Das Neuste von unserem Partner swissinfo

  • Auslandschweizer in Kampfstimmung gegen Diskriminierung durch Banken

    Wed, 16 Aug 2017 14:00:00 GMT

    Die Auslandschweizer erhöhen den Druck auf Schweizer Banken, um einen diskriminierungsfreien Zugang zu Finanzdienstleistungen zu bekommen. Das Thema plagt die Landsleute im Ausland seit fast einem Jahrzehnt. "Genug ist genug", sagt Ariane Rustichelli, Direktorin der Auslandschweizer-Organisation (ASO). Das Parlament hat im Mai einen politischen Vorstoss eines Parlamentariers abgelehnt, mit dem die Regierung aufgefordert wurde, eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, die darauf abzielt, den Auslandschweizern das Recht zu geben, ein Bankkonto bei einer systemrelevanten Schweizer Bank zu eröffnen. Das Abstimmungsergebnis war knapp. Eine ungewöhnlich hohe Anzahl Parlamentarier enthielt sich der Stimme. In der Debatte argumentierte Finanzminister Ueli Maurer, dass die Banken in einem liberalen Wirtschaftssystem frei sein sollten, ihre eigene Risikobewertung vorzunehmen. Die Ablehnung des Parlaments sorgte laut Rustichelli für rote Köpfe in der Auslandschweizer-Gemeinde, die ihrem Zorn ...

  • Rock&Raclette für alle in den Walliser Alpen

    Wed, 16 Aug 2017 13:36:00 GMT

    Die 7. Ausgabe des Palp-Festivals stand ganz im Zeichen von Rockmusik und Käse. Rocklette, eine Wortschöpfung aus den Begriffen Rock und Raclette, hatte die Alp während vier Tagen belagert und mehr als 3000 Besucher angezogen. In den Sommer Monaten laufen sich Musikfestivals in ganz Europa den Rang ab. In dieser starken Konkurrenz zog sich das Palp-Festival mit seiner Rocklette-Formel geschickt aus der Affäre. "Die Hälfte unseres Budgets haben wir für die Anstellung eines Schamanen ausgegeben, deshalb…", scherzt Direktor Sébastian Olesen in Anspielung auf das sonnige Wetter während des viertägigen Palp-Festivals.  Für die Austragung des letzten Jahres, die nur einen Tag dauerte, hatte Rocklette die Genfer Gruppe "The Young Gods" engagiert, um das Raclette – eine Spezialität aus geschmolzenem Käse und Kartoffeln – zu würzen, das den Besuchern serviert wurde. In diesem Jahr hat Rocklette ein schmackhaftes Programm mit internationalen und regionalen Gruppen zusammengebraut, wie ...

  • Seltene Schönheit: zu finden in den Alpen und in der Werbung

    Wed, 16 Aug 2017 12:03:00 GMT

    Flaumig, filzig und weiss: Edelweiss-Blumen erfreuen Wanderer in den Bergen und sind allgegenwärtig auf Schweizer Marketing-Artikeln. Dank der Haare auf den Hochblättern trotzt das Edelweiss der trockenen Kälte und den UV-Strahlen im rauen Alpenklima. Edelweiss werden seit langem auch in der Volksmedizin und der Kosmetik angewendet. Zudem sind sie ein beliebtes Symbol beim Bergsteigen, in der Armee und im Tourismus-Sektor. Edelweiss gehören zur Familie der Gänseblümchen und Sonnenblumen. Sie kommen auch im Himalaya, in China und Sibirien vor. Der lateinische Name Leontopodium alpinum zeigt, wie wild und robust das Edelweiss offenbar ist: Er bedeutet "Löwentatze". In der Schweiz erlag diese beliebte Alpenblume beinahe übereifrigen Fans, die sie an den Rand des Aussterbens brachten. Seit den 1970er-Jahren gehört das Edelweiss in der Schweiz zu den geschützten Arten. Alpenhymne Wer den Film "The Sound of Music" gesehen hat, erinnert sich vielleicht an den Marine-Kommandanten ...

  • Migration ist eine Realität – also sollten wir darüber sprechen

    Wed, 16 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Diskussionen über die Einwanderung werden – in der Schweiz und anderswo – auf beiden Seiten oft von Vorurteilen und Vermutungen überschattet. Ein neues Buch versucht, über das "Dafür oder Dagegen" hinaus zu gehen. "In Westeuropa sind die meisten Bürgerinnen und Bürger für weniger Einwanderung", sagt Philipp Lutz, Doktorand an der Universität Bern und Herausgeber des Buches Neuland (NZZ libro). In der heutigen Zeit kommt dieses Statement etwas weniger überraschend als noch vor ein paar Jahren. Doch es zeigt trotzdem das Paradox im Herzen der Migrations-Politik in diesem Teil der Welt: Viele Menschen wollen weniger Einwanderung, doch Politiker sind nicht geneigt, diese zu stoppen – sei es aus wirtschaftlichen oder aus ethischen Gründen. Es scheint auch ein befremdliches Statement für einen Forscher zu sein, der sich zuallererst für die Vorteile der Migration interessiert. Doch für Lutz – und die Akademiker und Mitarbeitenden, die beim Buchprojekt mit dem Untertitel "Schweizer ...

  • Dusch-Appell an jüdische Gäste in Schweizer Hotel

    Tue, 15 Aug 2017 14:20:00 GMT

    Jüdische Gäste sollen vor und nach dem Schwimmen duschen. Mit dieser Affiche hat ein Hotel im Bündner Ferienort Arosa einen regelrechten "Shitstorm" ausgelöst. Das israelische Aussenministerium spricht von einem antisemitischen Akt der übelsten Sorte. Das Plakat wurde inzwischen entfernt. Verantwortlich für den Aushang war laut dem Boulevardblatt Blick die Hotelabwartin, die sich inzwischen entschuldigt hat. Laut der Neuen Zürcher Zeitung gab es Reklamationen, dass jüdische Gäste in schmutzigen T-Shirts im Pool gebadet hätten. Der Tourismusverband in Arosa betonte, dass der Ort in Graubünden 150 Kilometer südöstlich von Zürich seit Jahren viele zufriedene jüdische Gäste habe. Der Kommunikationschef von Schweiz Tourismus, Markus Berger, sprach von einem sehr bedauerlichen Einzelfall. Medienwirbel Eine jüdische Familie, die in Arosa Ferien machte, schickte ein Foto des Aushangs an jüdische Medien und die Geschichte nahm ihren Lauf. Es folgten Reaktionen in den sozialen Medien ...

  • Coraline Chapatte: Was aus dem "Umweg" über Istanbul wurde…

    Tue, 15 Aug 2017 14:00:00 GMT

    Die 36-Jährige Neuenburgerin Coraline Chapatte hat sich der Fitness verschrieben. Als semi-professionelle Triathletin steht ihr Leben in Istanbul im Zeichen des Sports. Die Bosporus-Metropole, über die sie eigentlich nur einen "Umweg" machen wollte, sei für sportliche Aktivtäten sehr gut geeignet, sagt die Auslandschweizerin. swissinfo.ch: Wann und weshalb haben Sie die Schweiz verlassen? Coraline Chapatte: Ich hatte eigentlich nicht die Absicht, die Schweiz zu verlassen. Nach der Fussball-Europameisterschaft 2008, während der ich für die Schweizerischen Bundesbahnen im Transportprojekt gearbeitet hatte, ging ich für drei Monate in die Südtürkei. In Kaş wollte ich mein Tauchbrevet als Divemaster absolvieren und den Sommer verbringen. Aus diesen drei Monaten wurden zuerst einmal drei Jahre als Tauchlehrerin, Unterwasser-Fotografin und -Filmerin sowie als Angestellte im Verkauf und Marketing von Tauch- und Sportferien. Nach drei Jahren am, auf und im Meer machte sich bei mir aber ...

  • Vögel und Biodiversität schützen uns vor dem Japankäfer

    Tue, 15 Aug 2017 12:00:00 GMT

    Der schädliche Japankäfer ist in der Schweiz angekommen. Wie schon der Name sagt, stammt dieser Schädling ursprünglich aus Japan. Bereits seit drei Jahren ist er in Norditalien präsent, in der Lombardei und im Piemont, wo die Massnahmen zu seiner Bekämpfung (biologische Insektizide für Larven, Fallen für erwachsene Käfer) die Ausbreitung nicht verhindern können. Doch wie können Schäden in der Landwirtschaft vermieden werden? Langfristig könnten Vögel wie Wiedehopf, Amsel und Rabenkrähe eine wichtige Rolle spielen. Ende Juni gab die Biologin Cristina Marazzi vom Tessiner Pflanzenschutzdienst im Rahmen einer Sendung am Radio RSI eine wichtige Information: "Zum Sommerbeginn haben wir erstmals in der Schweiz einen erwachsenen Japankäfer in der Schweiz gefangen." Auf die Ankunft des extrem gefrässigen und für die Landwirtschaft schädlichen Käfers war man in gewisser Weise vorbereitet. Denn seit 2014 sind Brutherde im benachbarten Parco del Ticino zwischen der Lombardei und dem Piemont ...

  • "Der Jumbolino war besser als sein Ruf"

    Tue, 15 Aug 2017 11:00:00 GMT

    ​​​​​​​ Die Fluggesellschaft Swiss schickt das letzte Exemplar des Avro RJ, besser bekannt als Jumbolino, in Pension. Das langjährige "Arbeitspferd" der Europa-Flotte absolvierte am Montagabend den letzten Flug mit zahlenden Passagieren von London nach Zürich. Der stellvertretende Flottenchef blickt mit Wehmut zurück. Der letzte Jumbolino-Flug war mit 81 Passagieren ausgebucht und traf am Abend mit rund 30-minütiger Verspätung in Zürich-Kloten ein. Nach einem letzten Ehrenflug am Dienstag von Genf nach Zürich und einer anschliessenden Zeremonie wird die Flotte offiziell aufgelöst. Jumbolino Beim Start der Swiss 2002 waren noch 21 dieser Kurzstrecken-Flugzeuge im Einsatz, die von der Crossair übernommen worden waren. Sie bildeten das Rückgrat der Europaflotte. Im Zuge der jüngsten Flottenerneuerung wurden sie ab 2016 fortlaufend durch die neuen Mittelstreckenjets C-Series des kanadischen Herstellers Bombardier ersetzt. Seit 2003 wird die Avro, ein britisches Modell, nicht mehr ...

  • "Ich fühle mich von Schweizer Banken schikaniert"

    Tue, 15 Aug 2017 09:00:00 GMT

    ​​​​​​​ Entweder werden die Konten aufgelöst, oder die Bank erhebt plötzlich eine zusätzliche Gebühr von fast 500 Franken im Jahr. Für Auslandschweizer wird es immer schwieriger, in der Heimat ein Bankkonto zu behalten. Claude Ruchti* ist masslos enttäuscht. Der 55-jährige Schweizer und Ex-Banker wohnt im Südburgund. Er besitzt mehrere Liegenschaften in der Schweiz, die er vermietet. Seit vielen Jahren hatte er mehrere Konten bei der BSU Clientis Bank Uster. Als er vor einiger Zeit am Schalter etwas Taschengeld abheben wollte, passierte es: "Man eröffnete mir, dass die Bank alle Konten, ausser die Mietkautionen, aufhebe. Grund: Wohnsitz im Ausland." Ruchti protestierte, legte sogar seine Steuerunterlagen auf den Tisch. "Ich habe alles sauber deklariert." Nichts half. Eine Stunde später verliess Claude Ruchti die Filiale mit über 50 000 Franken in Bar. "Ich kann nicht verstehen, dass man als Schweizer, der Grund und Boden in der Schweiz besitzt, wie ein Hund auf die Strasse ...

  • Mussie Zerai spricht von Verleumdungskampagne

    Mon, 14 Aug 2017 13:30:00 GMT

    Gegen den in der Schweiz lebenden Pater Mussie Zerai ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft von Trapani wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Im Gespräch mit swissinfo.ch spricht der "Engel der Flüchtlinge" von einer "Verleumdungskampagne gegen Menschen, die Solidarität leben". Zugleich ruft der Eritreer Europa auf, seine Verantwortung gegenüber den Migranten wahrzunehmen. Er wird "Engel der Flüchtlinge" genannt und ist selber als Flüchtling nach Europa gekommen. 2015 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert. Seit Jahren engagiert sich Mussie Zerai für Flüchtlinge, die über die Mittelmeerroute nach Europa gelangen. Viele in Seenot geratene Migranten rufen seine Mobiltelefonnummer an, um ihre GPS-Position durchzugeben und Hilfe anzufordern. Doch nun ist Pater Mussie, der in der katholischen Pfarrei von Erlinsbach im Kanton Solothurn tätig ist, ins Visier italienischer Ermittler geraten. Die Staatsanwaltschaft von Trapani auf Sizilien hat im November 2016 eine ...

  • "Schau an, jetzt bin ich immer noch hier"

    Mon, 14 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Agnès Parodi lebte an vielen Orten, aber selten in der Schweiz. In Cannes verbringt die 104-Jährige ihren Lebensabend – ein ruhiger ist es nicht. "Und zwei Monate", korrigiert Agnès Parodi. "Ich bin 104 Jahre und zwei Monate alt, nicht nur 104". Für die alte Dame ist jeder Tag, den sie noch leben darf, ein Supplement. Eine Bonusrunde sozusagen. "Wenn ich am Morgen aufwache, sage ich mir jeweils: Schau an, jetzt bin ich immer noch hier." Die Bonustage einfach so verstreichen zu lassen, ist nicht ihre Sache. Sie weiss sie so gut auszufüllen, dass dieses Treffen mit dem Schweizer Journalisten zur Nebensache wird. Den besprochenen Termin um zwölf Uhr kann sie nicht einhalten. Auf das Klingeln antwortet nur das leere Rauschen der Gegensprechanlage, es verliert sich im Grillengezirpe an der heissen Avenue des Coteaux.  "Wenn ich am Morgen aufwache, sage ich mir jeweils: Schau an, jetzt bin ich immer noch hier." Die 104-jährige wohnt seit über 50 Jahren in einer Block-Siedlung am ...

  • Deutsche Bahn: Auf krummen Gleisen ins Chaos

    Mon, 14 Aug 2017 08:25:00 GMT

    Wer von der Schweiz nach Deutschland reist, muss sich in Geduld üben. Wegen Schäden an den Gleisen musste die Deutsche Bahn einen 20 Kilometer langen Streckenabschnitt südlich von Karlsruhe sperren. "Sperrung der Rheintalbahn zwischen Rastatt und Baden-Baden", meldet die Deutsche Bahn (DB) auf ihrer Homepage. Vom Unterbruch betroffen sind auch alle Passagiere, die aus der Schweiz via Basel Richtung Frankfurt und weiter nördlich reisen wollen. Seit Montagmorgen gilt ein Ersatzfahrplan. Zwischen Baden-Baden und Rastatt müssen die Passagiere auf Busse umsteigen. Die Ersatzbusse sind im 6-Minuten Takt unterwegs. Das Umsteigen führt zu Verspätungen von rund einer Stunde. Die Reparaturarbeiten dürften noch eine Weile dauern. Die Rede ist zurzeit von einer bis zwei Wochen. Grund für die Sperrung der Rheintalbahn sind Gleise, die sich stark abgesenkt und damit verbogen haben. Unter der Problemstelle wird ein Bahntunnel gebaut, der die Linie in Zukunft leistungsfähiger machen soll. ...

  • Was tun, wenn die Schweizer Preise zum Heulen sind?

    Sun, 13 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Geht es um Preise, spielt die Schweiz in einer eigenen Liga, was einen steten Strom von Kunden und Kundinnen zum Einkaufen ins grenznahe Ausland treibt. Besorgt über die hohen Preise und die Folgen des Einkaufstourismus fordern Politiker und Konsumenten-Kreise Massnahmen. Wer in der Schweiz lebt und schon einmal Lebensmittel im benachbarten Frankreich, in Deutschland, Österreich oder Italien eingekauft hat, kennt die happigen Preisunterschiede im Vergleich zum Einkauf in Schweizer Supermärkten, wie in dem Video oben kurz illustriert. Jüngste Zahlen von Eurostat bestätigen diese Unterschiede: Die Schweiz ist gemäss der Eurostat-Rangliste vor Island und Norwegen das teuerste Land Europas, mit Konsumentenpreisen, die im Juni 61% höher lagen als der europäische Durchschnittswert. Zum zweiten Jahr in Folge waren Nahrungsmittel und nicht-alkoholische Getränke in der Schweiz innerhalb Europas am teuersten (73% höher als der EU-Durchschnitt).  An der Spitze lag die Schweiz mit ihren ...

  • Ekstase am hellichten Tag

    Sat, 12 Aug 2017 16:11:00 GMT

    Aufwendige Verkleidung oder nackte Haut: Ein Dresscode fehlte bei der 26. Street Parade in Zürich am Samstag. Bis zum Abend wurden bis 900'000 Raver zu dem lautstarken Umzug unter dem Motto "Love never ends" erwartet.  Die Street Parade Zürich gilt nach dem Ende der Loveparade in Deutschland als grösste Techno-Parade der Welt. Die Organisatoren und Besucher wollen für Liebe und Toleranz werben. 25 sogenannte Love Mobiles fuhren auf der 2,4 Kilometer langen Route rund um das Seebecken in der Innenstadt. 200 nationale und internationale DJs heizten den Anhängern der elektronischen Musik ein. Bei nur etwa 20 Grad konnten sich die Raver richtig austoben. Nach Angaben der Polizei gab es zunächst keine gravierenden Vorfälle. Laut "NZZ" Neuer Zürcher Zeitung wurden einige Drogendealer am Rande der Party festgenommen. Die Behörden hatten wie bereits 2016 die Sicherheitsmassnahmen deutlich verstärkt, die Polizei zeigte Präsenz. Auch nach der Parade waren in und um Zürich viele Partys geplant.

  • Im reichen Zürich sprechen die Leute nicht mehr miteinander

    Sat, 12 Aug 2017 10:00:00 GMT

    Zürich ist eine Stadt, in der das Deponieren von Millionen auf einer Bank einfacher ist als jemandem in die Augen zu schauen. Der Debut-Spielfilm des Schweizers Cyril Schäublin, "Dene wos guet geit", tritt am Filmfestival Locarno in der Wettbewerbsreihe "Cineasti del presente" an. Es ist ein intelligentes und sensibles Porträt einer Stadt, die zwischen Armen und Reichen, Jungen und Alten geteilt ist. Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich, zusammen mit anderen jungen Angestellten. Jeder vor seinem Bildschirm, die Ohren mit Kopfhörern bedeckt, verkaufen sie Internet-Abos oder Versicherungsprodukte an Unbekannte, die das Telefon abnehmen. Die einsamen Betagten sind leichte Beute in einer Gesellschaft, in der Alter mit Altenheim gleichgesetzt wird. Ab hier beginnt die von Cyril Schäublin beschriebene Einsamkeit. Die Handlung des Films kreist um Alice, die ihre auf der Arbeit geknüpften Kontakte für einen "Enkeltrick" nutzt und Betagte um ihr Geld bringt.

  • Leopard geht nach China, Schweizer enttäuschend

    Sat, 12 Aug 2017 07:00:00 GMT

    Die 70. Ausgabe des Locarno Festivals ist zu Ende. Der Wettbewerb war stark, die Spannung gross - und die Überraschung noch grösser: Der Goldene Leopard des 70. Filmfestivals in Locarno geht an den Dokumentarfilm "Mrs. Fang" des Chinesen Wang Bing. In "Mrs. Fang" schaut man einer alten Frau beim Sterben zu. Mit Voyeurismus hat das nichts zu tun. Nüchtern erzählt Bing die Geschichte von Fang Xiuying, einer ehemaligen Bäuerin, die acht Jahre lang an Alzheimer litt. Nachdem ein Aufenthalt in einem Heim keine Besserung brachte, holte die Familie Fang zurück in die Wohnung, wo sie schliesslich 2016 starb. Auch wenn Bing, der im vergangenen Jahr noch selber in der Locarno-Jury sass, zu den wichtigsten Dokumentarfilmern Chinas gehört, hatten ihn die wenigsten Filmkritiker auf dem Radar. Dementsprechend gross war die Überraschung am Samstagnachmittag, als Jurypräsident Olivier Assayas vor den Medien den Preisträger verkündete. Der Goldene Leopard für die beste Darstellerin geht an die ...

  • Touristen überfluten Tessiner Paradies

    Fri, 11 Aug 2017 13:30:00 GMT

    Das Dörfchen Lavertezzo im Tessiner Verzasca-Tal wird diesen Sommer wegen eines viral gegangenen Videos von italienischen Touristen überschwemmt. Alle wollen den Ort sehen, den ein junger Videoblogger als die „Malediven von Mailand“ beschrieb. (RTS/swissinfo.ch)  Blauer Himmel, Sonne, türkisfarbenes Wasser – und nur eine Stunde von Mailand entfernt: So präsentierte der italienische Blogger Marco Capedri Mitte Juli in einem kurzen Video den Ort, durch den der Fluss Verzasca fliesst.Man sieht, wie Menschen freudestrahlend vom Felsen ins Wasser springen, herumplantschen und von diesem wunderschönen Ort schwärmen. Im Internet verbreitete sich das Video rasend schnell: Auf Facebook wurde es bisher fast drei Millionen Mal angesehen. Lavertezzo sieht sich plötzlich mit einem massiven Ansturm von Touristen konfrontiert. Einheimische begannen sich zu beschweren, dass sich manche Besucher nicht immer vorbildlich benahmen. Auch der Gemeindepräsident beklagte sich, dass die Touristen ihre ...

  • Können Schweizer Daten helfen, Schwindler zu entlarven?

    Fri, 11 Aug 2017 12:30:00 GMT

    Schweizer Forscher,  die auf dem Jungfraujoch Treibhausgas-Emissionen messen, bemühen sich darum, dass ihre Daten für die Kontrolle der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens anerkannt werden. Vor allem, weil ihre Messungen manchmal belegen, dass Emissionen höher liegen, als von den einzelnen Ländern rapportiert. Die hochalpine Schweizer Messstation befindet sich auf dem Jungfraujoch, wenige Meter über der höchsten Stelle Europas, die mit einer Bahn erreicht werden kann. Sie ist eine von nur drei Forschungsstationen weltweit, welche die Quellen von Treibhausgas-Emissionen über eine Region hinweg erfassen können, die sich über mehrere Länder erstreckt. Die anderen beiden solchen Stationen liegen in Irland und in Australien. Stefan Reimann ist einer der Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA), die auf dem Jungfraujoch die Konzentration der Schadstoffe erfassen und auch deren Quellen lokalisieren. Die Forschungsstation könne, abhängig von ...

  • Leuthard freut sich an Schweizer Technik in Astana

    Fri, 11 Aug 2017 13:51:00 GMT

    Doris Leuthard erklärt an der Expo in Astana, wie die Schweiz dank neuen Techniken die Energiewende schafft. Die Bundespräsidentin traf ausserdem den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Auf dem Programm von Doris Leuthard in Astana standen eine Visite im Pavillon von Kasachstan in Begleitung einer kasachischen Delegation sowie der Besuch des Schweizer Pavillons „Flower Power“. „In wirtschaftlicher Hinsicht machen wir die Schweiz und unsere Wirtschaft durch Forschung und Innovation fit für die Zukunft und die Weltmärkte. Umwelt und Klima schützen wir, indem wir unsere Abhängigkeit von fossiler Energie reduzieren und auf sparsame und effiziente Technologien setzen“, erklärte die Bundespräsidentin dort. Die Verknüpfung von ökonomischen und ökologischen Anliegen werde zunehmend bedeutsam.  Im Rahmen ihres Besuches an der Expo wurde die Bundespräsidentin auch vom Staatspräsidenten der Republik Kasachstan Nursultan Nasarbajew zu einem Höflichkeitsbesuch empfangen. Die ...

  • Beliebt als Mensch, umstritten als Politiker

    Fri, 11 Aug 2017 11:00:00 GMT

    FDP-Fraktionschef Ignazio Cassis ist ein politischer Spätzünder. Gleichwohl hat der 56-jährige Arzt nun beste Chancen, Bundesrat Didier Burkhalter als Nachfolger zu beerben. Im Umgang ist der kinderlos verheiratete Tessiner äusserst angenehm und entsprechend beliebt. Politisch hingegen scheiden sich die Geister an dem überzeugten Liberalen. Ein Porträt. Als der Schweizer Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter Mitte Juni überraschend seinen Rücktritt ankündigte, war ein Name sofort in aller Munde: Ignazio Cassis. Der 56-jährige Nationalrat und FDP-Fraktionschef im Bundeshaus wird seither als Kronfavorit für das frei werdende Bundesratsamt gehandelt. Inzwischen sind die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und der Genfer Staatsrat Pierre Maudet auf das Kandidaten-Karussell aufgesprungen. Sie wurden von ihren Kantonalparteien ins Rennen geschickt. Zur Wahl am 20. September wird erwartet, dass die FDP der Bundesversammlung ein Ticket mit mindestens zwei Namen präsentiert.

  • Die Stadt, die in der Hand ganz weniger Bürger ist

    Fri, 11 Aug 2017 09:00:00 GMT

    #DearDemocracy stellt vor: Rapperswil-Jona, am oberen Zürichsee gelegen, zum Kanton St. Gallen gehörend, Spezialfall. Die Stadt ist mit 27'000 Einwohnern die grösste Gemeinde der Schweiz, in der die Bürger politische Fragen direktdemokratisch an der Gemeindeversammlung entscheiden. Im Juni nahmen daran gerade mal 350 Bürger teil. Armutszeugnis oder gar Bankrotterklärung für die direkte Lokaldemokratie? Weder noch. Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. "Ich frage Sie", sagt der Mann ins Mikrofon, der eben die dicht bestuhlte Mehrzweckhalle durchquert hat, "warum hat man bei der neuen Bushaltestelle keine Aschenbecher angebracht?" Er hält kurz inne, um seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen. Dann geht er mit langen Schritten wieder an seinen Platz zurück. Auf der Bühne sitzen die Mitglieder des Gemeinderates. Weil Rapperswil eine Stadt ist, heisst dieser Stadtrat. Nun tritt der Stadt- und Gemeindepräsident ans Rednerpult.

  • Wie ein polnischer Gesandter in Bern Hunderte Juden rettete

    Thu, 10 Aug 2017 15:33:00 GMT

    Aleksander Ładoś, ein polnischer Gesandter in Bern während des Zweiten Weltkriegs, rettete Hunderte Juden vor dem Holocaust mit Hilfe von jüdischen Verbänden, die in der Schweiz und den USA tätig waren. 1942. Im Warschauer Ghetto leben etwa 340'000 Juden. Nach der Wannsee-Konferenz im Januar wird die Nazi-Maschinerie des Holocausts in Bewegung gesetzt. Im Juli beginnen die Deutschen, das Ghetto zu leeren. Verschont werden nur Juden mit ausländischen Pässen, die von einem neutralen Land oder den Vereinigten Staaten ausgestellt wurden. Die Deutschen lassen diese Juden vorerst in Ruhe, weil sie sich noch als nützlich erweisen könnten, falls es jemals nötig wäre, sie für deutsche Staatsangehörige auszutauschen, die im Ausland gefangen gehalten werden.In der Schweizer Hauptstadt Bern, wo man den Krieg vor allem aus Zeitungsberichten kennt, bildet sich derweil ein Netzwerk aus polnischen Botschaftsangestellten und Führern orthodoxer jüdischer Verbände, die Juden aus dem Warschauer ...

  • "Das dürfte einem Profi nicht passieren"

    Thu, 10 Aug 2017 11:32:00 GMT

    Wer wird Ende September in die Landesregierung gewählt? Faktisch ist die Kür in den Kantonen beendet, zwei Kandidaten und eine Kandidatin der FDP.Die Liberalen wollen in den Bundesrat gewählt werden. "Für sie gilt jetzt, keine Fehler mehr zu machen", sagt Politiker-Coach Mark Balsiger. Aus drei Kantonen der lateinischen Schweiz haben sich Kandidatinnen und Kandidaten in Stellung gebracht. Es sind dies: Pierre Maudet: Der 39-jährige Genfer Staatsrat ist ein politischer Senkrechtstarter. Bereits im Alter von 21 Jahren zog er ins Genfer Stadtparlament ein und schaffte 2007 als 29-Jähriger den Einzug in die Stadtregierung. 2012 wurde er in die Kantonsregierung gewählt. Bis 2007 war er Berater in einem Kommunikationsunternehmen. Ignazio Cassis: Der Nationalrat aus dem Kanton Tessin ist Arzt, 56-jährig und perfekt dreisprachig. Zu reden geben seit seiner Kandidatur seine diversen Mandate im Gesundheitswesen. Er präsidiert unter anderem den Krankenkassenverband Curafutura. Isabelle ...

  •  "Zuletzt rauft man sich halt zusammen"

    Thu, 10 Aug 2017 09:02:00 GMT

    Der Sozialdemokrat und Vordenker Rudolf Strahm (74) gehört zu den wichtigsten Ökonomen der Schweiz. Er äussert sich zur Altersreform 2020, über die am 24. September abgestimmt wird. swissinfo.ch: Nach der Einführung 1948 wurde die AHV bisher zehn Mal revidiert, zuletzt 1997. Seither sind umfassende Reformen gescheitert. Warum?  Rudolf Strahm: Grosse Schritte liegen in der Schweiz nicht drin. Es liegt nicht drin, die Renten zu kürzen. Das wurde drei Mal abgelehnt. Es liegt auch nicht drin, auf einmal die Steuern zu erhöhen. Die aktuelle Vorlage geht kleine Schritte voran und sie ist ausbalanciert. Es ist eine Vorlage der mittleren Akzeptanz. "Berset ist es gelungen, jedes Lager zu einer Konzession zu bewegen und die alte historische Koalition zu beleben." swissinfo.ch: Sie geben der Vorlage am 24. September eine grosse Chance? R.S.: Ich gebe dieser Vorlage eine grosse Chance. Es herrscht in der Schweiz eine mittlere Unzufriedenheit vor, mit der ein rationaler Kompromiss ...

  • Raphael Knopf: "Mein Häuschen in Neuseeland"

    Thu, 10 Aug 2017 11:58:00 GMT

    Der 38-jährige Raphael Knopf hat sein Glück auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel gefunden. Vor 15 Jahren verliess er seinen Geburtsort in der Westschweizer Region Broye Richtung Neuseeland. Seither produziert er dort Bio-Honig im Einklang mit der wilden Natur in seiner Wahlheimat. swissinfo.ch: Wann und weshalb haben Sie die Schweiz verlassen? Raphael Knopf: Das war im September 2002. Nachdem ich Fähigkeitsausweise in zwei Berufen erworben und den Militärdienst absolviert hatte, plante ich, nach Nepal zu gehen, um beim Bau eines Staudamms mitzuhelfen. Aber weil dort ein Bürgerkrieg ausbrach, war das nicht möglich. Deshalb war meine zweite Wahl Australien, danach Neuseeland. Ich wollte Neues erleben und hatte das Verlangen nach viel Platz und Abenteuern. swissinfo.ch: Wie verliefen die ersten Monate? R.K.: Ich fühlte mich entwurzelt. Ich sprach kaum Englisch. Während meiner Schulzeit hatte ich kein Interesse, Englisch zu lernen, weil ich dachte – und das denke ich ...

  • In Kehrichteimern liegen Rohstoffe, nicht Abfälle

    Wed, 9 Aug 2017 14:00:00 GMT

    Die Schweiz wird von Kunststoff überschwemmt: Jeder Einwohner häuft pro Jahr 125 Kilogramm Kunststoffabfälle an. Während die Behörden immer noch auf Verbrennung setzen, gibt es Firmen, die mit innovativen Recycling-Lösungen aufwarten. Allen voran die Firma InnoRecycling aus dem Kanton Thurgau, die vor zwei Jahren den Schweizer Ethikpreis gewonnen hat. "Als wir vor 20-30 Jahren begonnen haben, in der ganzen Schweiz Papier, Glas und andere Abfälle zu sammeln, konnten wir uns noch damit brüsten, Weltmeister im Recyceln zu sein. Wenn wir die Gesamtheit der recycelten Abfälle in den letzten Jahren anschauen, haben uns heute in Tat und Wahrheit verschiedene europäische Länder überholt", stellt Markus Tonner, Direktor von InnoRecycling, fest. Der Anteil des Recyclings für Glasflaschen (93% im Jahr 2015), Aluminium (91%), PET-Verpackungen (83%) und Papier (81%) hat einen Höchststand erreicht. Insgesamt aber wiegt der tiefe Prozentsatz an recyceltem Kunststoff schwer: In der Schweiz sind ...

  • Ein Glas Whisky für 10'000 Franken

    Wed, 9 Aug 2017 12:37:00 GMT

    Ein chinesischer Kunde hat kürzlich in einem Hotel in St. Moritz 9'999 Franken für ein Glas Whisky bezahlt. Experten zweifeln nun die Echtheit der angeblich über hundertjährigen Flasche an. Das Hotel Waldhaus am See in St. Moritz steht im Zentrum des Medieninteresses, seit dort am 29. Juli ein chinesischer Gast wünschte, dass die weltweit einzige noch nicht geöffnete Flasche Macallan des Jahrgangs 1878 für ihn geöffnet wird. Preis pro Glas: 9'999 Franken. Wer ist der Gast, der so viel Geld für Whisky ausgibt?  "Ich war in der Schweiz und habe einen über hundertjährigen Whisky gesehen. Ich musste nicht lange nachdenken", schreibt Zhang auf Weibo, einer chinesischen Social Media-Plattform. "Er war gut. Aber ich trank den Whisky nicht als solchen, sondern ich trank Geschichte." Zhang ist in seiner Heimat unter dem Namen Tang Jia San Shao bekannt. Er ist der bestbezahlte Online-Autor von China. Er schreibt Erzählungen, die Science-Fiction mit Kampfsport mischen – man nennt das in ...

  • "Das ist ein Angriff auf die Schweizer Demokratie"

    Wed, 9 Aug 2017 12:00:00 GMT

    Die Luzerner Politologin und Netzaktivistin Adrienne Fichter über politische Werbung im Netz, digitale Demokratie powered by Facebook und Trends.  Dieser Beitrag ist Teil von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch. Was sind PolitikAds? Adrienne Fichter: PolitikAds sind gesponserte Werbeanzeigen von Parteien auf Facebook oder Twitter, die individuell auf den Empfänger zugeschnitten sind. Weshalb haben Sie die Aktion #PolitikAds geschaffen? A.F.: Die Idee kam mir schon während der Arbeit an meinem Buch "Smartphone-Demokratie", das im Herbst erscheinen wird. Die gezielte, individualisierte Schaltung politischer Werbeanzeigen ist in der Schweiz noch kein grosses Thema – in den USA und in Grossbritannien hingegen schon. Facebook sieht momentan keinen Bedarf, Transparenz bezüglich solcher Schaltungen zu schaffen. Ich persönlich habe aber ein Problem damit, dass PolitikAds nur digital existieren und ihre Publikation nicht dokumentiert wird. Können ...

  • Die Grenzstädte haben genug

    Wed, 9 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Hohe Preise in der Schweiz treiben viele Konsumentinnen und Konsumenten ins grenznahe Ausland zum Einkauf. Nun wollen sich Grenzstädte zusammentun, um in einer Allianz den Einkaufstourismus und die hohen Preise in der Schweiz zu bekämpfen. Denn im Inland leiden viele Geschäfte zunehmend unter dem Einkaufstourismus – aber nicht alle. Ein Augenschein in Kreuzlingen. Ein Freitagnachmittag im Juli am Grenzübergang Kreuzlingen-Konstanz. An der Konstanzerstrasse, wo sonst Dauerstau herrscht, ist heute Flaute. Ferienzeit, sagen die Einheimischen. "Jetzt im Moment hat es erstaunlicherweise wenig Fahrzeuge", sagt Stadtpräsident Andreas Netzle. "Sonst ist hier Freitag, Samstag alles voll." Konstanz, Waldshut, Rheinfelden, Lörrach, Weil am Rhein. Diese Namen klingen wie Musik in den Ohren vieler Schweizerinnen und Schweizer. Denn in deutschen Grenzstädten wie diesen können Schweizer Schnäppchenjäger einkaufen, was das Herz begehrt. Das zu Preisen, von denen man in der Schweiz nur ...

  • Ein Film auf der Suche nach "Wahrheit und Gerechtigkeit"

    Tue, 8 Aug 2017 14:30:00 GMT

    In mehr als 20 Jahren hat der Krieg im Kongo über sechs Millionen Tote gefordert. Und dies in einem Zustand völliger Straflosigkeit. Wer trägt die Verantwortung für diese Tragödie in einem der rohstoffreichsten Länder der Erde? Dieser Frage ist der Schweizer Regisseur Milo Rau nachgegangen. Er versammelt Opfer, Täter und Zeugen in einem einzigartigen und zugleich symbolträchtigen Ziviltribunal, um die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Aus dem Projekt ist ein Dokumentarfilm entstanden, der am Locarno Festival im Rahmen der Kritikerwoche seine Premiere erlebte. Der Schriftzug "Wahrheit und Gerechtigkeit" prangt im Versammlungsraum der Schule von Bukavu im Osten Kongos, nur wenige Kilometer von Uganda entfernt. Es ist Mai 2015. Viele Leute haben lange gewartet, um das erste internationale Kongotribunal zu verfolgen. Die Beteiligten sind gekommen, um als Zeuge zum Massaker in dem westafrikanischen Staat auszusagen: Minister, Oppositionsvertreter, Repräsentanten von multinationalen ...

  • Broccoli, die Armeekatze ausser Dienst

    Tue, 8 Aug 2017 13:15:00 GMT

    Es begann mit einem Stück Broccoli. Ein Treffen mit der vorwitzigen Katze, die von der Schweizer Armee eine Rente kriegt. Ihre Erscheinung ist anmutig, ihr Fell seidenweich. Das kreischende Miauen überrascht. Obwohl sie ihren eigenen Katzeneingang hat, wird ihr die normale Türe geöffnet. Es ist, als ob sie wie ein Feldweibel Befehle gebe. Doch diese unverschämte Katze ist gar höher in der Rangordnung: Bekannt als Brigadier Broccoli stehen ihr auf einer Militärbasis in der Nähe der Schweizer Hauptstadt fast alle Tore offen. Es begann im Jahr 2004. Als gelangweilte Hauskatze war sie auf der Suche nach Action und strich um die Kaserne in Lyss. Unter all den jungen Rekruten wurde sie fündig. Diese dienten dem Vierbeiner zudem als Quelle kleiner Snacks zwischen den Mahlzeiten. Die Soldaten gaben ihr den Namen "Broccoli", nachdem die Katze an einem Stück des grünen Gemüses geknabbert hatte. Obwohl ihr zu Hause ganz in der Nähe lag, war es, als ob sie nicht genug vom Armee-Leben ...

  • Lastenvelo: billiger, schneller, ökologischer

    Tue, 8 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Kinder in die Tagesstätte bringen, Einkäufe transportieren, den Kunden frisches Brot oder Käse liefern: Das Lastenvelo, auch Cargobike genannt, fährt in immer mehr urbanen Zentren "auf der Überholspur". Die technischen Fortschritte bei Fahrrädern mit elektronischer Tretunterstützung (E-Bikes) fördern diesen Trend, vor allem in der Schweiz, wo viele Steigungen zu überwinden sind. Noch sind Lastenvelos auf den Strassen der Stadt Bern eher Ausnahme als Regel, aber sie werden von immer mehr Leuten für immer mehr Transporte eingesetzt. Ein paar Beispiele vorweg: Sohan Lal, Rikscha-Fahrer mit Wurzeln in den indischen Slums, fährt Touristen auf einem Cargobike durch die Hauptstadt der Schweiz. Ende Jahr will er damit sogar von Bern nach Delhi aufbrechen, für ein Benefizprojekt. Simone Zuber und Lina Hofer sind mit dem Cargobike auf Werbetour für das 1. Berner Velofestival "Hallo Velo" vom 6. August. Andreas Tanner chauffiert seinen zweijährigen Linus in der Kids-Box vorne auf dem ...

  • "Ich glaube, die waren am Schlafen"

    Mon, 7 Aug 2017 14:42:00 GMT

    Eine Beinahe-Katastrophe, zwei Havarien und drei Schwerverletze in acht Monaten. Schiffe der Schweizer Hochseeflotte verunglückten 2016 auffällig oft. Jetzt wird untersucht. swissinfo hat die Details zu den Vorfällen zusammengetragen.  Verlust für den Bund Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST untersucht derzeit vier Unfälle mit Schweizer Hochseeschiffen. In drei Fällen waren Schiffe der "Enzian Ship Management" involviert, jener Reederei, die Schiffe zuletzt dringend verkaufen musste, weil sie nicht mehr rentierten. Weil der Bund für die Schweizer Hochseeflotte bürgt, schreibt er deswegen einen Verlust von 215 Millionen Franken. Die Schiffsunglücke der "Enzian Ship Management" geschahen alle in den letzten zwei Jahren. In den acht Jahren davor war nach Auskunft des Aussendepartements keine einzige Unfalluntersuchung bei Hochseeschiffen eröffnet worden – nun gab es innert zwei Jahren drei Unfälle bei jener Firmengruppe.  Die Details zu den drei Unfällen: 16.

  • Drei Aufstiege, zwei Räder, ein Tag

    Mon, 7 Aug 2017 14:00:00 GMT

    Die Schweiz ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse, was Velotouren in den Bergen angeht. Warum? Gute Strassen, riesige Pässe, ausserordentliche Landschaften, und all dies im geschichtsträchtigen Herzen Europas. Nach einem langen Tag, umgeben von Alpengipfeln, stellt sich die Frage, weshalb nicht mehr Leute mit dem Velo unterwegs sind. Mein Ziel war Andermatt: Ein kleines Skigebiet in der Zentralschweiz, wo sich einige der wichtigsten Passrouten des Landes kreuzen. Ich kam am Abend vor meiner Velotour an und war nervös. Denn meine Vorbereitung auf die Herausforderung (auf einer Strecke von nur etwas mehr als 100 Kilometern galt es, rund 3000 Höhenmeter zu überwinden) war etwas lückenhaft gewesen, und mein Fitness-Level war viel geringer als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Auch das Wetter sah bedrohlich aus. Andermatt, auf drei Seiten von Bergen umgeben, lag im Schatten grimmig aussehender Wolken, und gegen Mittag am folgenden Tag war Regen vorausgesagt. Ich war die ...

  • "Rätoromanisch hat einen schönen Klang"

    Mon, 7 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Die Schweizer Musikerin und Poetin Bibi Vaplan singt und schreibt auf Rätoromanisch. Porträt einer Frau, die sich radikal für ein Künstlerleben entschieden hat. Es ist ein stürmischer Tag: Dicke Regentropfen fallen auf heissen Asphalt, dunkle Wolken verhangen den See und ein Lüftchen lässt das Windspiel bimmeln. Bibi Vaplan wohnt idyllisch: Inmitten historischer Bauten und Einfamilienhäuser, gegenüber der St. Michaels-Kirche, neben einer weiten Grünfläche, mit Blick auf den Zugersee… Wie hat es die Engadiner Musikerin, Autorin und Künstlerin an dieses Plätzchen verschlagen? Reiner Zufall! Bei einem ihrer Konzerte wurde sie von ihren Kunden gefragt, wo sie wohne. Sie antwortete: "Ehrlich gesagt bin ich gerade auf der Suche nach einer Wohnung." Das Ehepaar sagte: "Wir hätten da was!" Und so kommt es, dass sie in einem Studio eines Einfamilienhauses in der Stadt Zug lebt – obschon sie zum Kanton Zug keinerlei Beziehungen hatte. Sie hat sich aber schnell eingelebt. Eine ...

  • Schweiz schickt die Komödie "Die göttliche Ordnung" ins Oscar-Rennen

    Mon, 7 Aug 2017 11:17:00 GMT

    Der Schweizer Film "Die göttliche Ordnung" bewirbt sich in der Kategorie "Fremdsprachiger Film" für einen Oscar. Das Bundesamt für Kultur hat den Film bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood eingereicht. Der Spielfilm "Die göttliche Ordnung" von Petra Volpe erzählt die Geschichte der Hausfrau und Mutter Nora, die in einem kleinen Dorf wohnt. Als sie beginnt, sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, gerät der Dorf- und auch der Familienfrieden ins Wanken. Der Film dokumentiere ein Stück Zeitgeschichte, das über den engen Dorf-Mikrokosmos und über die Schweiz hinaus bis heute wenig an Aktualität und Relevanz verloren habe, begründet die Jury ihren Entscheid, den Film in Hollywood einzureichen. Der Spielfilm war am 8. März, dem Internationalen Tag der Frau, in die Schweizer Kinos gekommen. Die Uraufführung des Films hatte bereits im Januar an den Solothurner Filmtagen stattgefunden, wo er auch mit dem "Prix de Soleure" ausgezeichnet wurde und auf grosse ...

  • "Aaron kam mit FedEx und nicht mit dem Storch"

    Sun, 6 Aug 2017 09:00:00 GMT

    Einen Sohn in voller Legalität haben und als Familie anerkannt sein: Das ist der Traum von Gabriela und Ornella, den Müttern des kleinen Aaron. Auch wenn die beiden Frauen in jeder Hinsicht kämpfen mussten, um als Eltern akzeptiert zu sein, so sind sie doch überzeugt, dass die Schweiz ihren Rückstand schon bald aufholen werde. Denn die Regenbogenfamilien seien ein Fakt und ihre Rechte müssten geschützt werden. "Ich wusste immer, dass ich eines Tages Mutter sein würde. Es war mein Traum und ist mein Recht, auch wenn das Schweizer Gesetz es nicht zulässt." Gabriele nimmt Ornellas Hand in die ihre und fährt fort: "Aaron hat zwei Mütter und viel Liebe. Und es ist die Liebe, welche die Familie ausmacht, unabhängig von deren Zusammensetzung." Was bedeutet LGBTIQ? Das aus dem Englischen stammende Kürzel LGBTIQ steht für lesbische, schwule (gay), bisexuelle, transsexuelle, intersexuelle und queere Personen. Im Lauf der Zeit sind andere Begriffe erschienen, um die verschiedenen sexuellen ...

  • Carla Del Ponte nimmt den Hut

    Mon, 7 Aug 2017 06:26:00 GMT

    UNO-Ämter in Kriegsgebieten sind schwierig. Im Fall Syrien schmissen bereits nacheinander die Friedensvermittler Kofi Annan und Lakhdar Brahimi entnervt den Bettel hin. Nun also auch die frühere Schweizer Bundesanwältin und Chefanklägerin am Jugoslawien-Tribunal Carla Del Ponte. Die Tessinerin will nicht länger Mitglied der UNO-Untersuchungskommission sein, weil es dem Gremium an politischer Unterstützung fehle, so ihre Begründung.

  • Die kleinste Schweizer Gemeinde wird zum Hotel

    Sat, 5 Aug 2017 14:00:00 GMT

    ​​​​​​​ Corippo im Tessiner Verzascatal ist die kleinste Gemeinde der Schweiz: Sie zählt gerade mal 14 Einwohner. Zugleich ist sie ein Juwel ruraler Architektur. Doch wie lässt sich vermeiden, dass aus dem schmucken Örtchen ein Freiluftmuseum oder ein Geisterdorf wird? Die Stiftung Corippo 1975 hat ein Projekt entwickelt, das den Ort zu einer "verstreuten Herberge" macht. Im Frühjahr 2018 sollten die ersten Zimmer dieses aussergewöhnlichen Hotels bezugsbereit sein. Das Verzascatal befindet sich nahe Locarno im Kanton Tessin. Vor kurzem geriet es in die Schlagzeilen, nachdem der italienische Videoblogger Marco Capedri ein Filmchen über den klaren und smaragdgrünen Fluss ins Internet gestellt und den bekannten Ausflugsort mit seiner Bogenbrücke bei Lavertezzo als "Malediven von Mailand" bezeichnet hatte (siehe unten). Nur eine Stunde sei dieser Ort von der lombardischen Metropole entfernt. Das Video ging viral, wurde millionenfach aufgerufen. Und die Folgen liessen nicht auf sich ...

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