Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Wo Migration ein Gesicht erhält

    So, 18 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Eine Gruppe von Autorinnen und Autoren zeichnet in der Schweiz Geschichten der Migration auf. Dafür stellen sie in Museen ihr "Büro für Migrationsgeschichten" auf. Das Projekt entstand aus den Trümmern der gescheiterten Idee eines eigenständigen Migrationsmuseums. "Eine junge Frau aus Chile kam zu mir an den 'Schalter'. Sie erzählte, ihr Urgrossvater sei nach Chile ausgewandert, sie habe ein paar Dokumente dabei aus Einwohnerregistern in Lauterbrunnen, Basel und Zürich. Vielmehr wisse sie aber auch nicht." Das Büro aktuell vor Ort Das Büro für Migrationsgeschichten ist gegenwärtig an der Ausstellung "Die Schweiz anderswo" im Forum Schweizer Geschichte Schwyz zu Gast. Nächste Daten: 11. und 22.9., nachmittags. Die Ausstellung dauert noch bis zum 29.9.2019. Zudem war das Büro kürzlich während drei Tagen vom 27.-29.7. in der "Robert-Walser-Sculpture" des Berner Künstlers Thomas Hirschhorn in Biel zu Gast. So oder ähnlich beginnen oft die Migrationsgeschichten, die Beat ...

  • "Auslandschweizerinnen und -schweizer haben wenig Platz im Parlament"

    Sa, 17 Aug 2019 15:21:00 GMT

    In diesem Wahljahr umwerben diverse politische Formationen die Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. Im Parlament allerdings gehört die Verteidigung ihrer Interessen nicht wirklich zu den Prioritäten. Das meint der Politologe Marc Bühlmann. Am 97. Auslandschweizer-Kongress in Montreux warben die Schweizer Parteien für ihre Programme und diskutierten an einem Podiumsgespräch. Zudem präsentierten swissinfo.ch und der Politologe Marc Bühlmann jeweils ein Ranking der Parteien, was deren Engagement für die so genannte "Fünfte Schweiz" betrifft. Ein sehr politischer Morgen also für die in Montreux versammelten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Auslandschweizer-Kongress Mehr als 400 Mitglieder der "Fünften Schweiz" treffen sich jedes Jahr während drei Tagen in der Schweiz zum Auslandschweizer-Kongress. Die Veranstaltung beginnt traditionell mit der Sitzung des Auslandschweizerrats, dem "Parlament der Fünften Schweiz", bevor sie am Freitagabend offiziell eröffnet wird. ...

  • Kunst in Schweizer Verkehrskreiseln

    Sa, 17 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Früher wurde das Dorfzentrum oder die Strasse, die in eine Stadt führte, mit einer alten Eiche oder einem Steinblock markiert. Heute stehen dort häufig Verkehrskreisel. In der Schweiz werden sie mit origineller Kunst gefüllt, was allerdings teuer und manchmal umstritten ist. Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das Verkehrskreisel als Bühne für Kunst nutzt. Aber die Schweiz fällt mit besonders vielen originellen und spektakulären Werken auf. Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen erklärt, es gebe keine genauen Zahlen über Verkehrskreisel in der Schweiz. Denn die Kreisel fallen – typisch für das Land – in die Kompetenz der Gemeinden. Laut Rohrbach gab es in jüngster Zeit ein verstärktes Interesse an Kunst in Schweizer Verkehrskreiseln. Auf die Frage, ob die Kunst die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ablenkt, antwortet er, dass die Skulpturen kein Problem darstellen. Wenn überhaupt, verlangsamten sie den Verkehr, weil die Lenker zu sehen versuchten, welches ...

  • E-Voting bleibt mehr denn je Priorität für Fünfte Schweiz

    Fr, 16 Aug 2019 16:34:00 GMT

    Bund und Kantone müssen "ein zuverlässiges, vertrauenswürdiges und finanziell tragbares elektronisches Abstimmungssystem" zur Verfügung stellen: Das verlangt der Auslandschweizerrat in Montreux. Er betont, dies sei für die meisten Schweizer Expats die einzige Möglichkeit, ihre politischen Rechte auszuüben. Der 20. Oktober hätte die Krönung vieler Bemühungen um eine breite Einführung des E-Votings sein sollen. Denn die Schweizer Landesregierung (Bundesrat) hatte sich zum Ziel gesetzt, dieses bei den Nationalratswahlen 2019 in zwei Dritteln der Kantone einzuführen. Stattdessen wird er nun ein schwarzes Datum in der Geschichte der Auslandschweizer markieren, denn niemand wird mehr über das Internet abstimmen können. Der aus Sicherheitsgründen erfolgte Rückzug sowohl der bisher in der Schweiz verwendeten Online-Voting-Systeme als auch des jüngsten Regierungsbeschlusses, die Umwandlung des E-Votings in einen gewöhnlichen Abstimmungskanal nur vorübergehend aufzugeben, war für die ...

  • Was die Auslandschweizer-Organisation von der Politik verlangt

    Fr, 16 Aug 2019 15:04:00 GMT

    Angesichts der Wahlen in diesem Herbst will die Auslandschweizer-Organisation ihre Rolle voll ausspielen, die Interessen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bestmöglich zu vertreten. Deshalb haben die 98 Mitglieder des Auslandschweizerrats in Montreux ein Wahlmanifest verabschiedet – mit nur einer Stimmenthaltung. Von den 760'200 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern haben sich unterdessen 172'000 in einem Stimm- und Wahlregister eintragen lassen. Das entspricht der Grösse des Kantons Tessin, Wallis oder Thurgau. Jedes Jahr sind es mehr. Diese Ressource gelte es systematisch zu nutzen, betont die ASO. Vor den Wahlen 2019 legt die Auslandschweizer-Organisation deshalb Parteien und politischen Akteuren einen Katalog vor, damit diese die Sorgen und Erwartungen der Schweizer Diaspora für die nächste Legislaturperiode berücksichtigen. Das Manifest besteht aus folgenden Punkten: E-Voting Um alle Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer an Abstimmung und Wahlen ...

  • Schweizer Diaspora sorgt sich um Spannungen Schweiz-EU

    Fr, 16 Aug 2019 13:30:00 GMT

    Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer wollen sich in Europa weiterhin frei niederlassen und arbeiten können. Ihre Vertreter, die sich an diesem Wochenende in Montreux zum Jahreskongress versammeln, beteuern erneut ihr Engagement für das Personenfreizügigkeits-Abkommen. Auslandschweizer-Kongress Mehr als 400 Mitglieder der "Fünften Schweiz" treffen sich jedes Jahr während drei Tagen in der Schweiz zum Auslandschweizer-Kongress. Die Veranstaltung beginnt traditionell mit der Sitzung des Auslandschweizerrats, dem "Parlament der Fünften Schweiz", bevor sie am Freitagabend offiziell eröffnet wird. Der Samstag ist der Plenarsitzung und dem offiziellen Thema des diesjährigen Kongresses gewidmet: "Welche Welt für morgen?" Der Sonntag bietet jeweils die Gelegenheit, gemeinsam die Region des Gastgebers zu besuchen. Die Delegierten des Auslandschweizerrats (ASR), des "Parlaments der 5. Schweiz", sorgen sich über die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der ...

  • Woher kommt das Trinkwasser in der Schweiz?

    Fr, 16 Aug 2019 06:00:00 GMT

    80 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Trinkwassers stammen aus dem Untergrund. Wasserreserven sind reichlich vorhanden, aber zunehmend kontaminiert. In der Schweiz wird Trinkwasser aus drei verschiedenen Quellen gewonnen. Etwa 40 Prozent stammen aus dem Grundwasser, weitere 40 Prozent aus Quellen und die restlichen 20 Prozent aus Oberflächengewässern, hauptsächlich aus Seen und Flüssen. Das Grundwasser wird durch Regen, Schneeschmelze und Gletscher sowie Sickerwasser gespeist. Die Reserven in den unterirdischen Hohlräumen sind enorm: 150 Milliarden Kubikmeter, was in etwa dem Volumen aller Schweizer Seen entspricht. Von diesen wird nur etwas mehr als eine Milliarde benötigt, um den Trinkwasserbedarf zu decken. Nitrate und Pestizidrückstände im Wasser Theoretisch wäre es möglich, mehr als zehnmal so viel Wasser zu entnehmen, ohne dauerhafte Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel oder die Umwelt, meint Ronald Kozel, Leiter der Abteilung "Hydrologie" beim Bundesamt für ...

  • Der Traum vom Vanlife in der Schweiz

    Do, 15 Aug 2019 13:30:00 GMT

    Auf den sozialen Netzwerken sind Bilder und Videos zu #Vanlife ein Hit. Doch ist dieses einfache und naturverbundene Leben in Freiheit auch in der reichen und überregulierten Schweiz möglich? Wir besuchen das erste Vanlife-Festival der Schweiz und sprechen mit den Besucherinnen und Besuchern. Die Bilder zeigen halbnackte tätowierte Paare mit Gitarre in chic ausgebauten Kastenwagen, bei erotisch inszenierten Turnübungen, mit Hund oder beim Kochen auf Reisen: Der Hashtag #Vanlife ist auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken der grosse Hit. "Vanlife ist eine junge Bewegung", sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim Touring Club Schweiz (TCS). "Viele junge Paare oder Familien wollen die Welt im VW-Bus entdecken." Die Schweiz ist für Vanlife besonders geeignet. Sie bietet Sicherheit, Natur, Berge, kurze Anfahrtswege und viele Gewässer. "In der Schweiz kann man auf kleinem Raum alles machen und hat ganz unterschiedliche Landschaften", sagt Grützner. Doch die ...

  • Wer sich hinter die Bürgerinnen und Bürger im Ausland stellte – und wer nicht

    Do, 15 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Welche Parteien haben in der ablaufenden Legislatur 2015 bis 2019 die Interessen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer wirklich vertreten? SWI swissinfo.ch hat alle Geschäfte des Nationalrats mit Bezug zur Fünften Schweiz analysiert. Viele der 760'000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die sich im Ausland niedergelassen haben, bleiben an der Schweiz politisch interessiert. Sie wollen in der Heimat ihre Anliegen vertreten sehen. Kommen diese aber auch im Parlament an? Diese Frage hat swissinfo.ch gestellt. Wir haben in Zusammenarbeit mit den Politik-Analysten von smartvote.ch die Legislatur 2015 bis 2019 unter die Lupe genommen. Wir identifizierten über die vier Jahre der Parlamentsarbeit im Bundeshaus 16 Geschäfte, die im Nationalrat zur Abstimmung gelangten. Alle Geschäfte hatten einen Bezug zu den im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizern, zu 14 davon hatte die ASO ihre Position öffentlich formuliert. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) vertritt die ...

  • Auslandschweizer-Organisation beklagt "Führungsschwäche" der Regierung beim E-Voting

    Mi, 14 Aug 2019 14:00:00 GMT

    Was bedeutet das faktische Ende der E-Voting-Optionen für die Schweizer Community im Ausland? Der Präsident der Auslandschweizer-Organisation bringt seine Besorgnis zum Ausdruck und skizziert im Vorfeld der Eidgenössischen Wahlen vom Oktober die Optionen. Die elektronische Stimmabgabe ist für Stimmberechtigte im Schweizer System der direkten Demokratie keine Option mehr, nachdem die Regierung jüngst entschieden hat, die Pläne für eine permanente und flächendeckende Einführung von Online-Instrumenten fallen zu lassen; zudem wurden die beiden Systeme, die während längeren Testphasen im Einsatz standen, ausser Betrieb genommen. Inmitten wachsender Skepsis in der Bevölkerung gegenüber der neuen Technologie argumentierten die Behörden und IT-Unternehmen vor allem mit technischen Mängeln und Sicherheitsbedenken. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) zeigte sich schockiert über die Abkehr der Regierung von ihrer bisher verfolgten Politik. Die Organisation hatte in den letzten 16 ...

  • Aus Kostengründen in Ungarn ins Pflegeheim?

    Mi, 14 Aug 2019 12:00:00 GMT

    Was ist reizvoller und billiger: Den Lebensabend in einem Schweizer Altersheim oder im Ausland zu verbringen? Zum Beispiel in Ungarn, wo sich eine Gruppe von Schweizern niedergelassen hat. Wohin im Alter? Diese Frage hat Ruth Stampfli für sich so beantwortet: "Nach Ungarn, denn ich habe dort nur Vorteile." Die 84-jährige Bernerin lebt seit zwei Jahren in der Altersresidenz "Seniorpalace" am Plattensee. Das Pflegepersonal spreche Deutsch, sei freundlich und nehme sich Zeit. Und es sei viel billiger als in der Schweiz. Stampfli zahlt gut 2000 Franken im Monat. Nur mit dem Essen habe sie teilweise etwas Mühe. "Da muss man sich halt ein wenig anpassen", sagt sie. Das hätte auch seine Tante gekonnt, ist Albert Bär sicher. Er wollte seine fast 100-jährige Tante nach Ungarn ins Altersheim bringen, wurde aber von der KESB gestoppt. Der Umzug an den Plattensee sei nicht in ihrem Interesse. Schweizer Senioren entscheiden sich vermehrt für ein Alters- und Pflegeheim im Ausland. Nicht ...

  • So wird gewählt, so wird gezählt

    Mi, 14 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Am 20. Oktober 2019 finden die Schweizer Parlamentswahlen statt. Wer am meisten Stimmen erhält, gewinnt. Halt, ganz so einfach ist es leider nicht. Wir lüften für Sie die Blackbox, wie die Siegerinnen und die Verlierer gemacht werden. Der "Sonderfall" Die Schweiz ist tatsächlich einer – zumindest was das Parlament betrifft: Dieses ist auch Schnittstelle zwischen indirekter und direkter Demokratie. Als Gesetzgeber erhält es nämlich auch Arbeit vom Volk. Haben die Stimmbürger nämlich Ja gesagt zu einer Volksinitiative, was gleichbedeutend ist mit einer Verfassungsänderung, muss das Parlament die Gesetze zur Umsetzung des neuen Verfassungsartikels ausarbeiten. Basics Zu vergebende Sitze: 246; 200 im Nationalrat, 46 im Ständerat. Die Nationalratswahl ist primär eine Parteienwahl, die Ständeratswahl eine Personenwahl. Gestützt auf die Einwohnerzahl, steht im Nationalrat jedem der 26 Kantone eine bestimmte Anzahl Sitze zu. Zürich als bevölkerungsreichster Kanton kann 35 ...

  • Demokratische Innovation in der Schweizer Gemeinde Sion

    Di, 13 Aug 2019 15:00:00 GMT

    Das demokratische Erbe durch Experimente mit einem in Oregon entwickelten partizipativen Modell erweitern: Die Gemeinde Sion ist Vorreiter in einem Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Es wird Bürger einbeziehen, die durch das Los bestimmt wurden. 2000 Menschen erhalten in Sion in diesen Tagen Post der etwas anderen Art: Sie sind eingeladen, an dem Projekt teilzunehmen, das zur Bildung eines "Bürgerpanels" führen wird. An diesem Panel wird ein Bericht über eine Frage erstellt, über die am 9. Februar 2020 an der Urne abgestimmt wird. Das Panel wird vier Tage dauern und im November stattfinden. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. "Diese Übung wird helfen, den wahren Wert der Demokratie, der manchmal vergessen geht, wiederzuentdecken, nämlich die Gleichheit der Bürger. Wir neigen dazu zu sagen, dass Politik zu komplex ist und übergeben sie lieber an Politikerinnen und Politiker", sagt Nenad Stojanović, ...

  • Warum der Seeuferweg auf der Strecke bleibt

    Di, 13 Aug 2019 12:28:00 GMT

    Wo ist das Leben schöner als an einem See? Roger Federer erfüllt sich diesen Traum mit einem Grundstück am Zürichsee. Einen öffentlichen Uferweg vor seinem Anwesen muss der Tennisstar nicht befürchten. Er kann dabei – wie viele andere private Seeanstösser in der Schweiz – mit der Unterstützung der lokalen Behörden rechnen. Seit einigen Tagen weiss es die halbe Welt: Der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten zieht mit seiner Familie an den Zürichsee. Im St. Galler-Städtchen Rapperswil-Jona haben Federers eine Parzelle in der Grösse von drei Fussballplätzen mit Seeanstoss erworben. Auf diesem Grundstück, das schon vorher im Besitz von Privaten war, gab und gibt es keinen Uferweg. Fussgänger müssen dort einen grossen Bogen um das Areal machen. Dies obwohl das Raumplanungsgesetz seit vierzig Jahren vorschreibt, dass "See- und Flussufer freigehalten und öffentlicher Zugang und Begehung erleichtert werden sollen". Martin Stöckling, der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, ...

  • Leben vom Existenzminimum in der Schweiz

    Di, 13 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Über acht Prozent der Schweizer Bevölkerung sind arm, fast dreieinhalb Prozent beziehen Sozialhilfe. In der reichen Schweiz werden die Armen zu Luxuslösungen mitgezwungen. So ist es für sie besonders schwer, über die Runden zu kommen. Auffangnetz Sozialhilfe Wer durch alle Maschen fällt, bekommt in der Schweiz Sozialhilfe. Das ist nicht in allen Ländern selbstverständlich. Wer wieder zu Geld kommt und in guten Verhältnissen lebt, muss die bezogenen Gelder allerdings zurückzahlen. Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Welt: Gemäss Vermögensreport der Credit Suisse besitzt ein Erwachsener im Durchschnitt 538'617 Franken. Doch Vermögen und Einkommen sind ungleich verteilt. Wie geht es jenen, die wenig haben? "Kleine Einkommen in der Schweiz sind stark unter Druck", sagt Andrea Schmid-Fischer, Präsidentin des Dachverbands Budgetberatung Schweiz. Auch der untere Mittelstand drohe abzurutschen. Zwischen 2016 und 2017 nahm Armut in der Schweiz um fast 10 Prozent zu. Die ...

  • Ich wollte einen Monat arm sein in der Schweiz – es war Stress

    Di, 13 Aug 2019 09:00:00 GMT

    In der Schweiz hat Armut in den letzten Jahren um 20 Prozent zugenommen. Jede zwölfte Person gilt als arm. Wie ist es, in einem der reichsten Länder der Welt knapp durchzumüssen? Einen Monat lang will ich vom Existenzminimum leben. Als Erstes gehe ich zur Sozialhilfe Bern und frage, wie stark ich meinen Lebensstandard herunterschrauben müsste, wenn ich von Sozialhilfe leben würde. Meine Miete entspricht gerade noch den Richtlinien. "Einschränken müssten Sie sich wohl im Bereich des Grundbedarfs, also bei Essen, Kleidern, Körperpflege, Strom, Telefon und ÖV", sagt Alexandra Herren von der Sozialhilfe Bern. Wenn ich ausrechne, was die Sozialhilfe für meine dreiköpfige Familie zahlen müsste und diese Zahl mit meinem Netto-Einkommen vergleiche, so komme ich auf den Betrag von 2'737 Franken, den wir aktuell mehr zur Verfügung haben. Wenn ich berücksichtige, dass ich als Vollzeit-Sozialhilfebezügerin keine Steuern zahlen würde, schrumpft der Betrag auf rund 1'800 Franken. Dabei habe ...

  • Auslandgemeinschaft befasst sich mit sozialen Fragen

    Mo, 12 Aug 2019 14:45:00 GMT

    In Montreux am Genfersee treffen sich diese Woche Delegierte aus allen Ecken der Welt zum jährlichen Auslandschweizer-Kongress. Der Fokus liegt dieses Jahr auf der Frage, wie die Gesellschaft die grossen Herausforderungen der Zukunft bewältigen kann. Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) nimmt die Interessen der so genannten Fünften Schweiz wahr – jener 760'000 Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben. Am Kongress werden führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schweizer Politik über Themen wie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, Migration und die Mobilität der Zukunft diskutieren. Erreicht die Schweiz die Millenniumsziele? Thematisiert werden auch die Millenniumsziele der Vereinten Nationen (UNO). 2015 unterzeichnete die Schweiz die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen (SDG). Darunter finden sich Strategien zur Verbesserung von Gesundheit und Bildung, zum Abbau von Ungleichheiten und zur Förderung des ...

  • Mord im Grandhotel: eine tödliche Verwechslung

    Mo, 12 Aug 2019 13:30:00 GMT

    Im Jahr 1906 erschiesst eine junge Russin in einem Interlakener Hotel einen französischen Geschäftsmann. Oberländer Bauern richten als Geschworene über die Anarchistin - und lassen Milde walten. Kellner in weissen Schürzen hasten durch den Speisesaal des Grandhotel Jungfrau in Interlaken, als eine junge Dame aufsteht, eine Pistole aus der Handtasche zieht und drei Schüsse auf den Herrn am Nebentisch abfeuert. Es bricht Chaos aus. Gäste bringen sich schreiend in Sicherheit, mehrere Damen sinken ohnmächtig zu Boden. Die Attentäterin gibt vier weitere Schüsse auf ihr Opfer ab, dann schreitet sie erhobenen Hauptes durch den Saal. Ein Kellner packt sie am Handgelenk, ein anderer reisst ihr die Waffe aus der Hand. "Es ist unnötig, mir Gewalt anzutun", herrscht sie die beiden an. "Sie sehen ja, dass ich keinen Widerstand leiste, und ich habe nicht vor, zu fliehen." Im ersten Verhör erklärt sie, ihre Tat sei ein Akt politischer Justiz. Sie habe das Todesurteil vollzogen, das die ...

  • Fête des Vignerons: "Wir sehen uns in 20 Jahren!"

    Mo, 12 Aug 2019 11:38:00 GMT

    Nach neunzehn Austragungen – vier wurden wegen Stürmen verschoben oder unterbrochen – 355'000 verkauften Eintrittskarten und mehr als einer Million Besucherinnen und Besuchern geht das Festival von Vevey mit einem grossen Publikumserfolg zu Ende. Das einzige Problem ist, dass es in diesem Jahr ein Defizit gibt. "Warten Sie nicht zwanzig Jahre, um zu feiern", sagte Regisseur Daniele Finzi Pasca, als er am Sonntagnachmittag auf dem Marktplatz von Vevey den Vorhang in der temporären Arena für die 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauer öffnete.  Mit Liedern, Glocken, lautem Applaus und vielen Tränen von Schauspielern und Zuschauern jeden Alters erreichte die Ranz des vaches (Westschweizer Kuhreigen), die das 12. Fête des Vignerons (Fevi) beendete, den Höhepunkt der Emotionen: "Ich weinte den ganzen Tag", sagte eine Teilnehmerin; sie konnte nicht wahrhaben, dass nach einem Jahr harter Proben und drei Wochen Aufführungen alles zu Ende war. Durch die Stürme Keine nennenswerte Kritik ...

  • Der lange Weg zum Genfer Abkommen von 1949

    Mo, 12 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Vor genau 70 Jahren glückte der Schweiz ein diplomatischer Paukenschlag. Obwohl die Eidgenossenschaft auf Grund ihrer Beziehungen zu den Achsenmächten etwas isoliert war, gelang es ihr, eine grosse diplomatische Konferenz zu organisieren, die zu einer Erneuerung der Genfer Konventionen führte – ein fundamentaler Schritt für die Entwicklung des humanitären Völkerrechts. "Der letzte Krieg verursachte mehr als jeder andere Konflikt, der ihm vorausging, unendliches Leid. Der totale Krieg schlägt grausam und wahllos zu. Er verschont niemanden. Das Elend und die Katastrophen, die ein solcher Krieg verursacht, sind schrecklich. Leider haben sich die Konventionen von 1929 häufig als unzureichend erwiesen, um die Auswirkungen abzufedern. Unsere Aufgabe wird es sein, die tragischen Erfahrungen zu verarbeiten, um die in den Vereinbarungen von 1929 festgestellten Lücken so weit wie möglich zu schliessen…. Vor allem der Zweite Weltkrieg hat gezeigt, dass die Genfer Konventionen unvollständig ...

  • Nach 35 Betriebsjahren in bester Verfassung

    So, 11 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Die erste Photovoltaik-Anlage Europas ging in den frühen 1980er-Jahren im Kanton Tessin ans Netz und überzeugt auch heute noch durch ihre erstaunlich hohe Energieeffizienz. swissinfo.ch im Gespräch mit Mauro Caccivio, Photovoltaikexperte der Fachhochschule Südschweiz. Es war 1982, als eine Gruppe von Forschern beschloss, in Canobbio, wenige Kilometer von Lugano entfernt, eine experimentelle Photovoltaikanlage zu bauen. TISO, das Akronym von "Ticino Solare", hatte eine Leistung von 10 Kilowattstunden und bestand aus 288 Zellmodulen aus monokristallinem Silizium. "Das war keine Weltneuheit, da es in den Vereinigten Staaten bereits mehrere PV-Projekte gab. Doch in Europa war es ein Novum“, erklärt Mauro Caccivio, Leiter eines Teams, das sich an der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) mit der Qualität von PV-Systemen befasst. 2017 wurde die Anlage vom Dach der Aula Magna abgebaut und ins Forschungslabor gebracht, wo sie auf ihren Zustand hin untersucht wurde. "Das war ein ...

  • Der elektrische Strom

    Sa, 10 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Der kürzlich erschienene Bildband ist das Resultat des Versuchs, das Unsichtbare zu zeigen. Marc Renauds Bilder erzählen von einer Kraft, die uns heute in fast allen Lebenslagen umgibt und die wir ebenso häufig nutzen.  Täglich, stündlich, eigentlich jeden Moment, ohne dass wir uns dessen noch bewusst wären. Bis diese Kraft verschwindet - der Zug stehen bleibt, die Kassen im Supermarkt nicht mehr funktionieren und die Akkus unserer Smartphones nicht mehr laden. Dann erleben wir den Blackout, den Stromausfall. Kraft der Natur Es ist das Wasser, der Wind, die Sonne - aber nach wie vor auch fossile Brennstoffe, die diese Kraft entstehen lassen. Nicht wir Menschen haben die Elektrizität erfunden, sie war schon immer da. Aber es gelang uns erst vor einigen hundert Jahren, sie zu kontrollieren und uns so nutzbar zu machen. Auf den Bildern sieht man die Elektrizität oder deren vorausgehenden Energieträger nur selten (ein kleines Rinnsal am Ende eines Gletschers, die Blitze einer ...

  • Auf den Spuren des echten Gefangenen von Chillon

    Fr, 9 Aug 2019 14:30:00 GMT

    Das Schloss Chillon am Ufer des Genfersees ist das meistbesuchte Denkmal der Schweiz. Einen Grossteil seiner Berühmtheit verdankt es Lord Byrons Gedicht "Der Gefangene von Chillon". Das literarische Werk ist von einer realen Figur inspiriert, nämlich von François Bonivard, dessen Leben einem Roman würdig war. Wir befinden uns sozusagen in den Eingeweiden des Schlosses, in einem riesigen Keller, der von Gewölben und Säulen getragen wird. Auf einer Seite grenzt er an eine Felswand. Die Wand gegenüber besteht aus Steinblöcken mit wenigen kleinen Schlitzen dazwischen. Jenseits der Mauer beginnt die Unendlichkeit des Sees. Man kann sie nur erahnen. Es gibt nicht viel zu sehen. Einen Galgen – ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert –, um die düstere Seite des Ortes zu betonen, sowie eine beleuchtete Tafel mit einem kurzen, erklärenden Text und einem Gemälde mit zwei Personen – nichts Aufregendes. Das Schloss hat an anderen Stellen viel mehr und auf den ersten Blick viel Interessanteres zu ...

  • Wenn das Zelt ein klimatisiertes Häuschen ist

    Fr, 9 Aug 2019 12:00:00 GMT

    Es war einmal ein unbewohntes Stück Land am Ufer des Lago Maggiore. Darauf steht heute der grösste Camping der Schweiz, bewertet als einer der schönsten Europas. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Campingdorfs Campofelice in Tenero, Kanton Tessin? "In welcher Forma auch immer, Campieren ist eine Bereicherung der Seele und dient der Charakterbildung. Es gibt nur wenige befriedigendere Momente, als die Zeit, in der man sein Zelt aufschlägt und sieht, wie die Flamme vom Lagerfeuer aufsteigt, während am Horizont die goldene Sonne untergeht – auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist, bevor der Regen alles zerstört." Wer bereits einmal eine Nacht im Freien verbracht hat, teilt wohl die Gedanken von "Pippa" Middleton, welche die Schwester der britischen Prinzessin Catherine vor einigen Jahren in einem Buch zum Ausdruck brachte. Allerdings löst sich dieses romantische Bild laut Gianfranco Patelli, Direktor des "Campofelice Camping Village", langsam auf. "Heutzutage sieht man nur noch ...

  • Landsgemeinde Kloten – wo Grenzen der Demokratie gesprengt werden

    Fr, 9 Aug 2019 08:30:00 GMT

    Über 31 Millionen Passagiere im letzten Jahr: Der Flughafen Zürich Kloten ist das Tor der Schweiz zur Welt. Politisch hat die Stadt Kloten als grösste internationale Verkehrsdrehscheibe des Landes zur Urform der direkten Demokratie zurückgefunden: zur Landsgemeinde. Wie sie diese interpretiert, ist wegweisend. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch.  Ein Passagierflieger zieht an diesem Sommersamstag über den Versammlungsplatz in der Flughafengemeinde Kloten. So tief, man glaubt, ihn mit den Händen greifen zu können. Der Platz, auf dem sich um die 700 Menschen sammeln, ist mit Natursteinplatten ausgelegt, umschlossen von in die Höhe strebenden Häusern. Eine Bühne steht da, dort sitzt eine lokale Big Band und spielt Swing. An einem Stand werden spanische Süssspeisen verkauft, an einem anderen gibt es Crêpes. Die Einwohnerinnen und Einwohner kommen mit Hunden an der Leine und Kindern an der Hand – Volksfestcharakter. ...

  • Initiativen gelten als Wahlkampf-Vehikel – das ist Quatsch

    Do, 8 Aug 2019 14:30:00 GMT

    Volksinitiativen gehören bei eidgenössischen Wahlen zu den üblichen Tools der Parteien, um Wähler hinter sich zu scharen. Ihr Mobilisierungspotential ist allerdings überschaubar. Eher bringen sie den Parteien gar Fehlstarts und Rückschläge. CVP und SP versuchen derzeit, ihrem Wahlkampf 2019 mit einer eigenen Volksinitiative Schub zu verleihen. Beiden Parteien setzten auf das politisch vernachlässigte Gesundheitswesen. Da dominiert gemäss allen jüngeren Umfragen die Sorge, wie die galoppierenden Kosten in den Griff zu kriegen sind. Der Autor Claude Longchamp ist einer der renommiertesten Politikwissenschafter und -analyst der Schweiz. Er war Gründer des Forschungsinstitutes gfs.bern, dessen Direktor er bis zu seiner Pensionierung war. Er ist nach wie vor Präsident des Verwaltungsrats. Longchamp analysierte und kommentierte während 30 Jahren Abstimmungen und Wahlen am Schweizer Fernsehen SRF.  Für swissinfo und dessen Demokratieplattform #DearDemocracy schreibt Longchamp jeden ...

  • Die sichere Ernährung der Menschheit ist in Gefahr

    Do, 8 Aug 2019 12:45:00 GMT

    In einem Sonderbericht zeigt der Weltklimarat IPCC die Zusammenhänge zwischen dem fortschreitenden Klimawandel und der Landnutzung auf der Erde auf. Die Landwirtschaft und unsere Ernährung müssen sich stark verändern, warnt der Bericht. Fast zwei Drittel der festen und eisfreien Erdoberfläche werden in irgendeiner Form genutzt: Äcker, Weiden, bewirtschaftete Wälder. Und diese Nutzung hat stark zugenommen, sagt Edouard Davin, Mitautor des IPCC-Berichts und Forscher an der ETH Zürich. Fleischproduktion pro Kopf hat sich verdoppelt In den letzten 60 Jahren hat sich zum Beispiel die Fleischproduktion pro Kopf verdoppelt. Das ging nur, weil enorme Flächen an Wald abgeholzt wurden, um Platz für Weiden und Futteranbau zu schaffen. All diese Aktivitäten machen die Land- und Forstwirtschaft zu einem der grossen Treibhausgas-Produzenten: Fast ein Viertel sämtlicher Treibhausgase, die die Menschheit verursacht, stammen von diesen Branchen. Darum sei klar: Um die Klimaerwärmung wie ...

  • Wie man einen geliebten Menschen aus einer Sekte befreit

    Do, 8 Aug 2019 11:30:00 GMT

    Sind Sie besorgt, dass Ihnen ein geliebter Mensch nach dem Beitritt zu einer Sekte entgleitet? Die Schweizer Hotline Infosekta beantwortet einige Fragen unserer Leserschaft zu diesem Thema. Susanne Schaaf von Infosekta – einer Zürcher Fachstelle für Sektenfragen – ist gut gelaunt. Ein ehemaliger Kollege hat gerade ein Verfahren gegen die Zeugen Jehovas am Bezirksgericht Zürich gewonnen. Die Religionsgemeinschaft hatte dem ehemaligen Infosekta-Mitarbeiter im Jahr 2015 diffamierende Anschuldigungen vorgeworfen. Die Richter entschieden, dass die Vorwürfe zwar schwerwiegend waren, aber durch handfeste Nachforschungen gestützt wurden. "Wir sind keine Journalisten und Journalistinnen, die eine 50:50-Ausgewogenheit für beide Seiten brauchen, sondern nehmen wie eine Konsumentenschutz-Organisation eine kritische Haltung ein. Unsere Informationen müssen korrekt sein und basieren auf Sekundärliteratur, internen Dokumenten, Besuchen in Problemgruppen und Gesprächen mit Familien und ...

  • Senioren kämpfen mit zwei Volksinitiativen gegen Altersdiskriminierung

    Do, 8 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Ältere Menschen fühlen sich häufig benachteiligt und diskriminiert. Nun werden in der Schweiz zwei Volksinitiativen lanciert, um gegen Altersdiskriminierung vorzugehen. Eine dieser Initiativen forderte die Beseitigung jeglicher Benachteiligung aufgrund des Alters. Die zweite Vorlage fokussiert auf die Betreuung im Alter und deren Kostendeckung. Im Artikel zur Rechtsgleichheit in der Bundesverfassung (Artikel 8) heisst es, dass "niemand wegen seines Alters diskriminiert werden darf". Im Alltag bleibt dieses Gebot allerdings häufig ein toter Buchstabe, da weder Anwendungsgesetze noch Sanktionen existieren. OECD empfiehlt Massnahmen Bereits in einem Bericht aus dem Jahr 2014 hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Schweiz darauf hingewiesen, sie sollte "Gesetze oder Richtlinien gegen die Altersdiskriminierung verabschieden, wie in den meisten OECD-Ländern bereits geschehen". Die OECD hatte die Situation von über 55-Jährigen auf dem ...

  • Warum die Mafia die Schweiz liebt

    Mi, 7 Aug 2019 11:30:00 GMT

    Die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta operiert seit Jahrzehnten in der Schweiz. Trotz guter Zusammenarbeit mit Italien sei das Schweizer Justizsystem nicht an die kriminelle Realität im eigenen Land angepasst.  Das sagt der italienische Richter und Essayist Nicola Gratteri im Interview. Nicola Gratteri war am italienischen Literaturfestival Una Torre di Libri im Piemont als Gast eingeladen. swissinfo.ch nutzte diese Gelegenheit, um mit dem Staatsanwalt aus der süditalienischen Provinz Catanzaro über die Präsenz der von dort aus operierenden 'Ndrangheta in der Schweiz zu sprechen. swissinfo.ch: Die 'Ndrangheta operiert schon seit einiger Zeit in der Schweiz. Wann und wie hat sie sich hier eingenistet? Nicola Gratteri: Seit mindestens Ende der 1980er-Jahre gibt es Spuren der 'Ndrangheta in der Schweiz. Nach einer Fehde in Monticella, einem kleinen Dorf in der Provinz Reggio Calabria, zog eine 'Ndrangheta-Familie in die Schweiz und liess sich in der Region Neuenburg nieder.

  • Künstlerisch und populär: Neue Direktorin bringt Locarno zurück zu den Wurzeln

    Mi, 7 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Lili Hinstin markiert ihr erstes Jahr als künstlerische Leiterin des Filmfestivals Locarno mit einem der kühnsten und aufregendsten Programme seit Jahren. Das Festival beginnt heute (Mittwoch). Getreu seiner langjährigen Tradition als sorgfältig kuratiertes Schaufenster nicht nur für europäische, sondern auch für periphere Werke (Filme, die ausserhalb der europäischen Achse gedreht wurden), verspricht das diesjährige Festival einige Überraschungen und Veränderungen: Junge Filmemacher und experimentelle Werke erfahrener Regisseure nehmen einen prominenten Platz ein, ohne den Geschmack des grossen Publikums ausser Acht zu lassen. Für die Hauptbühne mit den Open-Air-Abendvorstellungen auf der Piazza Grande mit ihren bis zu 8000 Sitzplätzen hatte Hinstin den Mut, dem Trend zu widerstehen, "Wohlfühl"-Filme ins Programm zu nehmen, die sich an ein breiteres Publikum wenden.  Einige Veränderungen Sie stellte sich der Herausforderung, qualitativ hochstehende Filme zu präsentieren, die ...

  • Der (nicht ganz) richtige Zeitpunkt der Anschuldigungen gegen die UNRWA

    Di, 6 Aug 2019 13:30:00 GMT

    Ein interner Bericht wirft ein äusserst schlechtes Licht auf das ethische Verhalten von Spitzenbeamten der UNO-Agentur für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) – darunter auch Schweizer. Der Zeitpunkt des Berichts wirft politische Fragen über die Zukunft der israelisch-palästinensischen Beziehungen auf. Der Bericht ging im Dezember letzten Jahres an den UNO-Generalsekretär, wurde aber erst jüngst öffentlich gemacht. Er zitiert "glaubwürdige und erhärtete Berichte", wonach Mitglieder eines "inneren Kreises" der UNRWA-Spitze, darunter der Schweizer Generalkommissar Pierre Krähenbühl, "sexuelles Fehlverhalten, Vetternwirtschaft, Vergeltung, Diskriminierung und andere Amtsmissbräuche zur persönlichen Bereicherung, zur Unterbindung legitimer abweichender Meinungen und zur anderweitigen Erlangung ihrer persönlichen Ziele" begangen haben sollen. Während sich der Ethikbericht nur mit internen Abläufen der Organisation befasst, steht ausser Frage, dass man hier das Politische nicht vom Ethischen ...

  • Warum Schweizer KMU im Osten Deutschlands investieren

    Di, 6 Aug 2019 11:30:00 GMT

    Schweizer Unternehmen gehören im Osten Deutschlands zu den wichtigsten Investoren. In Thüringen führen sie die Liste ausländischer Unternehmen an. Derzeit baut Swissplast, eine kleine mittelständische Unternehmung aus Sargans im Kanton St. Gallen, eine neue Fertigungsstätte im thüringischen Gotha. Fördermittel und die niedrigen Grundstückspreise gaben den Ausschlag für seine Entscheidung, erzählt Inhaber Barac Bieri. Swissplast produziert hochwertige Kunststoffteile, von kleinen Komponenten für Heizungskörper bis hin zu grossen Verschalungen und kompletten Nasszellen für Wohnmobile. Die Firma wächst rasant und musste expandieren. Doch in der Schweiz sind Gewerbeflächen rar und zehn bis zwanzig Mal so teuer wie in Thüringen, sagt der Unternehmer Bieri.  Zugleich rückt Swissplast durch die neue Fabrik näher an seine Kunden: Über 90% von ihnen haben ihren Sitz in Deutschland. Neue Kunden im Norden sind von Gotha aus schneller und kostengünstiger zu erreichen als aus der Schweiz. ...

  • Warum die Renten der Alten die Mieten für Junge unerschwinglich machen

    Di, 6 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Schweizer Pensionskassen investieren unter Anlagedruck wie verrückt in Immobilien, weil diese als sicher und rentabel gelten. Das verteuert den Wohnraum. In der Schweiz, Deutschland und Österreich wehren sich verzweifelte Einwohner mit Volksbegehren. Der Boden im Schweizer Mittelland ist knapp. Wohnungen und Häuser sind teuer, vor allem in den Städten. Die junge Generation kann sich ohne Unterstützung der Eltern kaum ein Eigenheim leisten. Auch die Mieten in den Zentren sind für viele unerschwinglich, so dass Ärmere in die Agglomerationen gedrängt werden. Man spricht von Gentrifizierung. Gentrifizierung Seit der Jahrtausendwende gibt es in der Schweiz eine Rückwanderungsbewegung der Mittel- und Oberschicht aus den privilegierten Vororten in die Innenstädte. Dadurch werden ärmere Schichten aus den Stadtvierteln verdrängt, was als Gentrifizierung bezeichnet wird. Als Ursache ausgemacht wird das gesteigerte Interesse an einem urbanen Leben. Der Begriff Gentrifizierung entstand ...

  • Nicht alle sind Greta-Fans

    Di, 6 Aug 2019 11:27:00 GMT

    Die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg ist für Viele eine Heldin. Doch kritische Stimmen nehmen weltweit an Fahrt auf. Auch in der Schweiz, wo Thunberg diese Woche am "SMILE for Future"- Gipfel teilnimmt, hat sie politische Gegner. Für die rund 450 Jugendlichen, die mit dem Zug nach Lausanne gefahren sind, wird die aktuelle Woche eine glorreiche: Fünf Tage lang werden sie, aus 37 Ländern kommend, zusammen mit ihrer grossen Umwelt-Ikone Greta Thunberg neue Ideen aushecken, welche die Welt verändern sollen.  Der Klimagipfel "SMILE for Future" gilt als europäisches Strategietreffen der Bewegung "Fridays for Future". Heute beginnt der Gipfel an der Universität Lausanne – man habe keine dreissig Sekunden gezögert, die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, sagte Nouria Hernandez, Direktorin der Uni Lausanne, am Montag zu Beginn der Veranstaltungswoche. So klar hinter Thunberg und der Klima-Bewegung stehen jedoch in der Schweiz nicht alle. So sehr Menschen in der Schweiz ...

  • Sie hat die digitale Jugend im Blick

    Mo, 5 Aug 2019 14:30:00 GMT

    Sandra Cortesi ging einst für acht Monate an die Harvard University. Heute, bald zehn Jahre später, ist sie noch immer dort. Weltweit setzt sie sich dafür ein, dass Jugendliche von digitalen Medien profitieren. Sie ist die vierte Digitalpionierin, die wir in unserer Serie "Swiss Digital Pioneers" porträtieren. Ihr Zuhause liegt in Gehdistanz zum Campus der Harvard University bei Boston. Ein Auto hat sie nicht. Aber Sandra Cortesi steigt in Flugzeuge wie andere ins Tram. Sie ist regelmässig beruflich in Südamerika, in Asien, in Europa. Ihre Arbeit als Expertin für Jugend und Internet ist global gefragt. Für das Berkman Klein Center for Internet & Society hat sie verschiedene globale Initiativen entwickelt und baut Brücken zu UNICEF. Neuerdings sitzt sie auch im Beirat des Swiss Media Forum. Als wir neulich beide am Menschenrechtsforum zu digitalen Kompetenzen referieren, versuchen wir, einen Lunch-Termin zu vereinbaren. Ich zücke meine schwarze Moleskine-Papieragenda. Sie blickt ...

  • Sommerspaziergang durch das Berner Botschaftsviertel

    Mo, 5 Aug 2019 12:00:00 GMT

    In Bern befinden sich 90 ausländische Botschaften und ein Konsulat. Auch Vertretungen von mehr oder weniger anerkannten Autonomiegebieten wie Palästina und Kurdistan haben sich in der Schweizer Bundeshauptstadt niedergelassen. Einige der Gebäude sind eine regelrechte Augenweide, andere weniger, ihr Auftritt ist pompös oder eher schlicht, sie finden sich mitten in der Altstadt oder hinter hohen Zäunen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle eine Geschichte zu erzählen haben. Wir nehmen Sie mit auf einen Spaziergang durch Berns Diplomaten-Viertel und stellen Ihnen zehn Adressen vor. Dabei handelt es sich um eine persönliche Auswahl des Redaktionsteams auf der Suche nach interessanten Geschichten und augenfälligen Bauten. Liste mit den ausländischen Vertretungen in der Schweiz (Quelle: EDA)

  • Schweizer Architekt propagiert kleine Häuser wie in China

    Mo, 5 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Auf seinen China-Reisen Ende der 1980-er Jahre faszinierten den Schweizer Architekten Donat Kamber die lokalen Häuser mit ihrer Betonung der Senkrechten. Später in der Schweiz baute er nach deren Vorbild vier Einfamilienhäuser. Doch der Trend ging in der Schweiz in eine andere Richtung. 1985 öffnete China die Grenzen für Individualreisende aus dem Westen. Der Architekt und Hobby-Fotograf Donat Kamber war einer der ersten Schweizer, der diese Gelegenheit nutzte.  Zwischen 1988 und 1993 reiste er mehrere Male für mehrere Monate in verschiedene Gegenden Chinas, unter anderem ins Grenzgebiet zu Laos und Myanmar, ins Hochland des Himalayas, in die innere Mongolei, nach Hainan Dao im südchinesischen Meer und ins Tarimbecken. Nicht nur hielt er das Leben der Bevölkerung fotografisch fest, als Architekt war er auch interessiert daran, wie die Menschen ihre Häuser bauten. Damals waren chinesische Häuser klein und in die Höhe gebaut. "In China denken die Menschen – zumindest war es ...

  • Frauen laufen gegen Belästigung auf der Strasse

    So, 4 Aug 2019 09:00:00 GMT

    Was einst als heftiges Flirten durchgehen konnte, ist für junge Frauen heute nicht mehr akzeptabel. In Genf führten zwei laufbegeisterte Studentinnen eine Aktion durch, um gegen sexistische Kommentare vorzugehen und den öffentlichen Raum zurückzugewinnen. Ein Konzept aus Frankreich, das auch in der Schweiz Fuss fassen könnte. Drei Gleichstellungs-Projekte Im Fahrwasser der #MeToo-Bewegung und des Frauenstreiks vom 14. Juni vervielfachen sich in der Schweiz die Initiativen für die Gleichstellung von Frauen und Männern. swissinfo.ch widmet drei verschiedenen Aktionen in verschiedenen Bereichen je einen Artikel. Nächstes Thema wird die "Tampon-Steuer" sein. Sie haben genug von sexistischen Bemerkungen, genug davon, dass ihnen nachgepfiffen oder gehupt wird, wenn sie vorbeigehen. Und sie haben genug davon, bei ihrem Lauftraining bestimmte Orte meiden zu müssen. Clémence Gallopin, 22, und Juliette Radi, 25, haben beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Damit sie ihr ...

Entdecken Sie die Schweiz

Sommer 18

 

Strategische Partner

 

Werbung

My Swiss PhoneGazzetta SvizzeraSchweizer Revue: zur Online-Ausgabe wechseln