Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Die Schweiz nach Sonnenuntergang

    Sa, 15 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Tagsüber rückt Fotograf Dominic Büttner für seine Kundschaft die Dinge ins rechte Licht. Nachts ist er in eigener Sache unterwegs. Davon zeugt sein Projekt "Dreamscapes". Büttner arbeitet für renommierte Schweizer Firmen und Organisationen und ist der einzige Fotograf, der bis jetzt zweimal das offizielle Bundesratsfoto realisiert hat – dies jeweils gemeinsam mit der Fotografin Béatrice Devènes. Es werde Licht Nach Sonnenuntergang steht Dominic Büttner der Sinn nach Anderem. Er sucht sich Unorte, an denen man selbst tagsüber nicht verweilen würde. In absoluter Dunkelheit stellt er seine Kamera auf, drückt den Auslöser und marschiert mit einer grossen Lampe in der Hand ins eigene Bild. Vom Fotografen selbst bleibt nur die geisterhafte Spur seiner Gummistiefel. Man ist sich bei seinen Lichtmalereien nie ganz sicher: Ist es ein Wunderland – oder ein Albtraum? Der Dunkelheit nachhelfen Büttner hat auch Traumlandschaften in Japan, Deutschland oder Italien gefunden. Aber Unorte ...

  • Schweizer Wörterbuch "Made in China"

    Fr, 14 Dez 2018 15:30:00 GMT

    Seit Anfang Dezember 2018 sind die ersten 13 Bände des rätoromanischen Wörterbuchs online verfügbar. Eine Leistung, die nur durch Auslagerung nach China möglich war. Das Wörterbuch "Dicziunari Rumantsch Grischun" existiert seit dem 16. Jahrhundert auf Papier. Die Webversion wurde nun von sechs Frauen in China in Rekordzeit abgetippt, obwohl sie kein einziges Wort davon verstehen. Zu teuer in der Schweiz Projekt-Leiter Ursin Lutz spricht von einem Meilenstein in der Geschichte des Idioms. Die Digitalisierung erforderte sechs Jahre Arbeit und musste in China erfolgen, erklärt Lutz: "Wenn wir das in der Schweiz oder in Europa machen müssten, hätten wir es uns nicht leisten können." Fünf Idiome mit Unterdialekten Rätoromanisch wird im Kanton Graubünden gesprochen. Es gibt fünf Schriftsprachen mit jeweils eigenen Unterdialekten. Neben Deutsch, Französisch und Italienisch gehört Rätoromanisch zu den vier Landessprachen der Schweiz. Obwohl nur 0,5% der Schweizer Bevölkerung ...

  • Zürich will mehr Mitsprache ermöglichen – fünf Vorschläge

    Fr, 14 Dez 2018 13:00:00 GMT

    Zürich als Schweizer Wirtschaftsmetropole ist international bestens vernetzt. Das schlägt sich auch in einem hohen Anteil von Expats nieder. Diese verdienen nicht nur gut, sondern sind gesellschaftlich auch gut integriert. Nur gibt es einen Haken: politisch haben sie null Mitspracherecht. Die Stadt denkt jetzt darüber nach, diese wichtige Bevölkerungsgruppe besser zu involvieren. Die Stadt Zürich zählt knapp 425'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das macht sie zur grössten Stadt der Schweiz. Davon sind 32% Ausländerinnen und Ausländer. Vielen von ihnen sind Expats, die für internationale oder Schweizer Unternehmen arbeiten: hochqualifiziert, mit guten Jobs und guten bis sehr guten Löhnen.  Und sie zahlen Steuern und natürlich Beiträge für die AHV, Arbeitslosenversicherung etc.. Doch die eingesessenen Zürcherinnen und Zürcher wollen politisch unter sich bleiben. Die ausländischen Nachbarn dürfen politisch nicht mitreden: In einer Abstimmung hatte das Stimmvolk des Kantons vor ein ...

  • Eine Klinik für die Behandlung von Internet- und Sexsüchtigen

    Fr, 14 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Jede zehnte Person in der Schweiz weist Abhängigkeitssymptome auf. Es kann sich um Internet- oder Spielsucht handeln, Hypersexualität oder Kaufsucht. swissinfo.ch sprach über dieses Phänomen mit Gerhard Wiesbeck, Ärztlicher Zentrumsleiter für Abhängigkeitserkrankungen an den Universitären psychiatrischen Kliniken Basel. Stundenlanges Surfen im Internet, endloses Suchen nach pornografischen Inhalten, ein übersteigertes Sexualverhalten oder Kaufsucht. Viele Menschen haben Mühe, in der modernen Gesellschaft mit Internet und den ständig verfügbaren Angeboten umzugehen. Und sie leiden unter ihrer Abhängigkeit. + Entdecken Sie, was Online-Spielsucht bedeutet Um diese neuen Verhaltenssüchte zu behandeln, haben die Universitären Psychiatrischen Kliniken von Basel in diesem Sommer die erste auf solche Pathologien spezialisierte Klinik eröffnet. Suchtkranke Menschen können in der Abteilung Verhaltenssüchte Stationär (VSS) behandelt werden. "Mit diesem Angebot wagen wir uns in ein neues ...

  • "Im Schengen-Raum scheint der Datenaustausch nicht zu funktionieren"

    Do, 13 Dez 2018 15:30:00 GMT

    Der mutmassliche Weihnachtsmarkt-Attentäter von Strassburg ruft die Schweizer Politik auf den Plan: Der Mann war ein notorischer Straftäter, der auch in der Schweiz bereits in Haft war. Die Sicherheitspolitische Kommission der grossen Parlamentskammer (SIK) wird sich voraussichtlich an ihrer Sitzung Anfang des nächsten Jahres mit dem Thema Datenaustausch befassen. SIK-Präsident Werner Salzmann, Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei (SVP), äussert sich schon jetzt zu möglichen Konsequenzen dieses Anschlags für die Schweiz. SRF: Genügt der Datenaustausch zwischen der Schweiz und den europäischen Ländern? Werner Salzmann: Es scheint, dass wir nicht genug machen, wenn solche Straftäter in der Lage sind, solche Attentate zu vollziehen. Gerade im Schengen-Raum scheint der Datenaustausch nicht zu funktionieren. Und deshalb müssen wir dort den Finger drauflegen. SRF: Der mutmassliche Attentäter von Strassburg ist in Frankreich seit zwei Jahren auf der Gefährder-Liste. Darauf ...

  • Besondere Beziehung: Das US-Militär und Schweizer Unis

    Do, 13 Dez 2018 14:30:00 GMT

    Von Luftraum-Überwachungskameras bis zu autonom gesteuerten Aufklärungsdrohnen: Schweizer Universitäten sind an Projekten beteiligt, die durch das US-Militär finanziert werden. Was sind die Richtlinien, wenn es um derart heikle Zusammenarbeit geht?  Argus Panoptes ist ein riesiges Wesen aus der griechischen Mythologie mit hundert Augen. Im Auftrag der Göttin Hera sollte Argus ihre Priesterin Io davor bewahren, von Zeus verführt zu werden. Mit seinen hundert Augen war Argus ideal dafür ausgerüstet, Io zu überwachen. Kein Wunder, gab die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums (US Defense Advanced Research Projects Agency, DARPA) ihrem ersten Projekt für eine Gigapixel-Überwachungskamera (eine Milliarde Pixel) den Namen ARGUS-IS (Autonomes bildgebendes System für flächendeckende Bodenüberwachung in Echtzeit). Die Kameras waren zur Montage auf Drohnen bestimmt; sie können eine Fläche scannen, die halb so gross ist wie Manhattan sowie Fahrzeuge und Menschen, die sich ...

  • Frauenförderung in den Teppichetagen scheitert an Bequemlichkeit

    Do, 13 Dez 2018 13:00:00 GMT

    In den Chefetagen sind Frauen in der Schweiz untervertreten. Hierzulande liegt die Frauenquote im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sogar auf sehr niedrigem Niveau. Soll die Gleichstellung in den Chefetagen mit Richtwerten gefördert werden? Das Parlament hat einen Entscheid darüber vertagt. Klar bleibt aber: Die Wirtschaft wüsste genau, wo der Hebel anzusetzen wäre. Die wichtigste Aufgabe des Verwaltungsrats (VR) ist die Kontrolle der Geschäftsleitung. Im Unterschied zur Geschäftsleitung sollte der VR aus der Vogelperspektive und viel weitsichtiger handeln. Deshalb sollten die Mitglieder möglichst unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen mitbringen, sagt Rudolf Meyer, Gründungsmitglied und Ehrenpräsident von Actares, einer Vereinigung von Aktionärinnen und Aktionären, die sich für nachhaltige Unternehmenspolitik einsetzt. Tatsächlich sitzen aber in den meisten Verwaltungsräten mehrheitlich oder sogar ausschliesslich Männer. In den hundert grössten Schweizer ...

  • So begegnet die Schweizer Entwicklungshilfe der Migration

    Do, 13 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Bedingungen schaffen, damit Menschen in ihren eigenen Ländern in Frieden leben und ihre Träume verwirklichen können: Das will auch der in der Schweiz umstrittene und vorläufig auf Eis gelegte UNO-Migrationspakt. Bereits heute unterstützt die Schweiz Projekte, die diese Ziele verfolgen. Die Schweiz hat bisher mit Bosnien und Herzegowina (2009), Serbien (2009), Kosovo (2010), Nigeria (2011), Tunesien (2012) und Sri Lanka (2018) eine Migrationspartnerschaft abgeschlossen. Gemäss dem Staatssekretariat für Migration (SEM) lässt sich der Inhalt dieser Partnerschaften je nach Partnerstaat, Länderkontext und den Interessen der Unterzeichner flexibel gestalten. Sie gehen weiter als die "traditionellen Themen" der Rückübernahme, Rückkehrhilfe, Visumpolitik oder Bekämpfung des Menschenhandels. Zuständig für den Abschluss von Migrationspartnerschaften sind das SEM im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement sowie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und die ...

  • Eine Website des Schweizer Parlaments zur Förderung der Gleichstellung

    Mi, 12 Dez 2018 16:30:00 GMT

    Die Unterrepräsentation von Frauen ist eine Plage der Schweizer Politik. Mit einer Internetseite des Parlaments wird nun versucht, das Problem anzugehen. An der Initiative nimmt auch eine Auslandschweizerin teil, die zu den ersten in die Bundesversammlung gewählten Frauen gehörte. Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti schritt von Worten sofort zur Tat. Am Tag ihrer Wahl, dem 26. November, kündigte sie an, sich im Jahr des höchsten politischen Amts des Bundes für die Frauenförderung in politischen Institutionen engagieren zu wollen. Am 11. Dezember gab sie grünes Licht für die Umsetzung dieses Versprechens mit einer neuen Internetseite auf der Homepage des Parlaments,  deren Ziel es ist, den Frauenanteil zu erhöhen. Im internationalen Vergleich gibt die Schweiz eine jämmerliche Figur ab. Mit einem Frauenanteil von 32,5% im Nationalrat liegt sie auf Platz 37 der Weltrangliste des Frauenanteils in nationalen Parlamenten. Von den vier grossen Nachbarländern der Schweiz ...

  • Was das Schweizer Parlament am Migrationspakt stört

    Mi, 12 Dez 2018 13:00:00 GMT

    Die geplante Zustimmung der Schweiz zum UNO-Migrationspakt sorgt für Unruhe unter Schweizer Parlamentarier und Parlamentarierinnen. Sie wollen über die Folgen einer solchen Verpflichtung debattieren und das letzte Wort haben. Die Schweiz war eine der treibenden Kräfte hinter dem UNO-Migrationspakt. Dessen Ziel ist es, die internationale Zusammenarbeit bei der Steuerung der Migrationsströme zu verbessern. Die Schweiz unterstützte dieses Projekt seit vielen Jahren und die Verhandlungen der 191 Staaten wurden vom Schweizer Botschafter Jürg Lauber mitgestaltet. Wenige Wochen vor der offiziellen Verabschiedung des Textes anfangs dieser Woche wurden in der Schweiz und im Ausland kritische Stimmen laut. In der Folge zogen sich mehrere Staaten aus dem Pakt zurück. In der Schweiz will das Parlament das letzte Wort haben. Wer übt Kritik an dem Pakt? In Europa kommt die Kritik vor allem von rechtsextremen und populistischen Bewegungen. Aber im Schweizer Parlament äusserten alle ...

  • Jodeln kann man jetzt in der Schweiz studieren

    Mi, 12 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Jodeln hat einen langen Weg zurückgelegt, seit es Hirten verwendeten, um ihre Tiere zu rufen oder zwischen den Alpendörfern zu kommunizieren. Wer einem Jodelclub beitreten will, von dem wird erwartet, zuerst Gesangsunterricht zu nehmen. Jetzt geht die Hochschule Luzern einen Schritt weiter und bietet einen Bachelorstudiengang mit dem Schwerpunkt Jodeln an. Der mehrstimmige Gesang ohne Text, der zur traditionellen Schweizer Musik gehört, kann in Kursen des Eidgenössischen Jodler-Verbands gelernt werden. swissinfo.ch besuchte einen Anfängerkurs in Emmenbrücke, Kanton Luzern, um herauszufinden, wie man das Jodeln erlernt. Diese Gruppe trainiert seit fünf Kursabenden unter der Leitung von Ursula Gernet, einer Solojodlerin und Chorleiterin. Die meisten Schüler und Schülerinnen hatten schon vor Kursbeginn ein gutes Verständnis für das Jodeln, weil sie den traditionellen Gesang bereits von ihren Eltern gelernt hatten. Auch an der Fachhochschule Luzern rückt Jodeln ins Zentrum. Seit ...

  • Parlament lehnt CO2-Abgabe auf Flugtickets ab

    Di, 11 Dez 2018 14:00:00 GMT

    Die Einführung einer CO2-Steuer auf Flugtickets in der Schweiz hat nicht überzeugt. Die grosse Parlamentskammer hat es abgelehnt, diese Massnahme in das CO2-Gesetz aufzunehmen, das sie in der Schlussabstimmung insgesamt ablehnte. Die Schweiz wird eines der wenigen Länder in Mitteleuropa bleiben, die keine Steuer auf Flugtickets erheben. Der Nationalrat lehnte es am Montag mit 93 zu 88 Stimmen bei acht Stimmenthaltungen ab, eine solche Steuer einzuführen. "Fliegen ist extrem billig geworden, das widerspricht dem gesunden Menschenverstand." Lisa Mazzone, Grüne Partei Die Linke und ein Teil der Mitte-Parteien (Grünliberale und Christlichdemokratische Volkspartei) wollten die Revision des CO2-Gesetzes nutzen, um diese Steuer einzuführen, damit Bürger und Bürgerinnen sich ihrer Treibhausgas-Emissionen bewusster werden und weniger fliegen. "Fliegen ist extrem billig geworden, das widerspricht dem gesunden Menschenverstand", sagte die grüne Abgeordnete Lisa Mazzone. Tatsächlich ...

  • Nationalbank: Es ist vielleicht Zeit für ein Experiment

    Di, 11 Dez 2018 11:00:00 GMT

    ​​​​​​​ Die Wirtschaft schrumpft. Gleichzeitig ist der Handlungsspielraum der Schweizerischen Nationalbank (SNB) stark eingeschränkt. Einen Ausweg aus dieser Zwickmühle verspricht eine Theorie aus den USA. Einziger Haken: Es ist bisher nur eine Theorie. Die Nationalbank operiert im Krisenmodus. Und das, obwohl die letzte Rezession über neun Jahre zurückliegt. Nun droht ein neuerlicher Kater: ein Wachstumseinbruch. Lange brauchte man sich in solchen Situationen keine Sorgen zu machen. Der Schrank mit Katermittelchen war gut gefüllt. Die Nationalbank konnte die Wirtschaft ankurbeln, wenn es nötig war. Nur: Kann sie das auch heute? Üblicherweise reagiert die SNB auf negative Wachstumszahlen, indem sie die kurzfristigen Zinsen senkt. 2001 beispielsweise von 3.5% auf 0.25%. Das hat den Franken vor einer übermässigen Aufwertung bewahrt. Schweizer Exportprodukte blieben im Ausland erschwinglich, Arbeitsplätze wurden erhalten. Auch 2008 hat die Nationalbank mit einer Zinssenkung auf ...

  • Venezolanischer Ex-Minister hortete Geld in der Schweiz

    Di, 11 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Untersuchungen der US-Justiz betreffend Korruption konzentrieren sich immer mehr auf Mitglieder der "bolivarischen Bourgeoisie". Hochrangige Personen aus dem Umfeld des verstorbenen venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chavez werden der Veruntreuung von Staatsgeldern beschuldigt. Gelder sollen auch in die Schweiz geflossen sein. Die so genannten "Bolibourgeois", mächtige venezolanische Geschäftsleute, sollen mehr als eine Milliarde Dollar öffentlicher Gelder abgezweigt haben, um damit unter anderem ihren verschwenderischen Lebensstil in den Vereinigten Staaten zu finanzieren. So bekannte sich etwa Alejandro Andrade, ein ehemaliger Leibwächter von Chavez, der 2007 zum Finanzminister ernannt wurde, am 19. November der Korruption schuldig. Der ehemalige venezolanische Minister, der in Florida eine Ranch mit Rennpferden besass, wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die von Gotham City geprüften Gerichtsunterlagen zeigen, wie die "Bolibourgeois" auf Schweizer Banken ...

  • Mein Kampf gegen den Brexit – und was ich daraus lernte

    Di, 11 Dez 2018 07:30:00 GMT

    Die Auslandschweizerin Michelle Hufschmid war 2016 in der "Remain"-Kampagne engagiert. Sie blickt zurück auf die Entstehung eines Volksentscheids, der noch lange nachwirken wird. Der Entscheid im britischen Parlament über den Brexit-Deal wird derweil immer mehr zum "Brexit-Chaos": Premierministerin Theresa May hat die Abstimmung von heute Dienstagabend abgesagt. Wie es weitergeht, ist noch unklar. In der Universitätsstadt war die Stimmung vor der Abstimmung über das EU-Plebiszit nicht allzu besorgt. Oft standen sich Studierende mit Plakaten für und gegen den Verbleib Grossbritanniens in der EU direkt gegenüber und buhlten um die Zustimmung der vorbeieilenden Bürgerinnen und Bürger. Manchmal bildete sich ganze Trauben von Menschen, die den hitzigen, aber kameradschaftlichen Streitgesprächen zwischen Aktivistnnen und Aktivisten der gegnerischen Lager lauschten. Angst vor Zuwanderung Beim Gespräch mit Menschen auf der Strasse war die Migration das mit Abstand am meisten ...

  • Schweizer Katholiken enttäuscht vom Papst

    Mo, 10 Dez 2018 15:00:00 GMT

    Für einige Katholiken und Katholikinnen in der Schweiz wird die Weihnachtsstimmung getrübt durch die jüngsten Äusserungen des Papstes zu Homosexualität und Abtreibung. Sie sehen die Chancen auf Reformen in der katholischen Kirche schwinden.   Das Buch "Die Kraft der Berufung" ist Anfang Dezember in 10 Sprachen erschienen. Es basiert auf einem vierstündigen Interview, das im August im Vatikan zwischen dem argentinischen Papst Franziskus und dem in Spanien geborenen Missionar Fernando Prado geführt wurde. Unter den zahlreichen Themen, die in dem 120 Seiten umfassenden Buch behandelt werden, beschäftigt sich der Papst vor allem mit dem Thema Berufung und den Missionen des Klerus in der heutigen Zeit. Homosexualität als "Mode" "In unseren Gesellschaften scheint es sogar, dass Homosexualität in Mode ist und dass diese Mentalität in gewisser Weise auch das Leben der Kirche beeinflusst", wird der Papst in dem Buch zitiert. Der Text bekräftigt die langjährige Politik der katholischen ...

  • "Wir schaffen Grenzen in den Köpfen der Menschen"

    Mo, 10 Dez 2018 14:00:00 GMT

    Der Fotograf Alberto Campi traf auf den Fluchtrouten Migranten, die Zuflucht in Europa suchten. Eine Ausstellung zeigt sein Werk und hinterfragt den Begriff der Grenzen. Palavan setzt eines dieser Lächeln auf, das einen die Grausamkeiten dieser Welt vergessen lässt. Auf seiner improvisierten Schaukel, die wie ein fliegender Teppich aussieht, schwebt der afghanische Flüchtling in einem verlassenen Lagerhaus im italienischen Hafen von Triest. Ein Moment der Hoffnung auf den oft harten Pfaden der Migration, aufgenommen vom Genfer Fotografen Alberto Campi.  "Man könnte es als Kurve der Hoffnung beschreiben", bemerkt er. Der Fotograf erzählt vom intensiven Stress der Migranten an jedem Grenzübergang, der Hoffnung auf ein besseres Leben, die bei der Ankunft in einem neuen Land auflebt. Dann stirbt der Hoffnungsschimmer wieder angesichts der vielen Hindernisse. Der Gewinner des Swiss Photo Award 2012 reiste von 2012 bis 2017 durch Europa und verewigte die Situation der Migranten. Zu ...

  • Warum die Schatulle des Schweizer Schatzmeisters voll ist

    Mo, 10 Dez 2018 12:00:00 GMT

    Während die meisten Länder Jahr für Jahr ein hohes Staatsdefizit ausweisen, scheint der Bund im Geld zu schwimmen. 2018 könnte ein Überschuss von 2,5 Mrd. Franken resultieren. Auch für 2019 ist ein Plus in Milliardenhöhe budgetiert. "Die Schweiz ist nicht nur ein Glückspilz. Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht", sagt ein Wirtschaftsprofessor der Uni Lausanne dazu. Bei Ausgaben von 72 Mrd. Franken sieht der Budget-Entwurf der Regierung für 2019 ein Plus von rund 1,2 Mrd. Franken vor. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass am Ende des Rechnungsjahres – wie in den Jahren zuvor - ein deutlich höherer Überschuss resultieren wird, als budgetiert wurde.  Um diese komfortable Finanzlage dürfte der Schweizer Schatzmeister von den meisten seiner Amtskollegen in Europa beneidet werden. Trotzdem wehrt sich Finanzminister Ueli Maurer in der laufenden Budgetdebatte des Parlaments gegen höhere Staatsausgaben. Dass die Schweiz ihre Finanzen seit Jahren im Griff hat, sei nicht nur Glückssache, ...

  • "Dann wird abgestimmt und beide akzeptieren es"

    Mo, 10 Dez 2018 13:00:00 GMT

    René Häfliger ist Moderator und Grossrat in Basel. Als Moderator muss er vor allem sprechen, als Politiker auch zuhören können. Porträt eines leidenschaftlichen Volksvertreters. "Fussball ist noch immer emotionaler als Politik", sagt René Häfliger. Der Basler muss es wissen: Als Stadionmoderator des FC Basel nimmt er beruflich das Gefühlschaos auf dem Fussballfeld wie eine Stimmgabel auf. Mal frenetisch, mal ernüchtert - je nachdem, welche Gefühle das Spiel erfordert.  Leidenschaft für Fussball Doch Häfliger moderiert nicht nur im Stadion, sondern unter anderem jedes Jahr das Basel Tattoo, das zweitgrösste Tattoo-Festival weltweit. Aber dass der schönste Moment seiner Karriere vom Abpfiff eines Schiedsrichters gestiftet wurde, ist für ihn keine Frage. Ohne zu überlegen nennt Häfliger Datum, Torschützen und Endstand. Ebenso lebendig erinnert er sich an das erste Spiel, das er als Sechsjähriger zusammen mit seinem Vater besucht hat. Natürlich hat der FCB die beiden Spiele, die ...

  • Warum ist der globale Migrationspakt nötig?

    Mo, 10 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Die UNO-Mitgliedstaaten treffen sich am Montag in Marokko, um ein internationales Abkommen zu verabschieden, das einen besseren, stärker koordinierten Ansatz zur Migrationsfrage verspricht. Warum braucht es einen solchen Migrationspakt? Warum ist er derart umstritten, und warum nimmt die Schweiz, die das Abkommen mitgestaltet hat, nicht teil?  Am 10. Und 11. Dezember treffen sich Staats- und Regierungschefs in Marrakesch, um öffentlich ihre Verpflichtung zum Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration (Migrationspakt) zu bestätigen. Das multilaterale Abkommen wurde Anfang des Jahres unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UNO) abgeschlossen. Das 31-seitige Dokument, die Regierungskonferenz und die feierliche Verabschiedung werden den Höhepunkt markieren von fast zwei Jahren intensiver Verhandlungen. Mit dabei waren Staaten, Mitglieder aus der Zivilgesellschaft und des privaten Sektors. Unterstützt wurden sie von den beiden Botschaftern Juan José ...

  • Latein wird überleben (wenn die Politik mitspielt)

    So, 9 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Wie steht es um den Lateinunterricht in der Schweiz? Trotz offensichtlicher und wiederkehrender Probleme halten Lehrkräfte und Fachleute ein Aussterben der Sprache für unwahrscheinlich. Die Debatte über den Lateinunterricht in der Schweiz wird in periodischen Abständen immer wieder neu aufs Tapet gebracht. Daran mitschuldig ist auch das komplexe, je nach Kanton unterschiedlich strukturierte Bildungswesen. Latein im Schweizer Schulsystem In der Pflichtschule (Primar- und Sekundarstufe I) ist Latein in keinem Kanton für alle Schülerinnen und Schüler obligatorisch. Die Sprache Vergils wird lediglich als Freikurs oder als Pflichtwahlfach für all jene angeboten, die ein anspruchsvolleres Curriculum wählen. Etwas anders präsentiert sich die Situation in den Deutschschweizer Kantonen, die das System des Langzeit-Gymnasiums kennen. Dieses dauert sechs Jahre und ist für all jene Schülerinnen und Schüler gedacht, die später einmal an einer Universität studieren möchten. Laut der ...

  • Weihnachtskrippe mit Vagabunden

    Sa, 8 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Josef, Maria, Christkind - und allerlei Alltagsfiguren: Im Kloster Muri ist eine provenzialische Krippe aus 'Santons' zu bestaunen. Sie zeigt in einer Welt aus bunt bemalten Tonfiguren die Geschichte der Geburt Jesu in einer Einheit aus Religiosität, Literatur, Kultur und Volkskunde. Aufgebaut wurde die Krippe unter der Leitung des Kunsthistorikers Rudolf Velhagen, Leiter der historischen Sammlung beim Museum Aargau. Er unterrichtete in Marseille Kunstgeschichte. Dort entdeckte er die 'Santons', wie die bunt bemalten Figuren genannt werden - und brachte sie in die Schweiz. Die Figuren des verstorbenen französischen Künstler Marcel Carbonel zeigen nebst den traditionellen Krippenfiguren wie Josef und Maria, die heiligen drei Könige, Hirten, Esel, Schafe und natürlich das Christkind auch einen Querschnitt der provenzialischen Gesellschaft und des Alltags. Da gibt es den Bäcker, die strickende Grossmutter, einen Fischverkäufer, Vagabunden oder Damen und Herren in Tracht. Sie ...

  • "Brüssel wird realisieren, dass sich die Schweiz nicht entzieht"

    Fr, 7 Dez 2018 15:02:00 GMT

    Bern und Brüssel können sich nicht über ein Rahmenabkommen einigen. Der Bundesrat stellt das Verhandlungsergebnis trotzdem zur Diskussion. Paul Widmer, der Doyen der Schweizer Diplomatie, schätzt die Lage ein. Der Bundesrat habe das Aussendepartement EDA beauftragt, die betroffenen Kreise in der Schweiz zum Verhandlungsresultat zu konsultieren, teilte er am Freitag mit. Erst auf dieser Grundlage will der Bundesrat entscheiden, ob er das institutionelle Abkommen mit Brüssel unterzeichnen will. swissinfo.ch: Herr Widmer, was sagt uns der heutige Tag? Paul Widmer: Er zeigt, wie blockiert die Sache derzeit ist. Wir sind in einer Sackgasse. Soviel steht fest: das Rahmenabkommen der Schweiz mit der EU braucht mehr Zeit. Am besten ist wohl durchzuatmen und nochmals über die Bücher zu gehen. swissinfo.ch: Der Bundesrat schickt das Rahmenabkommen in die Vernehmlassung. Stimmt dieser Eindruck?  P.W.: Vielleicht. Aber im Grunde weiss er ja, was die "betroffenen Kreise" denken. ...

  • Das Klima schonen? Aber nicht bei uns

    Fr, 7 Dez 2018 14:00:00 GMT

    Dezember 2018: Die COP24 im polnischen Kattowice geht zu Ende. Sie zeigte einmal mehr, dass der Klimawandel auf dem Vormarsch ist und dass er viel schneller voranschreitet als unsere Bemühungen, ihn einzudämmen. Dieses Jahr war durch mehrere Hitzerekorde und zahlreiche extreme Klimaereignisse gekennzeichnet. Die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C ist unerlässlich, wenn wir die verheerenden Folgen des Klimawandels in Grenzen halten wollen. Die Bewältigung dieser Krise ist eine globale Herausforderung.  Deshalb wurden im Pariser Abkommen im Jahr 2015 globale Ziele festgelegt. Wir wissen, was wir wollen, jetzt müssen wir wissen, wie wir dies erreichen wollen. Auf nationaler Ebene muss jedes Land konkrete Massnahmen ergreifen, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen. Bislang haben jedoch nur wenige Länder ehrgeizige Reduktionsziele angekündigt, und die Schweiz ist da keine Ausnahme. Swiss Youth For Climate ist eine neutrale Nichtregierungs-Organisation. Gegründet wurde sie ...

  • Schweizer Rohstoffhändler an der Spitze der vorbildlichen Praxis

    Fr, 7 Dez 2018 13:05:00 GMT

    Am Dienstag berät der Ständerat den Vorschlag der Schweizer Regierung für mehr Transparenz im Rohstoffhandel. Die globalen Rohstoff-Player mit Sitz in der Schweiz sahen sich jüngst mit vermehrten Vorwürfen konfrontiert, in ihrer Tätigkeit Menschenrechte und Umweltstandards zu verletzen. Stéphane Graber, Generalsekretär des Schweizer Vereins des Rohstoffhandels und des Schiffstransportes (STSA), schreibt, weshalb die Schweiz einen Alleingang bei der Regulierung der Branche vermeiden sollte. Der Bundesrat hat 2013 den Hintergrundbericht über Rohstoffe veröffentlicht. Darin unterstrich er die wirtschaftliche Bedeutung des Rohstoffhandels für die Schweiz, der 3,8% des Schweizer Bruttoinland-Produkts BIP ausmacht. Dazu schafft der Sektor zahlreiche Arbeitsplätze in allen Regionen der Schweiz. Der Bericht betonte auch einige der Herausforderungen, denen der Rohstoffhandel gegenübersteht. Ebenso die Kritik einiger Nichtregierungs-Organisationen. Diese zeigt, dass es Lücken gibt im ...

  • Fünf Jahre verschlafen: Bundesrat drückt sich weiter vor Rohstoff-Regulierung

    Fr, 7 Dez 2018 13:00:00 GMT

    Am Dienstag berät der Ständerat den Vorschlag der Schweizer Regierung für mehr Transparenz im Rohstoffhandel. Die globalen Rohstoff-Player mit Sitz in der Schweiz sahen sich jüngst mit vermehrten Vorwürfen konfrontiert, in ihrer Tätigkeit Menschenrechte und Umweltstandards zu verletzen. Andreas Missbach von Public Eye schreibt, weshalb die von der NGO lancierte Konzernverwantwortungs-Initiative notwendig ist. Ende November veröffentlichte die Schweizer Regierung, fünf Jahre nach ihrem "Grundlagenbericht Rohstoffe" eine Neubeurteilung der Lage: "Rohstoffsektor Schweiz: Standortbestimmung und Perspektiven".  Trotz unzähligen Skandalen, in die Genfer und Zuger Rohstoffhandelsfirmen involviert sind, hat es der Bundesrat einmal mehr versäumt, griffige Massnahmen gegen Korruptions- und andere Risiken zu erlassen. Er beschränkt sich einmal mehr darauf, von Glencore & Co lediglich ein "integres und verantwortungsvolles Verhalten" zu erwarten. 2013 sprach der Bundesrat immerhin ...

  • So handhaben Schweizer Händler Sorgfaltspflichten in Hochrisikoländern

    Fr, 7 Dez 2018 12:00:00 GMT

    Die in der Schweiz ansässigen Rohstoffhändler Trafigura, Vitol und Glencore wurden kürzlich unter die Lupe genommen, weil sie angeblich Verbindungen zu korrupten Vermittlern haben sollen. Die Korruption kam im Lauf der brasilianischen Untersuchungen zum Petrobras-Skandal ans Licht. Die Schweizer Unternehmen streiten zwar ein Fehlverhalten in Brasilien ab, aber die Häufigkeit von Korruptionsvorwürfen rund um problematische Vermittler im Rohstoffsektor wirft ganz grundsätzlich die Frage auf, wie Rohstoffhändler die Einhaltung von Sorgfaltspflichten in Hochrisikoländern garantieren können. "Die Fälle und Untersuchungen im Rohstoffsektor deuten darauf hin, dass die Sorgfaltspflicht-Prozesse (Due Diligence) in vielen Fällen zu schwach sind", sagt Gemma Aiolfi vom Basel Institute on Governance gegenüber swissinfo.ch. Im November publizierten Global Witness und Public Eye in einem Bericht mit dem Titel "Friends in Low Places" eine lange Liste mit besonderen Gefahren ("Red Flags"), ...

  • "Gäbe es die Schweiz nicht, hätte die Welt ein Problem mehr"

    Fr, 7 Dez 2018 10:00:00 GMT

    ​​​​​​​ Die Menschenrechte der UNO feiern am 10. Dezember ihren 70. Geburtstag – und stehen weltweit unter Druck. Für die Schweiz bleiben aber deren Verteidigung und die damit verbundene Demokratieförderung ein Kernanliegen, sagt Aussenminister Ignazio Cassis im Interview. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Hier äussern auch aussenstehende Autorinnen und Autoren ihre Ansichten. Ihre Positionen müssen sich nicht mit derjenigen von SWI swissinfo.ch decken. swissinfo.ch: Werden Sie oft von ausländischen KollegInnen und Kollegen auf die direkte Demokratie in der Schweiz angesprochen? Ignazio Cassis: Direkt werde ich nur sehr selten auf die direkte Demokratie angesprochen. Aus dem einfachen Grund, weil der Begriff "direkte Demokratie" in vielen Ländern und Gesellschaften nur wenig bekannt ist. Aber ich komme oft auf unsere Volksrechte zu sprechen, wenn es darum geht, das Schweizer System zu verstehen und zu erklären. ...

  • Altersvorsorge scheint vielen nicht mehr sicher

    Do, 6 Dez 2018 14:00:00 GMT

    45% der befragten Schweizerinnen und Schweizer nennen im neusten Sorgenbarometer ihre Ängste um eine gesicherte Altersvorsorge als grösstes Problem. Für die Mehrheit ist das Thema Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und Vorsorge denn auch das wichtigste Ziel, um das sich die Politik kümmern sollte. Laut den Autoren der Studie des Forschungsinstituts gfs.bern ist die Altersvorsorge ein "gesamtgesellschaftliches Problem". 86% der Befragten seien der Meinung, dass alle einen Beitrag zur Sicherung der Vorsorge leisten müssten. Zwei Drittel von ihnen zeigen sich zufrieden mit dem Drei-Säulen-Modell der Schweiz (AHV, Pensionskasse, private Vorsorge). Dieses funktioniere gut und sollte beibehalten werden. Ja zu höherer Mehrwertsteuer Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer befürwortet gemäss dem Sorgenbarometer auch unpopuläre Massnahmen für die finanzielle Absicherung im Alter: So stimmen 60% der Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1% zu. Noch 52% sagen Ja zu einem ...

  • Auch in Steuersachen unterscheidet sich die Schweiz gerne

    Do, 6 Dez 2018 13:00:00 GMT

    Anders als in vielen anderen Ländern wird den Schweizer Arbeitnehmern die Steuer nicht direkt vom Lohn abgezogen. Ab dem 1. Januar 2019 wird die Schweiz sogar das einzige Land in Europa sein. Trotz zahlreicher Vorstösse im Parlament ist die Eidgenossenschaft noch nicht bereit, die Quellensteuer einzuführen. Wie werden in der Schweiz Einkommenssteuern erhoben? Schweizer Steuerzahler und Ausländer, die über eine Niederlassungsbewilligung C (längere Zeitdauer) verfügen, müssen jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben, auf deren Grundlage ihre Besteuerung berechnet wird. Aufgrund des Föderalismus müssen die Steuerzahler eine Steuer auf kantonaler und kommunaler Ebene, aber auch auf nationaler Ebene zahlen. Letztere heisst direkte Bundessteuer, die von den Kantonen im Auftrag des Bundes erhoben wird. Generell ist es möglich, kantonale und kommunale Steuern in Raten über ein Jahr zu zahlen (provisorische Raten). Die Anzahl dieser Tranchen variiert von Kanton zu Kanton. Einige sehen ...

  • Der lange Abschied von der Kohlekraft

    Do, 6 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Alpiq, einer der grössten Schweizer Energiekonzerne, prüft den Verkauf seiner beiden Kohlekraftwerke in Tschechien. Das Unternehmen spricht von "strategischen Gründen" für die Devestition. Hintergrund sind finanzielle Risiken, die mit Kohlekraftwerken wegen der CO2-Emissionen verbunden sind. Seit Jahren steht die Kohlekraft im Zentrum der Diskussionen um die künftige Energie- und Klimapolitik. Die Kohlekraft ist immer noch weit verbreitet, recht günstig, erzeugt aber beim Verbrennungsprozess grosse Mengen von Kohlendioxid, die eine zentrale Rolle für den Treibhauseffekt und Klimawandel spielen. Im Jahr 2013 trug die Kohlekraft 43% zum weltweiten Gesamtausstoss an CO2 bei. Der grösste Kohle-Verbraucher weltweit ist China – mit 1887,6 Millionen Tonnen Öläquivalent (Stand 2016). Es folgen Indien (411,9) und die USA (358,4). In Europa wird die Rangliste von Deutschland angeführt (75,3 Millionen Tonnen Öläquivalent), gefolgt von Polen und der Türkei (Quelle: BP). Deutschland gehört ...

  • "Karin Keller-Sutter könnte uns als Bundesrätin überraschen"

    Mi, 5 Dez 2018 14:56:00 GMT

    Zweimal Sieg schon im ersten Umgang, zweimal mit Glanzresultat: Das hervorragende Abschneiden der neu gewählten Bundesrätinnen zeige, dass Viola Amherd und Karin Keller-Sutter im Parlament grosses Vertrauen genössen, das bis in die gegnerischen Lager reiche, sagt Politikwissenschaftler Nenad Stojanovic. Ein wahrlich historischer Tag: Erstmals hat das Schweizer Parlament, zusammengesetzt aus den beiden Kammern National- und Ständerat, zwei Frauen auf einen Schlag in die Regierung gewählt. Mit der Christdemokratin Viola Amherd und der freisinnig-liberalen Karin Keller-Sutter sind ab 1. Januar 2019 neu drei Frauen im siebenköpfigen Bundesrat vertreten. Bisher waren es zwei: Justizministerin Simonetta Sommaruga und die abtretende Doris Leuthard. Benchmark gesetzt Die Wahl habe hohe symbolischen Gehalt, sagte Nenad Stojanovic in seiner Live-Analyse auf Facebook/swissinfo auf Deutsch. Mit den Glanzresultaten von Amherd und Keller-Sutter jeweils gleich im ersten Umgang habe das ...

  • Frauen im Bundesrat

    Mi, 5 Dez 2018 15:45:00 GMT

    Der Schweizer Bundesstaat wurde von 1848 bis 1984 ausschliesslich von Männern regiert. Im Jahr 1984 wählte das Parlament die erste Frau in die Regierung. Mit Karin Keller-Sutter und Viola Amherd hat die Bundesversammlung 2018 zum achten und neunten Mal eine Frau gewählt. 1971 wurde in der Schweiz das Frauenstimmrecht eingeführt und doch musste die Schweizer Bevölkerung 13 weitere Jahre warten, bis eine Frau in der Landesregierung vertreten war. Mit der Wahl von Elisabeth Kopp im Jahr 1984 hatte das Warten auf die erste Frau im Bundesrat ein Ende. Dennoch geht die weibliche Vertretung nur schleppend voran:  Seit der Gründung des Bundesstaats im Jahr 1848 hatte die Schweiz bisher nur gerade neun Bundesrätinnen gegenüber 110 Bundesräten.  Der Bundesrat wird in der Schweiz von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt. Die Wahl findet alle vier Jahre im Dezember statt. Eine Neuwahl kann zudem jederzeit nötig werden, wenn ein Bundesratsmitglied zurücktritt. Dies war der Fall ...

  • "Das ist bemerkenswert, einzigartig und sensationell"

    Mi, 5 Dez 2018 13:00:00 GMT

    Vor dem Bundeshaus in Bern feiern die Anhänger der frisch gewählten Bundesrätinnen einen historischen Tag. Sie sind stolz auf das Wahlergebnis und freuen sich über die zweifache Frauen-Wahl. Zahlreiche Walliser, St. Galler und Urner machten sich am Tag der Bundesrätinnen-Wahl auf den Weg nach Bern, um das Ergebnis aus der Nähe zu verfolgen. Viola Amherd aus dem Wallis hat sich schliesslich zusammen mit Karin Keller-Sutter durchgesetzt. Die Reaktionen der Walliser waren entsprechend ausgelassen. "Jeder Oberwalliser kennt Viola Amherd persönlich", sagte ein Passant. Beide Bundesrätinnen haben zwischen den zahlreichen Pflicht- und Medienterminen Zeit gefunden, sich auf dem Bundesplatz unter die Leute zu begeben. Hände schütteln, in Handykameras lächeln, ein paar nette Worte wechseln: Die frisch Gewählten schienen das Bad in der Menge zu geniessen.

  • Karin Keller-Sutter: Eine Fleissige will endlich gestalten

    Mi, 5 Dez 2018 09:10:00 GMT

    Karin Keller-Sutter ist die neunte Bundesrätin der Schweiz. Sie ist fleissig, bescheiden und hat ihre politischen Ziele ebenso beharrlich verfolgt wie ihre Karriere. Ein Porträt. Bis ins höchste Amt, das die Schweiz zu vergeben hat, war es nun doch ein längerer Weg. "Ich bin froh, wenn der Tag der Entscheidung durch ist. Irgendwann ist man müde und froh, wenn man weiss, wo man steht", sagte Karin Keller-Sutter am Abend vor der Wahl. Ihre Ambition war längst offenbar. Schon 2010 kandidierte Karin Keller-Sutter für den Bundesrat. Damals unterlag sie dem nun abtretenden Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Aus drei Gründen hat es für die 54-Jährige nun geklappt: 1.   Ihr gelang ein perfekter Image-Wechsel, der sie für alle Parteien wählbar machte. Als St. Galler Regierungsrätin war sie schweizweit bekannt als Hardlinerin in Asylthemen. Als Ständerätin setzte sie vor allem auf Wirtschafts- und Sozialpolitik.  2.   Sie erfüllte die Kriterien: Eine Frau aus der Ostschweiz ...

  • Viola Amherd schafft es im ersten Wahlgang in den Bundesrat

    Mi, 5 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Der frei gewordene Bundesratssitz der Christlichdemokratischen Volkspartei geht an Viola Amherd. Die Oberwalliserin überzeugte eine Mehrheit des Parlaments überraschend im ersten Wahlgang. "Eine verdiente Wahl" "Während der Kampagne hat Viola Amherd all ihre Fähigkeiten und menschlichen Qualitäten gezeigt. Sie liess sich nicht verunsichern und bekräftigte ihre Werte", sagt CVP-Ständerätin Anne Seydoux-Christe. "Diese Wahl ist wohlverdient, nach ihrem Einsatz in den letzten Jahren." "Viola Amherd ist bekannt und hat viel Erfahrung", sagt SVP-Nationalrat Pierre-André Page. Seine Partei hatte jedoch die unterlegene Heidi Z'graggen vorgezogen: "Sie machte bei den Anhörungen einen guten Eindruck und scheint rechts zu stehen. Es muss auch gesagt werden, dass einige SVP-Mitglieder noch immer Ressentiments gegen Viola Amherd haben, denn sie war eine der Parlamentarierinnen, die 2007 dazu beigetragen haben, SVP-Bundesrat Christoph Blocher zu entmachten." Die Oberwalliserin Viola Amherd ...

  • Wie funktioniert eine Schweizer Bundesratswahl?

    Di, 4 Dez 2018 12:30:00 GMT

    Am Mittwoch hat das Parlament zwei neue Mitglieder der Landesregierung (Bundesrat) gewählt. Diese besteht aus sieben Personen. Doch wie geht die Schweiz vor, um die Sitze unter den Parteien zu verteilen? (Michele Andina, swissinfo.ch) Weil Bundesrätin Doris Leuthard und Bundesrat Johann Schneider-Ammann im Verlauf des Jahres ihre Rücktritte auf Ende Jahr bekanntgegeben hatten, hat das Eidgenössische Parlament am Mittwoch zwei Sitze in der Regierung neu vergeben. Alle in der Bundesversammlung vertretenen Fraktionen hätten Kandidatinnen und Kandidaten für die vakanten Sitze nominieren können. Allerdings haben lediglich die beiden Parteien der Zurücktretenden, die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP.Die Liberalen) und die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP), diese Möglichkeit genutzt. Warum? Andere Parteien als jene Leuthards und Schneider-Ammanns wären chancenlos gewesen, weil die Kräfteverhältnisse in der Regierung seit Jahren gemäss einer ungeschriebenen "Zauberformel" ...

  • Wo soll die Schweiz mehr investieren?

    Di, 4 Dez 2018 15:00:00 GMT

    In dieser Wintersaison diskutiert das Schweizer Parlament das Budget 2019. Wo soll die Schweiz investieren und wo sparen? Wir stellten die #Wochenfrage in Zürich. Infrastruktur, Forschung, IT oder Gesundheit? In welchen Sektoren soll die Schweiz Geld reinstecken, und wo macht es gar keinen Sinn? Während in Bern die Politiker darüber diskutieren, ist swissinfo.ch in Zürich auf die Strasse gegangen und hat nachgefragt. Interessant ist: Alle angefragten Passantinnen und Passanten waren sich einig, dass sie mehr in die Bildung investieren würden. Und beim Sparen nannten die Zürcher auffallend oft das Schweizer Militär. Die Landesregierung selbst budgetiert für 2019 einen Überschuss von rund 1,3 Milliarden Franken. Kürzungen sind im Asylwesen und bei Bundesstellen geplant. Etwas mehr soll in die Grenzwache und in die Unfall-Untersuchungsstelle fliessen.

  • Sizilianerin züchtet in Zürich personalisiertes Hauttransplantat

    Di, 4 Dez 2018 14:00:00 GMT

    Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an gravierenden Hautproblemen. Verbrennungen, Tumore oder andere Krankheiten können die Ursache sein. Die Wissenschaftlerin Daniela Marino hat mit ihrem Start-up Cutiss eine revolutionäre Methode entwickelt, um menschliche Haut im Labor herzustellen. Das personalisierte Hauttransplantat geht von den Zellen des jeweiligen Patienten aus. Ein Stückchen gesunder Haut reicht – nicht grösser als eine Briefmarke. Von dieser Gewebeprobe – einer so genannten Biopsie – werden epidermale und dermale Zellen isoliert und in vitro expandiert. Diese Zellen werden mit einem Hydrogel zu einem dermo-epidermalen Hauttransplantat zusammengefügt. Die im Labor erzeugte Haut kann die 70-fache Grösse der entnommenen Gewerbeprobe erreichen. Sie ist dann bereit für die Transplantation, um den Hautdefekt des Patienten zu decken. Diese neue Heilungsmethode namens "denovoSkin" vom Start-up-Unternehmen Cutiss in Zürich stellt für Millionen von Menschen eine Hoffnung dar.

  • 2060 herrscht Gluthitze in der Schweiz

    Di, 4 Dez 2018 10:00:00 GMT

    Über 40 Grad in den Städten, anhaltende Dürreperioden und schneearme Winter: In rund 40 Jahren könnte die Schweiz einem heutigen Mittelmeer-Land ähneln. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Gesellschaft, den Alpentourismus und die Umwelt? "Die Temperatur erreicht heute in Genf 45 Grad. Das Mittelland und die Alpentäler erleben seit Anfang des Jahres ihren zwanzigsten Tropentag. Die Hitzewelle, welche die Südalpen und das Wallis seit über einem Monat im Griff hat, wird sich in den kommenden Wochen fortsetzen. Aufgrund der anhaltenden Dürreperiode wird die Bevölkerung dazu angehalten, den Wasserverbrauch zu minimieren." So oder ähnlich könnte der Wetterbericht eines Sommertages um das Jahr 2060 herum lauten. Diese Prognosen basieren auf neuen Klimaszenarien für die Schweiz, die das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) Mitte November gemeinsam präsentiert haben. "Die Schweiz wird heisser ...

Entdecken Sie die Schweiz

Sommer 21

 

Strategische Partner


Exklusiv-Partner


Promotionspartner

 

Werbung

Schweizer Revue: zur Online-Ausgabe wechselnGazzetta Svizzera