Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Fotografische Reise in die Weiten des Innern

    Sat, 24 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Die Fotografen Nico Krebs und Taiyo Onorato arbeiten seit mehr als zwölf Jahren zusammen. Im April 2013 setzten sie sich in einen alten Landcruiser und fuhren los in Richtung Osten. Die ungefähre Reiseroute und einige Stationen unterwegs hatten sie im Kopf, das Ziel der Reise war: Ulaanbataar, die Hauptstadt der Mongolei. Eine richtige Expeditionsreise: ein Aufbruch ins mystische Reich des Ostens, Eurasien, Zentralasien, die Ausläufer des Himalajas, die Wälder Sibiriens, die Stan-Republiken, die gigantische Weite der ehemaligen Sowjetunion. Ein halber Kontinent, eine Landmasse, von der sich nur wenige Bilder in unseren Köpfen festgesetzt haben. Die besuchten Länder und Regionen, befinden sich zudem im Wandel, zwischen Seidenstrasse, post-kommunistischer Standortbestimmung und religiösen, territorialen, ethnischen Wirren und dem dringenden Wunsch nach Anschluss an den globalen Kapitalismus – diese Suche nach Identität ist spürbar und widerspiegelt sich in Continental Drift. Beim ...

  • Schweizer Pensionskasse rettet Berliner Traum

    Sat, 24 Jun 2017 07:00:00 GMT

    Berlin widersetzt sich der Gentrifizierung. Zumindest an einigen Orten. Mit Hilfe der Schweizer Pensionskasse Abendrot erfüllt sich eine alternative Genossenschaft den Traum vom anderen Leben in bester Lage am Flussufer. Abendrot wiederum sieht eine solide Anlage. Noch vor einigen Jahren reihten sich am Flussufer unweit von Ostbahnhof und Alexanderplatz einige von Berlins bekanntesten Spreebars aneinander. Sie hatten einfach auf brachem Gelände Bretterbuden-Bars und Liegestühle aufgestellt und wurden bald zum Aushängeschild der Berliner Partykultur. Doch dann kamen die Investoren mit ihren Plänen für lukrative Wohnkomplexe am Fluss, und die Party hatte vielerorts ein Ende.  Auch die weit über Berlin für ihre Partys bekannte provisorische Bar25, eine Mischung zwischen Strandbar und Technoclub, sollte einem Neubau weichen. Das Grundstück gehörte der stadteigenen Berliner Stadtreinigung BSR, und diese bot es per Ausschreibung zum Verkauf an. "Wir hatten damals die Alternative, ...

  • "AHV-Schmarotzer im Ausland" im Visier

    Fri, 23 Jun 2017 11:55:00 GMT

    Die Diskussion über die Zukunft der Renten hat die Pensionäre im Ausland erreicht. Ein Vorschlag von FDP-Präsidentin Petra Gössi, ausgerechnet dort zu sparen, sorgt für Empörung.   Die Grosswetterlage über dem Schweizer Rentensystem hat sich verändert, seit klar ist, dass die AHV reformiert werden muss. Immer mehr Ältere erhalten eine Rente aus dem Topf der AHV, während immer weniger Junge in diese Rentenkasse einzahlen. Wird nichts gemacht, schlittert das System ins Minus. Nun hat Petra Gössi, Chefin der Freisinnig Demokratischen Partei, eine Idee präsentiert. Sie soll helfen, die Balance wiederherzustellen. Im Visier hat Gössi die Renten, die ins Ausland gehen – zum grössten Teil an Fremdarbeiter, die ihr Arbeitsleben in der Schweiz verbracht haben und für den Ruhestand zurück in ihre Heimat kehrten, nach Italien hauptsächlich (234'500 Renten), Spanien oder Portugal. "Die im Ausland liegen uns auf der Tasche" Unter Gössis Sparvorschlag fallen aber auch die Auslandschweizer.

  • Nicht Rose, sondern Rhododendron

    Fri, 23 Jun 2017 13:00:00 GMT

    Der Schweizer Sänger Polo Hofer machte sie unsterblich: Die Alpenrose. Sie wächst oberhalb der Baumgrenze in den Alpen und im Jura. Der immergrüne Busch ist botanisch gesehen gar keine Rose, sondern ein Rhododendron, der bis zu einem Meter hochwächst. Er blüht von Juni bis August. Seine Blätter haben rostige Flecken auf der Unterseite, daher kommt der lateinische Name "Rhododendron ferrugineum". Die seltenere Bewimperte Alpenrose ("Rhododendron hirsutum") ist struppig und wächst in höheren Lagen, häufig zwischen Kalksteinfelsen und in Wäldern. Sie blüht von Mai bis Juli. Während auf Bergwiesen das Pflücken von Edelweiss und Enzian verboten ist, sind Alpenrosen genügend zahlreich und robust, um gepflückt zu werden. Die Blüten und Blätter sowie Samenhülsen sind allerdings ziemlich giftig. Pop-Kultur Der Schweizer Sänger Polo Hofer landete 1985 mit seinem Song "Alperose" einen Hit. Das auf Berner Mundart gesungene Lied handelt von einer romantischen Sommernacht auf der ...

  • Wo ein Imam die Seelen muslimischer Häftlinge pflegt

    Fri, 23 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Es gibt religiös verblendete Terroristen, die im Gefängnis radikalisiert wurden. Um solches zu verhindern, setzen die Behörden mitunter muslimische Seelsorger ein. Im Regionalgefängnis Bern pflegt ein Imam die Seelen muslimischer Gefangener seit 24 Jahren, lange bevor der islamistische Terror für Angst und Schrecken sorgte. Ein Augenschein. Ob Gefangenen, Gefängnispersonal oder Besuchern – Monika Kummer, begegnet ihnen allen mit einem netten Wort oder Lächeln. Die freundliche Stimmung der Direktorin trägt zur Entspannung im Regionalgefängnis Bern bei. Respekt ist ein Leitmotiv für die fast 60 Mitarbeitenden, obwohl sie auch mit Leuten zu tun haben, mit denen nicht zu spassen ist. 126 Haftplätze hat das Gefängnis im Zentrum der Bundesstadt. Derzeit sind alle belegt. Die meisten Gefangenen befinden sich in Untersuchungshaft, im Strafvollzug oder in Ausschaffungshaft. Im ersten Stockwerk die Frauen, im zweiten bis fünften die Männer. Auch Personen mit terroristischen Delikten sind ...

  • Das "etwas andere" Älplerfest

    Thu, 22 Jun 2017 14:00:00 GMT

    Aymann, ein syrischer Flüchtling, dreht seinen Gegner flink ins Sägemehl. Dieser kann sich aber im letzten Moment auf den Bauch drehen und so die Niederlage verhindern. Angefeuert durch die Zuschauer, versucht Aymann am Boden, den Gegner auf den Rücken zu drehen, schafft es aber nicht. Beide müssen lachen. Sie stehen auf und nehmen den Kampf erneut auf. Die Schweizer Art des Ringens, das Schwingen im Sägemehlring, ist nur eine der Traditionen, die das kirchliche Hilfswerk HEKS in der Schweiz lebenden Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea oder Sri Lanka näherbringen will. Dabei versuchen Profis und Persönlichkeiten, Flüchtlinge für Traditionen wie Schwingen, Alphornspielen oder Jodeln zu begeistern. Der Höhepunkt dieser Kampagne fand am 17. Juni, dem nationalen Flüchtlingstag, statt: An einem "traditionellen" Älplerfest vor dem Berner Bahnhof jodelten Einheimische und Flüchtlinge zusammen, schwangen Fahnen, spielten das traditionelle Kartenspiel "Jass" und bliesen ins Alphorn.

  • Warum man in der Schweiz lange ein Ausländer bleibt

    Thu, 22 Jun 2017 11:34:00 GMT

    Die Schweiz hat eine der höchsten Ausländerquoten der Welt. Etwa 40 Prozent von ihnen wurden in der Schweiz geboren oder leben bereits seit über 20 Jahren hier. Doch warum ist diese Quote so hoch? Ein Drittel aller Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz haben ausländische Wurzeln. Dazu gehören Menschen, die in die Schweiz eingewandert sind oder deren Eltern bereits hierhin zogen. Ein genauerer Blick auf die Nationalitäten der Bewohner zeigt, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung nicht schweizerischer Staatsbürgerschaft ist – eine der höchsten Quoten weltweit. Über ein Drittel dieser Ausländerinnen und Ausländer wurden in der Schweiz geboren oder leben seit mehr als zwei Jahrzehnten hier. Die folgende Grafik zeigt die Wohnsitzdauer nach Nationalität. Über 60% der Ausländerinnen und Ausländer aus folgenden Ländern wurden in der Schweiz geboren oder zogen vor mehr als 20 Jahren hierher: aus Italien, der Türkei und den ehemaligen jugoslawischen Staaten Kroatien, Bosnien und ...

  • Crash mit Passagierjet – "nur eine Frage der Zeit"

    Thu, 22 Jun 2017 09:05:00 GMT

    Angesichts eines schönen Sommers erwarten die Verkäufer von Drohnen in der Schweiz höhere Umsätze. Da deren Bedienung immer einfacher wird, stellen sich immer mehr gesellschaftliche und sicherheitsrelevante Fragen. Doch die Gesetzgebung hinkt der Entwicklung hinterher. "Sonnig und trocken bedeutet mehr Umsatz", sagte Alex Hämmerli, Sprecher des grössten Schweizer Onlinehändlers Digitec Galaxus, kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. 80 Prozent der Käufer von Drohnen seien Männer. "2016 sind die Drohnen-Verkäufe um knapp 90 Prozent gewachsen", präzisierte Hämmerli. Bereits zähle die Schweiz einige Hunderttausend Drohnen, schätzt Antonello Laveglia, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL). Im Gegensatz zu bisherigen Modellflugzeugen ist zur Steuerung einer Drohne sehr wenig Fachwissen nötig, denn Sensoren stabilisieren die Flugbewegungen, weichen bestimmten Hindernissen aus und fliegen, wenn gewünscht, sogar automatisch eine programmierte Flugroute ab. Und vor ...

  • Macron holt seine Renten-Ideen bei einem Schweizer

    Wed, 21 Jun 2017 14:28:00 GMT

    ​​​​​​​ Der Forscher Antoine Bozio verteidigt die Idee eines Rentensystems nach Punkten. Diese hat auch der neue französische Präsident Emmanuel Macron aufgegriffen. Die Arbeit des Spezialisten für staatliche Politik, der ursprünglich aus Genf stammt, erhält in Frankreich immer grössere Beachtung. Wir treffen ihn in seinem Büro des brandneuen Campus der Paris School of Economics, im Süden der Stadt. Die Sonne scheint auf den grossen Garten, in dem einige Studierende am Lesen sind. Antoine Bozio lächelt. Seine Arbeit wurde mit dem Preis für den besten jungen Ökonomen 2017 ausgezeichnet. Ein Preis, der in Frankreich zu viel Sichtbarkeit führt. "Dass man die Zunahme der Lebenserwartung in Betracht zieht, sichert das finanzielle Gleichgewicht langfristig und verhindert andauernde Reformen." Antoine Bozio, Ökonom Wenn man mit dem Direktor des "Institut des politiques publiques" (Institut für staatliche Politik, IPP) spricht, geht es oft auch um seine Vorliebe, die Reform des ...

  • "Ich kann mir die Schweiz nicht mehr leisten"

    Wed, 21 Jun 2017 12:45:00 GMT

    Für viele Auslandschweizer sind Besuche in der Schweiz kaum mehr erschwinglich. Grund dafür: das hohe Preisniveau und der starke Franken. So zumindest lautet das Fazit aus Dutzenden Kommentaren in den sozialen Medien zu einem Artikel über die Tourismus-Krise in der Schweiz. Der swissinfo.ch-Artikel zur Schweizer Tourismus-Krise hat auf Facebook einen regelrechten Sturm an Kommentaren ausgelöst. Als Hauptgrund für das Fernbleiben der Touristen nennen die meisten die exorbitanten Preise. Auch Auslandschweizer klagen, sie könnten sich einen Aufenthalt in ihrer alten Heimat nicht mehr leisten.  J.H.: "Ich als Auslandschweizerin könnte mir Urlaub in der Heimat niemals erlauben, wenn ich nicht meinen Papa vor Ort hätte. Die restliche Familie könnte uns wohl auch nicht 'durchbringen', wenn der Papa irgendwann nicht mehr da ist. Ich finde das sehr schade, zumal ich den Bezug zur Schweiz immer mehr verliere, und meine Kinder dann irgendwann natürlich auch." H.U.: "Die Schweiz ist einfach ...

  • Grosse Lohnschere zwischen Management und Angestellten

    Wed, 21 Jun 2017 12:13:00 GMT

    Wenn Severin Schwan eine Stunde lang arbeitet, verdient der Roche-CEO nicht nur das Hundertfache dessen, was einer seiner am tiefsten bezahlten Mitarbeiter verdient. Genauer: Er erhält für jeden Franken, den letzterer auf dem Lohnkonto hat, 266 Franken. Gemäss Geschäftsbericht des Pharmariesen Roche für 2016 macht dies insgesamt für CEO Severin Schwan 11'642'456 Schweizer Franken pro Jahr. Deutlich schlechter kommt der tiefst bezahlte Roche-Mitarbeiter weg: Mit jährlich 43'776 Franken lebt es sich deutlich bescheidener. Roche führt die Rangliste jener Schweizer Firmen an, welche die grössten Unterschiede zwischen den tiefsten und den höchsten Löhnen innerhalb eines Unternehmens aufweisen. Zu diesem Schluss kommt die neueste "Lohnschere"-Studie der Gewerkschaft Unia, die 40 mehrheitlich börsenkotierte Schweizer Unternehmen untersucht hat. Davon sind 15 im bedeutendsten Aktienindex der Schweiz, dem Swiss Market Index SMI, vertreten. Die Unternehmen mit den grössten internen ...

  • Funktioniert das Schweizer Gesundheitswesen?

    Wed, 21 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Das Schweizer Gesundheitssystem geniesst weltweit einen exzellenten Ruf. Zurzeit wird in vielen Ländern über das Gesundheitswesen und die damit verbundenen Kosten debattiert, auch in der Schweiz. swissinfo.ch ist der Frage nachgegangen, ob das Schweizer System für Leute mit moderatem und tiefem Einkommen ebenso funktioniert wie für Gutverdienende. Gemäss dem Euro-Gesundheits-Verbraucher-Index 2016 figuriert die Schweiz auf einer Liste von 35 Ländern bei allen Indikatoren auf dem zweiten Platz – nach den Niederlanden. Das Schweizer System wird als "exzellent, aber teuer" bezeichnet. Die Prämien an die privaten Krankenkassen sind der zweithäufigste Grund für Verschuldung in der Schweiz – nach den Steuern. Die Prämien steigen Jahr für Jahr – seit Langem. "Als ich einen meiner Teilzeitjobs verlor, machte die Krankenkassenprämie plötzlich 20% meines bescheidenen Gehalts aus, und ich bekam Geldprobleme", sagt François*, ein 44-jähriger Schweizer mit Universitätsabschluss, der in ...

  • Es ist besser, wenn Flüchtlinge arbeiten

    Tue, 20 Jun 2017 14:18:00 GMT

    Bildung und Arbeit als Schlüssel für eine gelungene Integration von Migranten: Diese Ansicht vertrat die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga in ihrer Rede an der dritten Nationalen Integrations-Konferenz vor 250 Politikern, Ökonomen und Sozialarbeiterinnen.  Es müsse mehr Geld in die Bildung neu eingetroffener Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener investiert werden – mit besonderem Fokus auf die Arbeitsmarkt-Integration. Ein weiterer Vorschlag, den die Konferenzteilnehmer diskutierten, waren mehr soziale Kontakte via lokale Freiwilligenprojekte. Um diesen Bedürfnissen nachzukommen, brauche es mehr Bundesgelder, erklärten die Kantone. Zurzeit erhalten die Kantone pro Asylsuchender eine einmalige Summe von 6000 Franken. Die Kantone fordern das Dreifache, nämlich 18'000 Franken pro Person. Sommaruga sieht Potential für eine bessere Integration sowie deren Vorteile: "Wer einen Job hat, braucht keine Sozialhilfe." Bis Ende Jahr wollen das Justiz- und das ...

  • Schweiz zieht positives Fazit zu Kohäsionsmilliarde

    Tue, 20 Jun 2017 14:02:00 GMT

    ​​​​​​​ Sicherheit, Wohlstand und Demokratie in der erweiterten EU fördern, lautete das Ziel der Schweizer Kohäsionsmilliarde. Nun ist die zehnjährige Umsetzungsfrist des Beitrags an jene zehn Länder abgelaufen, die seit 2004 EU-Mitglied sind. Der Bund zieht eine positive Bilanz. "In aller Regel wurden die ursprünglich definierten Projektziele erreicht", sagte Botschafter Raymund Furrer, Leiter des Bereichs wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) vor den Medien in Bern. Das SECO und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sind die für den Schweizer Erweiterungsbeitrag zuständigen Bundesämter. Stimmvolk sagte Ja Nach dem Ja des Schweizer Stimmvolkes zum Osthilfegesetz im November 2006 hatte das Parlament 2007 einen Rahmenkredit von einer Milliarde Franken zugunsten von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern - der so genannten EU-10 – bewilligt. Später ...

  • Darum ist die Abstimmung in Moutier historisch

    Tue, 20 Jun 2017 11:00:00 GMT

    Das Rezept heisst reden und abstimmen. Wieso der Urnengang um Moutier, an dem sich 3997 Stimmbürger beteiligten, historisch ist? Er beendet einen über 200-jährigen Sezessions-Konflikt ­– demokratisch. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. 1815 wars, als die Jurafrage ihren Anfang nahm: Am Wiener Kongress wurde das Gebiet des Juras vom Bistum Basel gelöst und neu dem Kanton Bern zugeschlagen. Mit einem Schlag fanden sich die Jurassier als französischsprachige, katholische und arme Minderheit von einer Berner Mehrheit dominiert, die Deutsch sprach sowie protestantisch und viel reicher war. Mit dieser Dominanz wollten sich die Jurassier aber nicht abfinden und strebten die Loslösung von Bern an. Im Verlauf der Sezessionsbemühungen schreckten die Autonomisten auch vor Gewalt-Eskalationen nicht zurück. Doch statt in einen Bürgerkrieg zu münden, wie dies bei Autonomiekämpfen etwa in Nordirland, im Baskenland oder Sri Lanka ...

  • Weniger Touristen, viele Probleme

    Tue, 20 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Die Schweizer Alpen, Seen, Dörfer und Täler haben schon immer zum Ruf des Landes als Touristenparadies beigetragen. Wieso also bleiben die Besucher aus? Eines ist sicher: Das Problem hat nichts mit dem Image der Schweiz zu tun. Das Klischee eines stabilen, idyllischen und schönen Landes bleibt bestehen, und ein Besuch in der Schweiz steht bei vielen Leuten auf der Wunschliste. Simon Anholt, Tourismus-Berater verschiedener Regierungen, hat ein System entwickelt, das die nationale Reputation misst. Er bestätigt, dass das Schweizer Ansehen weltweit nach wie vor exzellent sei: Seit zehn Jahren figuriert das Land im globalen Länder-Ranking auf dem respektablen 8. Platz. Solche Rankings sind für Schweizer Hotelbesitzer oder Winterkurorte aber ein kleiner Trost. Obwohl die Tourismuszahlen weltweit steigen, tut sich die Schweiz schwer damit, die Massen anzulocken. Gemäss der UNO-Welttourismus-Organisation (UNWTO) stagnierte die Gästezahl aus dem Ausland in der Periode 2013-2015, während ...

  • Abstimmung in Moutier, "ein schönes Beispiel gelebter Demokratie"

    Mon, 19 Jun 2017 14:43:00 GMT

    Eine Rekordbeteiligung von 90%, Jubelszenen bis spät in die Nacht, keine besonderen Vorfälle zu berichten: Das Städtchen Moutier habe am Sonntag ein echtes Demokratiefest erlebt, schätzt Dick Marty, der in den letzten Jahren an einer Lösung des wichtigsten Territorialkonflikts der Nachkriegszeit in der Schweiz gearbeitet hat. Dick Marty ist der Mann für heikle Missionen. Der ehemalige Tessiner Staatsanwalt hat sich durch seine Untersuchungen zu Geheimgefängnissen der CIA oder zum Organhandel im Kosovo international einen guten Ruf erarbeitet. Seit 2010 steht er der "Assemblée interjurassienne" (Interjurassische Versammlung, AIJ) vor, deren Ziel die Aussöhnung der Kantone Bern und Jura ist. Die AIJ sei 1994 nach ernsthaften Ereignissen und beunruhigenden Spannungen in der Region ins Leben gerufen worden, erinnert sich Marty. Sie sei deshalb etwas ganz Neues in der institutionellen und konstitutionellen Landschaft der Schweiz gewesen. Die Rolle des Tessiners ist die eines ...

  • Systemrelevante Banken sollen Auslandschweizer akzeptieren

    Mon, 19 Jun 2017 13:57:00 GMT

    Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sollen bei "Too-big-to-fail-Banken" wie der UBS oder der Crédit Suisse ein Bankkonto eröffnen können. Dies verlangt eine Motion von Filippo Lombardi, Ständerat und Vize-Präsident der Auslandschweizer-Organisation (ASO). 35 Mitglieder der kleinen Parlamentskammer haben die Motion unterschrieben. Gemäss dem christlich-demokratischen Volksvertreter sollen so genannte systemrelevante Banken dazu verpflichtet werden, Landleuten im Ausland eine Konto-Eröffnung zu ermöglichen. Dies als Gegenleistung für die Garantie des Staates, diese Banken gegebenenfalls zu retten. Lösung für altes Problem Die am Montag eingereichte Motion des Tessiner Ständerats basiert auf den wiederholten Forderungen des Auslandschweizerrates (ASR), dem "Parlament der Fünften Schweiz" und obersten Organ der ASO, es den 775'000 Auslandschweizern in aller Welt zu ermöglichen, eine Bankverbindung in der Schweiz zu vernünftigen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Am 4. Mai 2017 ...

  • Gesichter der Demokratie

    Mon, 19 Jun 2017 13:22:00 GMT

    Es sind immer Menschen, die Geschichte schreiben. Und es sind viele Menschen, wenn eine Demokratie Geschichte schreibt. Mit Moutier hat ein Ort von 7500 Seelen den Kanton gewechselt. Das ist eine kleine Verschiebung auf der Landkarte: Autokennzeichen werden angepasst, und sicher müssen ein paar Ämter ihr Briefpapier anpassen.  Im Herzen der Menschen aber ist nun endlich wahr, was in einem langen – nicht nur demokratisch – ausgefochtenen Kampf erstrebt wurde: Heimat am rechten Ort. Das zumindest gilt für die Gewinner. Und die Verlierer? "Die Demokratie hat gesprochen", sagen sie. Wer Demokratie will, muss verlieren können. Auch wenn das Resultat ganz knapp war, es ist so. Gerade in der Niederlage macht die Demokratie den Menschen zum Teil des Ganzen. Die Gewinner hingegen begegnen den Geschlagenen mit Respekt, denn sie wissen: Das nächste Mal gehören sie vielleicht wieder zur Minderheit, die auch im Recht war, aber geschlagen wurde. Im Unrecht nämlich sind immer nur die, die ...

  • "Zeitungen werden nicht überleben"

    Mon, 19 Jun 2017 11:00:00 GMT

    Qualitätsmedien haben einen schweren Stand. Immer weniger Leute sind bereit, für Informationen zu bezahlen. Im Internet, wo jede und jeder publizieren kann, ist fast alles gratis zu haben. Aber wer sagt in dieser Informations- und Propagandaflut, was gesichertes Wissen ist? Eine funktionierende Gesellschaft brauche dringend zuverlässige Orientierungspunkte, die der Markt allein nicht anbiete, sagen zwei Medienexperten. Klassische Massenmedien werden verschwinden, ist Otfried Jarren, Professor für Publizistik an der Universität Zürich (UZH) überzeugt. Wenn diese Prognose stimme, ergänzt der Journalist Casper Selg, werde eine Medien-Institution wie die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) immer wichtiger. Im jüngsten UZH-Magazin äussern sich die beiden über die Zukunft der Medien. Herr Selg, Sie waren lange Jahre Ausland-Korrespondent beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF und Redaktionsleiter der SRF-Informationssendung "Echo der Zeit". Ihr Name steht für ...

  • Kanton Bern ohne Moutier: Sprachenvielfalt erhalten!

    Mon, 19 Jun 2017 08:37:00 GMT

    Erfreute und traurige Pressestimmen nach den historischen Entscheid Moutiers, sich aus dem Kanton Bern zu verabschieden und dem Kanton Jura beizutreten. Der Tenor: Die Zweisprachigkeit des Kantons Bern sei unbedingt zu erhalten. "Adieu Moutier – comme c'est dommage", schreibt Der Bund aus Bern in seinem Kommentar. Es erklingt etwas Wehmut darin, wie auch in zahlreichen Kommentaren auf Twitter. "Das Städtchen Moutier will weg vom Kanton Bern – das ist zu akzeptieren. Der Trennungsentscheid ist der Schlusspunkt eines langwierigen Verfahrens, auf das Berner, Jurassier, ja gar alle Schweizer stolz sein können", so Der Bund. Man habe es geschafft, den gewalttätigen Jurakonflikt aus den 1970er-Jahren "im Lauf der Jahrzehnte schrittweise" zu entschärfen. "Viele andere Länder schaffen es nicht, Streitereien zwischen Sprachgruppen und Kulturräumen vernünftig zu regeln." Der Wechsel Moutiers zum Kanton Jura sei "ein Brexit a la jurassienne. Er passt zum Megatrend der Renationalisierung".

  • Ein gespaltenes Städtchen wechselt den Kanton

    Sun, 18 Jun 2017 12:58:00 GMT

    Moutier wechselt zum Kanton Jura. Damit ist die letzte Schlacht des Jura-Konflikts geschlagen. Der Kanton Bern lässt das Städtchen ziehen. Der Tweet vom Kanton Jura kam noch vor Bekanntgabe des Stimmresultats: 51,7 Prozent der Stimmbürger haben sich für einen Kantonswechsel ausgesprochen. 2067 Votanten sagten Ja und 1930 Votanten Nein zu einem Verbleib im Kanton Bern. 88 Prozent der Stimmberechtigten gingen an die Urne. Die Resultate der Abstimmung zur künftigen Kantonszugehörigkeit von Moutier liessen auf sich warten. Der Gemeinderat des bernjurassischen Städtchens hatte zunächst angekündigt, das Resultat werde um etwa 15 Uhr bekanntgegeben. Es wurde weit nach 17 Uhr. Bis dahin hatte die Berner Kantonspolizei, die mit einem grossen Sicherheitsaufgebot vor Ort war, das Dorf in zwei Teile sortiert, denn vor allem für den Fall eines "Nein" von Moutier zum Kanton Jura rechneten Beobachter mit heftigen Reaktionen des Jura-Lagers. Wohlgeplant erschien am Tag der Abstimmung das ...

  • Wird Frankreich unter Macron etwas "schweizerischer"?

    Sat, 17 Jun 2017 13:30:00 GMT

    Im neuen französischen Parlament wird eine stattliche Anzahl Abgeordneter sitzen, die nicht etablierte Berufspolitiker sind. Und in der Regierung verfolgt der neue Präsident Emmanuel Macron einen parteiübergreifenden Ansatz. Eine Revolution "nach Schweizer Art"? Jean-Marie Fievet, von Beruf Feuerwehrmann, liegt nach der ersten Runde der Parlamentswahlen im Departement Deux-Sèvres mit klarem Vorsprung auf dem ersten Platz. Kommt es nicht noch zu einer Überraschung, wird er Einsitz nehmen im Palais Bourbon, im "Allerheiligsten" der Republik. Wie Aude Amadou, eine ehemalige Profi-Handballspielerin, Michel Delpon, ein Weinhändler aus der Dordogne oder Cédric Villani, ein Mathematiker. Und möglicherweise auch die frühere Stierkämpferin Marie Sara, wenn sie als Siegerin aus dem zweiten Wahlgang hervorgeht.   "Die Politik sollte kein Beruf mehr sein. Fünf oder zehn Jahre im Verlauf eines Lebens vielleicht, aber nicht vierzig Jahre lang." Aurore Bergé, Kandidatin von "La République en ...

  • Vom Flüchtling zum Anwalt

    Sat, 17 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Seth Médiateur Tuyisabe kam im Alter von neun Jahren in die Schweiz. Jetzt ist er daran, die Prüfungen zum Anwalt abzulegen. Hier ist seine Geschichte. 1993 begann in Burundi der Bürgerkrieg. Es gab einen versuchten Mordanschlag auf Seths Vater, einen Bankangestellten. Der Vater musste fliehen. Er kam in die Schweiz, wo ihm befreundete Mitglieder einer katholischen Gemeinde Unterschlupf gewährten. In Burundi wurde dann ein enger Freund von einer Bombe getötet, der mit dem Auto von Seths Familie unterwegs war. Seth, seine Mutter und Geschwister schafften es, mit dem letzten Flug aus Burundi auszureisen. Sie flohen nach Kamerun, wo sie zwei Jahre blieben, von dort ging's weiter in die Schweiz, wo sie wieder mit Seths Vater zusammenkamen. Sie wohnten in verschiedenen Asylzentren, bevor sie sich schliesslich in Lausanne niederliessen. Zum ersten Mal in ihrem Leben sahen sie Schnee, staunten ob der vielen Busse und der öffentlichen Spielplätze. Erstaunt waren sie auch, dass die ...

  • Kunst und Politik begegnen sich an der Art Basel 2017

    Fri, 16 Jun 2017 15:08:00 GMT

    Die weltweit grösste Sammlung zeitgenössischer Kunst hat am Donnerstag die Tore fürs Publikum geöffnet. In der Ausgabe 2017 stehen politisch engagierte Werke im Vordergrund. Obwohl die Messe für zeitgenössische Kunst in erster Linie den Zweck hat, die prestigeträchtigsten Kunstgalerien mit ihren Kunden zusammen zu bringen, zieht dieses Ereignis jährlich ein breites Publikum an, das die grössten Namen in der Kunstszene bewundern kommt. Diese Ausgabe steht im Zeichen der politisch engagierten Arbeiten. Das Publikum kann unter anderen die Werke der Amerikanerin Barbara Kruger oder der Südafrikanerin Sue Williamson entdecken. Die Künstlerinnen prangern die Sklaverei und Fremdenfeindlichkeit an. Fast 100‘000 Personen besuchen jährlich diese Messe in der Stadt Basel am Rhein. An der 48. Ausgabe, die bis Sonntag geöffnet bleibt, zeigen 291 Galerien Werke von mehr als 4000 Künstlern.

  • Geld und Status? Nicht seine Welt

    Fri, 16 Jun 2017 14:07:00 GMT

    Diese Woche ist Harry Borer 89-jährig gestorben. Der langjährige Besitzer und Geschäftsführer von Rolex hat die Schweizer Uhrenmarke zu dem gemacht, was sie heute ist. In scharfem Kontrast zu allem, was Rolex verkörpert – Status, Geld und Luxus – steht Harry Borers bescheidenes Leben. Er blieb zeitlebens ein einfacher, wacher Bürger, schreibt das Bieler Tagblatt. Er steht einfach da. Still, leicht nach vorne gebeugt, den Kopf etwas gesenkt. Für aussenstehende Betrachter ist kaum lesbar, was in ihm vorgeht. Harry Borer steht auf der Bühne, und ein ganzer voller Saal klatscht ihm Beifall, entbietet ihm mit einer minutenlagen stehenden Ovation den Respekt für sein unternehmerisches Lebenswerk, aber nicht nur dafür, sondern für sein Leben und Wirken überhaupt. Es ist ein Mittwochnachmittag im März letzten Jahres, als Harry Borer einen Unternehmer-Preis für das Lebenswerk entgegennehmen kann, und der alte Mann, der sich auf der Bühne auf seinen Gehstock stützt, scheint aus einer ...

  • Die Schweiz, Insel hoher Roaminggebühren

    Fri, 16 Jun 2017 14:08:00 GMT

    Europäerinnen und Europäer, welche die Schweiz bereisen und dabei ihr Mobiltelefon benützen wollen, sollten es sich zweimal überlegen: Während sie in der Europäischen Union und drei Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums seit Donnerstag zu Bedingungen wie daheim telefonieren können, bleibt die Schweiz in diesem Bereich eine Hochpreis-Falle. Der Hashtag #DontCallMeInSwitzerland (Ruf mich nicht in der Schweiz an) dürfte ab dieser Woche wohl kräftig Aufwind erhalten. Denn seit dem 15. Juni können Bürgerinnen und Bürger aus den Ländern der Europäischen Union (EU) und aus drei Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – Island, Liechtenstein und Norwegen – ihre Mobiltelefone in diesem Raum nutzen wie im Inland. Die neue EU-Regelung "Roam like at Home" bedeutet, dass Mobilfunk-Verträge in all diesen Ländern in der Regel ohne Zusatzkosten gelten. Für Bürgerinnen und Bürger dieser Länder werden also keine Roamingaufschläge mehr für Anrufe, SMS und Internetnutzung erhoben. Da ...

  • Wölfe: Bereicherung oder Gefahr?

    Fri, 16 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Jedes Jahr sterben in der Schweiz 4000 bis 6000 Schafe, weil sie in den Bergen abstürzen, krank sind oder vom Blitz getroffen werden. Die Zahl der von Wölfen gerissenen Schafe ist vergleichsweise klein. Dennoch fordern viele Menschen im Kanton Wallis, dass die Gegend im Südwesten der Schweiz raubtierfrei wird. In der Schweiz werden Schafe für Fleisch, Milch und Wolle gehalten. 2016 betrug der Bestand etwa 340'000 Tiere. Davon wurden 389 von Wölfen getötet. Der Schweizer Wolfbestand umfasst schätzungsweise 30 bis 35 Tiere. Nun fordert eine kantonale Volksinitiative Schutz vor Grossraubtieren wie Wölfen, Bären und Luchsen - gemäss Berner Konvention sind das jedoch geschützte Arten. Wir haben Einwohner vom Wallis gefragt, was sie über den Wolf in ihren Hinterhöfen denken. (SRF/swissinfo.ch)

  • "Ohne Konkordanz keine direkte Demokratie"

    Thu, 15 Jun 2017 14:30:00 GMT

    Jedes Land hat sie. Sie sind nie leicht lösbar: gesellschaftliche Konflikte. Auch die multikulturelle Schweiz ist von ihnen geprägt. Zur friedlichen Beilegung hat sie im 20. Jahrhundert ihr eigenes politisches Rezept gefunden: die Konkordanz. Doch taugt diese auch in Zukunft, um das Land zusammenhalten? Dazu Politikwissenschaftler Wolf Linder. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Konkordanz: Wer diesen doch sehr abstrakten Begriff nicht versteht, für den wird auch die Schweizer Politik ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Insider unter der Bundeshauskuppel in Bern kennen alle ihre Schliche, oder sie pfeifen auf sie. Oder beides. Aussenstehenden aber hilft Wolf Linder auf die Sprünge, ehemaliger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bern: Die Schweiz sei im 20. Jahrhundert ständigen Bedrohungen von aussen ausgesetzt gewesen. Die grössten waren die beiden Weltkriege sowie der Kalte Krieg. "Dabei hat die ...

  • Ein Mikro-Staat, inspiriert von der Schweiz

    Thu, 15 Jun 2017 11:22:00 GMT

    Die neue Mikro-Nation Liberland will für ihre Bürgerinnen und Bürger das Konzept der politischen Selbstbestimmung übernehmen, aber ein paar Stufen weiter entwickelt als jenes der Schweiz. Die sieben Quadratkilometer Land, eingeklemmt zwischen Kroatien und Serbien, wurden 2015 vom tschechischen Politiker Vít Jedlička zur unabhängigen Republik erklärt. Es scheint, dass nach dem Balkankrieg weder Kroatien noch Serbien diesen kleinen Fleck Erde offiziell als Staatsterritorium reklamierten, wodurch dieser zu einem der wenigen Niemandsländer der Welt wurde. "Wir wollen Liberland zu einem Beispiel verantwortungsbewusster Regierungsführung machen", sagt Jedlička gegenüber swissinfo.ch. "In Liberland werden die Bürger unter keiner unnötigen Einmischung oder Repression des Staats leiden." Liberland werde weder Steuern, öffentliche Ausbildung, Heiratsgesetze, Sozialhilfe (weder im Inland noch im Ausland) noch Bankengesetze aufbürden, die den Bürgern vorschrieben, was sie tun und lassen ...

  • Didier Burkhalter: International geachtet, im Inland kritisiert

    Thu, 15 Jun 2017 08:47:00 GMT

    ​​​​​​​ Nach der Rücktrittsankündigung wird in den Medien abgerechnet mit Didier Burkhalter, welcher der Schweiz auf internationalem Parkett viel Beachtung verliehen hat, von gewissen Politikern und Medienvertretern aber oft kritisiert wurde. "Mehr Diplomat als Bundesrat", lautet der Tenor in zahlreichen Presse-Kommentaren. Niemand hat ein Rezept, wie die Schweiz den gordischen Knoten in den Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) lösen soll. Aber dies hätte die Schweizer Presse von ihrem Aussenminister erwartet. Dass Burkhalter als Vorsitzender der OSZE im Ukraine-Konflikt eine wesentliche Rolle als Vermittler spielte, geht in der Kritik zu Burkhalters Europa-Politik unter. Das zeigt ein Blick auf die Kommentare ausgewählter Zeitungen. Tages-Anzeiger: "Packen wir diese Chance!" Laut der Zürcher Tageszeitung gibt es in Burkhalters wichtigstem Dossier Versäumnisse zu beklagen: "Die fast mit Händen greifbare Orientierungslosigkeit der Landesregierung in der Europapolitik ...

  • Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter tritt zurück

    Wed, 14 Jun 2017 14:08:00 GMT

    Aussenminister Didier Burkhalter tritt per 31. Oktober 2017 von seinem Amt als Bundesrat zurück. Er habe einfach Lust, etwas Neues zu machen. Der Entscheid habe nichts mit den stockenden Verhandlungen mit der EU zu tun, sagte der freisinnige Politiker aus dem Kanton Neuenburg.   Nach gut dreissig Jahren in der Politik – davon die letzten acht im Bundesrat – sei es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, verkündete Burkhalter. Er wisse noch nicht, was kommen werde, doch er denke, dass es etwas weniger öffentlich Sichtbares sei. Die Politik habe in den letzten Jahren viel Raum in seinem Leben eingenommen, sagte der zurücktretende Bundesrat Didier Burkhalter am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. "Es ist magisch, aber jetzt ist es bald fertig." Und: "Je ne regrette rien" [Ich bedaure nichts]", sagte er.  Den Entscheid habe er am letzten Sonntag gefällt. "Ich habe einfach Lust, etwas anderes zu machen." Burkhalter war zuletzt wegen der stockenden Verhandlungen über das ...

  • "In Frankreich erleben wir einen Mentalitätswandel"

    Wed, 14 Jun 2017 14:28:00 GMT

    Joachim Son-Forget wird nächsten Sonntag bei den zweiten Parlamentswahlen wahrscheinlich als Abgeordneter der Franzosen in der Schweiz ins nationale Parlament gewählt werden. Ein Gespräch mit einem dieser "Neuen" in der Politik von "La République en Marche", der Partei von Präsident Emmanuel Macron. Der Kandidat von "La République en Marche" für die Schweiz, Joachim Son-Forget (34-jährig), hat im ersten Wahlgang der französischen Parlamentswahlen den einzigen Abgeordneten-Sitz der Franzosen in der Schweiz und in Liechtenstein gewonnen – mit 64,93% der Stimmen. Der Sieg dürfte im zweiten Wahlgang bestätigt werden. swissinfo.ch: Weshalb sind Sie in die Politik eingestiegen und weshalb in der Bewegung von Emmanuel Macron? Joachim Son-Forget: Es ist gleich wie in meinem Beruf als Arzt und meiner Leidenschaft als Cembalist. Es gibt einen humanistischen Bereich in diesen beiden Berufen. Es geht auch um Kommunikation mit den anderen in der Absicht, ihnen zu helfen. Während ein Arzt ...

  • "Schweizer bleiben lieber im Vertrauten"

    Wed, 14 Jun 2017 13:43:00 GMT

    Sebastien ist Hip Hop-Produzent und DJ in Lausanne. Er versucht, die junge lokale Rap-Szene zu unterstützen. Gleichzeitig erreicht er internationale Aufmerksamkeit mit Firefly, seinem Trap/Bass-Duo. People of Switzerland  ist ein multimediales Projekt von den Freelance-Journalisten Jennifer Greenland und Nora Hesse. Menschen aus allen Schweizer Städten, Dörfern und Tälern erzählen in den vier Landessprachen oder auf Englisch aus ihrem Leben. Wie fühlt es sich an, hier zu leben? Was inspiriert sie? Was macht ihnen Angst? Und was würden sie ändern? swissinfo präsentiert die Porträts in loser Folge als Videoblog. Quartier Flon in Lausanne. Seb sitzt in seinem abgedunkelten Tonstudio und sagt: "Mit 50 werde ich nur noch Liebeslieder komponieren." Seit seiner Jugend hat sich der 37-jährige dem Hip-Hop verschrieben. Heute unterstützt er junge Rapper in Lausanne und lässt sie in seinem Studio Songs aufnehmen. 2012 gründete er mit einem Freund das DJ Duo Firefly  Mit Trap/Bass touren sie ...

  • Schweizer Luftfahrt-Pionier bringt Elektroflüge in die Gegenwart

    Wed, 14 Jun 2017 09:00:00 GMT

    Kleine, elektrisch betriebene Flugzeuge, die vertikal starten und landen können: Diese Science-Fiction-Zukunft ist nicht mehr so fern, und Solar-Impulse-Pilot und Mitbegründer André Borschberg will ein Stück des Kuchens. Sein Start-up für Elektroflugzeuge ist eine unter einem Dutzend Firmen weltweit, welche die elektrische Luftfahrt zur Realität machen wollen. Nicht ganz ein Jahr nachdem sein im Wechsel mit Bertrand Piccard erfolgter Flug um die Welt mit einem Solarflugzeug zu Ende ging, ist Borschberg auf einer neuen Mission. "Ich bin überzeugt, dass wir uns an einem Wendepunkt in der Geschichte der Luftfahrt befinden", erklärt er im Gespräch mit swissinfo.ch begeistert. Der Schweizer Pilot kehrt in den Himmel zurück: Mit H55 (ehemals Hangar 55), einem kleinen Team von Luftfahrt-Spezialisten und aEro1, ihrem experimentellen elektrischen Akrobatikflugzeug. Die Firma, die er mitgegründet hat, setzt auf eine grüne Zukunft für die Luftfahrt (siehe Kasten). Zurzeit wird das Flugzeug ...

  • Die Schweiz verändern? Die Schweizer Grenze verändern!

    Tue, 13 Jun 2017 14:52:00 GMT

    ​​​​​​​ Das italienische Veltlin soll wieder zur Schweiz gehören: Das war der Kracher unter den über 700 Vorschlägen, die Jugendliche in einem Wettbewerb zur Veränderung der Schweiz eingereicht haben. Junge Schweizer Parlamentarier haben in Bern die siegreichen findigen Köpfe getroffen. Nun bringen sie deren Inputs aufs politische Parkett im Bundeshaus. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Zwei junge Menschen, die friedlicher in die Welt blicken als Amin Casutt und Matteo Briccola, sind schwer vorstellbar. Doch was die beiden 16-Jährigen aus dem Kanton Graubünden ausgeheckt haben, könnte in einen Krieg zwischen der Schweiz und Italien münden. Oder zumindest in einen waffenklirrenden Grenzkonflikt. Das ist natürlich nicht nur masslos übertrieben, sondern auch gar nicht im Sinne der beiden Churer Gymnasiasten. Was sie vorschlagen, ist ein friedlicher, höchst demokratischer Akt: eine Volksabstimmung der italienischen ...

  • Auf Schienen übers Wasser

    Tue, 13 Jun 2017 14:30:00 GMT

    Die beiden neuen Wagen der Bürgenstock-Bahn sind von der Werft in Luzern über den Vierwaldstättersee zur Talstation in Kehrsiten transportiert worden. Am Ufer und in Booten verfolgten Schaulustige die Wasser-Reise. "Noch nie wurden Bahnwagen bei der Shiptec-Werft gebaut. Das allein war schon ein Highlight. Hinzu kommt die spezielle Überfahrt mit Schwimm-Pontons und dem Schubschiff als Antrieb", sagte Lukas Durrer, Projektleiter bei Shiptec.

  • 140'000 digitale Unterschriften im Startjahr von wecollect

    Tue, 13 Jun 2017 14:00:00 GMT

    wecollect.ch feiert seinen ersten Geburtstag. Auf der Internet-Plattform können Bürgerinnen und Bürger Volksinitiativen und Referenden digital unterschreiben. Oder zumindest fast. Der Gründer freut sich einerseits über einen gelungenen Start, ist andererseits aber enttäuscht über die mangelnde Begeisterung bei den Behörden. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Gross ist die Freude bei Daniel Graf. "Ich wäre schon mit 100'000 zufrieden gewesen. Aber 140'000 sind tatsächlich fantastisch, auch wenn fast die Hälfte davon für die Volksinitiative zur Einführung eines Vaterschaftsurlaubes war." Als Gründer und Betreiber von wecollect.ch ist Graf einer der Treiber in Sachen Digitalisierung der direkten Demokratie in der Schweiz. Für einen Vaterschaftsurlaub, eine starke Pflege im Gesundheitswesen, das Verbot von Waffenexporten oder Transparenz in der Parteienfinanzierung: Mit der Plattform sollen "fortschrittliche" Projekte ...

  • Trotz Aufklärung: Prostituierte verzichten oft auf Gummi

    Tue, 13 Jun 2017 12:00:00 GMT

    Sexarbeiterinnen in der Schweiz wissen, wie sie sich vor Geschlechtskrankheiten schützen können. Doch viele verzichten auf Kondome – dem Geschäft zuliebe. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Lausanne. Befragt wurden 579 Personen (davon 92 Prozent Frauen). Neun von zehn gaben an zu wissen, dass Kondome das HIV-Risiko senken. Acht von zehn sind sich bewusst, dass auch ein gesunder Kunde Träger des Virus sein kann. Dennoch: Aus verschiedenen Gründen schützen sich die Sexarbeiterinnen nicht immer, wie aus der Studie hervorgeht. So gaben 34% der Befragten an, schon ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, weil der Kunde hierfür mehr bezahle. 23% sagten, ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, weil der Kunde sich geweigert habe, ein Kondom zu benutzen. Und 21,5% der Befragten verzichten auf den Schutz, wenn sie ihrem Kunden vertrauen. Die Studienverfasser kommen zum Schluss, dass der Konkurrenzkampf, gepaart mit wirtschaftlicher und sozialer Not ...

  • Regenbogenfamilien am Schweizer TV erst selten zu sehen

    Tue, 13 Jun 2017 09:00:00 GMT

    In den USA spielen lesbische oder schwule Eltern in mehreren erfolgreichen Fernseh-Serien eine zentrale Rolle. In der Schweiz war das bisher kaum der Fall. Eine Episode einer populären TV-Serie nährte jüngst aber Hoffnungen, dass Regenbogenfamilien in Zukunft auch in der Schweiz vermehrt zu sehen sein werden. Im Zirkus erstickt ein Clown auf der Bühne. Es sieht aus, als wäre etwas faul an der Sache. Ein Ermittler taucht auf und fragt ein kleines Mädchen, das zwischen einer Messerwerferin und einer Tänzerin steht, ob der Clown ihr Vater war. "Nein, das sind meine Eltern", sagt sie und verweist auf die beiden Frauen. Diese kurze Szene wurde in der fünften Staffel von Der Bestatter ausgestrahlt, einer populären Krimiserie des Schweizer Fernsehens SRF. Die Serie dreht sich um einen ehemaligen Polizisten, der nun bei einem Bestattungsunternehmen arbeitet und bei der Aufklärung suspekter Todesfälle mithilft. Die Szene sorgte für Aufmerksamkeit, weil Darstellungen von ...

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