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Leserbriefe

04.11.2015

Ich schäme mich

Seit 26 Jahren lebe ich in Deutschland und werde als Schweizerin immer mit Freude angenommen. Heute, am 21. September 2015, schäme ich mich zutiefst, Schweizerin zu sein. Ein Dorf in Kanton Aargau soll acht (!) Flüchtlinge aufnehmen und zahlt lieber 20 000 Franken! Arme reiche Schweiz.

R.G., Erkrath, Deutschland

Tönt vielleicht gebildet

Ansonsten schreibe oder rüge ich kaum Kommentare in Zeitungen. Doch diesmal ist der Dampftopf kochend: «POINTIERTER, SALOPP, DIFFAMIERT, KONKORDANZ, KONKORDANZDEMOKRATIE, KONSENSES etc.» tönt vielleicht gebildet? Meine Mutter würde sich im Grabe umdrehen, falls sie diese Verunedelung der (schweizer-)deutschen Sprache erfassen könnte – und das formuliert von der Chefredaktorin einer gern und weltweit gelesenen Schweizer Zeitung. En liebe Gruess.

René Graf, Maple Bay BC, Kanada

Schlecht vertreten

Wir Auslandschweizer werden generell schlecht geschützt und vertreten. Was man da so von Politik und Verwaltung hört, sind nur hohle Worte. Man spürt den Widerwillen, Auslandschweizer als 100-prozentige Schweizer Bürger ernst zu nehmen (auch auf vielen Konsulaten und Botschaften). Wir sind halt nicht alles Milliardäre mit Wohnsitz in den USA. Schon lange Zeit finden Auslandschweizer von keiner Partei die verdiente Aufmerksamkeit und werden hundsmiserabel vertreten. Die Auslandschweizerkommission ist zudem ein Tummelplatz von Null-Nummern und Taugenichtsen; ohne Ziel, ohne konkreten Auftrag, ohne jegliche Effizienz.

Wave Dancer, argonaut51@hotmail.com

Wir sind Auslandschweizer

«Schattenschlacht und Gegenwartsdeutung» von Georg Kohler, emeritierter Professor, ist eine kluge und wertungsfreie kurze Abhandlung über das Dilemma der Inlandschweizer in der Gegenwart. Sie hat jedoch wenig mit den Auslandschweizern – mich eingeschlossen – gemein, welche die sogenannte fünfte Kolonne darstellen. Denn wir haben gar keine Identität. Wir sind Auslandschweizer und werden seit jeher so behandelt, insbesondere wenn man Amerikaschweizer oder Schweizamerikaner ist. Sollten wir eines Tages der 27. Kanton werden, sind wir ebenfalls geteilt, und zwar in mindestens fünf Teile: die EG-Schweizer, die Schweizamerikaner (die Amerikaschweizer, die momentan von unseren Banken am schlechtesten behandelt werden – danken können wir dafür natürlich den Amerikanern!), die Common-Wealth-Schweizer, die Südamerikaschweizer und, der Kürze halber, die «Rest-der-Welt»-Schweizer. Was die Schweiz angeht, sind wir oft älteren Leute grösstenteils Heimweh-Schweizer, die vielleicht auf der Suche nach einem Bankkonto sind, damit sie eine Schweizer Tasse Kaffee kaufen können.

Robert Enggist, Hamilton, New Jersey, USA

Unseren Senf dazugeben

Also ich finde die Forderungen vieler Auslandschweizer bezüglich politischer Vertretung und eigenem Wahlkreis einfach nur frech. Es war unsere Entscheidung, unsere Heimat zu verlassen!!! Ich finde es äusserst grosszügig und sozial, dass wir immer noch abstimmen – unseren Senf dazugeben – können, obwohl wir nicht mehr in der Schweiz leben und letztlich unser Alltag kaum von den Abstimmungsergebnissen beeinflusst wird (ausser es geht direkt um Auslandsfragen). Ich bin ganz klar gegen einen speziellen Auslandschweizer-Wahlkreis. Würde auch nie einem Auslandschweizer meine Stimme geben. Wer in der Schweizer Politik aktiv mitmischen will, soll gefälligst auch wieder dort Wohnsitz nehmen. In meinen Augen ist es ein Privileg, dass wir überhaupft wählen und stimmen dürfen, ein Privileg, das längst nicht jedes Land seinen im Ausland wohnenden Bürgern einräumt.

Susanne Boss, s-boss@online.no

Ein Rechtsrutsch, bitte!

Es ist höchste Zeit, dass sich die Schweizer auf ihre 724-jährige selbstständige Unabhängigkeit besinnen. Dem Parlament täte es gut – anstatt sich in unklaren Floskeln (mit Ausnahme der gradlinigen SVP) immer noch auf die EU zuzubewegen – die teure Zeit für Besseres zu nutzen, nämlich für die Schweiz und ihre Schweizer. So wie es nur die SVP tut! Also Parlamentarier und Bundesräte des übrigen Parteiensalats in der Schweiz, macht einen kräftigen Rechtsrutsch Richtung SVP. Das Schweizer Volk wird es euch danken. Dieses Europa ist eh eine korrupte Union, die Steuergelder nicht hütet, sondern verschleudert. Siehe Griechenland und siehe auch nach dem leider immer korrupteren sozialistisch-kommunistischen «Podemos»- Spanien. Andalusien ist das beste Negativbeispiel.

Daniel Oppliger, danieleufemia@gmail.com

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