kämpfer bis zum Ersten Weltkrieg an der kolonialen Herrschaft in Übersee beteiligten. Nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Bauernhof will der 19-jährige Thomas Suter* (*=Name erfunden) aus einem Dorf in Emmental in der Taverne etwas zu trinken. Es liegt ein Summen in der Luft. Alle reden von Jürg Keller*, der letztes Jahr das Nachbardorf verlassen hat, um sich der niederländischen Kolonialarmee, der Koninklijk Nederlandsch-Indisch Leger oder KNIL anzuschließen. Kürzlich hatte Keller einen Brief von Lombok in Niederländisch-Ostindien im heutigen Indonesien an seine Familie geschickt, in dem er sich über Hitze, das Essen und die Einheimischen beschwerte. Was anstrengend beschrieben wurde, klang für die, die in der Taverne im...

  • Warum Leute meine Schweizer Identität ignorieren

    Tue, 30 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Alexandre Afonso sagt, dass viele Menschen Schwierigkeiten hätten, ihn aufgrund seines Familiennamens und Aussehens als Schweizer zu sehen. Ich bin in der Schweiz geboren und aufgewachsen, besitze einen Schweizer Pass und spreche meine Muttersprache Französisch mit einem deutlichen Akzent aus dem Kanton Waadt. Mein Deutsch und Italienisch sind ziemlich gut. Ersteres habe ich bei meiner Arbeit ziemlich oft verwendet und letzteres als Schulfach gewählt, weil ich in Mathematik sehr schlecht war. Da ich an der Universität Schweizer Politik unterrichtet habe, weiss ich wahrscheinlich mehr über Politik und Geschichte meines Landes als die meisten Schweizerinnen und Schweizer. Ich weiss zum Beispiel, dass das österreichische Bundesland Vorarlberg 1919 für den Beitritt zur Schweiz stimmte und dass wir dies ablehnten, und ich kann mit gutem Gewissen erklären, warum "Konsens" ein so wichtiges Merkmal unseres politischen Systems ist. Ich habe Blaise Cendrars, Friedrich Dürrenmatt und Yakari...

  • "Die Alpen sind eine Industrielandschaft"

    Sun, 28 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Ein Gespräch mit Historiker Valentin Groebner über die leere Altstadt von Luzern, das falsche Mittelalter und importierte Selbstbilder. Ursprünglich wollte ich mit Ihnen ja über Overtourism sprechen – damit wird es dieses Jahr wohl nichts… Ich glaube doch. Overtourism und Undertourism hängen sehr eng zusammen. Inwiefern? Die grosse Leere, die man während der Corona-Krise in Luzern besichtigen kann, ist ja erst durch die unglaublich intensive touristische Nutzung ermöglicht worden. Tourismus erzeugt Zonen ohne Bewohner? Sagen wir: Sonderwirtschaftszonen. Wie wurde Luzern zu einer so erfolgreichen Touristendestination? In Reiseberichten aus dem 18. Jahrhundert wird Luzern als trauriges, altmodisches Städtchen beschrieben, repressiv und rückständig. Arthur Schopenhauer hat das auf den Punkt gebracht: "Ein kleines, schlecht gebautes, menschenleeres Städtchen. Aber die Aussicht ist göttlich." Denn das hatte Luzern zu bieten: Die Aussicht. Es gibt wenige Städte, von denen man...

  • Die befleckte Geschichte der Schweizer Textilindustrie

    Sat, 27 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Die Schweiz hatte keine Kolonien, profitierte aber vom Kolonialismus. Das zeigt die Geschichte der Indiennes, bunten Baumwolltüchlein: Der lukrative Handel mit ihnen war verbunden mit kolonialer Ausbeutung, religiöser Bekehrung und Sklavenhandel. Im 17. Jahrhundert kam bedruckte Baumwolle aus Indien – nur hier hatte man das Know-How sie herzustellen. Doch dann wurde diese Technik zur Herstellung bunt bedruckter Baumwollstoffe von den Niederländern und Briten kopiert. Sie machten sie mithilfe der Mechanisierung billiger und raubten der indischen Textilindustrie so zunehmend ihre Grundlage. Die in Europa hergestellten hellen und erschwinglichen „Indiennes“-Stoffe wurden so beliebt, dass der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV sie auf Grund des Drucks einheimischer Woll-, Seiden- und Leinenhersteller verbieten musste. Für die Schweiz wurde Frankreichs Verbot der Herstellung und Einfuhr von Indiennes im 17. Jahrhundert zum Glücksfall. Französische Protestanten, die vor religiöser Verfolgung in...

  • Junge Schweizerinnen und Schweizer erleben Rassismus in der Schweiz

    Fri, 26 Jun 2020 14:00:00 GMT

    Angesichts der weltweiten "Black Lives Matter"-Demonstrationen nach der Ermordung eines Schwarzen durch die Polizei in den USA überdenkt die Schweizer Gesellschaft ihren Umgang mit Menschen aus ethnischen Minderheiten. Wie wirkt sich der alltägliche Rassismus auf farbige Menschen in der Schweiz aus? Das Schweizer Fernsehen SRF sprach mit fünf Jugendlichen, die aufgrund ihrer Hautfarbe in irgendeiner Form Rassismus oder Diskriminierung erlebten. Eine kürzlich durchgeführte Studie des Bundesamtes für Statistik zeigt, wie verbreitet diese Art von Diskriminierung in der Schweiz ist. Die Zahlen wurden 2018 erhoben und dokumentieren, dass 28% der Schweizerinnen und Schweizer angeben, Rassismus erlebt zu haben. In der Umfrage hatten 24% der Befragten Diskriminierungen erlebt, 11% erlitten rassistisch motivierte psychische Gewalt und 3% wurden Opfer von rassistisch motivierter physischer Gewalt. Die Studie zeigt auch, wo diese Vorfälle stattfanden, die meisten davon in einem Arbeitsumfeld.

  • Die Schweiz als Ausschluss-Demokratie

    Fri, 26 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Katholiken, Juden, Atheisten und andere "Gottlose", Arme, Raufer, Straftäter, Herumtreiber, Zwangsversorgte – die Liste ist noch länger: In der jungen Demokratie Schweiz des 19. Jahrhunderts waren neben den Frauen ganze konfessionelle Gruppen und viele sozial Schwache ausgeschlossen. Ihre Integration dauerte Generationen. Seit der Gründung des modernen Bundesstaats 1848 wird der Kreis der Stimmberechtigten in der Schweiz stetig grösser. Aber dem stand lange einiges im Wege: Mit hoher Energie und eiskaltem Kalkül verweigerten zu Beginn die bürgerlichen Machteliten beim Bund und in den Kantonen ihren politischen Gegnern das Stimm- und Wahlrecht. Die Integration von zahlreichen ausgeschlossenen Gruppen verschleppten sie mit einiger Kreativität und viel Ausdauer. Den Klassenfeind im Visier Der Ausschluss zielte auf die Katholisch-Konservativen und auf die armen Schlucker. Mit letzteren zielten die Bürgerlichen auf die Sozialdemokratische Partei (SP), die 1888 gegründet wurde und...

  • Covid-19-Test: Vom Pferd gelernt

    Thu, 25 Jun 2020 13:00:00 GMT

    Die Corona-Pandemie unterbrach die Pläne eines Schweizer Start-Ups zur Diagnose von Atemwegserkrankungen bei Pferden. Also beschloss dieses, die Technologie für Covid-19-Tests an Menschen anzuwenden. Wenn Sie noch nie von ender diagnostics gehört haben, gibt es einen guten Grund dafür: Vor April existierte die Firma nämlich noch gar nicht. Anfang dieses Jahres stand das Schweizer Start-Up-Unternehmen LiVET kurz davor, mit seinen isothermen Tests zur Diagnose der vier häufigsten Atemwegserkrankungen bei Pferden zu beginnen, als der Corona-bedingte Lockdown beschlossen wurde. Reisepläne wurden auf Eis gelegt und Geräte, die LiVET zum Testen von Krankheiten bei Pferden einsetzen wollte, wurden für Covid-19-Tests benötigt. Die Wissenschaftler im Haus drehten Däumchen und der LiVET-Geschäftsführer Tim Pfister fragte sich, ob das Unternehmen nicht einen Teil seines Wissens und seiner Ressourcen für die Entwicklung eines Tests für Covid-19 am Menschen einsetzen könnte. "Wir wussten...

  • Folgt jetzt die grösste Rezession nach dem II. Weltkrieg?

    Thu, 25 Jun 2020 11:00:00 GMT

    Gemäss Wirtschaftsexperten wird das Bruttoinlandprodukt der Schweiz in diesem Jahr voraussichtlich um 5 bis 6 Prozent schrumpfen. Und dies ist das optimistischste Szenario. Sollte die Pandemie wieder aufflammen, könnte die Schweizer Wirtschaft in eine noch schlimmere Krise rutschen als in den 1970er-Jahren. Das Coronavirus hat der Schweizer Wirtschaft bereits im ersten Quartal 2020 schwer geschadet. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist im Vergleich zu den drei Vormonaten um 2,6 Prozent gesunken. Infolge der seit Mitte März ergriffenen Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie wird der wirtschaftliche Abschwung im zweiten Quartal jedoch noch stärker ausfallen. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) rechnet für das gesamte Jahr 2020 mit einem Rückgang des BIP von −6,2 Prozent bei einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (gegenüber 2,3 Prozent im 2019). Etwas positiver sind die Prognosen des...

  • Schweizer Corona-App gegen zweite Welle in Betrieb

    Thu, 25 Jun 2020 08:41:00 GMT

    Ab heute steht die SwissCovid-App zum Download auf die Mobiltelefone zur Verfügung. Das schweizerische Kontaktverfolgungssystem zur Verhinderung der Verbreitung von Coronaviren garantiert die Privatsphäre und die Kontrolle der persönlichen Daten der Benutzer. SwissCovid ist bereit, auf die Smartphones von mehr als acht Millionen Menschen heruntergeladen zu werden. Ab dem 25. Juni wird die App in den Apple- und Google-Playstores verfügbar sein, um von den Nutzern und Nutzerinnen dem "letzten Test" unterzogen zu werden. Damit ist die experimentelle Phase abgeschlossen, an der seit dem 25. Mai mehr als 15'000 Personen teilgenommen haben. Die grösste Herausforderung besteht nun darin, so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich von der Verwendung zu überzeugen. Nur so kann die Wirksamkeit gewährleistet werden, so das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne, die an der Entwicklung der Anwendung beteiligt waren. "Diese App...

  • Raphaël Grand: "In den USA kann die Polizei auch eine Gefahr für Journalisten sein"

    Wed, 24 Jun 2020 12:30:00 GMT

    In der Schweiz verfügen nur noch wenige Medien über ein eigenes Korrespondentennetz im Ausland. Wer sind diese Menschen, die sich entscheiden, im Ausland zu leben, um ihren Landsleuten über die Welt zu berichten? Und wie ist ihr Verhältnis zur Schweiz als Medienschaffende? SWI swissinfo.ch porträtiert fünf von ihnen. Erste Station: die USA. Wenn Sie zu den Hörern und Hörerinnen von La Première gehören, einem Radioprogramm des Westschweizer Radio und Fernsehens (RTS), werden Sie mit seiner Stimme vertraut sein. Zuerst aus Shanghai in China und jetzt aus Washington D.C. in den USA, ist Raphaël Grand im Verlauf von sieben Jahren zu einer führenden Figur der internationalen Nachrichtenwelt geworden. Kein Kindheitstraum Der heute 39 Jahre alte Walliser hatte ursprünglich nicht vor, in den Medien zu arbeiten. Nach dem Besuch des Gymnasiums, das er mit der naturwissenschaftlichen Matura abschloss, wollte er an der damaligen Ingenieurschule Lausanne (heute Haute École d'Ingénierie et...

  • Genfer Hotelbranche spürt verheerende Folgen von Covid-19

    Wed, 24 Jun 2020 11:00:00 GMT

    Die Covid-19-Pandemie trifft die Hotellerie und den Tourismus in der ganzen Schweiz hart. Die mit Abstand am stärksten betroffene Region ist aber Genf: Das internationale Zentrum musste 300 Konferenzen und Anlässe absagen. Fachleute schätzen die Lage als verheerend ein. "Wir leugnen die Auswirkungen von Covid-19 nicht. Wir verstehen, dass ein Hotel angesichts der Pandemie in die roten Zahlen rutschen kann", sagte Sylvan*, Angestellter des Fünf-Sterne-Hotels Le Richemond. "Was wir aber nicht verstehen, ist, dass wir so dramatisch, ohne einen Sozialplan, entlassen werden sollen, wenn das Hotel einem Multimillionär gehört. Das können wir nicht akzeptieren." Er ist einer der 141 Mitarbeitenden, die Gefahr laufen, ihren Job im als Familienunternehmen geführten Luxushotel am Ufer des Genfersees zu verlieren. Für die meisten war im März Kurzarbeit beantragt worden, sie hatten also schon eine gewisse Lohneinbusse hinnehmen müssen. Doch dann erfuhren Sylvan und Kolleginnen und Kollegen...

  • Ein Schweizer Produkt fliegt um die Welt

    Wed, 24 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Er ist ein unbeliebter Reisebegleiter, der Brechbeutel. Die international führende Brechbeutelherstellerin ist die Schweizer Firma Elag aus dem Kanton Bern. Ein Buch zeigt die schönsten Modelle. Der Schweizer Brechbeutel-Sammler Fredy Thürig besitzt um die 2000 Exemplare. Seine Kollektion ist jetzt im Buch "Für Reisekranke" gewürdigt worden. Es zeigt farbig bedruckte Spucktüten aus 45 Jahren Grafikdesign- und Fluggeschichte: Beutel aus aller Welt, von American Airlines bis Air Nepal. Einige Designs sind funktional und zweckgebunden, andere ermöglichen dem Fluggast der Langeweile zu entfliehen, mit Hilfe eines Strategiespiels. In den achtziger Jahren waren "Dual use"-Beutel beliebt, bei Nichtgebrauch konnte man den Beutel zum Verschicken der Ferienfilme nutzen. Billigfluggesellschaften ermunterten mit Kommentaren "Alles wird gut" oder "Vielen Dank für Ihre Kritik". Was hineingeht, muss manchmal auch raus Die Buch-Autorinnen haben dem Spuckbeutel das jeweilige kulinarische...

  • E-Voting-Moratorium vom Tisch

    Tue, 23 Jun 2020 14:29:00 GMT

    Die Bürgerinnen und Bürger der Schweiz werden nicht über ein Moratorium für das E-Voting abstimmen: Das Komitee einer entsprechenden Volksinitiative hat die Unterschriftensammlung gestoppt. Bei der Auslandschweizer-Organisation (ASO) ist man darüber erleichtert. Der Lockdown gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die Volksinitiative für die Einfrierung der elektronischen Stimmabgabe in der Schweiz ausgeknockt: Die Initiative "für eine sichere und vertrauenswürdige Demokratie", wie sie mit vollem Namen heisst, kommt laut dem Komitee nicht zustande. Das Initiativkomitee besteht aus einer breiten Allianz von Parlamentsmitgliedern und Politikerinnen aller grossen – und auch einiger kleinerer – Parteien der Schweiz Nur mit Kraftakt zu stemmen Den Abbruch der Unterschriftensammlung begründen die Initianten mit der Coronakrise. "Auch wenn die Einschränkungen nun schrittweise gelockert werden, sind Unterschriftensammlungen faktisch nach wie vor nicht möglich", schreiben sie in einer...

  • Rohstofffirmen bemühen sich um mehr Kontrolle

    Tue, 23 Jun 2020 09:30:00 GMT

    Rodungen und Raubbau zerstören weite Teile der artenreichen Cerrado-Savanne in Brasilien. Rohstofffirmen bemühen sich um Überwachungsmassnahmen, um die Umweltzerstörung einzudämmen. Kann das funktionieren? Während die meisten Menschen vom Amazonas-Regenwald gehört haben, kennen nur die wenigsten Menschen ausserhalb Brasiliens den Cerrado. Die tropische Savanne nimmt rund 20 Prozent der Fläche des Landes ein und ist nach dem Amazonas das zweitgrösste zusammenhängende Ökosystem Südamerikas. Es beherbergt rund endemische 4800 Pflanzen- und Wirbeltierarten, also solche, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Auf die Region entfällt die Hälfte des gesamten Sojaanbaus des Landes. Brasilien ist nach den USA der weltweit grösste Produzent dieser Kulturpflanze. Rohstofffirmen wie Glencore beziehen von hier Soja, die sie an Unternehmen weiterverkaufen, welche Nahrungsmittel für Menschen und Tiere produzieren. Doch die Sojaproduktion im Cerrado führt zu einer starken Abholzung.

  • Schweizer Strafuntersuchung gegen zwei mongolische Politiker

    Tue, 23 Jun 2020 13:00:00 GMT

    In der Mongolei ist das Rennen um die Parlamentswahlen in vollem Gange. Am 24. Juni 2020 wird das Land der Steppen seine Abgeordneten in den Grossen Staats-Chural wählen, das Parlament der Mongolei. Gegen zwei hochrangige Kandidaten wird jedoch von der Schweizerischen Bundesanwaltschaft wegen Verdachts auf Korruption bei der Vergabe einer gigantischen Kupfer- und Goldmine ermittelt. Heute sind die beiden Männer politische Rivalen. Sie kandidieren beide für das mongolische Parlament für verschiedene Provinzen. Sangajav Bayartsogt, ehemaliger Finanzminister aus Ulaanbaatar, ist offizieller Kandidat der Demokratischen Partei im Norden des Landes. Borkhuu Delgersaikhan ist ein Geschäftsmann in der Bergbau-Branche sowie Abgeordneter der Provinz Ost-Gobi. Beide präsentieren sich im Vorfeld der Wahlen von ihrer besten Seite. Wie die Bundesanwaltschaft gegenüber swissinfo.ch bestätigt, weckt eine derzeit in der Schweiz laufende Strafuntersuchung jedoch ernsthaften Verdacht gegen die beiden.

  • Coronavirus: Wendepunkt für die Telemedizin in der Schweiz

    Mon, 22 Jun 2020 09:26:00 GMT

    Die Covid-19-Pandemie hat der Telemedizin Auftrieb verliehen. In der Schweiz wie auch anderswo führte der Lockdown zu einer weiten Verbreitung von Telekonsultationen. Heute werden Patienten und Patientinnen wieder in den Praxen behandelt, aber die Digitalisierung der Medizin ist alltäglich geworden – auch wenn sie nicht alle überzeugt. Einen Arzttermin digital zu buchen oder Testergebnisse online zu erhalten, ist seit mehreren Jahren gängige Praxis. Telekonsultationen aber waren immer noch ein Randphänomen. Patienten und Patientinnen sowie Ärztinnen und Ärzte waren skeptisch: Wie stellt man den Kontakt her? Wie garantiert man die Vertraulichkeit der Daten? Wie kann die richtige Diagnose gestellt werden? So viele Fragen, die lange Zeit unbeantwortet blieben... Innovationsschub dank Corona Im März änderte die Coronavirus-Krise all das. Angesichts der Gesundheitsrisiken sei die Telekonsultation zur De-facto-Norm für die Ärzteschaft geworden, sagt Arthur Germain, Geschäftsführer und...

  • "Für die Schweiz bin ich zu brasilianisch"

    Sun, 21 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Als Tochter von Schweizer Missionaren wurde sie in Brasilien geboren. Auslandschweizerin Béatrice Reichen fühlt sich heute aber als Brasilianerin. Erst recht dann, wenn sie auf Besuch in ihrer alten Heimat weilt. Protokoll. "Meine Mutter stammt aus der Malerfamilie Robert und ich hatte das Vergnügen, meinen Grossvater Paul André Robert zu kennen, einen grossen Künstler und Kenner der Natur. Maman wuchs in der Romandie auf, mein Vater in der Deutschweiz. Von ihm, habe ich die Vorliebe für die Musik und für Sprachen. Kurz nach ihrer Heirat wurden meine Eltern nach Brasilien geschickt, auf christliche Mission. Ich wurde in São Paulo geboren. Meine Muttersprache ist Französisch. Ich verstehe auch Schweizerdeutsch, aber ich spreche es nicht. Alles in allem habe ich etwa fünf Jahre in der Schweiz verbracht, oft in den Ferien, aber auch, um zu arbeiten. Ich hatte nie den Wunsch, dort zu leben. Mein Mann und ich haben vor fast 30 Jahren beschlossen, von São Paulo aufs Land zu ziehen.

  • Ein Hügel namens Schweiz

    Sat, 20 Jun 2020 09:00:00 GMT

    Von der Nordsee bis ins Schwäbische: Über 100 kleine "Schweizen" verteilen sich über Deutschland. Mit einer Kampagne will die Deutsche Tourismuszentrale nun Schweizer Touristen für sie begeistern. Ab dem 15. Juni dürfen Eidgenossen wieder zum Urlaub über die Grenze nach Deutschland reisen. Dort werden sie von Hotels, Campingplätzen und Restaurants nach den coronabedingten Schliessungen bereits sehnsüchtig erwartet. Vielleicht kann man ihrem Besuch ja etwas nachhelfen: Und so preisen die deutschen Tourismusförderer in diesem Jahr ihren Nachbarn wärmstens den Besuch einer der 105 deutschen Schweizen an. Da die Eidgenossen ihre Heimat lieben, könnte das ja auch für deren Kopien im Ausland gelten, hofft die Deutsche Zentrale für Tourismus. Namen entstanden bereits in der Romantik Mal ist es nur ein Hügel, mal eine ganze Region, die die Schweiz im Titel trägt. Die bekanntesten darunter sind wohl die Sächsische, die Fränkische und die Holsteinische Schweiz. Viele der Benennungen...

  • Valérie Baeriswyl, Hochzeitsfotografin in Haiti

    Fri, 19 Jun 2020 13:20:00 GMT

    Sie wuchs in der friedlichen Landschaft der Westschweiz auf. Und reiste über die ganze Erde bis nach Haiti. Valérie Baeriswyl, Beobachterin der Welt, bereitet ein Buch über Hochzeiten in dem Land vor, das zu ihrer zweiten Heimat geworden ist. "Als ich klein war, gingen wir in den Ferien auf den Markt und durften uns ein Geschenk aussuchen. Meine Schwester fragte nach einer Barbiepuppe, mein Bruder nach einem kleinen Auto und ich nach einer afrikanischen Maske oder einer Trommel... Es musste einfach etwas von woanders sein." Das Andere. Valérie konnte nicht sagen, warum es sie immer angezogen hat. Aber so ist es nun einmal. "Zur Fotografie fand ich etwa mit zehn Jahren." Ihr Vater ist Amateurfotograf, und er entwickelt seine Bilder selbst. "Er hat mir beigebracht, wie man das macht. Wir sassen immer im Keller, was meine Mutter oft zum Murren brachte, weil dort die Wäsche gewaschen wurde und unsere Ausrüstung viel Platz beanspruchte", erinnert sie sich mit einem Lächeln.

Entdecken Sie die Schweiz

Bergzug

 

Strategische Partner

 

Werbung

Gazzetta Svizzera