Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • "Am besten ist es, wenn man keine CO2-Kompensation nötig hat"

    Di, 15 Okt 2019 15:40:00 GMT

    Immer mehr Menschen und Unternehmungen kompensieren freiwillig C02-Emissionen. Handelt es sich um eine Modeerscheinung oder einen wirklichen Bewusstseinswandel? Kai Landwehr, Sprecher der Schweizer Stiftung myclimate, nimmt im Gespräch mit swissinfo.ch Stellung. Haben Sie einen Flug in die USA gebucht? Oder eine Kreuzfahrt im Mittelmeer? Und wollen Sie die Reise mit einem reinen Gewissen antreten? Einige Organisationen bieten an, die eigenen CO2-Emissionen freiwillig durch Klimaschutzprojekte zu kompensieren. Eine der führenden Organisationen für die Kompensationen ist die Schweizer Stiftung myclimate www.myclimate.org. swissinfo.ch: Seit dem ersten Klimastreik im Dezember 2018 wird in der Schweiz immer häufiger eine Energie- und Konsumwende gefordert. Handelt es sich um Lippenbekenntnisse oder um einen effektiven Gesellschaftswandel? Kai Landwehr: Ich habe den Eindruck, dass es sich um einen echten Wandel handelt. Auch dank des Klimastreiks befinden sich Umwelt- und Klimafragen ...

  • Blick: die meistverkaufte Zeitung der Schweiz wird 60

    Di, 15 Okt 2019 12:00:00 GMT

    Die neue Stimme der Schweizer Presse stellte sich am 14. Oktober 1959, vor 60 Jahren, mit den folgenden Worten selber vor: "BLICK ist mutig, angriffig und wird sich immer für Ihre Rechte als freier Bürger einsetzen, und hat keine Angst, die Wahrheit zu sagen".  "BLICK ist dabei" war ein Slogan, der die Art und Weise des neuen Journalismus beschrieb und gleichzeitig das Image beim Leser prägte. Blick Reporter waren mit ihren Autos mit dem auf der Seite angemalten Zeitungslogo oft als erste vor Ort und bereits in der ersten Ausgabe der Zeitung wandte man sich auch an die Leser, sich mit Themen bei der Redaktion zu melden. Mit der Lancierung der ersten Boulevardzeitung der Schweiz reagierte das Verlagshaus Ringier auf die gesellschaftlichen Veränderungen der 1950er-Jahre - Stichworte Wohlstand, Konsumgesellschaft, elektronische Massenmedien. Vorbild war die 1952 gegründete deutsche "Bild"-Zeitung.  Erste Kontroversen und Proteste Die Zeitung war von Beginn weg erfolgreich auf ...

  • Grüne Welle, Frauenwahl und neue Mehrheitsbeschaffer

    Di, 15 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Gefangen in der Frage, welche Wahlprognose nun stimmt, übersieht man gerne das Wichtigste: Spätestens am Wahlabend stellen sich Fragen nach den Ursachen und Folgen der Nationalratswahlen für die Politik. Meine Auslegeordnungen der wahrscheinlichsten Interpretationen. Nehmen wir an: Am 20. Oktober 2019 gewinnen Grüne und Grünliberale im Nationalrat Stimmenanteile und Sitze hinzu, wie es ein Abgleich aller Prognosen hier nahelegt. Unterstellen wir zudem, dass die SVP am meisten verliert, während BDP und CVP beschränkte Rückgänge erleiden. Bei SP und FDP wäre dann ein Ergebnis rund um ein Halten am wahrscheinlichsten. Der Autor Claude Longchamp zählt zu den erfahrensten und angesehensten Politikwissenschaftlern und -analysten der Schweiz. Er war Gründer des Forschungsinstitutes gfs.bern, dessen Direktor er bis zu seiner Pensionierung war. Er ist nach wie vor Präsident des Verwaltungsrats. Longchamp analysierte und kommentierte während 30 Jahren Abstimmungen und Wahlen am ...

  • Wozu dient das Parlament in der direkten Demokratie?

    Di, 15 Okt 2019 06:30:00 GMT

    Die Schweiz wird oft als Synonym für direkte Demokratie angesehen. Was tut ihr Parlament also, wenn sich das Volk zu fast jedem Thema äussern und das letzte Wort haben kann? Vorbemerkung Es gilt zunächst einen wichtigen Punkt hervorzuheben: Das politische System der Schweiz ist keine "reine" direkte Demokratie, in der die Volksrechte – Referenden und Initiativen – bis in die Anfänge der Zeit zurückreichen. In der modernen Schweiz, also in dem 1848 gegründeten Bundesstaat, wurde die repräsentative Demokratie von der direkten Demokratie begleitet. Letztere entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr. So sah die Bundesverfassung von 1848 lediglich ein obligatorisches Verfassungsreferendum vor. Aber die Volksrechte wurden im Laufe der Zeit ergänzt. 1874 wurde den Bürgern das Recht eingeräumt, ein fakultatives Referendum einzuleiten. Ab 1891 schliesslich, durften sie mit Hilfe einer Volksinitiative direkt einen Entwurf zur Verfassungsänderung vorlegen. Vervollständigen, ...

  • Frauen werden in den Medien weniger genannt, portraitiert und zitiert

    Mo, 14 Okt 2019 15:01:00 GMT

    Noch nie haben so viele Frauen für das Schweizer Parlament kandidiert wie 2019. Aber wie sieht es in der Medienberichterstattung über den Wahlkampf aus? Dort sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert, zeigt eine Studie der Universität Zürich. Sie sind neben der Klimafrage das grosse Thema bei den diesjährigen Parlamentswahlen in der Schweiz: die Frauen. Nicht nur der Frauenstreik im Juni 2019 hat gezeigt, dass das Thema Vertretung von Frauen in der Politik hoch oben auf der medialen Agenda steht.  Auch die Aktion "Helvetia ruft!" hat dem Thema mehr Bedeutung verliehen. Alliance F, der grösste Frauendachverband, und Operation Libero hatten die Aktion gemeinsam gestartet, um Frauen zur Kandidatur bei den eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober zu ermutigen.  Und tatsächlich liegt Frauenanteil unter allen Kandidierenden für die grosse Kammer des Parlaments, den Nationalrat mit 200 Sitzen, bei 41% - damit ist er so hoch wie noch nie. 2015 lag er bei 35%. Aber wie sieht es in der ...

  • Die Schweizer Nonne, die das Zölibat abschaffen will

    Mo, 14 Okt 2019 13:53:00 GMT

    Florentina Camartin ist eine Nonne im Ruhestand, die ein Gelübde des Zölibats abgelegt hat. Als ein junger Priester in ihrer Ostschweizer Kirchgemeinde der Liebe wegen die Kirche verlassen musste, begann sie ihren Kreuzzug für eine Reform des Zölibats. "Wenn Priester ihre Arbeit aufgeben müssen, haben wir Pfarreien ohne Priester. Und eine Pfarrei ohne Priester ist wie eine Herde ohne Hirt", sagt sie. "Jetzt ist es an der Zeit, etwas zu tun." Deshalb begann sie, Unterschriften in ihrer Kirchgemeinde zu sammeln, um die Regeln des Zölibats in der römisch-katholischen Kirche zu liberalisieren. Tausende unterstützten sie. Sie liess die Petition ins Italienische übersetzen, um sie dem Papst zu zeigen. Nun versucht sie, jemanden zu finden, der diese dem Kirchenoberhaupt überreichen kann. "Sie muss ihn erreichen, er muss sie sehen", sagt sie. Ob sich etwas ändert, bleibt abzuwarten, aber Camartin sagt, dass sie zumindest alles getan haben wird, um junge Priester in der Kirche zu halten.

  • Wie Google & Co die Schweizer Newsmedien schwächen

    Mo, 14 Okt 2019 10:00:00 GMT

    Soft-News, Messenger-Dienste, welche die gesellschaftliche Debatte privatisieren, Politikerinnen und Politiker als Agenda-Setter, Medienkonzentration – so hat sich die Schweizer Medienlandschaft gewandelt. Die Schweiz braucht einen neuen "Medienpatriotismus", wird im "Jahrbuch Qualität der Medien 2019" gefordert. Die wichtigste Triebfeder für den Wandel in der Mediennutzung ist die wachsende Bedeutung der Tech-Plattformen Google, Facebook, Youtube und Co. Diese bedrängen auch in der Schweiz den professionellen Newsjournalismus, der für den politisch-demokratischen Prozess unverzichtbar ist.  swissinfo.ch fasst die Befunde und Probleme sowie die vorgeschlagenen Massnahmen der Studie zusammen. Die Hauptbefunde der Studie zur Mediennutzung Signifikant zunehmende Medienkonzentration. Der Marktanteil grosser Medienhäuser wächst. Die Anzahl der Medienbesitzer und der Titel sinkt. Immer dominanter werden hingegen die Tech-Giganten.Eine wachsende Verbreitung haben Messenger-Dienste, ...

  • Lässt die Genfer Anziehungskraft auf Unternehmen und Fachkräfte nach?

    Mo, 14 Okt 2019 06:43:00 GMT

    Einige multinationale Unternehmen aus den USA und Japan haben kürzlich in Genf einen Stellenabbau angekündigt. Sind dies erste Zeichen für neue Entwicklungen auf dem lokalen Arbeitsmarkt? Die Experten sind sich uneinig. Kürzlich warnte der Leiter der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer (Amcham), Martin Naville, in Medienberichten, der Kanton Genf habe Schwierigkeiten, neue US-Firmen anzusiedeln. Er wies auf einen Stellenabbau bei den multinationalen Unternehmen aus den USA in den letzten zehn Jahren hin. Dies sei zum Teil auf "neue Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem politischen Klima in der Schweiz" sowie auf die starke Konkurrenz aus Ländern wie den Niederlanden und Irland zurückzuführen. Im vergangenen Monat kündigten auch Japanese Tobacco International (JTI) und der US-Kosmetikspezialist Coty, den Abbau von Arbeitsplätzen in Genf an. Die hohen Kosten in der Schweiz sind eindeutig eine Herausforderung für grosse ausländische Unternehmen, sagt Sjoerd Broers, ...

  • Die einflussreichen Camilli aus Avenches

    So, 13 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Was wurde aus den Kelten, die nach der Eroberung durch die Römer weiterhin auf dem Gebiet der heutigen Schweiz lebten? Dank römischen Inschriften können wir den Stammbaum der keltischen Familie Camilli, die vor rund 2000 Jahren in Avenches lebte, teilweise rekonstruieren. Die Geschichte der Familie Camilli aus Avenches, dem antiken Aventicum, beginnt mit dem Tod einer Persönlichkeit, die keiner näheren Vorstellung bedarf: Gaius Iulius Caesar. Nach seiner Ermordung versuchte einer der Verschwörer, Decimus Iunius Brutus, aus Rom zu fliehen. Wie wir vom Historiker Appianos von Alexandria (95–165 n. Chr.) erfahren, führte seine Flucht durch Keltengebiet über den Jougne-Pass, der den französischen mit dem Schweizer Jura verbindet. Bei der Passüberquerung wurde Decimus Iunus Brutus von Camelus oder Camilus, dem Keltenführer, der damals die Region kontrollierte, abgefangen und im Jahr 43 v. Chr. auf Befehl von Marcus Antonius gefangen genommen und enthauptet. Von diesem Camilus kennen ...

  • Schweizer Schuhhersteller Bally hält Schritt mit der Zeit

    Sa, 12 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Vor fast 200 Jahren lebten die Bewohner eines Dorfes in der Nordschweiz im Rhythmus einer Fabriksirene. Der Familienbetrieb Bally steht mit seiner Geschichte exemplarisch für Entwicklungen in der Schweizer Gesellschaft. Eine Ausstellung im Museum "Ballyana" erzählt die Geschichte der Fabrik anhand des umfangreichen Foto-Archivs. Die ursprüngliche Bally-Fabrik produzierte Bänder, Hosenträger für Herren und andere elastische Produkte. Peter Bally-Herzog hatte die Firma im nordschweizerischen Dorf Schönenwerd übernommen. Nach dem Tod von Bally-Herzog im Jahr 1849 übernahmen zwei Jahre später die Söhne Carl Franz und Fritz die Firma. Ein Familienunternehmen setzt auf Industrialisierung Carl Franz hatte für das Unternehmen eine Vision: funktionale, modische Schuhe zu produzieren. Die industrielle Revolution beschleunigte die Fertigung, so dass er bis ins 20. Jahrhundert Tausende von Arbeitern beschäftigte. Während das Unternehmen stetig wuchs, vergrösserten sich auch die ...

  • Jüngster Schweizer Kanton ist auch mit 40 noch nicht (ganz) erwachsen

    Fr, 11 Okt 2019 12:00:00 GMT

    Der 1979 geborene jüngste Schweizer Kanton verdankt noch immer einen grossen Teil seines politischen und wirtschaftlichen Schicksals dem föderalen System, in das er eingebunden ist. Vor vier Jahrzehnten versammelten sich in Delémont [Delsberg], der kleinen Hauptstadt des Kantons Jura im Nordwesten der Schweiz Tausende Menschen auf der Place de la Liberté [Freiheitsplatz], um die Geburt einer Nation zu feiern. "Bürgerinnen und Bürger, Sieg!", erklärte François Lachat, der Gründervater des Kantons in feierlichem Ton. Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen, Verhandlungen und einem Referendum war der Jura von seinen 25 neuen Geschwistern als eigene Einheit akzeptiert worden, und am 1. Januar 1979 trennte er sich vom Kanton Bern und wurde zum jüngsten Kanton der schweizerischen Eidgenossenschaft. Vierzig Jahre später steht auf dem Platz noch immer die gleiche, inzwischen fast 200 Jahre alt gewordene Linde, umgeben von leicht abschüssigen Pflastersteinen. Auch der noch ältere ...

  • Die holzfällende Prinzessin und Superman als Babysitter

    Fr, 11 Okt 2019 09:00:00 GMT

    In der Schweiz ist der Entwicklungsverlauf von Mädchen und Jungen stark von Geschlechterunterschieden geprägt. Die "Gleichstellungsschule" versucht den Lernenden zu helfen, sexistische Vorurteile und Stereotypen zu erkennen und zu beseitigen. Erläuterungen anlässlich des Internationalen Mädchentags. "Als ich zur Schule ging, besuchten nur die Mädchen den Hauswirtschaftsunterricht und lernten Socken flicken und Kochen", erinnert sich eine 60-jährige Frau. Eine 15-jährige Schülerin, die in ihrer Nachbarschaft lebt, kann sich das kaum vorstellen: "Bei uns im Hauswirtschaftsunterricht kochen Mädchen und Jungen zusammen und lernen, Glühbirnen auszuwechseln." Allerdings ist die Gleichstellung in der Bildung in der Schweiz noch lange nicht erreicht. Der Entwicklungsverlauf hängt immer noch stark davon ab, ob man ein Mädchen oder ein Junge ist. Nach der obligatorischen Schulpflicht entscheiden sich Frauen immer noch eher für weniger gut bezahlte Jobs, die weniger Aufstiegsmöglichkeiten ...

  • Vor 100 Jahren erhielt ein Schweizer den Literatur-Nobelpreis

    Do, 10 Okt 2019 12:00:00 GMT

    Die Literaturnobelpreise der Jahre 2018 und 2019 gehen an die Polin Olga Tokarczuk und den Österreicher Peter Handke. Die Schweiz erhielt diese Auszeichnung erst einmal: Vor hundert Jahren wurde Carl Spitteler ausgezeichnet. Von der Öffentlichkeit vergessen, erlebt der Schriftsteller seit 2017 eine Renaissance – dank Chinas Präsidenten Xi Jinping. Das Leben von Carl Spitteler (1845-1924) ist alles andere als langweilig: Nach dem Theologiestudium ging er nach St. Petersburg, um dort zehn Jahre lang als Hauslehrer zu arbeiten. Zurück in der Schweiz wurde er im Kanton Bern Lehrer für Deutsch, Latein und Griechisch, bevor er sich dem Journalismus widmete. Durch einen seiner Artikel im "Bund" wird Nietzsche auf ihn aufmerksam. Der erste grosse Wendepunkt kam 1892. Dank seiner Heirat mit einer reichen Frau, kann er sich ganz dem Schreiben widmen. Nach einigen Jahren ist er ein bekannter Autor im deutschen Kulturraum, insbesondere aufgrund seiner von der griechischen Mythologie ...

  • Forscherin in Zürich will mit 3D-Druck die Korallenriffe retten

    Do, 10 Okt 2019 10:00:00 GMT

    Korallenriffe sind wie der Regenwald des Ozeans: Sie produzieren jedes zweite Sauerstoffatom. Doch sind die Riffe in einem kritischen Zustand und könnten bald verschwinden. Ulrike Pfreundt hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, eine Lösung zu finden. Die Meeresbiologin an der ETH Zürich wird emotional, wenn sie über das Korallensterben spricht. Mit Hilfe des 3D-Drucks gelang es ihr, künstliche Riffe zu bauen. Indem sie Strukturen für das Wachstum neuer Korallen schafft, kann sie so einen Teil der verloren gegangenen Korallen ersetzten. Zurzeit testet sie die Strukturen im Labor. Sie will herausfinden, wie man Korallenlarven dazu bringt, auf ihnen zu wachsen. Sie hofft, dass sie ihre gedruckte Erfindung eines Tages im Ozean einsetzen kann, um neue Korallen zu züchten und so die riesigen Ökosysteme zu unterstützen, die von ihnen abhängen. Das ist das achte Video einer Serie, die sich im Vorfeld der Wahlen im Oktober mit der Frage beschäftigt, wie sich politische Entscheidungen ...

  • Schweizer auf den Spuren der Göttin Artemis

    Do, 10 Okt 2019 08:00:00 GMT

    Ein archäologisches Rätsel in Griechenland wurde nach fast einem Jahrhundert gelöst – dank der Arbeit von Schweizer Forschern. "Es war ein Riesenerfolg, dass wir das Heiligtum nach so langer Zeit gefunden haben", sagt Karl Reber. Er ist Professor für Archäologie an der Universität Lausanne und Direktor der Archäologischen Schule in Griechenland, ESAG. In dieser Funktion verbringt Reber seit Jahren einen Teil des Sommers auf Euböa, der zweitgrössten griechischen Insel, wo sich die Aktivitäten der Schule konzentrieren. Vor zwei Jahren konnte Reber mit seinem 40-köpfigen Team einen Durchbruch vermelden: Der lange in der Nähe des Dorfes Amarynthos vermutete Tempel der Göttin Artemis konnte eindeutig lokalisiert werden. Diesen Sommer wurde nun erstmals in einer Inschrift der Name "Amarynthos" gefunden – womit nachgewiesen wurde, dass sich diese Ortsbezeichnung mit Unterbrüchen seit fast 3000 Jahren hält. Beim Heiligtum handelt es sich um den wichtigsten Sakralbau der Insel mit ...

  • Wahlen: Grüne Welle erreicht Rekordhöhe

    Mi, 9 Okt 2019 15:00:00 GMT

    Die Schweiz wird nach den Wahlen vom 20. Oktober grüner und linker sein, wie das letzte Wahlbarometer rund zehn Tage vor dem Urnengang zeigt. Die Grünen legen weiter zu und könnten einen rekordmässigen Wähleranteil von 10,7 Prozent erreichen. Noch beliebter ist die Partei bei den Schweizerinnen und Schweizern im Ausland. Das Klima spielt die Rolle des Königsmachers im Wahlkampf um die Schweizer Parlamentswahlen am 20. Oktober. Umweltbewusste Parteien auf beiden Seiten des politischen Spektrums steuern auf Rekorde zu, während alle anderen voraussichtlich Federn lassen werden müssen. Der Trend der vorangegangenen Umfragen setzt sich fort. Auf der Zielgerade des Wahlkampfes treten die Grünen zunehmend als die grossen Gewinner der Parlamentswahlen 2019 hervor. Gemäss dem jüngsten Wahlbarometer, welches das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der SRG (zu der auch swissinfo.ch gehört) erstellt hat, haben die Grünen 3,6 Prozentpunkte zugelegt, ihr Wähleranteil liegt bei 10,7 Prozent. ...

  • Physik-Nobelpreis geht an Schweizer Forscher

    Di, 8 Okt 2019 12:38:00 GMT

    Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an James Peebles (Kanada/USA) sowie an Michel Mayor (Schweiz) und Didier Queloz (Schweiz) für ihre Beiträge zum Verständnis des Universums und des Platzes der Erde im Kosmos. Das hat die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag bekannt gegeben. "Die diesjährigen Preisträger haben unser Verständnis der Geschichte des Universums und unseres Platzes im Weltall revolutioniert", hat die Schwedische Akademie in Stockholm verkündet. Die beiden Schweizer Forscher entdeckten 1995 den ersten Planeten ausserhalb des Sonnensystems, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist, 51 Pegasi. Sie revolutionierten damit die Astronomie und begründeten das Feld der Exoplanetenforschung. Mittlerweile sind über 4000 Exoplaneten entdeckt worden. Die Arbeiten von James Peebles lieferten die Grundlage für unser Verständnis der Geschichte des Universums vom Urknall bis heute, hiess es. Peebles (84) ist von der ...

  • Wie ein Vater-Sohn-Duo hilft, Bienen zu retten

    Di, 8 Okt 2019 12:00:00 GMT

    Pascal Brunner ist ein junger Schweizer, der in einer Imkerfamilie aufgewachsen ist. Er und sein Vater haben ein Start-up-Unternehmen gegründet, das eine der grössten Bedrohungen für die Bienenpopulationen der Gegenwart bekämpft: die Varroa-Milbe. Vatorex ist eine Wärmebehandlung, welche die Milben abtötet, die Bienen aber nicht schädigt. Im Unterschied zu anderen Varroa-Milbenbekämpfungsprodukten ist es nicht chemisch basiert. Und es ist nachhaltig. 1946 gab es in der Schweiz mehr als 300'000 Bienenvölker, heute sind es weniger als die Hälfte. Ein Grossteil des Rückgangs ist auf die Varroa-Milbe zurückzuführen. Ein weiterer Grund für das Bienensterben ist unter anderem der Einsatz von Pestiziden. Brunner sagt, dass er diese Arbeit leistet, um die Welt zu verbessern und die Bienenpopulationen wachsen zu lassen. Er zitiert einen Satz, der Albert Einstein zugeschrieben wird: "Wenn Bienen von der Erde verschwinden, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben."

  • "Wegen teurer Kinderbetreuung kommt man nicht aus der Sozialhilfe raus"

    Di, 8 Okt 2019 06:30:00 GMT

    Unter den Personen, die in der Schweiz Sozialhilfe beziehen, sind auffallend viele alleinerziehende Mütter. Wir haben mit einer Mutter gesprochen, die trotz Teilzeitarbeit, Alimenten und Kinderzulagen auf Sozialhilfe angewiesen ist. Dieser Text ist Teil einer Serie, in der wir in loser Folge Beiträge zum Thema Armut publizieren. Armut ist in der Schweiz stark tabuisiert. Im Besonderen die Abhängigkeit von Sozialhilfe wird von vielen Betroffenen als Stigma empfunden. Dennoch hat sich eine Betroffene bereit erklärt, uns ihre Geschichte zu erzählen, sofern sie gegenüber der Öffentlichkeit anonym bleiben darf. Wir treffen die alleinerziehende Mutter (37) in einem Café, während die Kinder in der Kita respektive Schule sind. Sozialhilfe in der Schweiz Wenn alle Netze der Sozialversicherungen (Arbeitslosenversicherung, Invalidenversicherung, Krankentaggeldversicherung) reissen, sichert in der Schweiz die Sozialhilfe das Existenzminimum. Sozialhilfe muss in der Schweiz zurückgezahlt ...

  • Rösti von der "Schwarzen Heidi"

    Mo, 7 Okt 2019 15:00:00 GMT

    Als Kind moderierte Jeniffer Mulinde Schmid eine TV-Show im Schweizer Fernsehen. Nun ist ihr Restaurant in Berlin ihre Bühne. In der "Schwarzen Heidi" serviert sie eidgenössische Küche – und manchmal jodelt die Wirtin auch. In einer Seitenstrasse im quirligen Kreuzberg weist bereits das Schild über der Eingangstür auf die ungewöhnliche Restaurantbesitzerin hin: Wie eine stolze schwarze Kriegerin steht sie dort, ausgestattet mit einem helvetischen Wappen und einer übergrossen Gabel: Die Schwarze Heidi. Es ist ein Spiel mit Klischees und Namen und zugleich ein Verweis auf Jeniffer Mulinde Schmids Herkunft und Heimat, die sie nachhaltig geprägt haben. "Ich hatte eine ganz spezielle und schöne Kindheit in der Schweiz", erzählt sie. Ihre Mutter, eine ugandische Flugbegleiterin, kam in den achtziger Jahren in die Schweiz. Sie verliebte sich in einen Mann aus dem Berner Oberland und blieb. Da war Jeniffer eineinhalb Jahre alt und lernte Schweizerdeutsch, auch von ihren beiden älteren ...

  • Weltweit schreiten Städte in direkte Demokratie den Staaten voraus

    Mo, 7 Okt 2019 14:15:00 GMT

    In Taiwans Hauptstadt Taipeh wurde eine Internationale Liga der Demokratiestädte von einer Gruppe internationaler Aktivisten, Expertinnen und Lokalpolitikern aus der Taufe gehoben. Zu den Gründerstädten gehört Bern. Das Netzwerk zählt rund 80 Städte weltweit. Demokratie zu den Menschen bringen, damit sie mitbestimmen können bei der Lösung von Problemen, die sie im Alltag direkt betreffen: Das ist der Ansatz des Städte-Netzwerks, in dem sich Stadtpolitikerinnen, Spezialistinnen und Aktivisten austauschen können und sollen. Gründungsanlass war das 8. Weltforum für Demokratie, welches Anfang Oktober in Taichung und Taipeh stattfand. Gründungsstädte sind neben Bern, Taipei und Taichung in Taiwan auch die finnische Hauptstadt Helsinki, die tschechische Stadt Brünn, Metz in Frankreich, Mexiko City, Tunis, Anyang in Südkorea und Kashiwa in Japan. Die Grundlage der Liga ist eine sogenannte Magna Charta aus 20 Punkten. Sie dienen als Kompass im Bestreben der Städte, ihren Bewohnern mehr ...

  • Die höchste Schweizerin bei der Uno in New York

    Mo, 7 Okt 2019 11:36:00 GMT

    UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist ein Mann. Das war bei seiner Wahl ein Problem. Viele hatten gefordert, es müsse nun endlich eine Frau an die Spitze. Immerhin: Guterres besetzt viele Chefposten mit Frauen. Eine von ihnen ist Mirjana Spoljaric, die höchste Schweizerin am UNO-Hauptsitz. Von ihrem Eckbüro im 16. Stock an New Yorks First Avenue fällt der Blick direkt aufs UNO-Hauptgebäude und den East River. UNO-Vizegeneralsekretärin Mirjana Spoljaric ist allerdings nicht oft hier. Zumal ihre 2600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptsächlich "im Feld" arbeiten: in Osteuropa, im Kaukasus, in Zentralasien: "Also in einer Region, die sich an der Frontlinie des früheren Kalten Krieges befindet und die immer noch mit den Spannungen aus jener Zeit umgehen muss", sagt sie. Entsprechend muss sie die Balance halten, um die mächtigen regionalen Akteure einzubinden: "Ohne eine gute Zusammenarbeit mit der EU, mit Russland, mit der Türkei können wir nichts erreichen und diese Agenda ...

  • Was würde Kosovo ohne Diaspora machen?

    Mo, 7 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Was würde mit dem Kosovo geschehen, wenn ethnische Albaner in der Schweiz kein Geld mehr nachhause schicken würden? Sie unterstützen ihre Verwandten im Balkanland seit Jahrzehnten. Aber die jüngeren Generationen werden diese Praxis kaum fortsetzen.  Kosovo ist das zweitärmste Land Europas. Es leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und fehlenden Investitionen. Überweisungen aus der Diaspora in Deutschland, der Schweiz und den nordischen Ländern machen etwa 17% des Bruttoinlandsprodukts aus, während die internationale Geberhilfe weitere 10% ausmacht. Der Bund trägt für die Periode 2017-2020 insgesamt 80 Millionen Franken bei.  +Erfahren Sie hier mehr über Schweizerhilfe im Kosovo Seit Generationen verlassen die Kosovaren ihr Land, um im Westen Arbeit zu finden. Aber im Ausland stellen viele fest, dass es immer schwieriger wird, ihre Kultur in einem fremden Land am Leben zu erhalten. Viele junge Kosovaren, die in der Schweiz geboren oder in jungen Jahren dorthin gezogen sind, sprechen ...

  • Heimweh nach den Bergen

    So, 6 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Vor 200 Jahren galt Heimweh als typisch schweizerische Krankheit. Ausgelöst wurde sie von sogenannten Kuhreihen, alten Hirtenliedern. Auch die Kinderbuchfigur Heidi war davon betroffen. 1688 beschrieb der Elsässer Arzt Johannes Hofer eine neue, heimtückische Krankheit. Die Symptome: Fieber, unregelmässiger Herzschlag, Schwäche, Magenschmerzen, Melancholie. In manchen Fällen soll die Krankheit sogar tödlich enden. Und besonders auffällig: Sie befällt ausschliesslich Schweizer, speziell Schweizer Söldner, die weit weg von daheim für fremde Mächte kämpfen.  Hofer nannte das Leiden "Nostalgia" oder "Heimwehe". Für Hofer war die Ursache psychisch. Er vermutete sie im "übermässigen Denken an die Heimat", ausgelöst durch den Aufenthalt eines Menschen in ungewohnter Umgebung. swissinfo.ch publiziert regelmässig Artikel aus dem Blog des Landesmuseums, die historischen Themen gewidmet sind. Die Artikel sind immer in deutscher und meistens auch in französischer und englischer Sprache ...

  • Das göttliche Auge

    Sa, 5 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Die Schweiz von oben betrachtet, eröffnet neue Sichtweisen. Flugaufnahmen sind "Werkzeuge des Nachdenkens", so nannte der international bekannte Schweizer Fotograf, Georg Gerster, seine Bilder. "Aus der Höhe sieht man nicht nur, was ist, sondern ebenso, was sein könnte – das Inventar unserer Chancen." Die Schwerelosigkeit, mit der die Kamera über den gelben Baumwipfeln und der darunter gelegenen, gewundenen Strasse schwebt, überträgt sich auf uns. So entsteht ein Gefühl von Eleganz und Erhabenheit. Die Vogelperspektive lässt uns ein wenig von der Freiheit spüren, die wir mit dem Fliegen assoziieren. Das über uns schwebende Auge hat aber nicht nur die einzigartige Fähigkeit, nur aus der Distanz erkennbare, abstrakte geometrische Formen auf der Erdoberfläche zu veranschaulichen, es hat sich auch von den Ablenkungen und Verpflichtungen des Lebens auf der Erde verabschiedet und die Gesetze der Schwerkraft hinter sich gelassen. Gelehrte im frühen 20. Jahrhundert waren der Ansicht, ...

  • Neuer Uhrmacher-Tempel der Marke Shigeru Ban

    Fr, 4 Okt 2019 14:30:00 GMT

    Nach fünfjähriger Bautätigkeit hat die Swatch Group am Donnerstag den neuen Hauptsitz ihrer gleichnamigen Marke in Biel eröffnet. Die fast ausschliesslich aus Holz gefertigten Gebäude wurden vom japanischen Stararchitekten Shigeru Ban entworfen. Grosszügige Büros, Konferenzräume, zwei Museen, fünf schwarze Olivenbäume und der erste Drive-in-Uhrenshop der Welt: Swatch sieht mit dem Bau des neuen Hauptsitzes, der am Donnerstag in Biel in Anwesenheit vieler hochkarätiger Gäste offiziell eingeweiht wurde, grosse Chancen. Hell und mit einer geschwungenen Silhouette, die an eine Schlange erinnert, erstreckt sich das 35 Meter breite Hauptgebäude über eine Länge von 240 Metern. Fünf Jahre Arbeit, Kosten von fast 125 Millionen Franken und 1997 m3 Schweizer Fichte waren nötig, um dieses spektakuläre Gebäude – eine der grössten Holzkonstruktionen der Welt – zu bauen.  An seinem westlichen Ende überquert das Gebäude eine Strasse, die neu nach Nicolas G. Hayek, dem Gründer der Swatch ...

  • Schweizer Winzer haben den Blues

    Fr, 4 Okt 2019 12:00:00 GMT

    Dass die Schweiz ein Land mit einer langen Weinbautradition ist, weiss jenseits der Landesgrenze kaum jemand. Seit zwei Jahrtausenden steht der Herbstanfang für die Erntezeit. Aber in diesem Jahr ist die Stimmung düster, denn der einheimische Wein verkauft sich schlecht. In einigen Teilen der Schweiz ist der Weinbau eine lebendige Tradition. Erst vor wenigen Tagen nahmen nicht weniger als 300'000 Menschen am Neuenburger Erntefest teil. Doch die Produzenten von Wein befinden sich nicht in Festlaune. Die Bestände für 2018 sind noch nicht erschöpft, da erreicht die neue Ernte bereits ihren Höhepunkt. Bütten, die voll bleiben, bedeuten Preisdruck in einem ohnehin schon schwierigen Markt. Die Sorge ist so gross, dass die vier wichtigsten Weinbaukantone den Bund um Hilfe gebeten haben. Seit einigen Jahren machen Schweizer Weine 35% des nationalen Konsums aus. Das reiche nicht aus, um einen ausgewogenen Verkauf der derzeitigen einheimischen Produktion zu gewährleisten, schreiben die ...

  • Der Schweizer Schindler

    Fr, 4 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Als die Welt unterzugehen schien, schritt Herman Spierer ein. Wie ein Schweizer Industrieller im Osmanischen Reich zum Griechenretter wurde. Apokalyptische Szenen boten sich in den Septembertagen 1922 den Geretteten auf den Schiffen vor dem Hafen Smyrnas, dem heutigen Izmir, an der türkischen Ägäisküste. Während hinten die Stadt lichterloh brannte, sammelten sich auf dem langen Quai immer mehr Menschen an. Hunderttausende waren in den neun Tagen der Katastrophe gefangen zwischen den Flammen und dem Meer. Zur Seite hin konnten sie nicht fliehen, da standen das türkische Militär und die Freischärler, die kurz zuvor in die Stadt einmarschiert waren. Während Amerikaner, Engländer, Franzosen und Italiener von Kriegsschiffen aus in geringer Distanz dem blutigen Schauspiel zunächst teilnahmslos zuschauten, starben die Menschen wie die Fliegen. Erst nach drei Tagen kamen diese Nationen mit ihren Schiffen zu Hilfe und begannen, Flüchtlinge nach Griechenland hinüber zu retten. Dass dies ...

  • "Die Schweiz ist nicht das Land der grossen Ideen"

    Do, 3 Okt 2019 13:30:00 GMT

    Die Schweiz geht in die letzte Phase des Wahlkampfes vor den Parlamentswahlen am 20. Oktober. Aber wo ist das Wahlfieber, das die Debatten in anderen Ländern befeuert? Im Vergleich dazu wirken die Schweizer Wahlen richtiggehend langweilig. Der Grund liegt in der direkten Demokratie, erklärt der Politologe Sean Müller. Trotz Demonstrationen und Streiks für das Klima oder die Gleichstellung der Geschlechter sind diese Hauptthemen der heutigen Zeit in der politischen Debatte in der Schweiz nicht präsent. Während Migration und Asyl oft den Wahlkampf dominiert haben, gibt es dieses Jahr kein Thema, das die politischen Parteien die Waffen kreuzen lässt. Diese Monotonie überrascht Sean Müller nicht. Er forscht am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern. swissinfo.ch: Man hätte meinen können, die Parteien würden über das Klima oder die Frage der Gleichstellung von Männern und Frauen streiten, aber es gibt kein Thema, das den Wahlkampf belebt. Warum? Sean Müller: In diesem ...

  • Schweizer Start-up will Kommunikation revolutionieren

    Do, 3 Okt 2019 11:00:00 GMT

    Was wäre, wenn Sie mit Ihrem Smartphone Menschen in Ihre Welt beamen könnten? Für HoloMe, einem Schweizer Start-up in London, ist das die Zukunft der Kommunikation. Das ist das sechste Video einer Serie, die sich im Vorfeld der Wahlen im Oktober mit der Frage beschäftigt, wie sich politische Entscheidungen auf den Alltag der Schweizerinnen und Schweizer auswirken. Janosch Amstutz lebt in London und hat dort Kapital für sein Start-up aufgetrieben. Der gebürtige Schweizer wuchs in einer Hippie-Kommune in Australien auf. Für ihn war Kommunikation schon immer sehr persönlich und wichtig. Amstutz glaubt, dass "Augmented Reality" (AR) die Art und Weise, wie wir Technologien nutzen, verändern wird. Es werde nicht mehr nötig sein, dauernd auf ein Smartphone zu blicken. Da immer mehr AR-Anwendungen auf dem Markt sind, gewöhtnen sich die Menschen immer mehr daran und entwickelten neue Wege, sie zu nutzen. Pokemon Go – ein AR-Spiel, das die Welt eroberte – ist wahrscheinlich bis heute ...

  • Die Wichtigkeit von Testpersonen im Zeitalter des Online-Handels

    Do, 3 Okt 2019 08:30:00 GMT

    Die Globalisierung und der Online-Handel haben eine wachsende Distanz zwischen Unternehmen und ihren Kunden geschaffen. Ein Zürcher Startup schliesst diese Lücke. Es hat die grösste europäische Plattform zu Vermittlung von Testpersonen geschaffen. So können Firmen die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Kunden kennenlernen. "Im Jahr 2014, als ich für die Abschlussarbeit meines Masterstudiums im Silicon Valley war, suchte ich einige Testpersonen, um die App einer Design Firma auszuprobieren. Ich habe eine Anzeige aufgeschaltet und es kamen alle möglichen Leute, die dem publizierten Anforderungsprofil überhaupt nicht entsprachen und die nur am Geld interessiert waren. Es gab sogar eine ganze Familie mit Kindern, Onkeln und Tanten", erzählt Reto Lämmler, CEO von TestingTime. "Da habe ich mich gefragt, wie ist es möglich, dass heutzutage für jegliche Dienstleistung ein Online-Service besteht, während es keinerlei Angebot gibt, um auch nur fünf geeignete Personen zum Testen eines ...

  • Als Gandhi die Schweiz besuchte

    Mi, 2 Okt 2019 14:30:00 GMT

    Mahatma Gandhi verbrachte im Dezember 1931 fünf Tage in der Schweiz, im Haus seines Freundes, dem französischen Schriftsteller und Nobelpreisträger Romain Rolland. Zum 150. Geburtstag des indischen Führers zeichnet swissinfo.ch die Spuren nach, die dieser in der Schweiz hinterliess. Rolland hatte die erste Biographie Gandhis verfasst, die 1924 veröffentlicht wurde. Nach einem Besuch in London, wo Gandhi an einem "Runden Tisch" teilnahm, bei dem es um die Zukunft des kolonialisierten Indiens ging, stattete er dem Verfasser seiner Biografie einen Besuch ab und verbrachte die Tage vom 6. Bis 11. Dezember 1931 in dessen Haus in Villeneuve am Genfer See in der Schweiz.   Verantwortlich für die Reiseorganisation war Gandhis englische Schülerin Madeleine Slade, die sich den indischen Namen "Mirabehn" (Schwester Mira) gab. Sie war eine grosse Bewunderin von Rolland. Den Franzosen hatte sie besucht, bevor sie nach Indien ging, um Gandhi zu treffen. Zu den indischen Begleitern gehörten ...

  • Wie Kommunisten-Angst die Schweizer zu Spionen machte

    Mi, 2 Okt 2019 11:00:00 GMT

    In der Schweiz fand der Kalte Krieg in den Köpfen statt. Dort herrschte Angst vor dem  Kommunismus der Sowjets. Misstrauen gegenüber allen, die sich nicht scharf genug davon distanzierten. Und ein Wahn, dass der Feind unter den Nachbarn lebt, wo er sein Gift verströmt. Januar, 1957: Martha Farner sitzt im Wartezimmer ihres Zahnarztes in Schwyz, sie wird aufgerufen.  Doch als sie sich auf den Behandlungsstuhl setzen will, beginnt ihr Zahnarzt zu schreien: "Halt, halt, bevor sie absitzen, müssen Sie abschwören?" "Was abschwören?" "Dem Kommunismus müssen Sie abschwören!" Einem Exorzisten gleich forderte er die Abrenuntiatio diaboli. Die Kommunisten, meint Martha Farner in ihren Erinnerungen, seien in der Schweiz als der "leibhaftige Teufel" gesehen worden – besonders nach 1956. Der Mob von Thalwil Im November 1956 rollten sowjetische Panzer in Ungarn ein, um dort demokratische Reformen im Keim zu ersticken. Hunderttausende flüchteten – viele auch in die Schweiz. Die ungarischen ...

  • "Unsere Mission ist es, die wichtigsten Werte der Schweiz in der Welt zu verbreiten"

    Mi, 2 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Die Schweizer Schule in Mailand feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Der Direktor, Luca Corabi De Marchi, erzählt im Interview von der Geschichte, den Schlüsselmomenten, den Schwierigkeiten und den neuen Herausforderungen, vor denen die Schweizer Schule steht. Die Geschichte der Schweizer Schule von Mailand ist lang, sie begann vor einem Jahrhundert in der lombardischen Hauptstadt.  Um eine der ältesten Schweizer Institutionen in Mailand zu feiern, fand am 1. Oktober im historischen Hauptsitz in der Via Appiani in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset und verschiedenen konsularischen und kantonalen Behörden eine Feier statt.​​​​​​​ swissinfo.ch: Die Schweizer Schule in Mailand feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Wie ist sie entstanden? Luca Corabi De Marchi: Die Schule wurde vor der Vereinigung Italiens als Internationale Schule für protestantische Familien gegründet und wechselte zwischen 1860 und Beginn des Ersten Weltkriegs einige Male den Standort.  Nach dem Ende des ...

  • Frühere Erkennung von Brustkrebs bei gefährdeten Frauen

    Di, 1 Okt 2019 15:00:00 GMT

    Brustkrebs, die häufigste Todesursache bei Frauen im Alter von 40 bis 50 Jahren, betrifft immer häufiger auch jüngere Frauen. Die am Dienstag lancierte Präventionskampagne Pinker Oktober macht darauf aufmerksam. Alexandre Bodmer ist Chefarzt des Brustzentrums am Genfer Universitätsspital. Er schlägt vor, das Screening dieser Entwicklung anzupassen. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in den westlichen Ländern: Jede neunte Frau ist davon betroffen. In der Schweiz werden jedes Jahr fast 6000 neue Fälle diagnostiziert. Die Mehrheit der Brustkrebserkrankungen betrifft Frauen über 50 Jahre. Aber 20% der Patientinnen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger. Eine Studie des Nationalen Instituts für Krebsepidemiologie und -registrierung hat für den Zeitraum von 1996 bis 2009 folgendes herausgefunden: Die Zahl der Fälle von Frauen im Alter von 20 bis 39 Jahre stieg jährlich um 1,8%. Bei Frauen im Alter von 40 bis 49 Jahren betrug der jährliche Anstieg 0,5%. Dieser Trend wird ...

  • Entstigmatisierung von Suchterkrankungen

    Di, 1 Okt 2019 09:00:00 GMT

    Dreissig Jahre nach den offenen Drogenszenen in mehreren Schweizer Städten hat das Bundesgericht vor kurzem einen wegweisenden Entscheid gefällt: Suchtabhängige werden künftig als Kranke betrachtet. Die Betroffenen haben somit unter bestimmten Voraussetzungen neu Anspruch auf eine IV-Rente. Der amerikanische Autor William Burroughs schrieb 1959 in seinem skandalumwitterten Werk "Naked Lunch" (frei zitiert): "Ob man den Stoff schnupft oder raucht, isst oder ihn sich auf andere Art reinzieht, das Ergebnis ist immer das gleiche: Abhängigkeit." Und weiter: "Ein Drogensüchtiger ist ein Mensch mit dem totalen Verlangen nach Stoff." Burroughs hatte während fünfzehn Jahren unter dem Einfluss von Heroin und Morphin gestanden. Sechzig Jahre später kommt das Schweizerische Bundesgericht in seinem Entscheid vom 11. Juli zum Schluss, bei Drogenabhängigkeit dränge sich die gleiche Sichtweise auf wie bei psychischen und geistigen Störungen. Bis anhin galt: Drogenabhängige Versicherte hatten ...

  • Welche Gefahren birgt der Rückzug der Gletscher für die Alpen?

    Mo, 30 Sep 2019 09:00:00 GMT

    Das Schmelzen der Gletscher führt zu einer Destabilisierung der Berge und erhöht das Risiko von Murgängen und Überschwemmungen.  Es eröffnen sich aber auch neue Szenarien für den alpinen Tourismus. Zermatt in diesem Sommer: Ein heisser Tag ohne Regen. Die Einheimischen bereiten sich auf das Abendessen vor, während Touristen die frische Bergluft geniessen und durchs Dorf spazieren. Nichts lässt darauf schliessen, dass der Triftbach, der friedlich durchs Dorf plätschert, zu einem reissenden Strom werden wird, der das Dorf mit Wasser und Schlamm überspült. Glücklicherweise hat das Hochwasser des Triftbachs keine Opfer gefordert. Doch Häuser und Infrastrukturen wurden beschädigt. Grund war das plötzliche Auslaufen eines unterirdischen Gletschersees beim Triftgletscher. Grosse Wassermengen mit Schutt und Steinen donnerten den Triftbach hinunter. "Ein unvorhersehbares Naturereignis", sagte Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser. Solche Naturphänomene frühzeitig zu erkennen, sei ...

  • Wie Taiwan zum Labor der digitalen Demokratie wurde

    Mo, 30 Sep 2019 06:13:00 GMT

    Jeremy Corbyn, der britische Oppositionsführer, forderte kürzlich für Grossbritannien "eine digitale Deliberation nach dem Vorbild Taiwans". Corbyn hat erkannt: Nirgendwo sonst brodelt die Experimentierküche der digitalen Demokratie so sehr wie auf dieser geopolitisch umstrittenen Insel. Und vieles könnte schiefgehen. Das Jahr 2014 war für Taiwan ein Jahr des kulturellen Wandels. Die so genannte Sonnenblumen-Bewegung veränderte das politische Klima der Insel. Aus Protest gegen ein Handelsabkommen, das Taiwans damalige Regierung mit China abschliessen wollte, formierten sich Studentinnen und Studenten zu einer landesweiten Protestbewegung. Sie gipfelte in der Besetzung des nationalen Parlaments in Taipeh. Schwerpunkt Taiwan bei swissinfo.ch Die taiwanesischen Journalisten Hedy Chiu (Commonwealth Magazine) und Jason Liu (The Reporter) waren im September bei uns in der SWI-Redaktion in Bern. Hier nahmen sie auch Reportagen Festival teil: An einem swissinfo.ch-Panel zur ...

  • Schweizer Auswanderern in Neuseeland auf der Spur

    So, 29 Sep 2019 09:00:00 GMT

    Was hat Tausende von Schweizerinnen und Schweizern dazu gebracht, auf die andere Seite des Planeten auszuwandern? Die in der Schweiz geborene Forscherin Joan Waldvogel erzählt in ihrem Buch "Swiss Settlers in New Zealand" deren Geschichte in Neuseeland. Der erste Schweizer, der in Neuseeland Fuss fasste, war der Maler John Webber, Sohn eines Bildhauers aus Bern. 1776 heuerte Webber bei der letzten Expedition von James Cook in die Südsee an. Inzwischen sind ihm Tausende weitere Schweizer gefolgt. Joan Waldvogel, Soziologin, hat das Buch "Swiss Settlers in New Zealand – a history of Swiss immigration to New Zealand" veröffentlicht. Auf den Seiten des 400 Seiten starken Werks zeichnet die Autorin das Leben der Schweizer Auswanderer von den 1860er-Jahren bis heute nach. Buch und Autorin "Swiss Settlers in New Zealand – a history of Swiss immigration to New Zealand" von Joan Waldvogel, Peter Lang Editions, Berlin 2018. Waldvogel ist Neuseeländerin der ersten Generation. Ihr Vater ...

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