Andreas Brunner, Japan

Andreas Brunner, Japan

 

Wie verbunden fühlen Sie sich der Schweiz?

Wir fühlen uns mit der Schweiz ausserordentlich verbunden. Täglich schauen wir über Join.tv Sendungen von SRF an, so wie zum Beispiel 10vor10, die Arena und weitere mehr und wir beteiligen uns an jeder für uns Auslandschweizer möglichen kantonalen und eidgenössischen Abstimmung.

 

Wann waren Sie das letzte Mal wirklich stolz auf die Schweiz oder haben sich für die Schweiz geschämt?

Stolz sind wir, wenn Schweizer Sportler und Sportlerinnen, wie Federer und auch die Damen Ice-Hockey Mannschaft Fairplay demonstrieren und in die Welt hinaus tragen, oder wenn Schweizer Qualitätsarbeit im Ausland gut ankommt. Geschämt für die Schweiz habe ich mich noch nie, jedoch schon mal etwas unwohl gefühlt, wenn über Skandale in Zusammenhang mit unseren Banken berichtet wird.

  

Wie wird die Schweiz im Ausland, in Ihrem Gastland wahrgenommen?

Die Schweiz wird in Japan ausserordentlich geschätzt, das war so bei meinem ersten Aufenthalt im Jahr 1972 und es ist heute noch genau so. Wann immer ich auf entsprechende Fragen erwähne, dass ich aus der Schweiz komme, erzeugt es bei Japanern stets ein hocherfreutes Raunen, oh, ah und jedes allenfalls vorhandene Eis ist umgehend gebrochen.

 

Was bringen der Schweiz die bilateralen Verträge und Abkommen?

Jedes bilaterale Abkommen ist erstrebenswert, weil es auch eine Willensbekundung ist, mit dem anderen eine einvernehmliche Zusammenarbeit eingehen zu wollen.

 

Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie in diesem Zusammenhang gemacht?

Japan hat mit der Schweiz seit 2009 ein bilaterales Freihandelsabkommen, was von beiden Seiten sehr geschätzt und auch weiter ausgebaut wird. Freundschaftliche Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und Japan bestehen jedoch bereits seit 1864. Negative Aspekte sind mir nicht bekannt, im Bereich Landwirtschaft allerdings, sind noch Verbesserungen möglich.

 

Wie werden diese bilateralen Verträge und Abkommen in Ihrem Gastland gesehen?

Der rege Austausch von Waren aller Art zeigt, dass mit meinem Gastland bilaterale Verträge für beide Seiten sehr nützlich sind, denn sie helfen vorgängig komplizierte Prozesse in der administrativen Abwicklung zu vereinfachen.

 

Was bringt der Schweiz die Personenfreizügigkeit?

Sofern bei sich verändernden Lagen Mechanismen bestehen, die zum eingreifen vorgesehen sind, ist Freizügigkeit an sich eher positiv zu bewerten, denn neue Menschen aus anderen Kulturen bereichern eine Nation in vielen Belangen, beidseitiger Wertschätzung natürlich vorausgesetzt, sonst scheitert die Freizügigkeit.

 

Was könnte hier besser gelöst werden?

Mehr Offenheit für neue Ideen, etwas weniger aus Prinzip gegen etwas zu sein, Fremde auch als Bereicherung und nicht nur als etwas Ablehnendes zu betrachten.

 

Nehmen Sie persönlich diese Freiheit in Anspruch?

Nein, Japan kennt die Freizügigkeit wie praktisch alle Staaten ausserhalb Europas nicht.

 

Welche Vorteile bietet Ihrer Meinung nach eine Doppelbürgerschaft?

Keine grossartigen Vorteile und obwohl ich selber kein Doppelbürger bin, denke ich, dass es möglich sein sollte.

 

 

 

Vom 10.-12. August 2018 findet in Visp der 96. Auslandschweizer-Kongress zum Thema «Die Schweiz ohne Europa – Europa ohne die Schweiz» statt. Aus diesem Anlass präsentiert die Auslandschweizer-Organisation Porträts von Auslandschweizern verbunden mit dem Kongressthema, um dabei mehr über ihre Eindrücke vom Leben als Schweizer im Ausland und ihre Sicht der internationalen Zusammenarbeit ihres Herkunfts- und Wohnlandes zu erfahren.

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